Expeditionen eines englischen Gentleman
detebe Band 24521

Expeditionen eines englischen Gentleman

eBook

11,99 € inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Die Krönung von Haile Selassie zog 1930 ein schillerndes Publikum nach Addis Abeba. Mitten unter ihnen: >Times<-Sonderkorrespondent Evelyn Waugh. Es ist ein Anlass wie geschaffen für die satirische Feder des Eng­länders. Er mokiert sich über europäische Diplomaten und liefert das Porträt einer vergnügungssüchtigen Gesellschaft, die weit weg von zu Hause, in Abessinien, ihre pompösen Feste feiert.

Evelyn Waugh, geboren 1903 in Hampstead, war Maler, Lehrer, Reporter und Kunsttischler, bis er in der Schriftstellerei sein Metier fand und zu einem der wichtigsten englischen Autoren des 20. Jahrhunderts wurde. Im Krieg diente Waugh als Offizier. Waugh, der seit seiner Studienzeit eine Neigung zu dandyhafter Extravaganz pflegte, liebte es, das Publikum durch kontroverse Äußerungen zu provozieren. Er starb 1966 in Taunton, Somerset.

Details

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

23.05.2018

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

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Erscheinungsdatum

23.05.2018

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

336 (Printausgabe)

Dateigröße

1368 KB

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

Remote People

Übersetzer

Matthias Fienbork

Sprache

Deutsch

EAN

9783257608816

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gelangweilter Reisebericht aus den 1930ern in Abessinien

Bewertung aus Oberursel am 15.04.2020

Bewertet: eBook (ePUB)

1930 wurde in Abessinien Haile Selassie zum Kaiser gekrönt, und dieses Ereignis zog ein schillerndes Publikum nach Addis Abeba. Auch Evelyn Waugh, seines Zeichens Sonderkorrespondent der englischen Times, zieht es dorthin. Und der renommierte Reiseschriftsteller und Journalist macht aus seiner Expedition ins heutige Äthiopien eine 300 Seiten dicke Reisereportage, in der er nicht nur den afrikanischen Kontinent im Allgemeinen und die Abessinier im Speziellen beschreibt, sondern auch mit spitzer Feder über die europäischen Diplomaten und die vergnügungssüchtige europäische Gesellschaft fernab der Heimat berichtet. Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, denn Waugh als Autor ist mir schon öfters ans Herz gelegt worden, und ich finde Reiseberichte aus dieser Zeit immer sehr spannend. Waugh hat eine erfrischend satirische Ader und eine spitze Zunge, und für englischen Humor bin ich ja generell sehr offen . Auf den ersten paar Seiten war ich auch gerade vom Stil her sehr angetan. Allerdings, es ist eine Sache, wenn ein zeitgenössischer ironischer Blick auf Mitreisende geworfen wird, und eine andere Sache, wenn dieser Blickwinkel auch komplett auf Abessinien gerichtet wird. Addis Abeba mit Alice im Wunderland zu vergleichen ist beispielsweise beim ersten Mal Lesen halbwegs witzig, beim wiederholten Male Lesen verrät es schon Geringschätzung zu Ungunsten des afrikanischen Kontinents. Klar, Waugh ist ein Kind seiner Zeit und hat einen imperialistischen Blick auf die Dinge, aber die political incorrectness, die ein Kritiker dem Münchner Abendzeitung auf dem Buchrücken als erfrischend lobt, fand ich persönlich irgendwann nur noch unpassend und nervend. Ich hatte auch den Eindruck, dass der Autor seine Reise irgendwann nicht mehr interessant und spannend fand, sondern sich selbst gelangweilt hat. Für mich war der Reisebericht auch ein wenig sprunghaft, manchmal konnte ich den Gedankensprüngen schwer folgen. Es war teilweise auch arg abgehackt. Beispiel: S. 259: Waugh beginnt mit der Schilderung eines Kinobesuchs am Samstagabend, beschreibt in Schachtelsätzen den Inhalt eines Charlie-Chaplin-Filmes, dann in 7 Zeilen den Inhalt eines indischen Filmes, und dann geht es übergangsweise weiter mit „Die Kirche in Tabora war sehr schön (….).“ Ok. Wir sind also nicht mehr im Kino, sondern plötzlich Sonntagmittags in einer Kirche. Und nach weiteren 7 Zeilen ist das Kapitel zu Ende. Hä????? Tja, was soll ich sagen, ich hab die letzten zwei Drittel des Buches nur noch grob überflogen. Ich war irgendwann null gefesselt, und dachte aber als, vielleicht kommt ja noch was. Kam aber nicht. Es gibt in dieser Ausgabe noch ein etwa 30-seitiges Nachwort, in dem Biographen Waughs zu Wort kommen, inkl. Kartenmaterial zum äthiopischen und britischen Reich 1930, das war dann noch mal interessant. Allein, Waughs Bericht war es nicht. Schade.

gelangweilter Reisebericht aus den 1930ern in Abessinien

Bewertung aus Oberursel am 15.04.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

1930 wurde in Abessinien Haile Selassie zum Kaiser gekrönt, und dieses Ereignis zog ein schillerndes Publikum nach Addis Abeba. Auch Evelyn Waugh, seines Zeichens Sonderkorrespondent der englischen Times, zieht es dorthin. Und der renommierte Reiseschriftsteller und Journalist macht aus seiner Expedition ins heutige Äthiopien eine 300 Seiten dicke Reisereportage, in der er nicht nur den afrikanischen Kontinent im Allgemeinen und die Abessinier im Speziellen beschreibt, sondern auch mit spitzer Feder über die europäischen Diplomaten und die vergnügungssüchtige europäische Gesellschaft fernab der Heimat berichtet. Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, denn Waugh als Autor ist mir schon öfters ans Herz gelegt worden, und ich finde Reiseberichte aus dieser Zeit immer sehr spannend. Waugh hat eine erfrischend satirische Ader und eine spitze Zunge, und für englischen Humor bin ich ja generell sehr offen . Auf den ersten paar Seiten war ich auch gerade vom Stil her sehr angetan. Allerdings, es ist eine Sache, wenn ein zeitgenössischer ironischer Blick auf Mitreisende geworfen wird, und eine andere Sache, wenn dieser Blickwinkel auch komplett auf Abessinien gerichtet wird. Addis Abeba mit Alice im Wunderland zu vergleichen ist beispielsweise beim ersten Mal Lesen halbwegs witzig, beim wiederholten Male Lesen verrät es schon Geringschätzung zu Ungunsten des afrikanischen Kontinents. Klar, Waugh ist ein Kind seiner Zeit und hat einen imperialistischen Blick auf die Dinge, aber die political incorrectness, die ein Kritiker dem Münchner Abendzeitung auf dem Buchrücken als erfrischend lobt, fand ich persönlich irgendwann nur noch unpassend und nervend. Ich hatte auch den Eindruck, dass der Autor seine Reise irgendwann nicht mehr interessant und spannend fand, sondern sich selbst gelangweilt hat. Für mich war der Reisebericht auch ein wenig sprunghaft, manchmal konnte ich den Gedankensprüngen schwer folgen. Es war teilweise auch arg abgehackt. Beispiel: S. 259: Waugh beginnt mit der Schilderung eines Kinobesuchs am Samstagabend, beschreibt in Schachtelsätzen den Inhalt eines Charlie-Chaplin-Filmes, dann in 7 Zeilen den Inhalt eines indischen Filmes, und dann geht es übergangsweise weiter mit „Die Kirche in Tabora war sehr schön (….).“ Ok. Wir sind also nicht mehr im Kino, sondern plötzlich Sonntagmittags in einer Kirche. Und nach weiteren 7 Zeilen ist das Kapitel zu Ende. Hä????? Tja, was soll ich sagen, ich hab die letzten zwei Drittel des Buches nur noch grob überflogen. Ich war irgendwann null gefesselt, und dachte aber als, vielleicht kommt ja noch was. Kam aber nicht. Es gibt in dieser Ausgabe noch ein etwa 30-seitiges Nachwort, in dem Biographen Waughs zu Wort kommen, inkl. Kartenmaterial zum äthiopischen und britischen Reich 1930, das war dann noch mal interessant. Allein, Waughs Bericht war es nicht. Schade.

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