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Hunger Roman

10

12,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.08.2017

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,5/12,1/2,5 cm

Gewicht

233 g

Farbe

Weiß / Mokka

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

Sult

Übersetzt von

Siegfried Weibel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-29109-3

Beschreibung

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.08.2017

Verlag

Ullstein Taschenbuch

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

18,5/12,1/2,5 cm

Gewicht

233 g

Farbe

Weiß / Mokka

Auflage

5. Auflage

Originaltitel

Sult

Übersetzt von

Siegfried Weibel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-548-29109-3

Herstelleradresse

Ullstein Taschenbuchvlg.
Friedrichstraße 126
10117 Berlin
DE

Email: produktsicherheit@ullstein.de

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Weitab von der Spitzweg-Idylle…

Bories vom Berg aus München am 08.12.2019

Bewertungsnummer: 2723698

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Weitab von der Spitzweg-Idylle In seinem 1890 erschienenen Debütroman «Hunger» hat der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun eigene Erfahrungen als Arbeitsloser aus dem Jahre 1886 verarbeitet. «Es war zu jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist…» heißt es im ersten Satz dieses berühmten Romans, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Der 1920 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Autor gilt mit seinem ersten Roman als ein bedeutender Wegbereiter der neuen Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms, er hat viele prominente Kollegen entscheidend beeinflusst damit. Ich-Erzähler ist ein junger Schriftsteller, der hungernd und frierend durch Kristiania streunt, dem heutigen Oslo, das sich, im Zeitalter der industriellen Revolution, im Wandel befindet. Nur selten gelingt es ihm, einen Artikel in einer Zeitung unterzubringen für ein Salär, von dem er gerade mal einige wenige Tage sehr bescheiden leben kann. Es gelingt ihm auch nicht, irgendeine noch so gering bezahlte Arbeit zu finden, er scheitert immer wieder geradezu schicksalhaft. Außer dem, was er auf dem Leibe trägt, seiner abgerissenen, fadenscheinigen Kleidung, sowie Papier und Bleistift für seine Artikel, besitzt er nichts. Meist ist er obdachlos, weil er die Miete auch für die primitivsten Schlafplätze nicht aufbringen kann, die selbst mitzubringende Schlafdecke hat er von einem Freund geliehen. Er streift hungergequält durch die Stadt, um irgendwie Geld aufzutreiben. Sein Stolz lässt es aber nicht zu, betteln zu gehen, und auch vor der Polizei hat er große Angst, nachdem er einmal als zerlumpter Obdachloser aufgegriffen wurde und eine Nacht in der Zelle verbringen musste. Immer wieder begegnet er Leuten, die er kennt, die er anpumpen kann, aber ganz selten bekommt er dann mal ein paar Kronen. Als er eine junge Frau trifft, endet auch diese kurze Episode ohne Fortune. Diese handlungsarme Geschichte vom äußersten Rand der Gesellschaft wird ohne Pathos oder soziale Anklage nüchtern und sachlich erzählt, überwiegend als nicht abreißender Gedankenstrom. Sie zeichnet das Zerrbild einer fremden, unmenschlichen Welt, die sich für den dahinvegetierenden Protagonisten als Labyrinth erweist, in dem er auf der Suche nach dem Ich orientierungslos herumirrt. In die Zuschauerrolle gedrängt, erscheint er aus der Zeit gefallen, ein hoffungsloser Phantast und ewiger Fabulierer, der den Anschluss verloren hat, ein menschlicher Typus, wie ihn nur die anbrechende moderne Zeit hervorzubringen vermag. Er ist ein Intellektueller am Rande des Wahnsinns, der von Ängsten geplagt körperlich und seelisch immer mehr verfällt, gefangen in einem Strudel aus Hoffnung, Zweifel und Scham. Aufmerksam und sensibel beobachtend kreisen seine Gedanken, gesteuert vom puren Selbsterhaltungstrieb, unablässig um die nackte Existenz, um Essen und Obdach. Es ist die äußerst realistische, ans Kannibalische grenzende Darstellung des Hungers, die hier zutiefst beklemmend und mit bitterer Komik erzählt wird. So wenn der verzweifelte Held um Knochen für den Hund bittet, die er dann selber abnagt, oder wenn er aus lauter Verzweiflung Holzspäne kaut, um seinen leeren Magen zu täuschen, wenn er schließlich sogar einen Stein in den Mund nimmt, um mit Kaubewegungen dem malträtierten Körper etwas vorzutäuschen. Im ständigen inneren Dialog mit sich selbst ergeht er sich in Befürchtungen, Selbstzweifeln, Wahnvorstellungen und wilden Assoziationen, ein traumatisches Chaos an Gedanken, denen eine abweisende, kalte Stadt als brutale Realität gegenüber steht. Der Leser erfährt nichts von der Vorgeschichte dieses Mannes, es gibt keine Rückblenden, Knut Hamsun erzählt nur von dessen ausweglos scheinender Not weitab von jedweder Spitzweg-Idylle, beendet seine Geschichte aber immerhin mit einem Hoffnungsschimmer. Eine literarisch hochstehende, anspruchsvolle Lektüre mithin, die alles kann, - nur nicht angenehm unterhalten!

Weitab von der Spitzweg-Idylle…

Bories vom Berg aus München am 08.12.2019
Bewertungsnummer: 2723698
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Weitab von der Spitzweg-Idylle In seinem 1890 erschienenen Debütroman «Hunger» hat der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun eigene Erfahrungen als Arbeitsloser aus dem Jahre 1886 verarbeitet. «Es war zu jener Zeit, als ich in Kristiania umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet worden ist…» heißt es im ersten Satz dieses berühmten Romans, den viele Kritiker für sein bestes Werk halten. Der 1920 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Autor gilt mit seinem ersten Roman als ein bedeutender Wegbereiter der neuen Erzähltechnik des Bewusstseinsstroms, er hat viele prominente Kollegen entscheidend beeinflusst damit. Ich-Erzähler ist ein junger Schriftsteller, der hungernd und frierend durch Kristiania streunt, dem heutigen Oslo, das sich, im Zeitalter der industriellen Revolution, im Wandel befindet. Nur selten gelingt es ihm, einen Artikel in einer Zeitung unterzubringen für ein Salär, von dem er gerade mal einige wenige Tage sehr bescheiden leben kann. Es gelingt ihm auch nicht, irgendeine noch so gering bezahlte Arbeit zu finden, er scheitert immer wieder geradezu schicksalhaft. Außer dem, was er auf dem Leibe trägt, seiner abgerissenen, fadenscheinigen Kleidung, sowie Papier und Bleistift für seine Artikel, besitzt er nichts. Meist ist er obdachlos, weil er die Miete auch für die primitivsten Schlafplätze nicht aufbringen kann, die selbst mitzubringende Schlafdecke hat er von einem Freund geliehen. Er streift hungergequält durch die Stadt, um irgendwie Geld aufzutreiben. Sein Stolz lässt es aber nicht zu, betteln zu gehen, und auch vor der Polizei hat er große Angst, nachdem er einmal als zerlumpter Obdachloser aufgegriffen wurde und eine Nacht in der Zelle verbringen musste. Immer wieder begegnet er Leuten, die er kennt, die er anpumpen kann, aber ganz selten bekommt er dann mal ein paar Kronen. Als er eine junge Frau trifft, endet auch diese kurze Episode ohne Fortune. Diese handlungsarme Geschichte vom äußersten Rand der Gesellschaft wird ohne Pathos oder soziale Anklage nüchtern und sachlich erzählt, überwiegend als nicht abreißender Gedankenstrom. Sie zeichnet das Zerrbild einer fremden, unmenschlichen Welt, die sich für den dahinvegetierenden Protagonisten als Labyrinth erweist, in dem er auf der Suche nach dem Ich orientierungslos herumirrt. In die Zuschauerrolle gedrängt, erscheint er aus der Zeit gefallen, ein hoffungsloser Phantast und ewiger Fabulierer, der den Anschluss verloren hat, ein menschlicher Typus, wie ihn nur die anbrechende moderne Zeit hervorzubringen vermag. Er ist ein Intellektueller am Rande des Wahnsinns, der von Ängsten geplagt körperlich und seelisch immer mehr verfällt, gefangen in einem Strudel aus Hoffnung, Zweifel und Scham. Aufmerksam und sensibel beobachtend kreisen seine Gedanken, gesteuert vom puren Selbsterhaltungstrieb, unablässig um die nackte Existenz, um Essen und Obdach. Es ist die äußerst realistische, ans Kannibalische grenzende Darstellung des Hungers, die hier zutiefst beklemmend und mit bitterer Komik erzählt wird. So wenn der verzweifelte Held um Knochen für den Hund bittet, die er dann selber abnagt, oder wenn er aus lauter Verzweiflung Holzspäne kaut, um seinen leeren Magen zu täuschen, wenn er schließlich sogar einen Stein in den Mund nimmt, um mit Kaubewegungen dem malträtierten Körper etwas vorzutäuschen. Im ständigen inneren Dialog mit sich selbst ergeht er sich in Befürchtungen, Selbstzweifeln, Wahnvorstellungen und wilden Assoziationen, ein traumatisches Chaos an Gedanken, denen eine abweisende, kalte Stadt als brutale Realität gegenüber steht. Der Leser erfährt nichts von der Vorgeschichte dieses Mannes, es gibt keine Rückblenden, Knut Hamsun erzählt nur von dessen ausweglos scheinender Not weitab von jedweder Spitzweg-Idylle, beendet seine Geschichte aber immerhin mit einem Hoffnungsschimmer. Eine literarisch hochstehende, anspruchsvolle Lektüre mithin, die alles kann, - nur nicht angenehm unterhalten!

Knut Hamsun – Hunger : Ein zermürbender Tanz am Rande des Wahnsinns

Ayon aus Köln am 08.08.2025

Bewertungsnummer: 2561535

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein namenloser, halb verhungerter Antiheld irrt durch Kristiania, zerlumpt, fiebrig und von seinen eigenen Gedanken zerrissen. Hamsuns Roman ist kein Werk der Erklärung, sondern der unmittelbaren Erfahrung – man leidet mit diesem Mann, dessen Vergangenheit fragmentarisch bleibt, dessen Gegenwart aber umso greifbarer wird: ein Dasein, geprägt von quälendem Hunger, scheiternden Hoffnungen und der verzweifelten Suche nach Würde in einer gleichgültigen Welt. Der Protagonist ist kein Märtyrer, kein romantischer Rebell – nur ein Mensch, der sich an Wahnvorstellungen klammert, um den körperlichen und seelischen Verfall zu ertragen. Seine Wirklichkeit ist ein ständiges Schwanken zwischen Stolz und Demütigung, zwischen grandiosen Plänen und bodenloser Verarmung. Hamsun erzählt dies ohne Pathos, ohne moralischen Zeigefinger, aber mit einer so intensiven Innerlichkeit, dass man das Brennen im Magen des Helden fast spürt. Hunger ist keine leichte Lektüre, doch eine, die unter die Haut geht. Kein Roman der Lösungen, sondern der schonungslosen Konfrontation – mit der Fragilität des Geistes, der Willkür der Gesellschaft und der nackten Gewalt des Überlebens. Ein Meisterwerk der modernen Literatur, das bis heute erschüttert

Knut Hamsun – Hunger : Ein zermürbender Tanz am Rande des Wahnsinns

Ayon aus Köln am 08.08.2025
Bewertungsnummer: 2561535
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein namenloser, halb verhungerter Antiheld irrt durch Kristiania, zerlumpt, fiebrig und von seinen eigenen Gedanken zerrissen. Hamsuns Roman ist kein Werk der Erklärung, sondern der unmittelbaren Erfahrung – man leidet mit diesem Mann, dessen Vergangenheit fragmentarisch bleibt, dessen Gegenwart aber umso greifbarer wird: ein Dasein, geprägt von quälendem Hunger, scheiternden Hoffnungen und der verzweifelten Suche nach Würde in einer gleichgültigen Welt. Der Protagonist ist kein Märtyrer, kein romantischer Rebell – nur ein Mensch, der sich an Wahnvorstellungen klammert, um den körperlichen und seelischen Verfall zu ertragen. Seine Wirklichkeit ist ein ständiges Schwanken zwischen Stolz und Demütigung, zwischen grandiosen Plänen und bodenloser Verarmung. Hamsun erzählt dies ohne Pathos, ohne moralischen Zeigefinger, aber mit einer so intensiven Innerlichkeit, dass man das Brennen im Magen des Helden fast spürt. Hunger ist keine leichte Lektüre, doch eine, die unter die Haut geht. Kein Roman der Lösungen, sondern der schonungslosen Konfrontation – mit der Fragilität des Geistes, der Willkür der Gesellschaft und der nackten Gewalt des Überlebens. Ein Meisterwerk der modernen Literatur, das bis heute erschüttert

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Hunger

von Knut Hamsun

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