Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Abends unternimmt das Paar noch einen Gang ins Dorf. Am Morgen stellt sich heraus, daß die beiden in der Nacht nicht zurückgekehrt sind. Zusammen mit dem Hund macht die Frau sich auf den Weg, um sie zu suchen. Doch plötzlich kehrt der Hund mit blutender Schnauze zu ihr zurück, und dann stößt sie selbst an ein unsichtbares Hindernis. Es ist eine riesige gläserne Wand, durch die sie, der Hund, eine Katze und eine trächtige Kuh in einem genau umgrenzten Stück Natur gefangen sind...
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
KittyCatina
5/5
06.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Was bleibt, wenn das Leben ringsherum endet?
Schon vor langer Zeit habe ich die Verfilmung dieses Klassikers der neueren Literatur geschaut und muss sagen, dass diese schon sehr eindrucksvoll und gleichzeitig bedrückend war, allerdings hätte ich niemals damit gerechnet, wie großartig und packend das Buch tatsächlich ist.
In diesem begleitet man die namenlose Protagonistin dabei, wie sie, plötzlich von einer unsichtbaren Wand in den Bergen eingesperrt, versuchen muss, ohne jeglichen Luxus, ganz allein und mit relativ wenigen Nahrungsmitteln, klarzukommen. Nur ein Hund, später noch eine Kuh und eine Katze, begleiten sie in ihrem spartanischen Leben und werden mehr und mehr zu ihrer Familie. Die ganze Geschichte hätte dabei echt langweilig werden können, doch dem war ganz und gar nicht so, denn diese war zwar relativ sachlich, aber auch einfach nur wahnsinnig spannend und packend geschrieben. Das Buch ist ein Bericht über das, was der Protagonistin geschieht und spiegelt perfekt deren Gefühle und Gedanken wider. Es zeigt die bedrückende Einsamkeit, aber auch die Schönheit der Natur und des Alleinseins, der Ruhe und der Entschleunigung. Außerdem wurde die innige Beziehung zwischen der Protagonistin und den Tieren richtig toll beschrieben und jeder Verlust, den sie erleiden muss, war richtig schlimm für mich, da ich die Tiere auch sehr ins Herz geschlossen habe, allen voran Luchs, den bayrischen Gebirgshund.
Was die Protagonistin angeht, so fand ich diese ebenfalls richtig großartig und vor allem interessant geschrieben. Sie ist eine Mutter und Witwe in ihren Vierzigern und wirkte auf mich recht pragmatisch. Schnell passt sie sich ihrer neuen Situation an und versucht, einfach nur zu überleben. Dabei verändert sie sich immer mehr, wird immer ruhiger, leidet aber auch hier und da unter einer Art Depression. Dennoch kämpft sie, wobei ihr gerade auch ihre Tiere und die Verantwortung helfen.
Alles in allem war dieses Buch super ruhig und unaufgeregt geschrieben und dennoch fand ich den Bericht einfach nur mitreißend und super atmosphärisch. Es zeigt, was im Leben wirklich wichtig ist und dass aller Luxus nichts wert ist, wenn es ums pure Überleben geht. Gleichzeitig muss sich auch die Protagonistin auf das Wesentliche besinnen. Ich hätte jedenfalls niemals gedacht, dass mich dieses Buch so sehr begeistern könnte und kann sagen, dass es für mich ein absolutes Lesehighlight ist.
Esther
5/5
11.06.2025
eBook (ePUB 3)
Natur pur
dieses Buch hat mich aus einer langen Leseflaute geholt. Es ist ruhig und es hat mich aus meiner lauten, stressigen, schnellen Welt in ein Leben eintauchen lassen, welches im Einklang mit der Natur und den Tieren lebt. Es passiert nicht viel aber es ist so schön zu lesen!
Bewertung
5/5
07.12.2022
eBook (ePUB 3)
Gänsehaut
Eigentlich wollte sie nur ein paar Tage mit ihrer Cousine und deren Mann in den Bergen bleiben, als sie aber am nächsten Tag aufwacht ist da eine Wand die undurchdringlich scheint. Ihre Cousine und der Mann mussten im Dorf gebleiben sein. Die restlichen Menschen sind zu Stein erstarrt. Alles was ihr bleibt ist der Hund, die Berge, die Hütte und der Wald. Und so beginnt ein Kampf ums Überleben zwischen Einsamkeit und harter Arbeit. Einzig die Tiere spenden ihr Trost und das Schreiben hält sie davon ab, dem Wahnsinn zu verfallen. In ihrer Einsamkeit stellt sie sich tiefsten Gedanken, und betrachtet ihr altes Leben, und die Menschenwelt aus neuer Sicht. Ein atemberaubendes Buch in dem die namenlose Protagonistin zum Leben erwacht, als hätte man selbst ihren Bericht gefunden. Mit ihrem präzisen Realismus beschreibt Marlen Haushofer die dystopische Einsamkeit dieses Buches, und legt damit Parallelen zu ihrem eigenen Leben.
Bewertung
5/5
16.04.2022
eBook (ePUB 3)
Ein so fantastisch surrealer wie realistischer moderner Klassiker
Der Roman "Die Wand" der Österreicherin Marlen Haushofer ist 1963 erschienen.
Es geht um eine namenlos bleibende Protagonistin, die bei einem Ausflug zur Jagdhütte eines Bekannten beinahe alleine - den treuen Jagdhund Luchs an ihrer Seite - in den Bergen zurückbleibt, da sie sich eines Morgens von einer unsichtbaren und unumgehbaren Wand vom Rest der Welt abgeschnitten findet.
Die namensgebende Wand ist das fantastisch surreale Element, das diesen sonst sehr realistischen Roman um eine Frau und Mutter im mittleren Alter zu etwas ganz Außergewöhnlichen macht und schier endlose Interpretationsspielräume eröffnet.
Der Überlebenskampf mit und gegen die Natur steht im Kern der Handlung. Zuerst erscheint die Natur als lebensunfreundlicher und feindseliger Antagonist. Zunehmend scheint die Protagonistin jedoch im ursprünglichen Leben mit der Natur ein tiefer empfundenes Glück als in ihrem alten Leben zu empfinden.
Dieses scheinbare Glück ist aber keineswegs ungetrübt. Die Handlung folgt keinem linearen Verlauf in ein befriedigendes happy end, sondern ist durchzogen von herben Rückschlägen und bisweilen kaum auszuhaltender Tragik.
Marlen Haushofers poetische Sprachverwendung ist virtuos und die große Stärke des Romans. Niemals prätentiös aber immer artistisch anspruchsvoll kann Haushofer tiefgreifend philosophisch werden, ohne jemals langatmig zu sein oder abzuschweifen. Ganze Absätze werden einem so Wort für Wort noch lange nach Ende der Lektüre im Kopf bleiben.
Die Verfilmung von 2012 mit Martina Gedeck in der Hauptrolle könnte nicht gelungener sein und ist eine absolute Empfehlung in Ergänzung des Buchs.
Bewertung
aus Neverin
5/5
11.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Macht immer wieder nachdenklich
Ein bewegendes Buch! Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt: "Was würde ich in dieser Situation machen?"
Ich habe ein Happy End erwartet, aber irgendwie gibt es kein Ende. Jeder kanns sich selbst seine Gedanken machen. Ein großartiges Buch!
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5/5
19.08.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein moderner Klassiker über Einsamkeit
Die namenlose Protagonistin verbringt ihre Ferien mit der Familie in einer abgeschiedenen Waldhütte, als sie plötzlich wie durch eine Glaswand komplett abgeschnitten von allem wird. Ganz auf sich alleine gestellt in dem wie durch eine Wand begrenzten Gebiet, beginnt ein harscher Überlebenskampf – sowohl mit dem Körper als auch mit dem Geist.
In diesem Roman geht es ums Überleben, um Isolation und Einsamkeit – und all die schier unendlichen Facetten dieses Gefühls, das die Protagonistin durchlebt. Ein grandioses Buch, das mich noch einige Zeit begleiten wird.
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5/5
15.09.2022
Buch (Taschenbuch)
Unvergessliche Geschichte
Eins dieser Bücher, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen und welches ich persönlich mehrfach gelesen habe. Großartig erzählt Marlen Haushofer die Geschichte einer Frau, die in einem Waldstück gefangen ist, von der Außenwelt durch eine durchsichtige Wand getrennt außerhalb derer kein Leben mehr existiert. Sehr bedrückend sind die Tagebucheintragungen dieser Frau, spannend der Kampf ums Überleben und dann immer wieder Überraschungen. Ein Buch das man gelesen haben muss!
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