Das weltweit dramatische Artensterben, die Wirkungslosigkeit des Pariser Klimaabkommens und nicht zuletzt der Rollback in der US-amerikanischen Klimapolitik werfen in eindringlicher Weise die Frage auf, wie mit der anscheinend unaufhaltsamen ökologischen Katastrophe philosophisch angemessen umzugehen ist. In seinem klugen, leicht verständlichen und mit Vehemenz geschriebenen Essay, der stilistisch in der Montaigne-Tradition steht und unverkennbar Anleihen etwa bei Günther Anders nimmt, konfrontiert der Autor Leserinnen und Leser in provokativer Weise mit der Diagnose: Es ist zu spät. Materialreich zeichnet er die Geschichte des Menschen und seiner Selbsterhebung über sich selbst nach und beschreibt die menschengemachten, todbringenden Prozesse, deren Folgen offenkundig weder rückgängig gemacht noch beherrscht werden können. Fuller gelangt zu der aufrüttelnden Erkenntnis, dass nur die Akzeptanz des Unabänderlichen, eine »heitere Hoffnungslosigkeit«, der Situation angemessen sein kann. Sie allein erzeugt einen »Zustand ruhiger Wachheit, der in den zivilen Ungehorsam treibt«. In einem aktuellen, umfangreichen Schlusskapitel zieht der Autor Bilanz und skizziert die Wege und Handlungsmöglichkeiten, die es dem Individuum seiner Ansicht nach im destruktiven Anthropozän ermöglichen, psychisch zu überleben.
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11.11.2021
Buch (Taschenbuch)
Das Ende - Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe
Das Ende ist nah! Was jahrtausendelang von Untergangspredigern, christlichen Apokalyptikern und jüngst von Klimaforschern beschworen wurde und wird, ist jetzt tatsächlich imminent. Gregory Fullers bemerkenswert hellsichtiger Essay aus dem Jahre 1993 wurde jüngst neu aufgelegt, überarbeitet und ergänzt und zeigt deutlicher denn je: Der Mensch hat ausgespielt. Mit Feuereifer zerstören wir seit dem Paläolithikum unsere Lebensgrundlagen, und seit vielleicht hundert Jahren haben wir die Mittel, uns auch im ganz großen Stil zu vernichten. Die Ökosphäre ächzt an allen Ecken und Enden, und inzwischen ist es keine Frage mehr, OB wir aussterben, sondern nur noch wie viele Generationen wir noch haben, ehe wir uns selbst vom Erdball fegen.Wie also umgehen mit dem sicheren Wissen des nahenden Untergangs? Verzweiflung? Menschenhass? Hedonistische Ausschweifung und Verdrängung? Oder gar einfach alles leugnen und als „chinese hoax“ abtun wie der amerikanische Präsident? Nichts davon, so Fuller. Es hilft nur eine gelassene Akzeptanz dessen, was da kommen mag. Das Universum hat keinen höheren Sinn und keiner wird uns nachtrauern. Engagieren Sie sich im Kleinen, genießen Sie die Zeit, die uns noch bleibt, kümmern Sie sich um ihre Lieben.Für mich war dieses Buch tatsächlich eine aufbauende Lektüre. Wenn wir Menschen es schon in den Sand gesetzt haben, dann ist es jetzt auch sinnlos, sich noch die Haare zu raufen und zu klagen. Vergleichbar mit jemandem, der über die Klippe gesprungen ist, bleibt nur noch, den Fall zu genießen. Allemal besser, als sich mit verzweifelter Hoffnung an die Klippenwand zu krallen und die letzten Momente noch schmerzhafter zu machen.Für alle übrigens, die der Meinung sind „so schlimm werde es schon nicht werden“ ist dann noch das letzte Kapitel da, das noch einmal abgleicht, was sich seit 1993 zum Besseren und was zum Schlechteren gewandelt hat. Es sieht leider an beinahe jeder Front schlechter aus als gedacht und selbst der winzige Hoffnungsschimmer des Pariser Klimaabkommens ist mit dem Austritt der USA Makulatur. Von daher: Fröhliche Hoffnungslosigkeit! Ein Buchtipp von Konstantin Klaiber im Mai 2018
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