Produktbild: Das Spinnennetz

Das Spinnennetz

3

9,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.03.2018

Verlag

Dearbooks

Seitenzahl

100

Maße (L/B/H)

20/13/0,8 cm

Gewicht

132 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95455-949-7

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.03.2018

Verlag

Dearbooks

Seitenzahl

100

Maße (L/B/H)

20/13/0,8 cm

Gewicht

132 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95455-949-7

Herstelleradresse

dearbooks
Beymestraße 13a
12167 Berlin
DE

Email: neumann@elv-verlag.de

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Der Weg zum Faschismus war erkennbar

Raumzeitreisender aus Ahaus am 02.02.2026

Bewertungsnummer: 3033832

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Roth beschreibt in seinem Roman "Das Spinnennetz" anhand der Figur des Theodor Lohse, einem desillusionierten Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, den Nährboden des Faschismus. Aus seiner Analyse der Nachkriegssituation entwickelt er eine bestechende Vision auf den Nationalsozialismus in Deutschland. War die Entwicklung zur Diktatur vorhersehbar? Theodor Lohse fällt der Wiedereinstieg ins zivile Leben schwer. Seine Familie hätte ihn lieber als toten Kriegshelden gesehen, statt als abgehalfterten Leutnant. Er ist unzufrieden, weil er die strenge und gerechte Ordnung der Armee vermisst, in der Intelligenz und Vermögen keine Rolle spielen. Als nur mäßig Begabter aber von Ehrgeiz Getriebener, sucht er Orientierung. Er träumt von der Macht. Bei einem Spaziergang durch die Straßen blickt er bedächtig auf ein Plakat von General Ludendorf. Er schreibt einen ehrerbietigen Brief an Ludendorf und erhält auch eine Antwort. Sein Selbstwertgefühl steigt. Lohse wird Mitglied einer zweifelhaften nationalistischen Geheimorganisation, in der Befehl und Gehorsam zur ersten Pflicht gehören. Er nimmt die neue Rolle an und kündigt seinen Job. Allmählich entwickelt sich Lohse vom potenziellen zum realen Täter. So mischt er sich unter eine Gruppe von Sozialisten, die er für vaterlandslose Gesellen hält und verrät diese nach einem Anschlag. Lohse ist stolz auf sich. Für seine Karriere ist ihm jedes Mittel recht. Die Führerhörigkeit wird besonders deutlich, als er die Bemerkung des Chefs der Geheimorganisation "Vielleicht stirbt Klitsche", in die Tat umsetzt. Lohse wird zum Mörder und avanciert durch Tatsachenverdrehung zum Held. Als Folge seiner Taten leidet er unter Verfolgungswahn. Mit Aufsätzen für den "Nationalen Beobachter" und Schuldzuweisungen gegenüber den Juden und Kommunisten will er diesen kompensieren. Er wird Mitglied der nationalsozialistischen Partei, die ihn umgarnt. In einer konspirativen Aktion gegen kommunistische Arbeiter kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen. Die Nationalsozialisten siegen. Die Zeitungen berichten über Straßenkämpfe und den Sieg der Ordnung. Lohses Aktivitäten bei dieser nationalen Erhebung werden besonders herausgestellt und sein gesellschaftliches Ansehen wächst. Er wird "Chef des Sicherheitswesens" und verhaftet Andersdenkende. Wie verhalten sich die Mitläufer? Deren Psychogramm beschreibt Roth perfekt in einer kleinen Szene in einer Bar: "Eine paar Kameraden seine Gruppe umschmeichelten ihn, machten ihm Platz in der Mitte, sahen ihm auf den Mund und – erkannten sie an den ersten Sätzen, dass es eine lustige Geschichte würde, dann lachten sie und waren erschüttert von Theodors Humor." Der Schluss der Geschichte lässt eine düstere Zukunft erahnen. Nahm Roth die Wirklichkeit vorweg? Der Roman enthält eine profunde Charakterstudie der Täter und Mitläufer des Nationalsozialismus. Der Name Hitler taucht auf und Roth ahnt Anfang der 1920er Jahre, dass von ihm eine große Gefahr ausgeht. Seine Vision ist düster, wird aber vom realen Nationalsozialismus bei weitem übertroffen.

Der Weg zum Faschismus war erkennbar

Raumzeitreisender aus Ahaus am 02.02.2026
Bewertungsnummer: 3033832
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Joseph Roth beschreibt in seinem Roman "Das Spinnennetz" anhand der Figur des Theodor Lohse, einem desillusionierten Heimkehrer aus dem Ersten Weltkrieg, den Nährboden des Faschismus. Aus seiner Analyse der Nachkriegssituation entwickelt er eine bestechende Vision auf den Nationalsozialismus in Deutschland. War die Entwicklung zur Diktatur vorhersehbar? Theodor Lohse fällt der Wiedereinstieg ins zivile Leben schwer. Seine Familie hätte ihn lieber als toten Kriegshelden gesehen, statt als abgehalfterten Leutnant. Er ist unzufrieden, weil er die strenge und gerechte Ordnung der Armee vermisst, in der Intelligenz und Vermögen keine Rolle spielen. Als nur mäßig Begabter aber von Ehrgeiz Getriebener, sucht er Orientierung. Er träumt von der Macht. Bei einem Spaziergang durch die Straßen blickt er bedächtig auf ein Plakat von General Ludendorf. Er schreibt einen ehrerbietigen Brief an Ludendorf und erhält auch eine Antwort. Sein Selbstwertgefühl steigt. Lohse wird Mitglied einer zweifelhaften nationalistischen Geheimorganisation, in der Befehl und Gehorsam zur ersten Pflicht gehören. Er nimmt die neue Rolle an und kündigt seinen Job. Allmählich entwickelt sich Lohse vom potenziellen zum realen Täter. So mischt er sich unter eine Gruppe von Sozialisten, die er für vaterlandslose Gesellen hält und verrät diese nach einem Anschlag. Lohse ist stolz auf sich. Für seine Karriere ist ihm jedes Mittel recht. Die Führerhörigkeit wird besonders deutlich, als er die Bemerkung des Chefs der Geheimorganisation "Vielleicht stirbt Klitsche", in die Tat umsetzt. Lohse wird zum Mörder und avanciert durch Tatsachenverdrehung zum Held. Als Folge seiner Taten leidet er unter Verfolgungswahn. Mit Aufsätzen für den "Nationalen Beobachter" und Schuldzuweisungen gegenüber den Juden und Kommunisten will er diesen kompensieren. Er wird Mitglied der nationalsozialistischen Partei, die ihn umgarnt. In einer konspirativen Aktion gegen kommunistische Arbeiter kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen. Die Nationalsozialisten siegen. Die Zeitungen berichten über Straßenkämpfe und den Sieg der Ordnung. Lohses Aktivitäten bei dieser nationalen Erhebung werden besonders herausgestellt und sein gesellschaftliches Ansehen wächst. Er wird "Chef des Sicherheitswesens" und verhaftet Andersdenkende. Wie verhalten sich die Mitläufer? Deren Psychogramm beschreibt Roth perfekt in einer kleinen Szene in einer Bar: "Eine paar Kameraden seine Gruppe umschmeichelten ihn, machten ihm Platz in der Mitte, sahen ihm auf den Mund und – erkannten sie an den ersten Sätzen, dass es eine lustige Geschichte würde, dann lachten sie und waren erschüttert von Theodors Humor." Der Schluss der Geschichte lässt eine düstere Zukunft erahnen. Nahm Roth die Wirklichkeit vorweg? Der Roman enthält eine profunde Charakterstudie der Täter und Mitläufer des Nationalsozialismus. Der Name Hitler taucht auf und Roth ahnt Anfang der 1920er Jahre, dass von ihm eine große Gefahr ausgeht. Seine Vision ist düster, wird aber vom realen Nationalsozialismus bei weitem übertroffen.

Deutschland, Deutschland

Polar aus Aachen am 08.12.2007

Bewertungsnummer: 572912

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wie entwurzelt die Soldaten aus dem ersten Weltkrieg zurückkehrten, wie sie zur leichten Beute von Rechtsradikalen wurden, beschreibt Joseph Roth in seinem meisterhaften Roman Das Spinnennetz. Sein Erscheinungsdatum weist fast prophetisch in die düstere Zukunft, die Deutschland im Dritten Reich erwartete. Wer sich heute fragt, wie es in diesem Land soweit hat kommen können, sollte Das Spinnennetz lesen. Der Riss, der nach dem ersten Weltkrieg sich durch Deutschland zog, und führte zu Kämpfen, in denen sich Gruppierungen und politische Parteien voller Haß begegneten. Die Rollen waren fest verteilt und die jeweilig andere Seite die Ausgeburt des Bösen. Wer wollte da abseits stehen? Nach der Entwurzelung des Kriegs keine neue Heimat finden? In der Person des Soldaten Lohse warnt Roth vor dem heraufziehenden Faschismus, deren Bodensatz die Enttäuschung, die Erniedrigung ihn zu einem Mitläufer vorherbestimmt. Diese Gefahr besteht zu allen Zeiten. Auch wenn die Geschichte uns eines Besseren belehren sollte. Damit wir das nicht vergessen, sollten wir immer wieder zu Büchern wie Das Spinnennetz von Joseph Roth greifen.

Deutschland, Deutschland

Polar aus Aachen am 08.12.2007
Bewertungsnummer: 572912
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Wie entwurzelt die Soldaten aus dem ersten Weltkrieg zurückkehrten, wie sie zur leichten Beute von Rechtsradikalen wurden, beschreibt Joseph Roth in seinem meisterhaften Roman Das Spinnennetz. Sein Erscheinungsdatum weist fast prophetisch in die düstere Zukunft, die Deutschland im Dritten Reich erwartete. Wer sich heute fragt, wie es in diesem Land soweit hat kommen können, sollte Das Spinnennetz lesen. Der Riss, der nach dem ersten Weltkrieg sich durch Deutschland zog, und führte zu Kämpfen, in denen sich Gruppierungen und politische Parteien voller Haß begegneten. Die Rollen waren fest verteilt und die jeweilig andere Seite die Ausgeburt des Bösen. Wer wollte da abseits stehen? Nach der Entwurzelung des Kriegs keine neue Heimat finden? In der Person des Soldaten Lohse warnt Roth vor dem heraufziehenden Faschismus, deren Bodensatz die Enttäuschung, die Erniedrigung ihn zu einem Mitläufer vorherbestimmt. Diese Gefahr besteht zu allen Zeiten. Auch wenn die Geschichte uns eines Besseren belehren sollte. Damit wir das nicht vergessen, sollten wir immer wieder zu Büchern wie Das Spinnennetz von Joseph Roth greifen.

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