Sie kam aus Mariupol

Gekürzte Ausgabe, Lesung

Natascha Wodin

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Beschreibung

»Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe« - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für "Displaced Persons", woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft.

"Sie kam aus Mariupol" ist das außergewöhnliche Hörbuch einer Spurensuche. Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde.

Wodin, Natascha
Natascha Wodin wurde 1945 in Fürth/Bayern geboren und wuchs in deutschen DP-Lagern auf. Nach Jahren in einem katholischen Mädchenheim, in dem sie nach dem frühen Tod der Mutter untergebracht wurde, arbeitete sie zunächst als Telefonistin und Stenotypistin. Anfang der siebziger Jahre absolvierte sie eine Sprachenschule und arbeitete als Dolmetscherin. Dann begann sie, Literatur aus dem Russischen zu übersetzen, und lebte zeitweise in Moskau. Seit 1981 ist sie freie Schriftstellerin und bekam für ihre Bücher zahlreiche Preise.

Manzel, Dagmar
Dagmar Manzel gehört zu den vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen. Neben ihrer Arbeit am Theater hat sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und wurde für ihre Rollen vielfach ausgezeichnet. Ihre Solo-Liederabende und Auftritte in Operette und Musical begeistern das Publikum ebenso wie ihre Hörbuchlesungen. 2013 erhielt Dagmar Manzel für ihre Interpretation von Christa Wolfs letzter Erzählung "August" den Deutschen Hörbuchpreis.

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Dagmar Manzel
Spieldauer 551 Minuten
Erscheinungsdatum 24.08.2017
Verlag Argon
Anzahl 8
Fassung gekürzt
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783839815885

Buchhändler-Empfehlungen

Christof Hinderer, Osiander-Buchhandlung

Natascha Wodin hat für dieses Buch den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen. Die Autorin ist jetzt berühmt, und berühmt ist auch ihr Buch. Es ist kein Roman, sondern ihre eigene Familiengeschichte, eine verschlungene und verworrene, verwirrende und verschlingende Geschichte aus dem Russland vor und nach der Revolution, mit Leid, Tod, Trennung für jede Generation, und wenn wir gut zuhören, erzählen uns die Toten, wie es war, lebendig, als würden sie uns beim Reden in die Augen schauen. Schönes Buch. Große Literatur.

Sie kam aus Mariupol

Verena Bothe, Osiander-Buchhandlung

Sie erfahren hier die fesselnde und dramatische Familiengeschichte der Autorin, die,1945 als Kind ukrainischer Zwangsarbeiter in Deutschland geboren,mit Hilfe eines Hobbyhistorikers die geheimnisvolle Herkunft Ihrer Mutter rekonstruiert.[Hiltrud Zoll im April 2017]

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 02.02.2021
Bewertet: anderes Format

Wodin begibt sich auf Spurensuche und versucht, etwas über ihre Mutter zu erfahren. Ein wichtiger und dunkler Teil der Geschichte, dem Wodin eine Stimme gibt. Leider nur eines von vielen Schicksalen. Hat ihn mir den Wunsch geweckt, auch in meiner Familie auf Spurensuche zu gehen.

Keine leichte Kost aber sehr lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Zürich am 20.08.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In diesem Buch rekonstruiert die Autorin das Leben ihrer Mutter, die sich 1956 das Leben nimmt. Es ist die erschütternde Geschichte einer Frau, die in den Wirren der russischen Revolution im ukrainischen Mariupol 1920 als zweites Kind einer ehemals wohlhabenden, aber unterdessen enteigneten Familie zur Welt kommt. Die totale Ver... In diesem Buch rekonstruiert die Autorin das Leben ihrer Mutter, die sich 1956 das Leben nimmt. Es ist die erschütternde Geschichte einer Frau, die in den Wirren der russischen Revolution im ukrainischen Mariupol 1920 als zweites Kind einer ehemals wohlhabenden, aber unterdessen enteigneten Familie zur Welt kommt. Die totale Verarmung und Entwurzelung der Familie ist bereits im vollen Gang. Gewalt, Krieg und Hunger gehören von Anfang an zum Alltag des kleinen Mädchens. In dieser Welt gibt es keine Sicherheit und Geborgenheit. Über all die Jahre bis zur der deutschen Besatzung der Ukraine und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gibt es für die junge Frau nur wenige Momente der Ruhe und Sicherheit. Mit der Besatzung folgt der Naziapparat auf die Gefahr der stalinistischen Diktatur. Die Deportation nach Deutschland in die Arbeitslager beginnt. Der schreckliche Alltag der als Untermenschen behandelten Ukrainer in den Lagern und Fabriken wird an Hand des Beispiels dieser Frau geschildert. Das Ende des Krieges und die Geburt der ersten Tochter - der Autorin - verbessern die Lebenssituation nur geringfügig. Während das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder langsam Fahrt aufnimmt, zerbricht die Frau und Familie vollends an ihrem Schicksal als Kriegsflüchtlinge. Soweit eine kurze Zusammenfassung des Buches, welches ein wirklich zutiefst verstörendes Schicksal einer völlig unschuldigen Frau in den Wirren des 20. Jahrhunderts rekonstruiert. Es ist wichtig, dass gegen das Vergessen angeschrieben, gerade auch wenn man sich die aktuellen Flüchtlingsströme ins Gedächtnis ruft. Das alleine macht noch kein gutes Buch aus, aber wie diese Geschichte erzählt und einem die Menschen hinter den Schicksalen näher gebracht werden umso mehr. Natascha Wodin gibt dem Schrecken ein Gesicht, indem sie sich langsam an das Leben ihrer Mutter herantastet. Es handelt sich nicht um einen klassischer Roman, sondern - vor allem in den ersten Teilen des Buches - um die Beschreibung der dokumentarische Rekonstruktion eines vergessenen Lebens, welches exemplarisch für viele Menschen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts stehen kann. Als Leser wird man langsam an diese Frau in ihrer Zeit herangeführt. Und ohne dass man es richtig merkt, wird aus dem Dokumentarischen ein sehr emotional aufgeladener Roman, der einen fesselt und nicht mehr loslässt. Ziemlich schonungslos wird dem Leser auf eine sehr geschickte und gelungene Art eine Geschichte näher gebracht, die man so gar nicht erzählen kann, weil sie so schrecklich und abstossend ist. Ich finde es wichtig, dass es solche Bücher gibt, die die Geschichte hinter den kalten Fakten dieser Zeit auf eine zugängliche Art aufarbeiten ohne zu beschönigen. Dieses Buch macht genau das. Ein ausserordentliches Schriftstück. Sicher keine leichte Kost, aber sehr lesenswert. Fazit: LESEN!

Irgendwo in diesem Dunkel
von einer Kundin/einem Kunden aus Straßwalchen am 22.04.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein spannendes und zugleich wunderbar geschriebenes Buch , das ich jedem empfehlen kann der außergewöhnliches Lesen möchte !! Eine geniale und mitreißende Schreibweise zeichnet dieses Buch und seine Autorin aus . Auch die Geschichte an sich ist außerordentlich berührend!!


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