Abhandlungen über die Principien der menschlichen Erkenntnis
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Verlag:Andersseitig.de
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Ja
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
21.07.2014
Verlag
Andersseitig.deSeitenzahl
109 (Printausgabe)
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783955014285
George Berkeley veröffentlichte 1710 mit 25 Jahren seine zweite philosophische Schrift "Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis" In dieser Schrift erläuterte er die beiden Grundprinzipien seines sensualistischen Ansatzes: "Es gibt etwas, das wahrgenommen wird." (esse est percipi) und "Es gibt etwas, das wahrnimmt." (esse est percipere). Ferner beschrieb er im Hinblick auf die noch gesellschaftsweit vorherrschende aristotelisch-scholastische Philosophie seine Schlussfolgerungen aus diesen Prinzipien und kritisierte Locke, dessen Philosophie am Trinity College den Lehrkanon dominierte. Menschliche Vorstellungen ('ideas') entstehen ausschließlich durch Wahrnehmen (ein Grundprinzip). Das, was wahrnimmt - das andere Grundprinzip -, nannte er der zeitgemäßen philosophischen Sprechweise folgend "Subjekt", "Verstand", "Geist", "Seele" und mit einem moderneren Ausdruck "ich selber". Berkeley leistete damit einen in der Öffentlichkeit kaum gewürdigten Beitrag zum Diskurs der Gelehrtenrepublik seiner Zeit. Es ging damals u. a. darum grundlegend neue Konzepte zu entwickeln, die aus der Sackgasse des Leib-Seele-Dualismus hinausführten, wie ihn die alte scholastische Philosophie, aber auch noch Descartes und cartesianisch orientierte Philosophen vertraten. Vor allem neue Forschungsergebnisse in der Medizin zeigten, dass die dualistische Denkweise ungeeignet war, diese nachvollziehbar zu erläutern. Berkeley behauptete - radikaler als Locke -, dass er weder die Substanz "Materie" noch die Substanz "Geist" für philosophisch begründbar hielte. "Die Existenz der äußeren Dinge besteht in ihrem Wahrgenommenwerden: esse est percipi. ... Der Geist als solcher ist unerkennbar. Sein Wesen besteht ... im Erfassen: esse est percipere. ... er [Berkeley] ist ... kein Idealist. Naturgesetze sind nur Zeichen. Kategorien wie Materie, Kausalität, Bewegung und Substanz sind entbehrlich." Dieser sensualistische Ansatz wurde im Zuge der britischen Aufklärung von David Hume konsequent zu Ende gedacht. Berkeley war über seine philosophischen Grundgedanken hinaus ein gläubiger Mann. Francis Bacon hatte Jahrzehnte vor Berkeley vorgeschlagen, dem Glauben einerseits und wissenschaftlichen Annahmen andererseits ihre jeweils eigene Welt zu belassen. Sie sollten sich daran messen lassen, inwiefern sie der Wohlfahrt der Gemeinschaft nützten. Die Wissenschaft sollte - im Unterschied zur scholastischen Gewohnheit - ohne Berufung auf althergebrachte Autoritäten arbeiten. Berkeleys religiöse Überzeugung, dass - wenn auch völlig unbeweisbar und nicht wahrnehmbar - hinter allen menschlichen Vorstellungen und wissenschaftlichen Kenntnissen Gott als Garant für deren Verlässlichkeit stehe, beruhte auf Schlussfolgerungen, die er im Hinblick auf seinen Glauben für nützlich und vernünftig hielt. Damit blieb Berkeley trotzdem wie viele andere auch im Mainstream der Aufklärung. Die Mehrheit der europäischen Philosophen der Aufklärung, - wie auch Locke - verband philosophisch begründbare Sichten mit ihren theologischen Auffassungen.
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