Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt ...
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Schaffhausen
5/5
24.09.2019
Buch (Taschenbuch)
Tolles Buch
Platzgumer hat eine eigene Sprache gefunden. Als Leser wird man direkt in der Geschichte angesprochen und wird so Teil derselben.
Bewertung
aus Gmunden
5/5
18.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Gipfel der deutschsprachigen Literatur
Je mehr man liest desto klarer wird das Motiv des Protagonisten warum er in den frühen Morgenstunden einen Berg erklimmt, denn auf der Spitze des Berges beginnt er sich dem Niederschreiben seiner Lebensgeschichte zu widmen. Von traumatisierenden Ereignissen seiner Kindheit bis hin zu Momenten des Glücks die er sich mit seiner wahren Liebe teilte erzählt Gerold von seinem Leben. Mit teilweise direkt an den Leser gewendeten Sätzen hilft er auch deutlich zu machen wie lange ihn schon der Tod als Freund und Feind begleitet. Gerolds erzählweise ist dabei so interessant weshalb es einem als Leser sehr leicht fällt sich in seine Lage zu versetzen und man schließlich selbst beginnt sich Gedanken zu machen wie man gehandelt hätte.
Durch den sehr angenehmen Lesefluss lässt sich das Buch schwer beiseite legen weshalb es sehr schnell durchgelesen ist, dennoch ist "Am Rand" ein wirklich packender und tiefsinniger Roman der definitiv zum Nachdenken anregt.
Bewertung
aus Mainz
5/5
13.09.2016
eBook (ePUB)
Gerold Ebner macht sich früh…
Gerold Ebner macht sich früh am Morgen auf in Richtung Gipfel des Bocksbergs. Er hat etwas zu erledigen, das will er alleine und in Ruhe tun. In Etappen geht es bergauf und in Etappen lässt er sein Leben Revue passieren. Zunächst seine Herkunft, die Mutter, die als Prostituierte arbeitet und nicht weiß, wer sein Vater ist. Sein Großvater, herrisch und bestimmend und dessen Tod eine Erleichterung für die gebeutelte Mutter ist. Seine Liebe zu Elena, die nie in einer Ehe oder richtigen Familie mündete. Und seine Freundschaften, die von der Kindheit bis in den Tod halten. Der Tod ist es auch, der den Takt und die Einschnitte bestimmt und der am Ende als letzter auf den Protagonisten noch wartet. „Am Rand“ – für mich eher am Abgrund, ein Leben immer an der Grenze, kurz vor dem Absturz, nie wirklich in den ruhigen Fahrwassern in der Mitte. In gelassenem Ton lässt Platzgumer seinen Protagonisten erzählen, die äußere Chronologie ebenso wie die seines Daseins gliedern die Erzählung und so passt ein ganzes Leben in einen einzigen Tag. Auch der Gegenspieler des selbigen schlägt seine Pflöcke ein und sucht schon früh die Bekanntschaft mit dem Protagonisten, der sich die Frage stellen muss, ob es gerechtfertigte Tode gibt und ob man Mitschuld immer als etwas Negatives sehen muss – kann dies nicht auch Befreiung sein? Die Mutter befreit er von dem übermächtigen Großvater, den Freund vom aussichtslosen Leiden, die Geliebte von der unerfüllten Mutterschaft und sich selbst? Es ist absehbar, worauf die Handlung von der ersten Seite an hinsteuert, es bleibt die Frage nach dem Warum, die gleich mehrfach beantwortet wird und sich am Ende umformuliert in die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens und der Menge an Kraft, die es lohnt aufzubringen – oder eben nicht. Hans Platzgumer wurde für seinen Roman mit der Nominierung auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 honoriert. Thematisch reißt er die ureigenen Fragen nach dem Dasein des Menschen und dem Sinn des Lebens auf – allemal eine Nominierung wert. Interessant ist die Deutung der Frage nach der Schuld; der Autor wagt es die üblichen Wege in schwarz-weiß zu verlassen und stimmt der Leser mit seinem Protagonisten ein, macht er sich womöglich mitschuldig. Gibt es einen gerechtfertigten Mord? Dürften oder sollten wir ihn dann überhaupt Mord nennen? Trotz der Schwere und Bedeutung der Thematik liest sich der Roman jedoch recht eingängig und nur leicht melancholisch, wir dürfen uns den angerissenen Fragen stellen, werden aber nicht von diesen erschlagen, was ein wahrhaftiges Kunststück ist.
Edith Berger
aus Graz
5/5
16.02.2016
Buch (Gebundene Ausgabe)
fesselnde Leselektüre
"Irgendwann kommt jeder an. Steht, liegt oder sitzt, wie ich jetzt hier auf dem Gipfel. Erkennt den Strich, den er unter alles ziehen kann. Heute ist mein Tag....Aber noch ist es nicht soweit. Noch sitzt Gerold Ebner am Rand. und erzählt. Er erzählt von seiner alleinerziehenden, Gefühle verbergenden Mutter. Vor Gerolds Geburt gelingt ihr die Flucht vor einem übermächtigen Vater. Eine Zeit lang. Gerolds Kindheit ist nüchtern. Schlägereien zwischen den Kinderbanden der Siedlung sind beinahe Alltag. Um dagegen halten zu können beschließen Gerold und sein bester Freund Guido Karate zu erlernen. Für Guido, den talentierteren der beiden Freunde, wird der Sport zum Lebensinhalt. Aus Freundschaft trainiert auch Gerold weiterhin mit, wenn auch weitaus weniger ernsthaft. Eines Tages taucht unerwartet der gefüchtete Großvater auf.......
"Am Rand" von Hans Platzgumer ist fesselnde Leselektüre.
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