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Das kalte Blut

6

15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

36323

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.03.2017

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

1200

Maße (B/H)

12,5/20 cm

Gewicht

995 g

Farbe

Elfenbein / Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-06973-0

Beschreibung

Rezension

»Chris Kraus ist ein besessener Erzähler.«
»Kraus hat ein ausgeprägtes Gespür für Pointen.«

Produktdetails

Verkaufsrang

36323

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.03.2017

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

1200

Maße (B/H)

12,5/20 cm

Gewicht

995 g

Farbe

Elfenbein / Schwarz

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-06973-0

EU-Ansprechpartner

truepages UG (haftungsbeschränkt)
Westermühlstrasse 29
80469 München
DE
info@truepages.de

Herstelleradresse

Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8
8032 Zürich
CH
info@diogenes.ch

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  • umgeBUCHt Blog

    aus Weeze

    5/5

    21.01.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Informativ, erschütternd, unterhaltsam

    „Das kalte Blut“ offenbart sich dem Leser aus der Sicht von Koja Solm, der 1974 mit einer Kugel im Kopf auf der Hirnstation in einem Münchner Krankenhaus ist und seinem Bettnachbarn, einem Hippie, sein Leben erzählt. Was diesem zunächst noch sympathisch, unterhaltsam und witzig erscheint, wird jedoch zunehmend grausam, desillusionierend und belastend. „Warum weinen Sie nicht? Ist Ihnen nicht klargeworden, dass Sie, bitte verstehen Sie das nicht falsch, unerträglicher Abschaum sind?“ (S. 478) Die Geschichte beginnt im Zarenreich und erzählt von den beiden deutschbaltischen Brüdern Hub und Koja Solm, die einander in aufrichtiger Bruderliebe zugetan sind: strahlend-extrovertiert der Ältere, empfindsam der Jüngere. Koja möchte wie sein Vater als Künstler leben, doch politische Umbrüche und finanzielle Sorgen verhindern dies. Und so lässt sich Koja in den dreißiger Jahren von seinem großen Bruder Hub in die NS-Bewegung in Lettland und später in Berlin hineinziehen. Koja und sein Bruder werden Nazis und wenig später als SS-Offiziere und Agenten des nationalsozialistischen SD zu Tätern. Die beiden Brüder aus Riga machen Karriere: erst in Nazideutschland, dann als Spione der jungen Bundesrepublik. Beiden Brüdern gemeinsam ist die leidenschaftliche Liebe für ihre Adoptivschwester Ev. Als sich herausstellt, dass Ev jüdische Wurzeln hat, kann Koja, inzwischen Obersturmführer der SS, sie vor der Vernichtung bewahren. Im Lauf der Zeit ist Ev mal Hubs, mal Kojas Geliebte. In der leidenschaftlichen Ménage à trois tun sich moralische Abgründe auf, die zu abenteuerlichen politischen Verwicklungen führen. Nach dem Krieg und seiner Rückkehr aus sowjetischer Gefangenschaft muss sich Koja neu erfinden und verstrickt sich als Doppelagent immer mehr in Verrat und Lüge. Selbst Ev gegenüber, mit der er nach Israel zieht und die nur noch eines will: die Wahrheit über die Täter von damals zu Tage fördern. „Warum glauben immer alle (bis auf Geheimagenten natürlich), dass Ehrlichkeit am längsten währt? Ehrlichkeit hat niemals eine Zukunft, es sei denn, sie lässt sich als List gebrauchen.“ (S. 834) Wer sich auf dieses 1200 Seiten umfassende Werk einlässt, dem wird einiges geboten. Wir haben es hier mit interessanten vielschichtigen Charakteren zu tun, die weder komplett gut noch komplett böse sind. Das Handeln der Personen ist nachvollziehbar oder eben nicht nachvollziehbar, wird den Protagonisten aber zugetraut. Es ist gefühlvoll, herzergreifend, nicht gerade moralisch einwandfrei, manchmal brutal, widerwärtig und abstoßend. Eine Stelle im Buch ließ mich beim lesen erschrocken zusammenzucken. Doch dieser Roman baut nicht auf Schockmomente, auch wenn diese vorhanden sind, sondern vielmehr berührt die Gefühlsvielfalt, die einem diese Personen bieten und durchleben lassen – und vor allem die Informationen, die Chris Kraus hier vermittelt. So hat der Autor diesen Roman parallel neben seiner unveröffentlichten Familiengeschichte verfasst und einen umfangreichen Literatur- und Quellenverweis der Fachbücher (online) aufgelistet, ohne die ihm ein Zugang in die Welt der westlichen und östlichen Geheimdienste und ihres nationalsozialistischen Äquivalents, des SD, verschlossen geblieben wäre. Auch in den Vorbemerkungen des Buchs weist der Autor darauf hin, dass nur ein kleiner Teil der geschilderten Geschehnisse und politischen Affären gänzlich erfunden sind. Und so lässt er seine fiktiven Figuren inmitten realer früherer Geheimdienstoperationen agieren und erzählt davon, wie der BND in der noch jungen Bundesrepublik von ehemaligen Nazis gegründet und geführt wurde. Sicherheitshalber steht jedoch auch im Vorwort: „Ihre Gültigkeit haben die Handelnden wie auch ihre beschriebenen Handlungen dennoch nur in der fiktiven Welt des folgenden Romans. Außerhalb davon mag es sich so oder auch anders zugetragen haben.“ Und so konnte mich Chris Kraus mit diesem Roman dank des ironischen, teilweise sarkastischen Erzähltons, gefühlvoller Schilderungen und der bildhaften Sprache gut unterhalten. Gleichzeitig habe ich über die Verstrickungen der Geheimdienste gelesen und mir einige Gedanken über die NS-Zeit, sowie den Aufbau der Bundesrepublik gemacht. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für diese Themen interessiert.

  • Bewertung

    5/5

    28.05.2018

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    fulminante Zeitgeschichte

    Die Geschichte der baltischen Brüder Solm reisst einen sofort mit und stürzt den Leser in hochdramatische Zeit - und Lebensgeschichte.Ich habe lange gezögert mich auf die umfangreiche Geschichte einzulassen aber einmal angefangen konnte ich mich nicht mehr losreißen....Ein ganze großer Erzähler der einem sehr besondere Lesestunden verschafft !

  • Bewertung

    5/5

    01.07.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die abenteuerliche Geschichte...

    Die abenteuerliche Geschichte der sehr unterschiedlichen Brüder Solm aus Riga, ist gleichzeitig spannend erzählte deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Fast ein Schelmenroman!

  • Bewertung

    5/5

    15.05.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Umwerfendes Epos, das nicht über...

    Umwerfendes Epos, das nicht über Geschichte belehrt, sondern uns Leser das letzte Jahrhundert lebendig und unfassbar spannend näher bringt.

  • Bewertung

    4/5

    01.06.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Einmal Geheimagent immer Geheimagent"

    Die Kritik geht eher ungnädig mit diesem Roman um: da ist von Kolportage, Brutalität, wilder Persiflage die Rede. Teilweise treffen die Vorwürfe sicher zu. ABER: was für ein fulminanter, spannender, ironisch bis zynisch gespiegelter Familienthriller! Mit Leidenschaft und starken Bildern erzählt der Autor/Regisseur und bietet interessante Einblicke, z.B. in die frühen Verhältnisse der Bundesrepublik und des BND. Allein die tragischen Geschehnisse um Otto John, der das Amt für Verfassungsschutz leitete und das Portrait Reinhard Gehlens, der den BND und dessen Vorläufer gründete, lohnen schon die Lektüre. Lassen Sie sich "Das Kalte Blut" nicht entgehen!

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