Zur Situation von Papierlosen in Deutschland und den Möglichkeiten sozialpädagogischer Intervention
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
07.03.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
94 (Printausgabe)
Dateigröße
1507 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638259286
von Abschottung, Nützlichkeitsüberlegungen und Fremdenfeindlichkeit. In der Regel
wird von Ausländern gesprochen, ohne dass diese als konkrete Subjekte und handelnde Individuen
wahrgenommen werden. Die Situation jedoch, in der sich Migrant/innen, insbesondere
ohne festen Aufenthaltsstatus, in Deutschland wiederfinden, fordert geradezu heraus, Stellung
zu beziehen: Wie könnte ein Umgang mit Menschen anderer Herkunft aussehen, der nicht
geprägt ist von Rassismus, Vorurteilen, Instrumentalisierung und Verwertung?
Die entscheidende Kategorie muss die Würde des einzelne Menschen sein. Die Abstraktionen,
denen wir im täglichen Leben unterworfen sind, die Subtrahierung von unseren
konkreten Bedürfnissen und Wünschen, Gefühlen und Träumen sind Zeichen der Entmenschlichung
und als solche Vorstufen von Barbarei und Vernichtung. Die Bestimmung eines Wertes
von Menschen, abhängig von einseitigen Beurteilungskriterien, und die sich anschließende
Ver-Wertung stellen die Negation der Individualität und Würde des Einzelnen dar.
Für eine umfassende Wahrung der Würde und Einzigartigkeit jedes Menschen muss
jedoch die Gesellschafts-Bezogenheit der Menschen mitgedacht und mitbeachtet werden. Die
universellen Rechte der Menschen, mithin das "Recht auf Rechte", die Selbstentfaltung und
Würdigkeit müssen auf ihre Durchsetzbarkeit und Verwirklichung hin überprüft werden. Und
die gesellschaftlichen Bedingungen verhindern die Würdigkeit einiger Menschen in Deutschland,
oder schränken sie eklatant ein. Mithilfe von Gesetzen werden Menschen zu Bürger/
innen zweiter, dritter oder vierter Klasse gemacht oder ganz aus der Gesellschaft ausgeschlossen.
Migrant/innen werden nicht nur verbal in "nützliche" und "überflüssige", in berechtigt
und unberechtigt Zugewanderte eingeteilt. Am unteren Ende dieser Einteilung stehen
die sogenannten "Illegalen", denen jegliche Rechte und ein würdevolles und menschliches
Leben verweigert werden. Gleichzeitig werden Außengrenzen verstärkt und neue, innere
Grenzen geschaffen:
"Die Grenzen differenzieren und vervielfältigen sich: Sie begrenzen den gesellschaftlichen
Raum nicht mehr lediglich von außen, der gesellschaftliche Raum
wird vielmehr zunehmend mit einem Kontrollnetz überzogen, das ihm seine spezifische
Form gibt und wie eine allgegenwärtige Grenze funktioniert."1 [...]
1 Förderverein Niedersächsischer Flüchtlingsrat e.V. (Hg.) 1998, S. 13
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