Hendrik Groen mag alt sein (83 ¼, um genau zu sein), aber er ist noch lange nicht tot. Zugegeben, seine täglichen Spaziergänge werden kürzer, weil die Beine nicht mehr recht wollen, und er muss regelmäßig zum Arzt. Aber deshalb nur noch Kaffee trinken, die Geranien anstarren und auf das Ende warten? Kommt nicht in Frage! Ganz im Gegenteil. 83 Jahre lang hat Hendrik immer nur Ja und Amen gesagt. Doch in diesem Jahr wird er ein Tagebuch führen und darin endlich alles rauslassen – ein unzensierter Blick auf das Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Nord. Das ist richtig lustig und zugleich so herzzerreißend, dass wir Hendrik am Ende dieses Jahres nicht mehr aus unserem Leben lassen wollen. Mit Humor und viel Sympathie gelesen von Felix von Manteuffel.
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Igelmanu66
aus Mülheim
5/5
06.04.2022
Buch (Taschenbuch)
Alt aber nicht tot. So geht Carpe Diem!
»Gestern hatte unser Heim einen richtigen Supertag: ein Herzanfall, eine gebrochene Hüfte, und ein Bewohner ist beinahe an einem Mürbteigkeks erstickt. Jedes Mal wieder fuhr der Krankenwagen vor. Bei so vielen Gesprächsthemen bei Kaffee und Tee kam man kaum mehr hinterher.«
Hendrik Groen ist 83 ¼ Jahre alt und lebt in einem Altenheim in Amsterdam-Nord. Keins von der Sorte Luxusheim, sondern eben eins, in dem man landet, wenn man nicht mehr alleine zurechtkommt und nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügt.
Hendrik ist schwer genervt von seinen Mitbewohnern. Ständiges Jammern und Stöhnen ist nicht das, was er sich für den Rest seines Lebens anhören mag. Zu seinem Pech hat Hendrik auch noch ein überaus freundliches Naturell, hört jedem Meckerer lächelnd zu und traut sich nicht, eine eigene Meinung zu äußern. Aus im Grunde therapeutischen Gründen beginnt er, ein Tagebuch zu führen, in dem er ehrlich alles rauslässt, was ihn bewegt und was ihm durch den Kopf geht.
Für mich bedeutete das, dass mir Hendrik anfangs ziemlich auf die Nerven ging. Denn was er bei den anderen kritisierte, tut er nun selbst. Er meckert. Über das Heim, die Regeln dort, seine Mitbewohner, alles und jeden und natürlich über seine körperlichen Gebrechen. Alles sehr verständlich und richtig, aber trotzdem nervig.
Das ändert sich jedoch schlagartig, als Hendrik an einem Abend Mitte Februar zusammen mit drei anderen älteren Herren und zwei ebensolchen Damen beschließt, den Rebellenclub Alt-aber-nicht-tot zu gründen. Ein Club, der die chronische Ereignislosigkeit ihres Lebens bekämpfen soll, unter anderem durch gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge.
Was dann folgt, packte mich so, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Die Clubmitglieder wuchsen mir blitzschnell ans Herz und ich bewunderte ihren Einfallsreichtum, ihr Miteinander und die Lebensfreude. Ich musste sehr lachen, als ich las, dass ein Punkt der Clubregeln lautet: »Die Teilnehmer dürfen nicht meckern.« Man kennt halt die eigenen Schwächen ;-)
Es war so lustig und rührend, was der Club gemeinsam unternahm. Und wie sie sich gegenseitig bestärkten im Kampf gegen die Widrigkeiten des Alltags. Die Leitung des Heims beispielsweise, die gefühlt nichts anderes zu tun hat, als wo eben möglich geplante Aktivitäten zu unterbinden. Begründet durch Vorschriften, die man aufgrund anderer Vorschriften leider nicht einsehen darf. Sarkasmus und schwarzer Humor sind nicht rar!
Leider gehört zu den Widrigkeiten auch der körperliche Verfall, der den Freunden immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. So ist das Buch manchmal brüllend komisch, an anderen Stellen aber zum Heulen ergreifend. Ganz wie das Leben halt. Am Ende hatte ich einen dicken Kloß im Hals und obwohl ich ahne, dass das im Folgeband nicht besser werden wird, muss ich demnächst weiterlesen.
Fazit: Lachen und Weinen wechseln sich ab, so ist das Leben. Aber der Alt-aber-nicht-tot Club zeigt, wie Carpe Diem in Perfektion geht.
Igelmanu
aus Mülheim
5/5
06.04.2022
Buch (Taschenbuch)
»Gestern hatte unser Heim…
»Gestern hatte unser Heim einen richtigen Supertag: ein Herzanfall, eine gebrochene Hüfte, und ein Bewohner ist beinahe an einem Mürbteigkeks erstickt. Jedes Mal wieder fuhr der Krankenwagen vor. Bei so vielen Gesprächsthemen bei Kaffee und Tee kam man kaum mehr hinterher.« Hendrik Groen ist 83 ¼ Jahre alt und lebt in einem Altenheim in Amsterdam-Nord. Keins von der Sorte Luxusheim, sondern eben eins, in dem man landet, wenn man nicht mehr alleine zurechtkommt und nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügt. Hendrik ist schwer genervt von seinen Mitbewohnern. Ständiges Jammern und Stöhnen ist nicht das, was er sich für den Rest seines Lebens anhören mag. Zu seinem Pech hat Hendrik auch noch ein überaus freundliches Naturell, hört jedem Meckerer lächelnd zu und traut sich nicht, eine eigene Meinung zu äußern. Aus im Grunde therapeutischen Gründen beginnt er, ein Tagebuch zu führen, in dem er ehrlich alles rauslässt, was ihn bewegt und was ihm durch den Kopf geht. Für mich bedeutete das, dass mir Hendrik anfangs ziemlich auf die Nerven ging. Denn was er bei den anderen kritisierte, tut er nun selbst. Er meckert. Über das Heim, die Regeln dort, seine Mitbewohner, alles und jeden und natürlich über seine körperlichen Gebrechen. Alles sehr verständlich und richtig, aber trotzdem nervig. Das ändert sich jedoch schlagartig, als Hendrik an einem Abend Mitte Februar zusammen mit drei anderen älteren Herren und zwei ebensolchen Damen beschließt, den Rebellenclub Alt-aber-nicht-tot zu gründen. Ein Club, der die chronische Ereignislosigkeit ihres Lebens bekämpfen soll, unter anderem durch gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge. Was dann folgt, packte mich so, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Die Clubmitglieder wuchsen mir blitzschnell ans Herz und ich bewunderte ihren Einfallsreichtum, ihr Miteinander und die Lebensfreude. Ich musste sehr lachen, als ich las, dass ein Punkt der Clubregeln lautet: »Die Teilnehmer dürfen nicht meckern.« Man kennt halt die eigenen Schwächen ;-) Es war so lustig und rührend, was der Club gemeinsam unternahm. Und wie sie sich gegenseitig bestärkten im Kampf gegen die Widrigkeiten des Alltags. Die Leitung des Heims beispielsweise, die gefühlt nichts anderes zu tun hat, als wo eben möglich geplante Aktivitäten zu unterbinden. Begründet durch Vorschriften, die man aufgrund anderer Vorschriften leider nicht einsehen darf. Sarkasmus und schwarzer Humor sind nicht rar! Leider gehört zu den Widrigkeiten auch der körperliche Verfall, der den Freunden immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. So ist das Buch manchmal brüllend komisch, an anderen Stellen aber zum Heulen ergreifend. Ganz wie das Leben halt. Am Ende hatte ich einen dicken Kloß im Hals und obwohl ich ahne, dass das im Folgeband nicht besser werden wird, muss ich demnächst weiterlesen. Fazit: Lachen und Weinen wechseln sich ab, so ist das Leben. Aber der Alt-aber-nicht-tot Club zeigt, wie Carpe Diem in Perfektion geht.
Dr_ M
aus Sachsen
5/5
22.04.2021
Buch (Taschenbuch)
"Alt ist lästig"
Das ist wohl leider so, ob man es nun wahrhaben will oder nicht. Von außen gesehen oder von innen. In diesem Buch findet man beide Ansichten. Hendrik Groen hat es wieder einmal bis zum Frühling geschafft. Was man sich als junger Mensch kaum vorstellen kann, ist nun eingetroffen. Man weiß nicht nur, dass die eigenen Tage gezählt sind, man sieht es und man spürt es. Besonders wenn man in einem Altersheim wohnt, wo man vom Personal wieder wie ein Kind bevormundet wird, und wo man sieht, wie Mitbewohner aus dem Leben scheiden. Groen zählt die Beerdigungen, auf die er schon gegangen ist.
Wenn das schon alles wäre, könnte man sich damit irgendwie abfinden. Schlimmer aber sind die eigenen Gebrechen, die nachlassende Kraft, der schwindende Bewegungsradius, körperliche Peinlichkeiten. Groen kann das Wasser nicht mehr richtig halten, seinem Freund faulen die Extremitäten ab. Das klingt zunächst nicht so, dass man dieses Buch nun unbedingt lesen sollte. Doch in den Niederlanden war es ein Bestseller. Und das nicht ohne Grund. Groen schildert in einem Tagebuch ein Jahr seines Lebens im Altersheim. Schonungslos, voller Selbstironie und mit einer humorvollen Prise Sarkasmus.
Groen hat keine Lust mehr auf die alltäglichen Jammerarien im Gemeinschaftsraum. Mit anderen gründet er eine Art Widerstandsgruppe "Alt-aber-nicht-tot", die für seine wenigen Mitglieder gelegentlich Ausflüge aus dem Altersheim zurück ins Leben organisiert. Das ist irgendwie nicht mehr vorgesehen und stößt auf neidvolle Ablehnung bei anderen Bewohnern und erst recht bei der Obrigkeit des Heimes. Aber das Leben ist noch nicht zu Ende. Und warum sollte man es nicht bis zum letzten Tag genießen, selbst wenn es schon überall im Gebälk knirscht und kracht?
Man verdrängt Gedanken an das Alter gerne solange man noch jung ist oder sich wenigstens so fühlt. Wie sich ein hohes Alter tatsächlich anfühlt und was einen vielleicht erwartet, kann man in diesem wunderbar humorvollen Buch nachlesen. Natürlich wäre die Geschichte umso schöner, wenn es Hendrik Groen wirklich geben würde. Doch findige Menschen haben bald herausgefunden, dass der tatsächliche Autor dieses geheimen Tagebuchs eine Generation jünger ist. Das macht aber letztlich gar nichts. Das Buch wirkt im Gegenteil ungemein authentisch. Und es nimmt möglicherweise auch ein wenig die unausgesprochene Angst, die man doch vor altersbedingter Schwäche haben kann. Man kann sich an vieles gewöhnen. Und besser geht es in jedem Fall, wenn man sich auf die angenehmen Seiten konzentriert und nicht der Versuchung erliegt, sich zu früh von ihnen zu verabschieden.
Bewertung
aus Düsseldorf
5/5
22.04.2021
eBook (ePUB)
So einen Opa hätte jeder gerne
Hendrik Groen muss man einfach lieben.
Seine Erlebnisse sind kurz und treffend dargestellt. Habe manches mal Tränen gelacht.
Allerdings gibt es auch traurige Momente - worüber man noch lange nachdenken muss.
Sehr schöne Gedankengänge - liebevolle Geschichten.
Absolut empfehlenswert.
TochterAlice
aus Köln
5/5
27.07.2018
Buch (Taschenbuch)
Eierlikör ist nicht die…
Eierlikör ist nicht die liebste Droge des Hendrik Groen. Nein, definitiv nicht! Er bevorzugt Rotwein, Bier, Weißwein oder auch mal ein Schnäpperken. Aber dieser Titel ist auch schon das Einzige, das aus meiner Sicht an diesem Buch nicht passt, der Rest tut es um so mehr. Denn Hendrik ist ein Junge bzw. - um die Dinge klarzurücken - ein Greis aus dem Leben und zwar einer, der schon 83 1/4 Jahre auf dem Buckel hat und seine noch überschaubare Zukunft wohl in dem Amsterdamer Seniorenheim verbringen wird, das den maßgeblichen Schauplatz des Geschehens bildet. Wo nicht (nur) der Alkoholgenuss, sondern auch die verschiedenen kleinen und vor allem größeren Zipperlein, die man eben so hat, eine ungewollt große Rolle spielen. Hendrik hat ein Buch geschrieben und zwar ist es kein Roman, sondern ein Tagebuch, das (fast) jeden Tag des Jahres 2013 dokumentiert. Hendrik ist ein Typ, der zwar nicht überschäumend frohgemut ist, dennoch ist er bereit, jeden Tag seines restlichen Lebens zu genießen, aber so, wie er es will! Und mit wem er es will! Damit ist dieses Buch quasi eine Hymne auf die Indiviualität, auf den eigenen Weg, den man in jeder Situation gehen kann, selbst wenn einem der Unterschenkel amputiert wird, wie es bei Hendriks Evert im Verlauf dieses hier dokumentierten Jahres der Fall ist. Und auf eine selbstbestimmte Lebenseinstellung bis ins hohe Alter hinein! Peu à peu wird deutlich, dass auch Hendriks eigenes Leben nicht gerade ein Rosengarten war - dennoch scheint gerade dies ihm deutlich zu machen, welche Prioritäten er noch setzen will und wann Schluss sein sollte. Auch das gehört nämlich zu einem selbstbestimmten Leben. Dieses Buch ist nicht niedlich, es ist nicht anrührend, auch wenn es bestimmte Dinge tief in mir drin sehr berührt hat (ja, das ist ein Unterschied). Ich bewundere Hendrik nicht, ich will ihn auch nicht kennen lernen - aber ich hoffe sehr, dass ich selbst und die Menschen die mir wichtig sind, im hohen Alter ebenso in der Lage sein werden, ihre Prioritäten zu setzen wie Hendrik es tut. Auf jeden Fall habe ich tiefen Respekt vor ihm und vor seiner Art, die Dinge anzupacken. Keine Ahnung, ob es diesen Hendrik wirklich gibt, aber wer auch immer dieses Buch geschrieben hat, der hat etwas geschaffen, das mich beeindrucken konnte, das ich nicht so schnell vergessen und unbedingt weiterempfehlen werde!
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4/5
18.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Was passt wohl besser zu diesem Titel als ein Gläschen selbstgemachtem Eierlikör?
In Tagebuchform gibt Hendrik Groen einen unzensierter Blick auf das Leben in einem Altenheim in Amsterdam-Nord.
Mit einer Prise Humor beschreibt der rüstige und gewitzte Rentner seinen Alltag, manchmal rabenschwarz, voller Stories und auch mit dem Bezug zu aktuellen Zeitgeschehnissen aus Holland und dem Rest der Welt.
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