Dresden, November 1944: Die Lage für die Bevölkerung spitzt sich zu. Flüchtlinge strömen zu Tausenden in die Stadt. Bombenalarm gehört zum Alltag. Da wird Kriminalinspektor Max Heller zu einer grausam zugerichteten Frauenleiche geholt. Schnell geht das Gerücht um: Das war der Angstmann, der nachts durch die Ruinen schleicht. Inmitten des Chaos des letzten Kriegswinters begibt sich Heller auf die Suche nach dem kaltblütigen Täter. Als die Stadt im Februar 1945 größtenteils zerstört wird, hält man auch den Mörder für tot. Doch der Angstmann kehrt zurück. Eine atemberaubende Krimi-Entdeckung – gelesen von Heikko Deutschmann.Ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann1 mp3-CD | ca. 9 h 50 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Tina Bauer
aus Essingen
5/5
31.12.2018
Hörbuch-Download (MP3)
Die Angst geht um
Dresden 1944. Das Kriegsende steht kurz bevor. Max Heller hat einen neuen Fall. Ein Frauenmörder geht um. Er mordet nicht nur, er richtet die Leichen übel zu, häutet sie und entnimmt ihnen diverse Körperteile.
Während Max ermittelt und sein bestmöglichstes in der immer wieder bombardierten Stadt gibt, kommt er nur mühsam unter diesen besonderen Umständen voran. Als sein Vorgesetzter Klepp, ein Paradebeispiel eines Nazis ihn anderen Aufgaben zuteilt, kann er es nicht lassen und bringt sich und seine Frau Karin damit in zusätzliche Gefahr.
Doch Max lässt sich so leicht nicht einschüchtern, er weiß, dass er auf der richtigen Spur ist. Als dann aber die Russen Dresden erobern wendet sich das Blatt und die Angst wie auch der Mörder gehen um.
Unterstützung erhält er ausgerechnet von einem Russen, der seinen ganz persönlichen Plan zu verfolgen scheint.
Das ungleiche Paar muss feststellen, dass Werte für jeden Menschen eine ganz andere Bedeutung haben und dass man nur mit gemeinsamer Stärke vorankommt.
Frank Goldammer hat mit seinem Angstmann einen beeindruckenden Thriller geschaffen, bei dem es einem als Leser im wahrsten Sinne des Wortes „Haut und Haare“ sträubt.
Gekonnt ermittelt Max Heller und bleibt sich und seinen Werten als Mensch trotz dieser widrigen Umstände treu.
Gelesen von Heikko Deutschmann kann man das Elend, das Leid und den Kriegsfrust der damaligen Zeit nochmal ganz anders wahrnehmen. Deutschmanns Stimme verleiht Max Heller diesen Drang zu Mut und Wahrheit.
NiWa
5/5
29.10.2018
Hörbuch-Download (MP3)
Historisches Krimi-Highlight
1944 in Dresden. Der Krieg nimmt die Bevölkerung mit. Ausgehungert, verunsichert und resigniert blickt man dem drohenden Untergang entgegen. Mitten im Kriegsgewirr wird der grausam zugerichtete Leichnam einer Krankenschwester entdeckt. Man flüstert sich hinter vorgehaltener Hand zu, dass es das Werk des Angstmanns ist. Kriminalinspektor Max Heller glaubt nicht an Ammenmärchen und kommt dank vehementer Suche den Hintergründen des Verbrechens auf die Spur.
„Der Angstmann“ ist ein historischer Kriminalroman und Reihenauftakt, der im dramatischen Umbruch während und nach dem Nationalsozialismus in Dresden spielt.
Der Schauplatz Dresden während des Zweiten Weltkriegs hat mich sofort interessiert. Gerade weil die Stadt furchtbarst ausgebombt wurde, war mein Interesse geweckt. Dresden wurde über Nacht in ein höllisches Inferno verwandelt, das man gemeinsam mit Protagonist Max Heller erlebt.
Der Fall um den Angstmann beginnt etliche Zeit vor der Bombennacht, als die Leiche einer Krankenschwester aufgefunden wird, die eindeutig kein Opfer des Kriegsgeschehens ist.
Kriminalinspektor Max Heller ist mit den Ermittlungen um diesen Mord betraut. Gerade im Hinblick auf die Schrecken des Krieges wirkt es beinah lächerlich, sich wegen einer Ermordeten solche Umstände anzutun. Doch Heller weiß, dass es der Anfang von seinem Ende ist, wenn er sich nicht mit Sorgfalt diesem Fall widmet.
Protagonist Heller zeichnet sich durch seine Hartnäckigkeit aus. Er bleibt nicht nur stur an diesem Fall dran, sondern hat sich jahrelang dem Nazi-Regime widersetzt, indem er nie der Partei beigetreten ist. Zu seinem Glück hat er sich im Ersten Weltkrieg verdient, so bleibt ihm ein Kriegseinsatz erspart.
Der historische Rahmen wird unglaublich gut transportiert. Ich mag es, wie Goldammer ein Gespür für die damalige Zeit, die Stadt Dresden und die Polizeiarbeit vermittelt. Man merkt beim Lesen genau, wie Zuständigkeiten nach Parteizwecken verteilt werden, wer tatsächlich an den Führer glaubt, und wie schwierig diese Arbeit im Schatten des Krieges allgemein ist.
Außerdem erwacht man mitten in der berüchtigten Bombennacht, die man an der Seite Hellers erlebt. Ich denke, dass Goldammer ein authentisches Bild davon geschaffen hat, und mir hat er ihr katastrophales Ausmaß vor Augen geführt.
Der Wechsel vom Kriegsgeschehen in die Nachkriegszeit ist dem Autor exzellent gelungen, und genau das hat für mich dieses Buch zu einem Highlight gemacht. Es ist faszinierend, wie der Übergang vom Nationalsozialismus zum besetzten Gebiet war, wie sich von einem Moment auf den anderen plötzlich keiner mehr als Nazi bekennt und wie die Besatzungsmacht Russland damit umgegangen ist.
Die Krimihandlung steht auf soliden Füßen und lädt zum Grübeln ein. Denn auch hier bin ich in die Zeit um den Zweiten Weltkrieg abgetaucht, weil denkbare Tatmotive teilweise stark von unserer Gegenwart abweichen, was zusätzlich ein Gefühl für die damalige Lage vermittelt.
Für mich ist „Der Angstmann“ ein historisches Krimi-Highlight, das ich an Interessierte unbedingt empfehlen kann. Authentische Atmosphäre, eine sture, überlegte Hauptfigur und die redliche Kriminalhandlung haben mich überzeugt, und ich bin auf Hellers weitere Fälle im besetzten Dresden neugierig.
Bisherige Fälle:
1) Der Angstmann
2) Tausend Teufel
3) Vergessene Seelen
4) Roter Rabe
Bewertung
5/5
27.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Fesselnd
Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Es ist schwer es wieder wegzulegen, wenn man mal angefangen hat es zu lesen und man kann es kaum erwarten zu wissen wie es weitergeht. Ich freue mich schon darauf, denn nächsten Band zu lesen.
Igelmanu66
aus Mülheim
5/5
27.06.2022
Buch (Taschenbuch)
Spannend, intensiv, blutig und düster
»Eine Frau ist ermordet worden. Eine furchtbare Tat. Wirklich grässlich. Jemand hat sie … aufgeschnitten…«
»Kannst du etwas tun?«
Heller schnaubte leise. »Keine Leute, kein Benzin, keine Blitzlichtbirnen, keine Zeit.«
Dresden, im November 1944. Kriminalinspektor Max Heller jagt einen Serienmörder, der in einem Umfeld von furchtbaren Bombenangriffen, Zerstörung und Verzweiflung auf denkbar schlimmste und blutigste Art junge Frauen zu Tode quält.
Doch wie soll man halbwegs vernünftig ermitteln, wenn es an allem fehlt und sämtliche Mitarbeiter als letztes Aufgebot an die Front geschickt werden? Wenn der Vorgesetzte seinen Posten durch seine Mitgliedschaft bei der SS erhalten hat? Wenn man niemandem trauen darf? Und wenn man selbst täglich um das eigene Überleben kämpfen muss?
Puh, ein Wohlfühlkrimi war das ganz und gar nicht. Gemeinsam mit Max Heller durchlebt der Leser einen Alptraum aus Bombenterror, Naziherrschaft und grausamer Morde eines Psychopathen. Das Ergebnis ist sehr intensiv, blutig und düster.
Max Heller erscheint als Sympathieträger. Er ist nicht in der Partei, dass er seinen Beruf ausüben darf, verdankt er seinem Kampfeinsatz im 1. Weltkrieg und von seinen Vorgesetzten wird er kritisch beäugt. Aktiv leistet er keinen Widerstand, versucht jedoch, seine Arbeit ordentlich und so menschlich wie möglich zu machen. Innerlich fühlt er sich zerrissen, in der Gesamtdarstellung wirkt er sehr authentisch. Er hat eine Ehefrau und zwei Söhne an der Front, über deren Schicksal er nichts weiß. Irgendwie weitermachen und überleben scheint sein Motto zu sein. Mich berührte das sehr.
Fazit: Sehr spannend, intensiv, blutig und düster. Der Protagonist wirkt sehr authentisch, ich werde diese Reihe weiterverfolgen.
Lisa
aus Wain
5/5
18.12.2021
Buch (Taschenbuch)
absolute Leseempfehlung
Ein Serienmörder in einer Zeit voller Mörder.... Kommt es da auf den einzelnen überhaupt noch an? Wie fasst man einen Mörder in einer Zeit in der das keine Rolle spielt? Wie ermittelt man in einer Zeit, in der das einzig relevante der Krieg ist und keine Ressourcen zur Verfügung stehen ?
FrankGoldammer hat mit MaxHeller einen grandiosen Charakter geschaffen, dem trotz aller Widrigkeiten die Opfer nicht egal sind und sich mit voller Überzeugung für sie einsetzt.
Für mich der gelungene Auftakt einer vielversprechenden Romanreihe, die es schafft, eine zeitlich sehr turbulente Epoche unserer Zeit, mit allen menschlichen Abgründen und Fasetten realistisch und mitfühlend darzustellen und gleichzeitig die Handlung nicht aus dem Blick zu verlieren. Mit Max Heller hat der Autor eine Heldenfigur geschaffen, die es schafft sich den Gegebenheiten anzupassen und gleichzeitig ihren Überzeugungen treu zu bleiben ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Von mir eine absolute Leseempfehung!
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