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Halbtier!

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

04.08.2016

Verlag

Hofenberg

Seitenzahl

140 (Printausgabe)

Dateigröße

588 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843083577

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

Nein

Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

Text-to-Speech

Ja

Bedeutet Ihnen Stimme mehr als Text? Mit der Funktion Text-to-Speech können Sie sich im tolino webReader und in der aktuellen Thalia – Lesen & Hören App das eBook vorlesen lassen. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Text-to-Speech.

Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

04.08.2016

Verlag

Hofenberg

Seitenzahl

140 (Printausgabe)

Dateigröße

588 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783843083577

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Ein feministischer Klassiker

Rina aus Mannheim am 02.01.2026

Bewertungsnummer: 2690136

Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch war für mich keine einfache Lektüre. Zwar ist der Schreibstil an die Moderne angepasst, dennoch ist er deutlich von der Sprache und dem Denken des 19. Jahrhunderts geprägt, was den Einstieg zunächst erschwert. Hat man sich jedoch erst einmal eingelesen, lohnt sich Halbtier sehr. Der Roman erweist sich als eindrucksvoller feministischer Klassiker. Im Mittelpunkt steht Isolde, eine junge Frau und Freigeist, die trotz schwieriger Umstände ihren eigenen Weg geht. Mit einem mittellosen Künstler als Vater wächst sie in einer Umgebung auf, in der weibliche Intelligenz kaum Anerkennung findet. Dennoch wird sie selbst Künstlerin. Aus Bewunderung für dessen Kunst nähert sie sich Henry Mengeseren, doch das erhoffte Glück bleibt aus. Während er geistige Tiefe in der Kunst schätzt, bevorzugt er privat eine Frau, die sich unterordnet und sich nicht in die Gespräche der Männer einmischt. Isolde lebt fortan innerlich distanziert von ihrer Familie und betrachtet ihren Alltag mit einem beobachtenden, oft schmerzhaften Blick. Sie erlebt die zusehende Zermürbung ihrer Mutter durch ihren Vater und das Leid ihrer Schwester, bis sie schließlich ein Ventil für ihre Gefühle findet und sich aus der Gefangenschaft patriarchaler Machtstrukturen befreit. Das Buch ist stellenweise brutal, wütend machend und schwer auszuhalten. Betrachtet man die Zeit, in der es geschrieben wurde, wird deutlich, wie extrem eingeschränkt die Möglichkeiten von Frauen damals waren. Frauen wurden oft nur als notwendiges Übel gesehen -zuständig für Haushalt und Kinder, während die Männer außer Haus ihren anspruchsvollen Geschäften oder ihren Vergnügungen nachgingen. Man spürt die Hoffnungslosigkeit, die Isolde zunehmend ergreift, je mehr sie erlebt, wie Frauen in ihrer nahen Umgebung behandelt werden - sei es durch ihren Bruder, ihren Vater oder den vormals angebeteten Künstler. Zwar befreit sie sich aus dem Gefängnis der Männer in ihrer Umgebung, doch wirkliche Freiheit scheint ihr nur im selbstgewählten Tod möglich zu sein. Halbtier ist ein Buch, das nicht mit einer Lösung oder einem Happy End aufwartet. Ja, wir sind heute viel weiter, aber noch lange nicht weit genug. Das zeigt dieser Klassiker auf eindrucksvolle Weise. Absolute Leseempfehlung!

Ein feministischer Klassiker

Rina aus Mannheim am 02.01.2026
Bewertungsnummer: 2690136
Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch war für mich keine einfache Lektüre. Zwar ist der Schreibstil an die Moderne angepasst, dennoch ist er deutlich von der Sprache und dem Denken des 19. Jahrhunderts geprägt, was den Einstieg zunächst erschwert. Hat man sich jedoch erst einmal eingelesen, lohnt sich Halbtier sehr. Der Roman erweist sich als eindrucksvoller feministischer Klassiker. Im Mittelpunkt steht Isolde, eine junge Frau und Freigeist, die trotz schwieriger Umstände ihren eigenen Weg geht. Mit einem mittellosen Künstler als Vater wächst sie in einer Umgebung auf, in der weibliche Intelligenz kaum Anerkennung findet. Dennoch wird sie selbst Künstlerin. Aus Bewunderung für dessen Kunst nähert sie sich Henry Mengeseren, doch das erhoffte Glück bleibt aus. Während er geistige Tiefe in der Kunst schätzt, bevorzugt er privat eine Frau, die sich unterordnet und sich nicht in die Gespräche der Männer einmischt. Isolde lebt fortan innerlich distanziert von ihrer Familie und betrachtet ihren Alltag mit einem beobachtenden, oft schmerzhaften Blick. Sie erlebt die zusehende Zermürbung ihrer Mutter durch ihren Vater und das Leid ihrer Schwester, bis sie schließlich ein Ventil für ihre Gefühle findet und sich aus der Gefangenschaft patriarchaler Machtstrukturen befreit. Das Buch ist stellenweise brutal, wütend machend und schwer auszuhalten. Betrachtet man die Zeit, in der es geschrieben wurde, wird deutlich, wie extrem eingeschränkt die Möglichkeiten von Frauen damals waren. Frauen wurden oft nur als notwendiges Übel gesehen -zuständig für Haushalt und Kinder, während die Männer außer Haus ihren anspruchsvollen Geschäften oder ihren Vergnügungen nachgingen. Man spürt die Hoffnungslosigkeit, die Isolde zunehmend ergreift, je mehr sie erlebt, wie Frauen in ihrer nahen Umgebung behandelt werden - sei es durch ihren Bruder, ihren Vater oder den vormals angebeteten Künstler. Zwar befreit sie sich aus dem Gefängnis der Männer in ihrer Umgebung, doch wirkliche Freiheit scheint ihr nur im selbstgewählten Tod möglich zu sein. Halbtier ist ein Buch, das nicht mit einer Lösung oder einem Happy End aufwartet. Ja, wir sind heute viel weiter, aber noch lange nicht weit genug. Das zeigt dieser Klassiker auf eindrucksvolle Weise. Absolute Leseempfehlung!

Das Bürgertum ergiesst sich…

rockchickdeluxe am 16.01.2026

Bewertungsnummer: 3021892

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Bürgertum ergiesst sich im fin-de-siècle. Die so genannten Künstler stecken fest im Überdruss, zwischen überholten Traditionen und dem erspähen eines neuen Zeitalters. Die Frösche der Jugend wirkt seltsam festgefahren in der Larmoyanz, dem selbstauferlegtem Leiden und dem Hauch des Untergangs am Ende des 19. Jahrhunderts. Die männlich dominierte (Künstler-) Gesellschaft hält fest an ihrer Rollenverteilung. Doch ob in den Kreisen der Bohème, der bürgerlichen oder jeder anderen Familie, in Halbtier ist die Frau degradiert zur Bediensteten, Wirtschafterin, dient dem Manne und steht ihm rund um die Uhr für jegliche Sinneswandlungen zur Verfügung. Sie wird herumkommandiert, verlacht, als dumm bezeichnet. Zeigt sie sich in seltenen Fällen schön, emanzipiert und selbstbestimmt, so wird sie als Halbtier zur Schau gestellt. Das Bild, das Helene Böhlau von Frauen in jedweden ihnen zugedachten Schubladen zeichnet, ist niederschmetternd. Auch Kinder dienen als Spiegel oder Instrument für Lebensinhalt oder die Fortsetzung männlicher Dominanz. Dass Frauen frei sein können, frei im Geiste und in ihren Entscheidungen, kommt in der patriarchal geprägten Welt, in der sich die Kreise um die Protagonistin Isolde bewegen, nicht vor. Wie kann die Gegenwehr der Frau gegen die ihr zugedachten Rollen aussehen? Wie wird Selbstbestimmung möglich? Extrem, rabiat und laut fordert Helene Böhlau das Recht der Frau ein, als gleichberechtigter Teil der geistigen kulturschaffenden Szene anerkannt zu werden. Halbtier ist harter Stoff. Pointiert, spielerisch, intelligent beobachtend aber auch schwer zu ertragen. Dieser Roman ist eine laute Forderung mit sprachlicher Wucht. Ich bin zutiefst fasziniert von der Radikalität der Darstellung und den verschiedenen Interpretationsebenen, die der Text anbietet. Er rüttelt auf, verstört und zeigt eine weibliche Sicht auf einen fast romantisch verklärten Zeitabschnitt. Der Roman schreit nach Selbstbestimmung und Befreiung, nach einer neuen Gesellschaftsordnung und Egoismus im besten Sinne des Wortes. Mit einem Nachwort von Helene Falk erschien der Roman 126 Jahre nach Ersterscheinung neu im Reclam Verlag. Ein fest!

Das Bürgertum ergiesst sich…

rockchickdeluxe am 16.01.2026
Bewertungsnummer: 3021892
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Bürgertum ergiesst sich im fin-de-siècle. Die so genannten Künstler stecken fest im Überdruss, zwischen überholten Traditionen und dem erspähen eines neuen Zeitalters. Die Frösche der Jugend wirkt seltsam festgefahren in der Larmoyanz, dem selbstauferlegtem Leiden und dem Hauch des Untergangs am Ende des 19. Jahrhunderts. Die männlich dominierte (Künstler-) Gesellschaft hält fest an ihrer Rollenverteilung. Doch ob in den Kreisen der Bohème, der bürgerlichen oder jeder anderen Familie, in Halbtier ist die Frau degradiert zur Bediensteten, Wirtschafterin, dient dem Manne und steht ihm rund um die Uhr für jegliche Sinneswandlungen zur Verfügung. Sie wird herumkommandiert, verlacht, als dumm bezeichnet. Zeigt sie sich in seltenen Fällen schön, emanzipiert und selbstbestimmt, so wird sie als Halbtier zur Schau gestellt. Das Bild, das Helene Böhlau von Frauen in jedweden ihnen zugedachten Schubladen zeichnet, ist niederschmetternd. Auch Kinder dienen als Spiegel oder Instrument für Lebensinhalt oder die Fortsetzung männlicher Dominanz. Dass Frauen frei sein können, frei im Geiste und in ihren Entscheidungen, kommt in der patriarchal geprägten Welt, in der sich die Kreise um die Protagonistin Isolde bewegen, nicht vor. Wie kann die Gegenwehr der Frau gegen die ihr zugedachten Rollen aussehen? Wie wird Selbstbestimmung möglich? Extrem, rabiat und laut fordert Helene Böhlau das Recht der Frau ein, als gleichberechtigter Teil der geistigen kulturschaffenden Szene anerkannt zu werden. Halbtier ist harter Stoff. Pointiert, spielerisch, intelligent beobachtend aber auch schwer zu ertragen. Dieser Roman ist eine laute Forderung mit sprachlicher Wucht. Ich bin zutiefst fasziniert von der Radikalität der Darstellung und den verschiedenen Interpretationsebenen, die der Text anbietet. Er rüttelt auf, verstört und zeigt eine weibliche Sicht auf einen fast romantisch verklärten Zeitabschnitt. Der Roman schreit nach Selbstbestimmung und Befreiung, nach einer neuen Gesellschaftsordnung und Egoismus im besten Sinne des Wortes. Mit einem Nachwort von Helene Falk erschien der Roman 126 Jahre nach Ersterscheinung neu im Reclam Verlag. Ein fest!

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Halbtier!

von Helene Böhlau

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