Produktbild: Löwenblut

Löwenblut

11

15,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.10.2018

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/3,2 cm

Gewicht

624 g

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7448-7475-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

26.10.2018

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

464

Maße (L/B/H)

21,5/13,5/3,2 cm

Gewicht

624 g

Auflage

5

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7448-7475-5

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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Löwenblut von Monika Pfundmeier

Bewertung am 06.07.2018

Bewertungsnummer: 1115700

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monika Pfundmeier, eine Autorin , die in München lebt und dort ihrer Berufung folgt Bücher zu schreiben, hat im Herbst 2017 ihren zweiten historischen Roman „Löwenblut“ im Selbstverlag veröffentlicht. Die Ereignisse in ihrem Roman stellen eine Fortsetzung ihres Debütromans „Blutföhre“ dar und beziehen sich auf wahre Ereignisse im 13. Jahrhundert (genauer das Jahr 1268) rund um das Heilige Römische Reich, den Streit um die Macht bzw. Thronfolge und den Niedergang einer ganzen Dynastie, den Staufern. Auf 334 Seiten gelingt es Monika Pfundmeier einen historischen Roman zu schreiben, der sowohl Kriminal-, Thriller-, Abenteuer-, als auch Liebesgeschichtenelemente enthält, aber ein typischer Vertreter eines Romans mit historischem Bezug darstellt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen mächtige Herzöge und andere hochrangige Adlige, brutale Fieslinge, tapfere Ritter und Soldaten, Kirchenmänner (wie dem Papst), schöne Hofdamen aber auch einfache Menschen, die sich den Gegebenheiten der damaligen Zeit stellen müssen. Als Ort der Handlung lässt sich grob das Heilige Römische Reich ausmachen, mit detaillierten Schilderungen der Gegenden rund um München, der Grafschaft Habsburg, Verona, Neapel, Rom und der Toskana. Beim Lesen fühlte man sich jeweils in diese Ortschaften versetzt, weil sich die Autorin darauf versteht, die Erscheinung, die Gerüche und die Geräusche, der jeweiligen Schauplätze zu den jeweiligen Jahreszeiten anschaulich zu beschreiben. Eine weitere Stärke der Autorin ist es, Liebes- bzw. Sexszenen anschaulich zu beschreiben. Typisch für Monika Pfundmeier ist ihre Sprache, der sogleich dialektgeprägt, zeitgemäß und präzise ist. Teilweise weist sie Andeutungen des Telegramstils auf, d.h. sie kommt ohne viele Ausschweifungen auf den Punkt und die Handlung kommt nicht ins Stocken oder wird gar langweilig. In die eigentliche Handlung und Reden der Charaktere fließen nun noch Zitate und Gedanken mit ein, die das Lesen zwar zuerst erschweren, aber für ein besseres Einfühlen in die Figuren ermöglichen, da man auch ihre Gedanken und nicht nur ihre Worte und Handlungen kennt. Allerdings musste ich mich beim Lesen auch erst an diese Erzählweise gewöhnen, man gewöhnt sich sehr schnell an dieses Stilmittel. Den einzelnen Kapiteln widmet Monika Pfundmeier ihren Hauptcharakteren, und lässt sie in ihnen agieren, fühlen und leider auch leiden. Jedes einzelne Kapitel ist aus den Sichtweisen der in ihm handelnden Person geschrieben. Besonders wichtige Figuren in dem Roman sind Herzog Ludwig der Strenge (war auch schon zentrale Figur in ihrem Debütroman), der Thronräuber Charles d´Anjou, der Thronerbe und Ludwigs Neffe Konradin, die Hofdame Cäcilia (auch schon wichtige Figur im Debütroman), der stumme und leidende Diener Albrecht (auch aus Blutföhre), die älteste Tochter des Grafen Rudolf von Habsburg Mathilde, der Mönch und Kirchengelehrte Thomas von Aquin und der Ritter Georg (spielte ebenfalls eine Rolle in Blutföhre). Somit lässt sich keine wirkliche Hauptfigur ausmachen, obwohl sich Dreiviertel des Buches aus den unterschiedlichen Betrachtungsweisen um das Schicksal des sechzehnjährigen Stauferprinzen Konradin drehen. Dennoch handeln alle Figuren selbstständig an ihren jeweiligen Orten und hadern mit ihren eigenen jeweiligen Schicksalen und Problemen. Die Personen aus „Blutföhre“ sind zum einen wichtig für die aktuelle Handlung, und andererseits liefern sie zum Teil Rückblenden, sodass ein Zusammenhang zwischen Aktualität und Vergangenheit hergestellt wird. Somit könnte man „Löwenblut“ u.a. lesen, ohne unbedingt den Debütroman „Blutföhre“ gelesen zu haben. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass „Löwenblut“ dazu verleitet und die Neugier beflügelt, „Blutföhre“ zu lesen. Eine strittige Person, auch schon in „Blutföhre“, ist der Herzog Ludwig der Strenge, der da keine Gnade gegenüber seinem Vertrauten hat walten lassen und nun in „Löwenblut“ seine bittere Entscheidung bereut und zur Einsicht zu kommen scheint. Zu meiner Lieblingsfigur in „Löwenblut“ wurde die erfundene Figur der Cäcilia, eine ebenfalls eher fadenscheinige, zugleich gegensätzliche Persönlichkeit, die sich in „Blutföhre“ nicht so beliebt machte, aber im Folgeroman plötzlich ein Herz zu bekommen scheint. Cäcilia setzt sich durch ihre Privilegien und zahlreicher Verbindungen zu diversen Adelshäusern Europas über geltende Regeln gern hinweg und handelt zunächst zu ihrem eigenen Vorteil. Doch dann entdeckt man beim Lesen ihre Menschlichkeit und fängt an, ihre Vorgehensweise zu verstehen und mit ihr mitzufühlen. Schließlich hofft man am Ende sogar, dass für sie alles gut werden wird und ist gespannt, ob sich alles drehen und wenden wird. Dieses Buch schafft es, die Fantasie des Lesers zu beflügeln. Die Figuren, die Orte, die Gerüche, die Gefühle, die Liebesszenen, das Leid, etc. all das wird so gut beschrieben, dass die Fantasie nur so wirken kann. Man sieht, riecht und fühlt, als wäre man selbst fester Bestandteil des Romans und dieser geschaffenen Welt, wie sie vor Jahrhunderten existierte. Ich kann das Buch v.a. all jenen empfehlen, die sich für Geschichte, v.a. die deutsche Geschichte des Mittelalters interessieren, die sich nicht vor gewalttätigen und blutrünstigen Schilderungen scheuen und überhaupt gern historische Romane lesen. Vorkenntnisse muss man nicht haben, um dieses Buch zu verstehen, weil Monika Pfundmeier alle notwendigen Informationen während des Lesens kurz andeutet bzw. im Nachwort detailliert aufstellt.

Löwenblut von Monika Pfundmeier

Bewertung am 06.07.2018
Bewertungsnummer: 1115700
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Monika Pfundmeier, eine Autorin , die in München lebt und dort ihrer Berufung folgt Bücher zu schreiben, hat im Herbst 2017 ihren zweiten historischen Roman „Löwenblut“ im Selbstverlag veröffentlicht. Die Ereignisse in ihrem Roman stellen eine Fortsetzung ihres Debütromans „Blutföhre“ dar und beziehen sich auf wahre Ereignisse im 13. Jahrhundert (genauer das Jahr 1268) rund um das Heilige Römische Reich, den Streit um die Macht bzw. Thronfolge und den Niedergang einer ganzen Dynastie, den Staufern. Auf 334 Seiten gelingt es Monika Pfundmeier einen historischen Roman zu schreiben, der sowohl Kriminal-, Thriller-, Abenteuer-, als auch Liebesgeschichtenelemente enthält, aber ein typischer Vertreter eines Romans mit historischem Bezug darstellt. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen mächtige Herzöge und andere hochrangige Adlige, brutale Fieslinge, tapfere Ritter und Soldaten, Kirchenmänner (wie dem Papst), schöne Hofdamen aber auch einfache Menschen, die sich den Gegebenheiten der damaligen Zeit stellen müssen. Als Ort der Handlung lässt sich grob das Heilige Römische Reich ausmachen, mit detaillierten Schilderungen der Gegenden rund um München, der Grafschaft Habsburg, Verona, Neapel, Rom und der Toskana. Beim Lesen fühlte man sich jeweils in diese Ortschaften versetzt, weil sich die Autorin darauf versteht, die Erscheinung, die Gerüche und die Geräusche, der jeweiligen Schauplätze zu den jeweiligen Jahreszeiten anschaulich zu beschreiben. Eine weitere Stärke der Autorin ist es, Liebes- bzw. Sexszenen anschaulich zu beschreiben. Typisch für Monika Pfundmeier ist ihre Sprache, der sogleich dialektgeprägt, zeitgemäß und präzise ist. Teilweise weist sie Andeutungen des Telegramstils auf, d.h. sie kommt ohne viele Ausschweifungen auf den Punkt und die Handlung kommt nicht ins Stocken oder wird gar langweilig. In die eigentliche Handlung und Reden der Charaktere fließen nun noch Zitate und Gedanken mit ein, die das Lesen zwar zuerst erschweren, aber für ein besseres Einfühlen in die Figuren ermöglichen, da man auch ihre Gedanken und nicht nur ihre Worte und Handlungen kennt. Allerdings musste ich mich beim Lesen auch erst an diese Erzählweise gewöhnen, man gewöhnt sich sehr schnell an dieses Stilmittel. Den einzelnen Kapiteln widmet Monika Pfundmeier ihren Hauptcharakteren, und lässt sie in ihnen agieren, fühlen und leider auch leiden. Jedes einzelne Kapitel ist aus den Sichtweisen der in ihm handelnden Person geschrieben. Besonders wichtige Figuren in dem Roman sind Herzog Ludwig der Strenge (war auch schon zentrale Figur in ihrem Debütroman), der Thronräuber Charles d´Anjou, der Thronerbe und Ludwigs Neffe Konradin, die Hofdame Cäcilia (auch schon wichtige Figur im Debütroman), der stumme und leidende Diener Albrecht (auch aus Blutföhre), die älteste Tochter des Grafen Rudolf von Habsburg Mathilde, der Mönch und Kirchengelehrte Thomas von Aquin und der Ritter Georg (spielte ebenfalls eine Rolle in Blutföhre). Somit lässt sich keine wirkliche Hauptfigur ausmachen, obwohl sich Dreiviertel des Buches aus den unterschiedlichen Betrachtungsweisen um das Schicksal des sechzehnjährigen Stauferprinzen Konradin drehen. Dennoch handeln alle Figuren selbstständig an ihren jeweiligen Orten und hadern mit ihren eigenen jeweiligen Schicksalen und Problemen. Die Personen aus „Blutföhre“ sind zum einen wichtig für die aktuelle Handlung, und andererseits liefern sie zum Teil Rückblenden, sodass ein Zusammenhang zwischen Aktualität und Vergangenheit hergestellt wird. Somit könnte man „Löwenblut“ u.a. lesen, ohne unbedingt den Debütroman „Blutföhre“ gelesen zu haben. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass „Löwenblut“ dazu verleitet und die Neugier beflügelt, „Blutföhre“ zu lesen. Eine strittige Person, auch schon in „Blutföhre“, ist der Herzog Ludwig der Strenge, der da keine Gnade gegenüber seinem Vertrauten hat walten lassen und nun in „Löwenblut“ seine bittere Entscheidung bereut und zur Einsicht zu kommen scheint. Zu meiner Lieblingsfigur in „Löwenblut“ wurde die erfundene Figur der Cäcilia, eine ebenfalls eher fadenscheinige, zugleich gegensätzliche Persönlichkeit, die sich in „Blutföhre“ nicht so beliebt machte, aber im Folgeroman plötzlich ein Herz zu bekommen scheint. Cäcilia setzt sich durch ihre Privilegien und zahlreicher Verbindungen zu diversen Adelshäusern Europas über geltende Regeln gern hinweg und handelt zunächst zu ihrem eigenen Vorteil. Doch dann entdeckt man beim Lesen ihre Menschlichkeit und fängt an, ihre Vorgehensweise zu verstehen und mit ihr mitzufühlen. Schließlich hofft man am Ende sogar, dass für sie alles gut werden wird und ist gespannt, ob sich alles drehen und wenden wird. Dieses Buch schafft es, die Fantasie des Lesers zu beflügeln. Die Figuren, die Orte, die Gerüche, die Gefühle, die Liebesszenen, das Leid, etc. all das wird so gut beschrieben, dass die Fantasie nur so wirken kann. Man sieht, riecht und fühlt, als wäre man selbst fester Bestandteil des Romans und dieser geschaffenen Welt, wie sie vor Jahrhunderten existierte. Ich kann das Buch v.a. all jenen empfehlen, die sich für Geschichte, v.a. die deutsche Geschichte des Mittelalters interessieren, die sich nicht vor gewalttätigen und blutrünstigen Schilderungen scheuen und überhaupt gern historische Romane lesen. Vorkenntnisse muss man nicht haben, um dieses Buch zu verstehen, weil Monika Pfundmeier alle notwendigen Informationen während des Lesens kurz andeutet bzw. im Nachwort detailliert aufstellt.

Ein fesselnder Roman in ungewöhnlicher Sprache

Bewertung aus Memmingen am 07.02.2018

Bewertungsnummer: 1081342

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Bei dem historischen Roman „Löwenblut“ handelt es sich um die Fortsetzung von „Blutföhre“. Auch wenn ich den Vorgänger nicht gelesen habe, fiel es mir nicht schwer, der Geschichte um den letzten Staufer zu folgen. Heiliges Römisches Reich: Im Jahre 1268 steht das Leben des letzten Staufers, des 16jährigen Konradin, auf dem Spiel. Er gerät in die Mühlen der Politik und des Machtmissbrauchs der Kirche unter der Führung von Papst Clemens IV. Dabei stellt Konradin für die Menschen die Hoffnung auf Frieden dar. Er ist der letzte aus dem Geschlecht der Staufe und hat mit seiner strategischen Begabung bereits eine wichtige Schlacht für sich entschieden. Doch das Blatt wendet sich, denn Papst Clemens IV unterstützt den Franzosen Charles D’Anjou und stürzt damit das Volk und den Adel in eine Katastrophe. Denn Charles überzieht das Land mit Hass, Krieg und dem absoluten Siegeswillen. Dabei geht er äußerst brutal und rücksichtslos vor. Unausweichlich steuert das Reich auf einen Machtwechsel zu und Konradins Tod ist bereits beschlossen und unausweichlich. Am Hofe seines Onkels Ludwig – der Strenge - lebt die Hofdame Cäcilia, die diesen berät und zwischen ihren Pflichten und ihrer Liebe zum Ritter Georg hin- und hergerissen ist. Vielen Männern ist sie ein Dorn im Auge, weil sie so klug und stark ist. Im Laufe des Romans offenbart sich mit aller Macht die Grausamkeit des Krieges und des Hasses und doch blitzt dazwischen Leidenschaft und der Funken der Liebe auf. Trotzdem kocht jeder Protagonist sein eigenes Süppchen. Letztlich verfolgen sowohl Charles D’Anjou als auch Papst Clemens VI nur ein Ziel: die völlige Ausrottung des Geschlechts der Staufer! Anfangs war ich sehr überrascht vom Schreibstil, der gewöhnungsbedürftig daher kam. Doch ich habe mich schnell daran gewöhnt und konnte das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen, weil es so spannend war. Zudem passt der Schreibstil gut zu einem historischen Roman. Der geschichtliche Hintergrund ist gründlich recherchiert und der Anhang hilft auch, sich in der Zeit zurechtzufinden und mit den Charakteren klar zu kommen. Die Rolle der Kirche in der Person des Papstes Clemens IV innerhalb der Geschichte um den letzten Staufer hat mich wirklich wütend gemacht. Folgendes Zitat ist mir dabei sehr unangenehm in Erinnerung geblieben „Und, Aquin? Was scheren mich Kinder.“ In diesem Roman gefallen mir vor allem die vielen starken Frauen, die unbeirrt ihren Weg gehen und das in einer Zeit, in der die Männer regieren und eindeutig das Sagen haben. Friggerl, die weise, alte Frau, die noch um die alten Bräuche und Weltanschauung weiß, ist mir sehr sympathisch. Und dann natürlich Cäcilia, die geradeheraus sagt, was sie denkt und ihren eigenen Lebensweg verfolgt. Ihre Liebe zu Georg ist ihr dabei immer wieder im Weg und trotzdem lässt sie sich nicht davon abbringen, ihre Meinung kundzutun und vor allem Ludwig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Neben Clemens IV fällt der Widerling Charles D’Anjou auf. Gnade kennt er genauso wenig wie Mitgefühl und so mordet er sich bis zum Thron durch und das alles mit der vollen Unterstützung der Kirche. Der Titel bezieht sich auf das Wappen der Staufer: der Löwe! Mir hat die Reise ins Mittelalter mit all ihrem Schrecken, aber auch den kleinen Hoffnungsschimmern gut gefallen. Das Cover ist schön gewählt und rundet den Roman wunderbar ab. Monika Pfundmeier ist eine sehr emotionale Aufarbeitung der Geschehnisse um Konradins Tod gelungen. Die erfundenen Personen – wie Cäcilia, Albrecht und Georg – passen sich gut in die Geschichte ein und könnten durchaus so gelebt haben. Ein Zitat aus dem Roman hat mich besonders beeindruckt, als Konradin zu Thomas von Aquin folgendes sagt: „Betet für die, die nach mir sind. Verbrennt Eure Schrift, wenn das Leben Euch etwas bedeutet. Kein Krieg ist gerecht. Kein Gott kann das Morden erlauben. Kein Gott kann die Vernichtung von Leben wollen.“ Treffender könnten diese Worte in der heutigen Zeit kaum sein. Monika Pfundmeier hat mich mit ihrem Roman mitgerissen und mir die Geschichte um den letzten Staufer durch die lebhaften Beschreibungen von Orten, Handlungen und den Charakteren so nahe gebracht, dass ich mich im Mittelalter wiederfand und mitgelitten, gebangt und gehofft habe. „Löwenblut“ hat mir viele schöne Lesestunden bereitet und mich voll überzeugt.

Ein fesselnder Roman in ungewöhnlicher Sprache

Bewertung aus Memmingen am 07.02.2018
Bewertungsnummer: 1081342
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Bei dem historischen Roman „Löwenblut“ handelt es sich um die Fortsetzung von „Blutföhre“. Auch wenn ich den Vorgänger nicht gelesen habe, fiel es mir nicht schwer, der Geschichte um den letzten Staufer zu folgen. Heiliges Römisches Reich: Im Jahre 1268 steht das Leben des letzten Staufers, des 16jährigen Konradin, auf dem Spiel. Er gerät in die Mühlen der Politik und des Machtmissbrauchs der Kirche unter der Führung von Papst Clemens IV. Dabei stellt Konradin für die Menschen die Hoffnung auf Frieden dar. Er ist der letzte aus dem Geschlecht der Staufe und hat mit seiner strategischen Begabung bereits eine wichtige Schlacht für sich entschieden. Doch das Blatt wendet sich, denn Papst Clemens IV unterstützt den Franzosen Charles D’Anjou und stürzt damit das Volk und den Adel in eine Katastrophe. Denn Charles überzieht das Land mit Hass, Krieg und dem absoluten Siegeswillen. Dabei geht er äußerst brutal und rücksichtslos vor. Unausweichlich steuert das Reich auf einen Machtwechsel zu und Konradins Tod ist bereits beschlossen und unausweichlich. Am Hofe seines Onkels Ludwig – der Strenge - lebt die Hofdame Cäcilia, die diesen berät und zwischen ihren Pflichten und ihrer Liebe zum Ritter Georg hin- und hergerissen ist. Vielen Männern ist sie ein Dorn im Auge, weil sie so klug und stark ist. Im Laufe des Romans offenbart sich mit aller Macht die Grausamkeit des Krieges und des Hasses und doch blitzt dazwischen Leidenschaft und der Funken der Liebe auf. Trotzdem kocht jeder Protagonist sein eigenes Süppchen. Letztlich verfolgen sowohl Charles D’Anjou als auch Papst Clemens VI nur ein Ziel: die völlige Ausrottung des Geschlechts der Staufer! Anfangs war ich sehr überrascht vom Schreibstil, der gewöhnungsbedürftig daher kam. Doch ich habe mich schnell daran gewöhnt und konnte das Buch zeitweise kaum aus der Hand legen, weil es so spannend war. Zudem passt der Schreibstil gut zu einem historischen Roman. Der geschichtliche Hintergrund ist gründlich recherchiert und der Anhang hilft auch, sich in der Zeit zurechtzufinden und mit den Charakteren klar zu kommen. Die Rolle der Kirche in der Person des Papstes Clemens IV innerhalb der Geschichte um den letzten Staufer hat mich wirklich wütend gemacht. Folgendes Zitat ist mir dabei sehr unangenehm in Erinnerung geblieben „Und, Aquin? Was scheren mich Kinder.“ In diesem Roman gefallen mir vor allem die vielen starken Frauen, die unbeirrt ihren Weg gehen und das in einer Zeit, in der die Männer regieren und eindeutig das Sagen haben. Friggerl, die weise, alte Frau, die noch um die alten Bräuche und Weltanschauung weiß, ist mir sehr sympathisch. Und dann natürlich Cäcilia, die geradeheraus sagt, was sie denkt und ihren eigenen Lebensweg verfolgt. Ihre Liebe zu Georg ist ihr dabei immer wieder im Weg und trotzdem lässt sie sich nicht davon abbringen, ihre Meinung kundzutun und vor allem Ludwig mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Neben Clemens IV fällt der Widerling Charles D’Anjou auf. Gnade kennt er genauso wenig wie Mitgefühl und so mordet er sich bis zum Thron durch und das alles mit der vollen Unterstützung der Kirche. Der Titel bezieht sich auf das Wappen der Staufer: der Löwe! Mir hat die Reise ins Mittelalter mit all ihrem Schrecken, aber auch den kleinen Hoffnungsschimmern gut gefallen. Das Cover ist schön gewählt und rundet den Roman wunderbar ab. Monika Pfundmeier ist eine sehr emotionale Aufarbeitung der Geschehnisse um Konradins Tod gelungen. Die erfundenen Personen – wie Cäcilia, Albrecht und Georg – passen sich gut in die Geschichte ein und könnten durchaus so gelebt haben. Ein Zitat aus dem Roman hat mich besonders beeindruckt, als Konradin zu Thomas von Aquin folgendes sagt: „Betet für die, die nach mir sind. Verbrennt Eure Schrift, wenn das Leben Euch etwas bedeutet. Kein Krieg ist gerecht. Kein Gott kann das Morden erlauben. Kein Gott kann die Vernichtung von Leben wollen.“ Treffender könnten diese Worte in der heutigen Zeit kaum sein. Monika Pfundmeier hat mich mit ihrem Roman mitgerissen und mir die Geschichte um den letzten Staufer durch die lebhaften Beschreibungen von Orten, Handlungen und den Charakteren so nahe gebracht, dass ich mich im Mittelalter wiederfand und mitgelitten, gebangt und gehofft habe. „Löwenblut“ hat mir viele schöne Lesestunden bereitet und mich voll überzeugt.

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