Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Bernhard Maier beschreibt anschaulich die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil. Die Ordnung des Himmels ist ewig. Sie zeigt sich am Lauf der Gestirne und der Jahreszeiten, wird von Priestern und Theologen erforscht, in heiligen Schriften niedergelegt, in Ritualen bekräftigt, in der Ethik befolgt, in Mythen und Predigten an die nächste Generation weitergegeben. Doch tatsächlich befindet sich diese Ordnung in einem ständigen Wandel ¿ abhängig von Aufstieg und Untergang von Reichen, der Wanderung von Völkern und Ideen oder den Neuerungen religiöser Virtuosen. Bernhard Maier geht diesen Veränderungen im Lauf der Weltgeschichte nach. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, die Eigenheiten großer und kleiner Religionen prägnant zu porträtieren, parallele Entwicklungen in Schlüsselepochen deutlich zu machen und Mythologien, Zeitvorstellungen oder heilige Stätten miteinander zu vergleichen. Wer seinen eindrucksvollen Überblick gelesen hat, wird besser verstehen, warum Religionen auch heute noch so machtvoll sind und selbst eingefleischte Skeptiker zutiefst faszinieren.
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Erhard
aus Schwanenstadt
5/5
24.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Ordnung des Himmels ist ein Meisterwerk
Das Buch schafft es, über die voll umfassende Religionsgeschichte aller Weltreligionen, einen Überblick zu erzeugen, ohne die Details, die sich durch die herrschende Klasse auftut, auszulassen.
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Ordnung des Himmels
Religion gilt, zusammen mit Sex und Politik, als eines der drei großen "No-Go" Themen beim gepflegten Small Talk. Meist vermischen sich profunde Unkenntnis, Vorurteile und persönliche Überzeugungen zu einem explosiven Gebräu, selbst hier im säkularen Westen.Zeit für die Lektüre von Bernhard Maiers wunderbarem Buch "Die Ordnung des Himmels". Klar, sachlich, und verständlich erläutert Maier die Herkunft, die Glaubensgrundsätze und die Besonderheiten der "wichtigsten" Religionen, und wie diese sich im Laufe der Zeit verändert und entwickelt haben. Dabei verzichtet er dankenswerterweise auf direkte Gegenüberstellungen oder gar Wertungen, sondern bleibt bei dem was sich geschichtlich nach- und beweisen lässt. Ein wunderbares Buch, ganz gleich welcher (oder keiner) Glaubensgemeinschaft man angehört.Wenn man tiefer in den Themenkomplex der Religionen einsteigen möchte empfehlen sich aktuell auch das hervorragende Buch des Pulitzer-Preisträgers Stephen Greenblatt "Die Geschiche von Adam und Eva" sowie Tom Hollands mitreißende Geschichte des frühen Islam.Ein Buchtipp von Konstantin Klaiber im April 2018
Juti
aus HD
2/5
08.11.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein einziges…
Dieses Buch ist ein einziges Missverständnis. Es will die Religionswissenschaften in einem einführendem Buch auf 480 Seiten darstellen. Dabei teilt der Autor den Inhalt in 5 zeitlich begrenzte „Teile“ ein, die recht willkürlich gezogen sind. So erscheint Erasmus von Rotterdam, der im Übrigen im Register vergessen wurde, nicht etwa im Kapitel 16 zur Reformation, sondern in der Neuzeit im Kapitel 23 als Vorläufer des Humanismus. Danach werden die einzelnen Religionen an inhaltlichen Themen behandelt. Am schlimmsten, ja fast unerträglich ist aber die andauernde Aneinanderreihung von Namen und Jahreszahlen. Anstatt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede z.B. der christliche und islamischen Mission gegenüber zu stellen, wird nur telefonbuchmäßig aufgezählt. Unter mittelalterlicher Frömmigkeit werden die Feiertage erklärt, die wir heute noch haben. Das brauchte es nicht. Von den Bahai weiß ich recht wenig, hier erfahre ich deren Geschichte, nicht aber das der deutsche Tempel der Bahai im Taunus steht. Das letzte Kapitel „Digitalisierung und Globalisierung“ behandelt erst ein paar Sekten (ohne dieses Wort zu nennen), nennt ein paar Internetadressen, um dann zu sagen, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht viel sagen könne. Dann lass das Kapitel doch weg! Überhaupt könnte das Buch auch nur 10 Seiten haben, in dem der Autor nämlich nur die Worte nennt, die man bei Wikipedia eingeben soll. Und warum müssen deutsche Professoren nur in ihrem akademischen Stil schreiben? In der Einleitung entschuldigt sich der Autor, was er alles nicht machen kann. Dafür beschreibt er auf S.14 sein Untersuchungsgebiet. Es umfasst, kurz gesagt (aber er schreibt es anders), die ganze Erde, na gut die Antarktis fehlt. Auf S.21 lesen wir, dass Ägypten ein Geschenk des Nils ist. Wenn wir es nicht schon vorher wussten, was hat das mit dem Thema des Buches zu tun? Und dann diese fehlende Position bei aktuellen Streitfragen. Maier schreibt, dass die Gülen-Bewegung hinter dem Putsch von Erdogan steht, sei umstritten (vgl. S.409). Das stimmt aber nur für den, der keine Meinung hat. Ich lese das Buch, weil ich wissen will, wann und wie Religionen entstanden sind. Das erfahre ich nicht. Priester , Opfer und Religion gab es wohl immer schon. Auf S.40 lesen wir immerhin von einer Totenbeschwörung in der Bibel (1 Sam 28). Sonst werden anfangs viele archäologische Fundstätten aufgezählt. Ich muss lang überlegen, ob dieses Buch überhaupt einen zweiten Stern verdient hat, gebe ihn aber, weil das ein oder andere doch neu war für mich und weil ich mit letzter Kraft bis zum Ende durchgehalten habe.
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