Produktbild: Die Karte des Piri Re'is
Band 6290

Die Karte des Piri Re'is Das vergessene Wissen der Araber und die Entdeckung Amerikas

Aus der Reihe Beck Paperback
6

18,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.08.2017

Abbildungen

mit 58 Abbildungen und 4 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

303

Maße (L/B/H)

22,1/14,6/2,5 cm

Gewicht

458 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-71351-4

Beschreibung

Rezension

"Eine längst überfällige Würdigung der wissenschaftlichen Errungenschaften arabisch-islamischer Forscher."

Sinan Recber, ZEIT Wissen, 17. Oktober 2017

"Sind die Araber vor Kolumbus selbst über den Atlantik gesegelt? (Sezgins) Indizien sind zweifellos diskussionswürdig." 


Klaus Taschwer, 


Der Standard, 30. August 2017


Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.08.2017

Abbildungen

mit 58 Abbildungen und 4 Karten

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

303

Maße (L/B/H)

22,1/14,6/2,5 cm

Gewicht

458 g

Farbe

Cool Grey

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-71351-4

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

Email: produktsicherheit@beck.de

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  • Sikal

    4/5

    11.09.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Das vergessene Wissen der Araber und die Entdeckung Amerikas

    Eines gleich vorweg: Die Karte des Piri Re’is ist in manchen Kreisen als Mythos wohl gut bekannt und sorgt für einiges an Gesprächsstoff und Verwirrung – mit diesen Mythen hat das hier beschriebene Buch sehr wenig bis gar nichts zu tun. Weltverschwörungsanhänger oder solche die glauben, die Karte des Piri Re’is wäre aus einem UFO fotografiert, sei gesagt, dass dieses Buch nicht den Mythos um die Karte beschreibt oder gar erweitert, sondern mit wissenschaftlichem Vorgehen die tatsächlichen Hintergründe der Karte untersucht. Susanne Billig hat auf Grund von Untersuchungen Fuat Sezgins, Professor für Geschichte der Naturwissenschaften, ein Buch geschaffen, welches nur wenig Spielraum für oben genannte Mythen lässt. Akribisch werden die Errungenschaften der arabisch-islamischen Welt und deren Einfluss auf den Westen dargestellt und erläutert. Um die Herkunft der im Titel genannten Karte zu hinterfragen, wird bis zurück ins neunte Jahrhundert gegangen und Astronomie, Nautik, Geografie und Kartografie der arabischen Raumes erläutert. Die Autorin greift hier ausschließlich auf die Forschungsergebnisse von Fuat Sezgin zurück und versucht chronologisch-sachlich die Vorgeschichte zur Karte und die Entdeckung Amerikas mithilfe dieser und weiterer Karten zu erklären. Leider sind die Charakteristiken einzelner astronomischer und nautischer Gerätschaften zwar technisch beschrieben, jedoch sind die Bezüge zu den Bildern nicht gegeben. Somit wird es für technisch unversierte Leser unmöglich, die tatsächlichen Funktionsweisen der einzelnen Hilfsmittel der Astronomie oder Nautik zu durchschauen. Hinzu kommt, dass hier sehr wissenschaftlich vorgegangen wird und der Werdegang der arabisch-islamischen Wissenschaft im westlichen Raum einer Aufzählung von Fakten gleichkommt, was den Lesefluss jedoch sehr hemmt. Auch stellt sich im Laufe des Buches heraus, dass der Zusammenhang der Karte und der wissenschaftlichen Erkenntnisse eher auf Indizien beruhen als auf tatsächliche Fakten – was die Arbeit des Herrn Fuat Sezgin oder Susanne Billigs auf keinen Fall schmälern soll. Definitiv klar nach dieser Lektüre ist, dass die Karte durch Menschenhand entstanden ist und sämtliche Mythen zur Karte Unfug sind. Definitiv klar ist auch, dass dieses Buch weitere Fragen aufwirft – vor allem, was den Umgang der westlichen, angeblich so sehr aufgeklärten Welt mit der Geschichtsschreibung betrifft. Aber auch hier gilt wie so oft, „Die Geschichte schreiben die Sieger“. Fazit: Wenn es auch passagenweise schwierig zu lesen ist, es immer wieder Wiederholungen gibt und die Erklärungen schwer aus den Bildern herauszulesen sind, so ruft dieses Buch dennoch auf, die eigene Denkweise zu hinterfragen. Lange wurden uns geschichtliche Fakten in der Schule eingetrichtert, welche wir heute nicht mehr in Frage stellen. Dieses Buch leitet wieder dazu an, sich ein eigenes Bild zu machen – von der Entdeckung Amerikas, aber auch von der Geschichtsschreibung im Allgemeinen.

  • Igelmanu

    aus Mülheim

    4/5

    06.09.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    »Wenn Ptolemäus zu unserer…

    »Wenn Ptolemäus zu unserer Zeit lebte, würde er sich wundern, dass – trotz der Vorteile, über die wir verfügen – unsere Asienkarten so unvollkommen sind, wo doch die Tabellen des Abu l-Fida‘, des Nasir ad-Din, des Ulugh Beg und die Geschichte Timurs von Scharafaddin uns seit langem in einer europäischen Sprache zugänglich sind.« Christoph Kolumbus entdeckte Amerika und die Errungenschaften der Griechen bildeten den Auftakt der exakten Wissenschaften: Zwei Thesen, die auf den Prüfstand gehören und in diesem Buch untersucht werden. Susanne Billig hat einen Ausschnitt der umfangreichen Forschungsarbeiten von Fuat Sezgin für dieses Buch zusammengefasst. Fuat Sezgin ist emeritierter Professor für Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Frankfurt und Gründer des Instituts für Geschichte der arabisch-islamischen Wissenschaften. Im zentralen Mittelpunkt steht die Frage, ob die Araber noch vor Kolumbus nach Amerika segelten. Zudem ist Sezgin daran gelegen, die Leistungen und Entdeckungen der Araber zu würdigen, klarzustellen, dass sie die Grundlage für alle möglichen weiteren wissenschaftlichen Fortschritte bildeten und dass ohne die Vorarbeit arabischer Wissenschaftler dem Abendland so manches nicht geglückt wäre. „Sein wichtigstes Anliegen besteht darin, der arabischsprachigen Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit in der Universalgeschichte der Wissenschaften ihren gebührenden Platz einzuräumen.“ Das Buch ist sehr gut gegliedert, beginnt mit der Vermittlung von Grundlagen, um dann weiter aufzubauen. Schon die Grundlagenkapitel sind hochinteressant! Da geht es um Astronomie, Sternwarten und astronomische Instrumente, um Seefahrt und Nautik, um Geografie und Kartografie. Ich habe wirklich gestaunt, welch hohen wissenschaftlichen Stand die Araber schon zu einem solch frühen Zeitpunkt hatten! Die Bestimmung des Längengrads war ihnen beispielsweise schon Jahrhunderte vor den Portugiesen möglich! Erst der letzte Teil des Buchs befasst sich mit der im Titel genannten Karte (und weiteren). Ein sehr schöner Abschnitt und dank der umfangreichen Vorarbeit versteht man als Leser die dargestellte Problematik. Ich fand es aber sehr schade, dass die Karten nur in so kleinen Abbildungen vorlagen – ich konnte kaum etwas erkennen! Das hat mich wirklich geärgert, denn ich schaue mir Karten so gerne an und hatte hier wirklich bessere Darstellungen erwartet. Den gleichen Gedanken hatte ich übrigens an sehr vielen Stellen im Buch, denn auch andere Bilder (zum Beispiel astronomischer Instrumente) hätte ich gerne genauer betrachtet. Zumal wenn einem im Text vorgeschwärmt wird, wie wunderschön ein bestimmtes Instrument aussehen würde und dann sieht man nur eine kleine Schwarzweißabbildung davon! Ohne den Umfang des Buchs erhöhen zu müssen, wäre ein Hinzufügen großer Abbildungen und Karten möglich gewesen, es gibt nämlich durchaus Kürzungspotential im Text. Im Eingangsteil des Buchs beispielsweise hätte man gleich mehrere Seiten einsparen können. Da wird nämlich im ersten Kapitel praktisch das komplette Inhaltsverzeichnis in Sätzen ausformuliert dargebracht, eine Wiederholung, die nicht nötig gewesen wäre. Auch im weiteren Verlauf des Buchs fielen mir mehrfach Wiederholungen auf. Noch etwas hat mich gestört. Für mein Empfinden war die Darstellung leider generell sehr einseitig. Ich bin überzeugt davon, dass arabische Wissenschaftler unglaublich viel geleistet und viele Grundsteine gelegt haben, aber hier scheinen sie der Dreh- und Angelpunkt für gefühlt alles zu sein, was wertvoll, wichtig und gut ist. Ich kann mir nicht helfen, aber eine neutralere Darstellung hätte auf mich noch glaubwürdiger gewirkt. Fazit: Sehr interessante Thematik, gut aufgebaut dargestellt. Nur leider mit viel zu kleinen Karten / Abbildungen.

  • Igelmanu66

    aus Mülheim

    4/5

    06.09.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer entdeckte Amerika wirklich?

    »Wenn Ptolemäus zu unserer Zeit lebte, würde er sich wundern, dass – trotz der Vorteile, über die wir verfügen – unsere Asienkarten so unvollkommen sind, wo doch die Tabellen des Abu l-Fida‘, des Nasir ad-Din, des Ulugh Beg und die Geschichte Timurs von Scharafaddin uns seit langem in einer europäischen Sprache zugänglich sind.« Christoph Kolumbus entdeckte Amerika und die Errungenschaften der Griechen bildeten den Auftakt der exakten Wissenschaften: Zwei Thesen, die auf den Prüfstand gehören und in diesem Buch untersucht werden. Susanne Billig hat einen Ausschnitt der umfangreichen Forschungsarbeiten von Fuat Sezgin für dieses Buch zusammengefasst. Fuat Sezgin ist emeritierter Professor für Geschichte der Naturwissenschaften an der Universität Frankfurt und Gründer des Instituts für Geschichte der arabisch-islamischen Wissenschaften. Im zentralen Mittelpunkt steht die Frage, ob die Araber noch vor Kolumbus nach Amerika segelten. Zudem ist Sezgin daran gelegen, die Leistungen und Entdeckungen der Araber zu würdigen, klarzustellen, dass sie die Grundlage für alle möglichen weiteren wissenschaftlichen Fortschritte bildeten und dass ohne die Vorarbeit arabischer Wissenschaftler dem Abendland so manches nicht geglückt wäre. „Sein wichtigstes Anliegen besteht darin, der arabischsprachigen Welt des Mittelalters und der frühen Neuzeit in der Universalgeschichte der Wissenschaften ihren gebührenden Platz einzuräumen.“ Das Buch ist sehr gut gegliedert, beginnt mit der Vermittlung von Grundlagen, um dann weiter aufzubauen. Schon die Grundlagenkapitel sind hochinteressant! Da geht es um Astronomie, Sternwarten und astronomische Instrumente, um Seefahrt und Nautik, um Geografie und Kartografie. Ich habe wirklich gestaunt, welch hohen wissenschaftlichen Stand die Araber schon zu einem solch frühen Zeitpunkt hatten! Die Bestimmung des Längengrads war ihnen beispielsweise schon Jahrhunderte vor den Portugiesen möglich! Erst der letzte Teil des Buchs befasst sich mit der im Titel genannten Karte (und weiteren). Ein sehr schöner Abschnitt und dank der umfangreichen Vorarbeit versteht man als Leser die dargestellte Problematik. Ich fand es aber sehr schade, dass die Karten nur in so kleinen Abbildungen vorlagen – ich konnte kaum etwas erkennen! Das hat mich wirklich geärgert, denn ich schaue mir Karten so gerne an und hatte hier wirklich bessere Darstellungen erwartet. Den gleichen Gedanken hatte ich übrigens an sehr vielen Stellen im Buch, denn auch andere Bilder (zum Beispiel astronomischer Instrumente) hätte ich gerne genauer betrachtet. Zumal wenn einem im Text vorgeschwärmt wird, wie wunderschön ein bestimmtes Instrument aussehen würde und dann sieht man nur eine kleine Schwarzweißabbildung davon! Ohne den Umfang des Buchs erhöhen zu müssen, wäre ein Hinzufügen großer Abbildungen und Karten möglich gewesen, es gibt nämlich durchaus Kürzungspotential im Text. Im Eingangsteil des Buchs beispielsweise hätte man gleich mehrere Seiten einsparen können. Da wird nämlich im ersten Kapitel praktisch das komplette Inhaltsverzeichnis in Sätzen ausformuliert dargebracht, eine Wiederholung, die nicht nötig gewesen wäre. Auch im weiteren Verlauf des Buchs fielen mir mehrfach Wiederholungen auf. Noch etwas hat mich gestört. Für mein Empfinden war die Darstellung leider generell sehr einseitig. Ich bin überzeugt davon, dass arabische Wissenschaftler unglaublich viel geleistet und viele Grundsteine gelegt haben, aber hier scheinen sie der Dreh- und Angelpunkt für gefühlt alles zu sein, was wertvoll, wichtig und gut ist. Ich kann mir nicht helfen, aber eine neutralere Darstellung hätte auf mich noch glaubwürdiger gewirkt. Fazit: Sehr interessante Thematik, gut aufgebaut dargestellt. Nur leider mit viel zu kleinen Karten / Abbildungen.

  • Gertie G.

    aus Wien

    4/5

    01.09.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein interessantes Buch über vergessenes Wissen

    Jedes Kind weiß, dass Columbus Amerika entdeckt hat. Oder hat er es etwa doch nicht? Neuere Forschungen zeigen, dass bereits lange vor dem Genuesen in spanischen Diensten die Landmassen Amerikas bekannt waren. Die Forscher gehen davon aus, dass dies neben den Wikingern auch arabischen Seeleuten gelungen ist. Worauf stützt sich nun dieser Paradigmenwechsel, auf Grund dessen hunderte von Geschichts- und Lehrbüchern eigentlich umgeschrieben werden müssen? Zum einem ist es die jahrlangen akribischen Arbeiten des Wissenschaftshistorikers Dr.Fuat Sezgin, die diesen Schluss zulassen. Zum anderen bringt die Beschäftigung mit Kartografie, Nautik und Geodäsie genau jenes „Mysterium“ mit sich, dass plötzlich im 15./16. Jahrhundert auf wundersame Weise Erkenntnisse, die bislang noch als Häresie und Ketzerei bezeichnet wurden, den Europäischen Universitäten und Herrschaftshäusern einen gewaltigen Schub in Richtung Moderne verpassten. Die Autorin weist auf Marco Polo hin, der als Handlungsreisender Gegenden beschreibt, die er vermutlich niemals gesehen hat. Hier könnte sich der Gedanke aufdrängen, dass Marco Polo Kenntnis von den Schriften der arabischen Geografen hatte. Woher kommen nun diese Erkenntnisse? Susanne Billing versucht ihren Lesern in fünf Abschnitten mit vielen Kapiteln jene Voraussetzungen darzulegen, die für diese Meisterleistung notwendig sind: 1. Konnten die Araber nach Amerika segeln? Die Gretchenfrage, deren Antwort eigentlich schon feststeht. Ja, sie konnten. 2. Die arabische Astronomie Hier erfahren wir von Babylonischen Sternwarten. Tolle Beschreibungen, die mit Abbildungen hinterlegt sind. 3. Die arabische Nautik In diesem Kapitel bleibt den europäischen Landratten schier der Mund offen. Die Araber hatten das Problem der Bestimmung der Geographischen Länge schon gelöst, während die anderen noch auf hoher See herumirrten. 4. Die arabische Geographie und Kartografie Erst in diesem Abschnitt wird Bezug auf die Weltkarten der Araber genommen. 5. Stiller Triumph der arabischen Wissenschaften Der letzte Abschnitt untermauert nochmals Fuat Sezgins Thesen. Meine Meinung: Das Buch ist gut strukturiert. Manche Dinge werden zum besseren Verständnis wiederholt. Außerdem ist klar, dem interessierten Laien müssen so elementare Dinge wie Winkelfunktionen, Trigonometrie, Astronomie, Nautik, Instrumentenkunde usw. erst beigebracht werden. Diese „Randwissenschaften“ verbrauchen rund zwei Drittel des Buches. Erst im letzten Drittel geht die Autorin auf die großartigen Weltkarten der arabischen Geografen/Geodäten ein. Das finde ich schade, denn diese Karten sind wahre Meisterwerke. Die Darstellung der damals bekannten Welt ist in vielen Bereichen exakt. Das heißt, Kartografen müssen vor Ort gewesen sein. Die Autorin vertieft sich in Fuat Sezgins Arbeit. Das aber macht für mich (als Vermesserin) gleichzeitig auch die kleine Schwäche des Buches aus. Es werden ausschließlich Sezgins Erkenntnisse zur Untermauerung der Thesen herangezogen. Mir ist noch aufgefallen, dass nicht alle Bilder auf die Textstellen referenziert sind. Das wäre für Leser, die nicht aus diesem Wissenschaftsbereich kommen aber hilfreich. Auch ein Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen wäre eine nützliche Ergänzung. Ich selbst bin mit der Materie der Kartografie, der Vermessung und dem mathematischen Rüstzeug gut vertraut. Daher habe ich hier keine Berührungsängste. Doch wie viele von uns können dies von sich behaupten? Hin und wieder ist die Grenze (sic!) zwischen Geografie und Geodäsie nicht scharf gezogen. Der Duden definiert hier: Geografie: Wissenschaft von der Erde und ihrem Aufbau, von der Verteilung und Verknüpfung der verschiedensten Erscheinungen und Sachverhalte der Erdoberfläche, besonders hinsichtlich der Wechselwirkung zwischen Erde und Mensch; Erdkunde Geodäsie: Wissenschaft von der Vermessung der Erde und Technik ihrer Vermessung (von griechisch: geōdaisía = Erd-, Landverteilung) Fazit: Wer sich nicht scheut, ein wenig Nachhilfe in Winkelfunktionen. Trigonometrie und Astronomie zu erhalten, wird ein interessantes Buch lesen, das beweist, dass nicht ausschließlich die Erkenntnisse der Europäer der Weisheit letzter Schluss sind. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und vier Sterne.

  • Janine S.

    4/5

    30.08.2017

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Erkenntnisse jenseits der Schulbildung

    Die Entdeckung Amerikas wird auf das Jahr 1492 datiert als Christopher Colombus die Bahamas erreichte. Bis zu seinem Tod glaubte er den asiatischen Kontinent erreicht zu haben. Dass jedoch bereits 500 Jahre zuvor bereits die Wikinger Amerika erreichten wird höchstens am Rande erwähnt. Aktuelle Untersuchungen legen jedoch eine völlig neu Hypothese nahe: Christopher Colombus konnte den neuen Kontinent nur erreichen, weil er sich auf das Wissen und auf Karten aus der islamisch-arabischen Welt verlassen hatte. Hat das Wissen der Araber einen unterschätzen Einfluss auf den Erfolg der Europäer bei der Entdeckung und Besiedlung der neuen Welt? Dem Titel nach hatte ich die Geschichte um die benannte Weltkarte erwartet, die Südamerika in erstaunlicher Genaugkeit zeigt und somit die Frage aufwirft, ob nicht die Araber vielleicht vor Chrisopher Columbus Amerika erreichten. Tatsächlich wird diese Weltkarte erst im letzten Drittel des Buches erwähnt und genauer betrachtet. In dem Buch geht es viel mehr um die Werke und Ergbnisse des Professors Fuat Sezgin, die bei der Autorin Susanne Billig strukturiert und verständlich zusammengetragen wurden. Sie baut das Buch logisch auf und erläutert, welche Fähigkeiten, Kenntnisse, Instrumente und welches Wissen notwendig waren und zunächst entwickelt werden mussten, um eine so genau Karte wie die von Piri Re'is erstellen zu können. Das Vorwort fand ich sehr ansprechend und passend, die Einleitung dann eher etwas unnötig, da es nur vorwegnimmt, was man alles erfahren wird. Im zweiten Teil wird die arabische Astronomie erläutert. Man erfährt, dass es bereits sehr früh Sternwarten gab und man lernt viele astronomische Instrumente anhand von Beschreibungen und Bildern kennen. Ich kannte nur wenige der Beispiele und ich war auch nicht immer in der Lage vollständig zu begreifen wie diese Geräte verwendet wurden, aber das würde auch den Umfang des Buches sprengen. Weiter geht es mit dem Abschnitt über die arabischen Nautik, der aufzeigt mit welchen Methoden macht versuchte Breiten- und Längengeraden zu messen und welche Schwierigkeiten sich dabei ergeben. Ich selbst habe mir über solche Probleme nie Gedanken gemacht, so dass recht fasziniert war mit welchen Methoden sich die Araber weiterhalfen. Im Abschnitt über die arabische Geografie erfährt man dann endlich vieles über Entdeckungsreisen und Weltkarten. Im letzten Abschnitt wird dann das ganze Wissen gebündelt und zur Untermauerung der Thesen von Sezgin herangezogen. Wenn man wie ich als Grundlage für die Entdeckungsreisen der Kontinente nur die Schulbildung hat, dann lernt man erstaunlich viel in diesem Buch. Mir schwirrte regelrecht der Kopf bei den vielen arabischen Namen, so dass ich das Personenregister am Ende des Buches sehr begrüße. Die Vielzahl der Instrumente, Hilfsmittel und Fachbegriffe verlangt jedoch nach einem eigenen Register. Der strukturierte Aufbau des Buches ist zielführend, behinhaltet dadurch aber auch einige Wiederholungen. Die Zitate am Anfang der Kapitel wurden beispielsweise im Text selbst teilweise wiederholt, was ich eher als ungeschickt empfinde. Außerdem sind die Bezüge zu den Bildern nicht immer direkt gegeben, da auf die Bilder nicht referiert wird oder manchmal auch erst in späteren Kapiteln auftauchen. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus, da das Buch einen veranlasst über den Tellerrand der Schulbildung hinauszublicken. Europäer stellen ihre Errungenschaften und Leistungen gerne ins Rampenlicht und dabei vergisst man allzu gerne, dass auch andere Kulturen und Länder vieles geleistet haben.

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  • Produktbild: Die Karte des Piri Re'is
  • Vorwort. Von Detlev Quintern 

    Erster Teil

    Konnten die Araber nach Amerika segeln?


    1. Vergessenes Wissen 


    Die Wissenschaften wurden nicht in Griechenland geboren – Der verkannte Beitrag der arabisch-islamischen Geografie – Wer entdeckte Amerika? 

    2. Die Geburt der arabischen Wissenschaften 

    Ein neues Großreich entsteht – Frühe Offenheit – Eine Übersetzungsbewegung beginnt – Persischer und indischer Einfluss – Ursachen der raschen kulturellen Entwicklung – Die islamische Religion fördert die Wissenschaften 37  – Koran und Hadithe – Exegese und Geschichtsschreibung 

    Zweiter Teil

    Die arabische Astronomie


    3. Die wichtigsten arabischen Astronomen
     – Ideen und Werke Sterne, Himmel, Horizont – Der Aufbau des Kosmos – Die Taumelbewegung der Erde – Der Almagest gibt Impulse – Das «Haus der Weisheit» – Die mathematische Astronomie explodiert – Große Namen des 9. und 10.Jahrhunderts – Erste systematische Experimente im 11.Jahrhundert – Kampf gegen das ptolemäische System 

    4. Die großen Sternwarten 

    Erste arabisch-islamische Sternwarten in Bagdad – Sternwarten in Persien – Sternwarten in Nordafrika – Die Sternwarte von Maragh – Die Sternwarte von Istanbul – Die Sternwarte von Samarkand – Sternwarten im Mogulreich von Indien 

    5. Astronomische Instrumente 

    Die Optimierung der Astrolabien – Der transportable Quadrant und das umfassende Instrument – Rubinkästchen und Torquetum – Äquatorien 

    6. Wie die arabische Astronomie im Abendland weiterlebte 

    Das Wissen wandert: Sizilien, Kreuzfahrer, Byzanz und Spanien – Kopernikus: auf den Schultern arabisch-islamischer Vorgänger – Beobachtungsinstrumente aus arabischer Hand – Tycho Brahe und die Sternwarte von Hven – Verachten und verschweigen 

    Dritter Teil

    Die arabische Nautik


    7. Die Kunst der arabischen Seefahrt 

    Segeln nach den Sternen – Längengradbestimmung auf hoher See – Vermessung riesiger Meeresstrecken – Wetter und Gezeiten – Selbstbewusste Nautiker – Sternhöhenmessung zur See: Der Jakobsstab – Der Kompass 

    8. Die arabische Nautik und der Westen 

    Breitenbestimmung und nautische Tabellen aus arabischer Hand – Portugiesen segeln mit dem Polarstern – Schätzung der zurückgelegten Strecke – Der Längengrad, die große Unbekannte – Die Übernahme von Jakobsstab und Quadrant – Der Kompass gelangt in den Westen 

    Vierter Teil

    Arabische Geografie und Kartografie


    9. Die arabische Reisegeografie 

    Wurzeln der beschreibenden Geografie – Ibn Churdadhbih: «Fliegende Fische mit Eulenköpfen» – «Ich fragte immer wieder jeden Menschen» – «Die Welt und ihre Wunder» – Die Blüte des 10.Jahrhunderts – Das Indienbuch des al-Biruni – Ibn Battuta, der Weltreisende – Chroniken und biografische Lexika – Leo Africanus: Lebendige Geografie im 16.Jahrhundert 

    10. Frühe Wurzeln der mathematischen Geografie  

    Frühe Vorstellungen von Himmel und Erde – Mathematische Geografie in Griechenland und im Römischen Reich – Marinos von Tyros – Projektionen und Klimata – Claudius Ptolemäus – Syrer tradieren das griechische Erbe – Perser führen die alten Quellen zusammen – Indische Mathematik und Astronomie 

    11. Die Anfänge der mathematischen Geografie in der arabischen Welt 

    Die arabische Geografie entsteht – Die Weltkarte der Ma'mun-Geografen – Al-Biruni und die mathematische Geografie als eigenständige Disziplin – Die Geometrie der Kugel – Breitenmessung an jedem beliebigen Tag 

    12. Die Blütezeit der arabischen Geografie 

    Europa in klaren Konturen – Qualitativer Sprung – Durchbruch in Maragh – Neue Weltkarten entstehen – Qutb adDin asch-Schirazi und die Portolankarten – Verschollene Werke – Erfasst: Kleinasien und der Ägäische Raum – Orient und Okzident fließen zusammen – Portugiesen finden erstaunlich präzise Karten vor – Die sogenannte Cantino-Karte – Der javanische Atlas – Die Vermessung des indischen Subkontinents – Die Karten des Piri Re'is 

    13. Europäische Entdeckungsreisen mit arabischen Karten Frühe Zeugnisse des arabischen Einflusses – Westliche Gehversuche in mathematischer Geografie – Die Geografie der «Göttlichen Komödie» – Die arabische Weltkarte in China – Die Karten des Marco Polo – Mühsame Annäherung an arabisches Wissen – Zufall und Ästhetik der Kartenwerke – Der Weltatlas des Nicolas Sanson d’Abbéville – Jean Dominique Cassini bringt den Durchbruch 

    Fünfter Teil Stiller Triumph der arabischen Wissenschaften

    14. Der sinkende Einfluss der arabischen Kultur in Europa 

    Kreuzzüge: Schwächung trotz technischer Überlegenheit – Invasion der Mongolen und Verlust der Iberischen Halbinsel – Portugal und Spanien übernehmen die Herrschaft über die Weltmeere 

    15. Die Weltkarte des Piri Re'is und die Entdeckung Amerikas  Arabische Vorstöße über den Atlantik – Logbücher und die Karte des Piri Re'is – Ungenaue Messungen abendländischer Seefahrer – Die Vorlage für die «Kolumbuskarte» – Das Logbuch des Kolumbus – Flüchtige Bekanntschaft mit der Antarktis – Südamerika auf der Karte des Alberto Cantino – Die «Magellanstraße», den Arabern längst bekannt – Die Karte von Juan de la Cosa – Brasilien im javanischen Atlas – Die Weltkarte des Fra Mauro – Araber zeigten den Weg nach Amerika 

    Zum SchlussPerspektivenwechsel 

    Anhang

    Dank 

    Schriften von Fuat Sezgin 

    Anmerkungen 

    Bildnachweis 

    Personenregister