Produktbild: Nachtlichter

Nachtlichter

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

74724

Erscheinungsdatum

09.10.2017

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

Dateigröße

2187 KB

Originaltitel

The Outrun

Übersetzt von

Bettina Münch

Sprache

Deutsch

EAN

9783641203269

Beschreibung

Rezension

»Amy Liptrot liefert mit "Nachtlichter" ein umwerfendes Stück nature writing(...)« einer der „...aktuell stärksten, durchdringendsten Texten darüber, wie Naturbeobachtung und Selbstreflektion sich bedingen. (...) Das wahrhaft Umwerfende dieses Textes ist, dass Liptrot da draußen, droben im einsamen Nordwesten der Orkneys, ihre Stimme als Autorin findet.«

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ePUB

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Verkaufsrang

74724

Erscheinungsdatum

09.10.2017

Verlag

Penguin Random House

Seitenzahl

352 (Printausgabe)

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2187 KB

Originaltitel

The Outrun

Übersetzt von

Bettina Münch

Sprache

Deutsch

EAN

9783641203269

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Rau und erschütternd wie das Leben

Bewertung aus Stuttgart am 19.01.2021

Bewertungsnummer: 1067825

Bewertet: eBook (ePUB)

Amy Liptrot wächst in der rauen, wilden Landschaft der Orkney-Inseln auf, wo der Atlantik und die Nordsee aufeinandertreffen und die Landschaft dem Meer und den Stürmen ausgeliefert ist und von diesen beiden Kräften geformt wird. Eine scheinbar urtümliche Welt der Freiheit und alter Sagen. Als junge Journalistin in London bricht Amy aus und verliert zunehmend die Kontrolle über ihr Leben, nimmt Alkohol und Drogen, wechselt Freundschaften wie Unterwäsche und muss ständig neue Jobs annehmen und ihre Wohnung wechseln. Eines Tages beginnt sie zu begreifen, zu welchem Chaos sich ihr Leben inzwischen entwickelt hat und sie kehrt zurück nach Orkney, um dort ihr Leben zu ändern, einen Entzug zu machen. Dabei entdeckt sie die urtümliche, wilde Schönheit der Orkney-Inseln neu und findet dadurch einen neuen Sinn in ihrem Leben.... Amy ist ein wirklich außergewöhnlicher autobiographischer Roman gelungen. Für mich einer der offensten, ehrlichsten und auch bewegensten Bücher, die ich bislang gelesen habe. Sie berichtet ehrlich über ihre Alkoholsucht und ihr frustierendes Leben in London und bringt dem Leser sehr bildgewaltig ihre Heimat der Orkney-Inseln entgegen. So trostlos und schon ziemlich deprimierend sie über sich und ihre Erfahrungen in London berichtet, so herzlich und auch schonungslos berichtet sie über ihre Heimat. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr sie diese Inselgruppe liebt. Denn sie nimmt den Leser nicht nur mit auf ihre persönliche Reise des Entzugs, sondern bereist die Inselgruppe innerhalb von zwei Jahren und beschreibt auf diese Weise die unterschiedlichen Inseln, deren Bewohner und unter welchen Lebensbedingungen Mensch und Tier hier leben. Das Ganze hat fast schon den Charakter eines Reiseführers, denn sie spart auch nicht mit Sagen, Geschichten und wissenschaftlichen Hintergründen, zu z.B. astronomischen Phänomen wie den Nordlichtern. Ich hatte zu Beginn durchaus meine Probleme mit dem Erzählstil. Amy schreibt zwar sehr anschaulich und bildgewaltig, aber ist in ihrer Art den Leser mitzunehmen für mich einen Hauch zu deprimierend. Und das Fehlen jeglicher direkter Rede in Form von Dialogen nimmt dem Ganzen durchaus etwas an Lebendigkeit. Amy berichtet von sich und ihren Erlebnissen - ausschließlich aus ihrer Perspektive. Die Ansichten und das Handeln anderer Personen würden da nur stören. Und genau das macht den Roman wieder zu etwas sehr Persönlichem. Es ist auch mal erfrischend ein Buch zu lesen, das nicht dem gängigen Erzählstil vieler dieser Romantypen entspricht. Und deshalb kann ich jedem diesen Roman durchaus ans Herz legen, der die raue Schönheit der Orkney-Inseln auf literarische Weise kennenlernen möchte.

Rau und erschütternd wie das Leben

Bewertung aus Stuttgart am 19.01.2021
Bewertungsnummer: 1067825
Bewertet: eBook (ePUB)

Amy Liptrot wächst in der rauen, wilden Landschaft der Orkney-Inseln auf, wo der Atlantik und die Nordsee aufeinandertreffen und die Landschaft dem Meer und den Stürmen ausgeliefert ist und von diesen beiden Kräften geformt wird. Eine scheinbar urtümliche Welt der Freiheit und alter Sagen. Als junge Journalistin in London bricht Amy aus und verliert zunehmend die Kontrolle über ihr Leben, nimmt Alkohol und Drogen, wechselt Freundschaften wie Unterwäsche und muss ständig neue Jobs annehmen und ihre Wohnung wechseln. Eines Tages beginnt sie zu begreifen, zu welchem Chaos sich ihr Leben inzwischen entwickelt hat und sie kehrt zurück nach Orkney, um dort ihr Leben zu ändern, einen Entzug zu machen. Dabei entdeckt sie die urtümliche, wilde Schönheit der Orkney-Inseln neu und findet dadurch einen neuen Sinn in ihrem Leben.... Amy ist ein wirklich außergewöhnlicher autobiographischer Roman gelungen. Für mich einer der offensten, ehrlichsten und auch bewegensten Bücher, die ich bislang gelesen habe. Sie berichtet ehrlich über ihre Alkoholsucht und ihr frustierendes Leben in London und bringt dem Leser sehr bildgewaltig ihre Heimat der Orkney-Inseln entgegen. So trostlos und schon ziemlich deprimierend sie über sich und ihre Erfahrungen in London berichtet, so herzlich und auch schonungslos berichtet sie über ihre Heimat. Man spürt auf jeder Seite, wie sehr sie diese Inselgruppe liebt. Denn sie nimmt den Leser nicht nur mit auf ihre persönliche Reise des Entzugs, sondern bereist die Inselgruppe innerhalb von zwei Jahren und beschreibt auf diese Weise die unterschiedlichen Inseln, deren Bewohner und unter welchen Lebensbedingungen Mensch und Tier hier leben. Das Ganze hat fast schon den Charakter eines Reiseführers, denn sie spart auch nicht mit Sagen, Geschichten und wissenschaftlichen Hintergründen, zu z.B. astronomischen Phänomen wie den Nordlichtern. Ich hatte zu Beginn durchaus meine Probleme mit dem Erzählstil. Amy schreibt zwar sehr anschaulich und bildgewaltig, aber ist in ihrer Art den Leser mitzunehmen für mich einen Hauch zu deprimierend. Und das Fehlen jeglicher direkter Rede in Form von Dialogen nimmt dem Ganzen durchaus etwas an Lebendigkeit. Amy berichtet von sich und ihren Erlebnissen - ausschließlich aus ihrer Perspektive. Die Ansichten und das Handeln anderer Personen würden da nur stören. Und genau das macht den Roman wieder zu etwas sehr Persönlichem. Es ist auch mal erfrischend ein Buch zu lesen, das nicht dem gängigen Erzählstil vieler dieser Romantypen entspricht. Und deshalb kann ich jedem diesen Roman durchaus ans Herz legen, der die raue Schönheit der Orkney-Inseln auf literarische Weise kennenlernen möchte.

Welche ist die größere Einsamkeit: die in der Großstadt oder die auf einer abgelegenen Insel?

Bewertung am 11.09.2020

Bewertungsnummer: 328836

Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch beginnt mit einer Kindheit auf den Orkney-Inseln. Sofort erscheint ein Bild von Wildnis und reiner, unberührter Natur: "Mein Leben war rau, stürmisch und verworren." Die Eltern sind sogenannte Aussteiger, liebevoll zwar, aber manisch depressiv (der Vater) und übereifrig religiös (die Mutter). /// Es überrascht nicht weiter, dass die junge Frau in die Großstadt flüchtet. Dennoch: "Obwohl ich fortgegangen war und fortgewollt hatte, hielten mich Orkney und die Klippen nicht los, und wenn ich nicht dort war, verspürte ich Irgendwo im Innern stets ein unterschwellig vibrierendes Gefühl der Unruhe und des Verlusts. Ich trug das wilde Meer, den endlosen Himmel und den Höhensinn in mir." /// Der Kontrast könnte nicht krasser sein. “Ich wollte mir die Stadt in die Haut reiben, die Straßen inhalieren.” Ihr Londoner Leben und ihr exzessives Feiern verwandeln sich in schwere Alkoholsucht. Liptrot erzählt mit brutaler Ehrlichkeit von ihren Kämpfen, ihrer Scham, ihrem Niedergang. Verlust folgt auf Verlust, bevor die Autorin schließlich Hilfe sucht. Nach der Absolvierung eines Entzugsprogramms kehrt sie auf die Inseln zurück. /// “Da ist eine Leere in mir. Ich habe den Alkohol verloren und suche verzweifelt nach etwas, mit dem ich mich wieder füllen kann.” Die Einsamkeit der Inseln wird durch das Internet als dem Ort, wo die Erzählerin Trost findet, erst erträglich. Einsamkeit bleibt dennoch eine extreme Erfahrung. Auch die Nähe zur Natur (u.a. Wildschwimmen im eiskalten Meer) hilft ihr, die Alkoholsucht zu überwinden. All das resultiert in schönsten Naturbeschreibungen und intensiver Inselkunde von Wikingern bis zu Walfischen. /// “Auf der Suche nach diesem winzigen Kick kreise ich um vertraute Webseiten wie ein Zugvogel, der Flüssen und Autobahnen folgt.” So wirkt "Nachtlichter" wie eine Art Sachbuchversion von Charlotte McConaghys "Zugvögel": "Küstenseeschwalben sind die Zugvögel mit der längsten Zugstrecke überhaupt. Sie kehren jedes Frühjahr aus der Antarktis nach Papa Westray zurück, eine Reise von unglaublichen sechzehntausend Kilometern. (…) Die Schwalben, die sich auf mich gestürzt hatten, als ich noch ein Kind war, kehren nicht mehr zum Außenfeld zurück. (…) Die Zahl der Seevögel rund um die schottischen Küsten ist im Laufe der letzten zwanzig Jahre dramatisch zurückgegangen." Da die Temperatur der Nordsee um etwa ein Grad Celsius gestiegen ist, finden die Vögel nicht mehr genug Futter. Die Orkney-Inseln sind nicht etwa "unberührt", da Trümmer im Wert von Millionen aus all den gescheiterten Versuchen, Energie aus den Naturgewalten zu gewinnen, havariert an ihren Küsten liegen: "Die Dinge, die wir ins Meer hineinwerfen, kommen zu uns zurück" ist eine Metapher, die auf mehreren Ebenen Gültigkeit hat. Das Außenfeld soll in ein gigantisches Industriegebiet verwandelt werden. /// Manche Bücher haben im Original tatsächlich stärkere Wirkung. Es sind subtile Kleinigkeiten, die den deutschen Text manchmal kantig und gestelzt wirken lassen (z.B. Wendungen wie "ich trug den Höhensinn in mir").

Welche ist die größere Einsamkeit: die in der Großstadt oder die auf einer abgelegenen Insel?

Bewertung am 11.09.2020
Bewertungsnummer: 328836
Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch beginnt mit einer Kindheit auf den Orkney-Inseln. Sofort erscheint ein Bild von Wildnis und reiner, unberührter Natur: "Mein Leben war rau, stürmisch und verworren." Die Eltern sind sogenannte Aussteiger, liebevoll zwar, aber manisch depressiv (der Vater) und übereifrig religiös (die Mutter). /// Es überrascht nicht weiter, dass die junge Frau in die Großstadt flüchtet. Dennoch: "Obwohl ich fortgegangen war und fortgewollt hatte, hielten mich Orkney und die Klippen nicht los, und wenn ich nicht dort war, verspürte ich Irgendwo im Innern stets ein unterschwellig vibrierendes Gefühl der Unruhe und des Verlusts. Ich trug das wilde Meer, den endlosen Himmel und den Höhensinn in mir." /// Der Kontrast könnte nicht krasser sein. “Ich wollte mir die Stadt in die Haut reiben, die Straßen inhalieren.” Ihr Londoner Leben und ihr exzessives Feiern verwandeln sich in schwere Alkoholsucht. Liptrot erzählt mit brutaler Ehrlichkeit von ihren Kämpfen, ihrer Scham, ihrem Niedergang. Verlust folgt auf Verlust, bevor die Autorin schließlich Hilfe sucht. Nach der Absolvierung eines Entzugsprogramms kehrt sie auf die Inseln zurück. /// “Da ist eine Leere in mir. Ich habe den Alkohol verloren und suche verzweifelt nach etwas, mit dem ich mich wieder füllen kann.” Die Einsamkeit der Inseln wird durch das Internet als dem Ort, wo die Erzählerin Trost findet, erst erträglich. Einsamkeit bleibt dennoch eine extreme Erfahrung. Auch die Nähe zur Natur (u.a. Wildschwimmen im eiskalten Meer) hilft ihr, die Alkoholsucht zu überwinden. All das resultiert in schönsten Naturbeschreibungen und intensiver Inselkunde von Wikingern bis zu Walfischen. /// “Auf der Suche nach diesem winzigen Kick kreise ich um vertraute Webseiten wie ein Zugvogel, der Flüssen und Autobahnen folgt.” So wirkt "Nachtlichter" wie eine Art Sachbuchversion von Charlotte McConaghys "Zugvögel": "Küstenseeschwalben sind die Zugvögel mit der längsten Zugstrecke überhaupt. Sie kehren jedes Frühjahr aus der Antarktis nach Papa Westray zurück, eine Reise von unglaublichen sechzehntausend Kilometern. (…) Die Schwalben, die sich auf mich gestürzt hatten, als ich noch ein Kind war, kehren nicht mehr zum Außenfeld zurück. (…) Die Zahl der Seevögel rund um die schottischen Küsten ist im Laufe der letzten zwanzig Jahre dramatisch zurückgegangen." Da die Temperatur der Nordsee um etwa ein Grad Celsius gestiegen ist, finden die Vögel nicht mehr genug Futter. Die Orkney-Inseln sind nicht etwa "unberührt", da Trümmer im Wert von Millionen aus all den gescheiterten Versuchen, Energie aus den Naturgewalten zu gewinnen, havariert an ihren Küsten liegen: "Die Dinge, die wir ins Meer hineinwerfen, kommen zu uns zurück" ist eine Metapher, die auf mehreren Ebenen Gültigkeit hat. Das Außenfeld soll in ein gigantisches Industriegebiet verwandelt werden. /// Manche Bücher haben im Original tatsächlich stärkere Wirkung. Es sind subtile Kleinigkeiten, die den deutschen Text manchmal kantig und gestelzt wirken lassen (z.B. Wendungen wie "ich trug den Höhensinn in mir").

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von Amy Liptrot

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Erika Kirschner-Viehl

OSIANDER Sonthofen

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5/5

Bewertet: eBook (ePUB)

Der autobiographische Roman der Britin Amy Liptrot erzählt die Geschichte einer jungen Journalistin, geboren und aufgewachsen auf den rauen, stürmischen Inseln der Orkneys. Als lebenshungrige junge Frau zieht es sie nach London. Doch bald erfährt sie die soziale Kälte der Großstadt. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und die Oberflächlichkeit der Partywelt lassen sie immer mehr in die Alkoholsucht stürzen. Krank, desillusioniert und einsam kehrt sie zurück auf die Insel ihrer Eltern. Erst dort, als sie sich der wilden und rauen Natur sowie  ihren Dämonen der Sucht stellt, kann sie wieder gesunden und sich als sinnvolles Mitglied der Gemeinschaft erfahren. Ein eindrucksvoller Roman über Sucht und Selbstfindung, und nicht zuletzt ein beeindruckendes Bild von der rauen Schönheit der Orkney Inseln.
  • Erika Kirschner-Viehl
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Der autobiographische Roman der Britin Amy Liptrot erzählt die Geschichte einer jungen Journalistin, geboren und aufgewachsen auf den rauen, stürmischen Inseln der Orkneys. Als lebenshungrige junge Frau zieht es sie nach London. Doch bald erfährt sie die soziale Kälte der Großstadt. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und die Oberflächlichkeit der Partywelt lassen sie immer mehr in die Alkoholsucht stürzen. Krank, desillusioniert und einsam kehrt sie zurück auf die Insel ihrer Eltern. Erst dort, als sie sich der wilden und rauen Natur sowie  ihren Dämonen der Sucht stellt, kann sie wieder gesunden und sich als sinnvolles Mitglied der Gemeinschaft erfahren. Ein eindrucksvoller Roman über Sucht und Selbstfindung, und nicht zuletzt ein beeindruckendes Bild von der rauen Schönheit der Orkney Inseln.

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