Das Un-Ding der Gabe Die Gabe bei Jacques Derrida
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
28.10.2008
Verlag
GRINSeitenzahl
13 (Printausgabe)
Dateigröße
163 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783640197477
zeigt gleich zu Anfang einen sich selbst widersprechenden Punkt, der in das Paradox der Gabe
einführt. Er spricht von einem gleichzeitigen Erscheinen und Nichterscheinen der Gabe. Als
Voraussetzung sei hierfür ein "ungeschriebener Vertrag" zwischen miteinander kommunizierenden
Menschen notwendig. Dies zeigt sich schon in den Ausdrücken, die man einem Referenten
gegenüber äußert: "ihm Aufmerksamkeit schenken" oder "Sinn geben". Das heißt also, dass
zwischen diesen Parteien in gewisser Weise unbewusst ein Vertrag konstituiert sein muss, der dem
Redner eine Vorgabe ermöglicht, die durch seine Rezipienten beantwortet wird (eben durch ihre
Aufmerksamkeit etc.). Derrida selbst schreibt dem Gabenereignis eine ternäre Struktur zu:
"»irgend>einer<« (A) hat die Intention, B an C zu geben". Durch diese formalistische
Ausdrucksweise droht jedoch eine stetige Mutation der gegebenen Sache zu einem Tauschobjekt.
Durch diesen formalistischen Ansatz entsteht eine Skepsis an derer Möglichkeit überhaupt einer
"Gabe". Etwas soll also existieren, indem es seine Eigenexistenz selbst annulliert. Dieses
offensichtliche Paradox wird dadurch erklärbar, dass die Gabe sich als unmöglich erweist, "indem
sie als Tausch konzipiert und praktiziert wird". An dieser Stelle zeigt sich gleichzeitig der Vorwurf
an Mauss, der den Widerspruch des Gabeereignisses zum Tauschakt nicht bedacht habe. Aufgrund
dessen analysiert Derrida die (vermeintliche) Gabe, in Abgrenzung zum Tausch, als klarer
Kritikpunkt zu Mauss:
"Man könnte soweit gehen zu sagen, daß selbst ein so monumentales Buch wie der Essai sur le don
von Marcel Mauss von allem möglichen spricht, nur nicht von der Gabe: der Essai handelt von der
Ökonomie, dem Tausch und dem Vertrag (do, ut des), vom Überbieten, dem Opfer, der Gabe und
der Gegengabe, kurz von allem, was aus der Sache heraus zur Gabe drängt und zugleich dazu, die
Gabe zu annullieren."
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