Yolandas Mutter ist gestorben. Vor kurzem war sie noch da und jetzt ist sie einfach weg. „Wenn du nach mir suchst, mein Schatz, wirst du mich finden“, hatte Mama ihr einmal gesagt. Also beschließt Yolanda Ausschau zu halten und fragt sich, ihre Familie und enge Freunde, wo Mama denn wohl sein könnte. Nach und nach erfährt sie, dass Mama überall um sie herum ist: In Geschichten, in den Blumen auf dem Feld, im Wind, in den Sternen, ja sogar in ihr selbst... Eine poetische Geschichte über Verlust und Zuversicht.
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Einfühlsames Bilderbuch über den Tod der Mutter
WortGewand aus Krefeld am 12.12.2025
Bewertungsnummer: 2675798
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Überall und nirgendwo” des niederländischen Psychologen und Lehrers Pimm van Hest ist ein berührendes Buch.
Yolanda ist tieftraurig. Mama hat aufgehört zu atmen. Alles um sie herum ist freudlos. Schwarze Töne bestimmen das Denken, Fühlen und Sehen. Die Illustratorin Sassafras De Bruyn fängt diese Stimmung durchdringend ein. Pimm van Hest gibt dem Mädchen mit dem Satz "Wenn du mich suchst, lieber Schatz, wirst du mich finden." den wichtigsten Impuls mit: Mutter ist irgendwo. Sie war noch da, aber irgendwie auch nicht. Yolanda aber möchte das nicht einfach akzeptieren. Sie will nicht schweigen wie es viele tun, wenn es um das Thema Tod geht. Sie spricht daher mit Menschen in ihrem Umfeld ständig über ihre Mama und versucht so herauszufinden, wo Mama jetzt steckt. Während der Gespräche erfährt Yolanda von den vielen persönlichen Umgangsweisen mit dem Verlust eines geliebten Menschen und erfährt, wo ihre Mama denn überall sein könnte. Die Suche, auf die Yolanda sich begibt, ist nicht leicht. Pimm van Hest erzählt sie jedoch mit viel Fingerspitzengefühl. Einfühlsam begleitet er das Mädchen auf seiner traurigen Suche nach der Mutter, sorgt für Gänsehaut, Betroffenheit, aber auch ganz viel Verständnis für Yolanda und ihre Situation. Die emotional anrührenden Illustrationen von Sassafras De Bruyn spiegeln die Stimmung des Kindes und seine Betroffenheit wider, vernachlässigen dabei aber keineswegs Elemente, die in dieser Situation Hoffnung machen. Yolanda ist mit ihrer Trauer nicht allein, auch die Personen in ihrem Umfeld haben mit ihrer Mutter einen Menschen verloren, der ihnen immer fehlen wird und dessen Verlust sie verarbeiten müssen. Trotzdem gilt es auch, Hoffnung zu schöpfen – aus Erinnerungen, aus Dingen, Gefühlen und Ereignissen, in denen Mama weiterlebt. Von Seite zu Seite werden die Bilder heller, das Dunkle wird verdrängt. Ihr helfen viele Menschen bei der Suche. Für jeden ist ihre Mama noch irgendwo spürbar. So spürt Yolanda Mamas Arme und ihr Herz verliert etwas von dem Schmerz.
Ein sehr empfehlenswertes Bilderbuch mit einer sehr mitfühlenden und emotionalen Weise, den Tod eines geliebten Menschen etwas leichter zu verstehen und zu verarbeiten.
Eine einfühlsame und poetische Geschichte zur Trauerbewältigung!
Bewertung aus Wien am 06.08.2021
Bewertungsnummer: 1545504
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Für ein Kind gibt es nichts Schlimmeres als erleben zu müssen, dass ein Elternteil stirbt.
Genau das passiert Yolanda in diesem fast poetisch erzählten Buch. Gerade noch konnte sie mit Mama reden im nächsten Moment hörte sie auf zu atmen und Yolanda musste miterleben, wie die Hand ihrer geliebten Mutter immer kälter wurde.
Yolanda vermisst sie sehr. So sehr, dass sie sich entschlossen auf die Suche nach ihr macht und Bezugspersonen befragt, wo sie ihre geliebte Mama wohl finden könne.
Ihr Bruder Julian findet Mama in seinem geliebten Stofftier, ihr Papa in dem Bild, das sie gemalt oder in der Tasse, die sie behutsam zusammen geklebt hat. Ihre Tante findet sie in Geschichten, die sie Yolanda erzählt, ihre Freundin sieht sie im Wind, den man nicht greifen, jedoch fühlen kann. Ihr Lehrerin findet Yolandas Mama im Nachthimmel in Form eines Sterns, der auf sie aufpasst und Oma sieht sogar in Yolanda ihre Mama. Yolanda kommt letztendlich zu dem Schluss: Mama ist überall!
Liebevoll und poetisch wird man durch diese einfühlsame Geschichte getragen. Durch die zahlreichen Metaphern verliert die Geschichte über den Tod an Schwere und die Magie der Erinnerung bleibt bei den Leser*innen zurück. Man wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Tod zwar die sterbliche Hülle, jedoch nie die Erinnerungen, die man an die geliebte Person hat, hinwegraffen kann. In vielen Alltagsgegenständen, in Bildern, Geschichten, Träumen und in der Natur kann man den geliebten verstorbenen Menschen (wieder)finden. Auch wenn es nicht möglich ist, mit der Person zu sprechen, ist es doch möglich, diese ganz nah bei sich zu spüren.
Der niederländische Psychologe und Lehrer Pimm van Hest @tongkat1975 hat es geschafft, eine besonders empathische Geschichte über den Tod zu schreiben, die Hoffnung und Zuversicht gibt. Die Illustratorin Sassafras de Bruyn untermalt mit zarten, lieblichen, aber eher dunkel gehaltenen Zeichnungen diese Geschichte, die dadurch an Leichtigkeit und Zauberhaftigkeit gewinnt!
Ich empfehle das Buch allen Kindern ab 4 Jahren.
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