Der Mediationsprozess - ein identitätsförderndes Verfahren?
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Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
22.06.2004
Verlag
GRINSeitenzahl
21 (Printausgabe)
Dateigröße
598 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783638285025
Auswirkungen des Mediationsverfahrens auf die Identität zu untersuchen. Dabei
orientiert sich die Studie vor allem am Konzept der personalen Identität, das in der
Tradition des Symbolischen Interaktionismus nach George Herbert Mead steht.
Dieser theoretische Ansatz scheint mir zur Klärung der Ausgangsfrage besonders gut
geeignet, da hier das Individuum als ein produktiv realitätsverarbeitendes Subjekt1
verstanden wird, welches sich aktiv mit seiner Umwelt - und den darin involvierten
Mitmenschen - auseinander setzt. Auf diese Weise kann es seine Umgebung
mitgestalten, sodass es nicht mehr nur als eine tabula rasa verstanden werden kann,
in die gesellschaftliche Erwartungshaltungen eingeschrieben werden. Vielmehr
findet ein aktiver Austauschprozess zwischen dem Individuum und seiner sozialen
und materiellen Umwelt statt.
Genau diese Fähigkeit macht sich meines Erachtens nach das
Mediationsverfahren zu Nutze: Bei einem auftretenden Konflikt werden die beiden
Parteien in die Lage versetzt sich mit den Wünschen, Erwartungen und Bedürfnissen
ihres jeweiligen Gegenübers aktiv auseinander zusetzen um auf diese Weise
gemeinsam eine auf Konsens ausgerichtete Einigung zu erzielen. Die beteiligten
Personen treten also in eine wechselseitige Beziehung zueinander, oder - um mit den
Worten des Symbolischen Interaktionismus zu sprechen - es findet ein Prozess der
Wechselwirkung oder "Aushandlung" zwischen zwei interdependenten Realitäten,
einer äußeren und einer inneren Realität, statt. Die äußere Wirklichkeit verkörpert
hierbei die unmittelbare und direkt erlebbare Umwelt, sowie die Sozial- und
Wertstruktur einer Gesellschaft. Die innere Realität bezieht sich hingegen auf das
einzelne Individuum: sie bezeichnet psychologisch gesehen die psychischen
Prozessstrukturen eines Menschen. Ich denke aber, dass man den Begriff der inneren
Realität auch als subjektives Abbild der äußeren verstehen kann: die Vorstellung, die
jemand von seiner Umwelt hat, muss hier ebenso integriert werden, wie die auf
individuelle Art und Weise internalisierten Werte und Normen. [...]
1Vgl. Hurrelmann, 1993
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