Pestvisionen. Über Machtprinzipien, ihre Beziehungen und möglichen Konsequenzen in Antonin Artauds "Das Theater und die Pest" und Michel Foucaults "Üb
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
22.09.2016
Verlag
GRINSeitenzahl
19 (Printausgabe)
Dateigröße
416 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668304550
Aber auch Foucaults politische Vorstellung einer lückenlos disziplinierten und überwachten Pestgesellschaft scheint real nicht existiert zu haben, und Foucault bietet uns keine Quelle ihrer Realisierung. Die Marseille Pest konnte 1720 (nach dem erscheinen des von Foucault zitierten Reglements) die südfranzösische Bevölkerung um ein Drittel dezimieren, was eine auch nur annähernde Realisierung der gewünschten Ordnungsstrategien unmöglich erscheinen läßt. Als 1994 in Indien die Pest ausbrach, berichtete die ( trotz der heutzutage geringen Gefahr weltweit stark reagierende) Presse, daß Ärzte ihre Praxis verließen, Krankenschwestern die Krankenhäuser, die Stadtverwaltung war "praktisch nicht mehr existierend".
Eine paramilitärische Polizeitruppe durchsuchte die westindische Stadt Surat, das Zentrum der Seuche, nach Kranken, um sie zwangsbehandeln zu lassen. Vor den größten Kliniken waren Wachen postiert, um die Flucht von Kranken zu verhindern. Trotzdem verschwanden von 300 eingelieferten Patienten 60. Insgesamt sollen aus Surat 400 000 Menschen geflohen sein.
Natürlich finden sich beide Vorstellungen - Zusammenbruch der alltäglichen Ordnung - Parzellierung und Überwachung der Individuen - ansatzweise in Pestschilderungen (z.B. Defoe) wieder, doch nicht in ihren Vollendungen. Folglich handelt es sich um zwei Fiktionen, deren Inhalte sich konträr widersprechen. Im Folgenden will ich die Beziehungen dieser Fiktionen und die Beweggründe ihrer Formulierung untersuchen, um dann Artaud und seinen Text "Le Theatre et la Peste" unter Einbeziehung von Foucaults Vorstellungen zu betrachten.
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