Produktbild: Martin Luther

Martin Luther The Man Who Rediscovered God and Changed the World

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23,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.10.2018

Abbildungen

Illustrationen, nicht spezifiziert

Verlag

Random House N.Y.

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

20,8/14,1/3 cm

Gewicht

441 g

Sprache

Englisch

ISBN

978-1-101-98002-6

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.10.2018

Abbildungen

Illustrationen, nicht spezifiziert

Verlag

Random House N.Y.

Seitenzahl

496

Maße (L/B/H)

20,8/14,1/3 cm

Gewicht

441 g

Sprache

Englisch

ISBN

978-1-101-98002-6

Herstelleradresse

Libri GmbH
Europaallee 1
36244 Bad Hersfeld
DE

Email: gpsr@libri.de

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Wie eine Neuentdeckung Luthers

Bewertung aus Schaffhausen am 07.01.2020

Bewertungsnummer: 1281676

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Metaxas hat sich ein phänomenales Wissen über Martin Luther angeeignet – und das als US-Amerikaner! Er zitiert unzählige Quellen und verfolgt Luthers Werdegang mit den Augen eines Heutigen. Er schildert Details, die ich in anderen Biographien über Luther nirgends gefunden habe. Was dieses Buch besonders interessant macht, sind die theologischen Interpretationen des Verfassers. Schonungslos stellt er "Tatsachen" in Frage, die früher kritiklos übernommen worden waren. Auch Luther selbst wird nicht verschont, vor allem dort, wo er bei ihm eine gewisse Sturheit feststellte und übt massive Kritik an seiner Schrift "Von den Juden und ihren Lügen" aus dem Jahr 1543. Weil die aktuelle Lutherforschung immer neue Details zutage fördert, räumt Metaxas zu Beginn mit vielen Mythen und Legenden um Martin Luther auf. Einige Beispiele: Luther ist in eine arme Familie hineingeboren worden. Ein Blitz vom Himmel hat den 21-Jährigen vor lauter Angst ein Mönchsgelübde ausstossen lassen, das ihm noch nie zuvor in den Sinn gekommen war. Luther beginnt sein lebenslanges Projekt, indem er seine Vorwürfe gegen Rom an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelt. "Hier stehe ich! Ich kann nicht anders!" hätte Luther vor dem Reichstag in Worms gesagt, anschliessend sei er auf die Wartburg geflohen. Im Buch selber erläutert der Autor die neuesten Forschungsergebnisse detailliert. Dieser nüchterne Stil zieht sich durch das ganze Buch. Der Verfasser ist bemüht, den vielen Legenden ein möglichst realistisches Bild des Reformators gegenüberzustellen – soweit dies 500 Jahre später überhaupt noch möglich ist. Ergreifend ist die Schilderung von Luthers Kämpfen während seiner Zeit als Mönch im Augustinerkloster Erfurt. Es war ihm ein grosses Anliegen, ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Stundenlang suchte er jeden Winkel seiner Seele nach sündigen Gedanken ab und wurde immer wieder fündig – bis er fast verzweifelte. Die römisch-katholische Kirche von damals zeigte zwar die Sünden auf, war aber nicht in der Lage, ein erschrockenes Herz zu Gewissheit der Vergebung zu führen. Metaxas hat den inneren Konflikt, dem sich Luther bis in die letzte Konsequenz stellte, meisterhaft nachempfunden. Auch wie der Theologieprofessor Luther anhand des Römerbriefes zur Gewissheit seiner Rettung durch den Glauben an Gottes Handeln findet (das "Turmerlebnis"), wird packend geschildert. Schon im Kloster ist Luther die unvorstellbare Gleichgültigkeit gegenüber der Bibel aufgefallen. Als Novize erhält er ein Exemplar nur ausgeliehen, als "echter Mönch" muss er sie wieder abgeben! Sogar viele Priester kennen die Bibel nicht, sie studieren lieber ihre Ausleger. Das gewöhnliche Volk weiss nicht, was eine Bibel ist. Immer mehr wächst in Martin Luther die Überzeugung: Jeder Mensch sollte eine Bibel in seiner Muttersprache lesen können – was ihn schliesslich zum Bibelübersetzer macht. Eine Schlüsselstelle ist Luthers Auseinandersetzung mit dem römischen Gesandten Cajetan, der den aufsässigen Mönch aus Wittenberg zur Räson und zum Widerruf bringen will. Der Kardinal realisiert nicht, was theologisch auf dem Spiel steht und verpasst damit eine weitere Chance, Luthers Vorschläge für die römisch-katholische Kirche nutzbar zu machen. Einmalig ist das Schlussbouquet, in dem Metaxas versucht, die Bedeutung Luthers in einen globalen Kontext zu stellen. Luther war nicht nur der Reformator, seine Leistungen haben die Gesellschaft verändert. Die römisch-katholische Kirche mit ihrer fast grenzenlosen Autorität und Macht hatte bisher bestimmt, was man zu glauben hatte. Abweichler wurden eliminiert. Nach Luther dachte die Bevölkerung in religiösen Fragen anders als vor ihm. "Die Tatsache, dass die römische Kirche die Macht hatte, Andersdenkende zu vernichten, bedeutete nicht, dass sie die Wahrheit auf ihrer Seite hatte. Die gewaltsame Ausmerzung anderer Meinungen widersprach völlig dem Leben und Beispiel Jesu, der nicht getötet hatte, um die Wahrheit zu schützen, sondern freiwillig für die Wahrheit in den Tod gegangen war. Die Idee der Grenzen der Macht war geboren worden. Luther wollte Jesus zurück in die Christenheit holen."

Wie eine Neuentdeckung Luthers

Bewertung aus Schaffhausen am 07.01.2020
Bewertungsnummer: 1281676
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Metaxas hat sich ein phänomenales Wissen über Martin Luther angeeignet – und das als US-Amerikaner! Er zitiert unzählige Quellen und verfolgt Luthers Werdegang mit den Augen eines Heutigen. Er schildert Details, die ich in anderen Biographien über Luther nirgends gefunden habe. Was dieses Buch besonders interessant macht, sind die theologischen Interpretationen des Verfassers. Schonungslos stellt er "Tatsachen" in Frage, die früher kritiklos übernommen worden waren. Auch Luther selbst wird nicht verschont, vor allem dort, wo er bei ihm eine gewisse Sturheit feststellte und übt massive Kritik an seiner Schrift "Von den Juden und ihren Lügen" aus dem Jahr 1543. Weil die aktuelle Lutherforschung immer neue Details zutage fördert, räumt Metaxas zu Beginn mit vielen Mythen und Legenden um Martin Luther auf. Einige Beispiele: Luther ist in eine arme Familie hineingeboren worden. Ein Blitz vom Himmel hat den 21-Jährigen vor lauter Angst ein Mönchsgelübde ausstossen lassen, das ihm noch nie zuvor in den Sinn gekommen war. Luther beginnt sein lebenslanges Projekt, indem er seine Vorwürfe gegen Rom an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg nagelt. "Hier stehe ich! Ich kann nicht anders!" hätte Luther vor dem Reichstag in Worms gesagt, anschliessend sei er auf die Wartburg geflohen. Im Buch selber erläutert der Autor die neuesten Forschungsergebnisse detailliert. Dieser nüchterne Stil zieht sich durch das ganze Buch. Der Verfasser ist bemüht, den vielen Legenden ein möglichst realistisches Bild des Reformators gegenüberzustellen – soweit dies 500 Jahre später überhaupt noch möglich ist. Ergreifend ist die Schilderung von Luthers Kämpfen während seiner Zeit als Mönch im Augustinerkloster Erfurt. Es war ihm ein grosses Anliegen, ein Leben zu führen, das Gott gefällt. Stundenlang suchte er jeden Winkel seiner Seele nach sündigen Gedanken ab und wurde immer wieder fündig – bis er fast verzweifelte. Die römisch-katholische Kirche von damals zeigte zwar die Sünden auf, war aber nicht in der Lage, ein erschrockenes Herz zu Gewissheit der Vergebung zu führen. Metaxas hat den inneren Konflikt, dem sich Luther bis in die letzte Konsequenz stellte, meisterhaft nachempfunden. Auch wie der Theologieprofessor Luther anhand des Römerbriefes zur Gewissheit seiner Rettung durch den Glauben an Gottes Handeln findet (das "Turmerlebnis"), wird packend geschildert. Schon im Kloster ist Luther die unvorstellbare Gleichgültigkeit gegenüber der Bibel aufgefallen. Als Novize erhält er ein Exemplar nur ausgeliehen, als "echter Mönch" muss er sie wieder abgeben! Sogar viele Priester kennen die Bibel nicht, sie studieren lieber ihre Ausleger. Das gewöhnliche Volk weiss nicht, was eine Bibel ist. Immer mehr wächst in Martin Luther die Überzeugung: Jeder Mensch sollte eine Bibel in seiner Muttersprache lesen können – was ihn schliesslich zum Bibelübersetzer macht. Eine Schlüsselstelle ist Luthers Auseinandersetzung mit dem römischen Gesandten Cajetan, der den aufsässigen Mönch aus Wittenberg zur Räson und zum Widerruf bringen will. Der Kardinal realisiert nicht, was theologisch auf dem Spiel steht und verpasst damit eine weitere Chance, Luthers Vorschläge für die römisch-katholische Kirche nutzbar zu machen. Einmalig ist das Schlussbouquet, in dem Metaxas versucht, die Bedeutung Luthers in einen globalen Kontext zu stellen. Luther war nicht nur der Reformator, seine Leistungen haben die Gesellschaft verändert. Die römisch-katholische Kirche mit ihrer fast grenzenlosen Autorität und Macht hatte bisher bestimmt, was man zu glauben hatte. Abweichler wurden eliminiert. Nach Luther dachte die Bevölkerung in religiösen Fragen anders als vor ihm. "Die Tatsache, dass die römische Kirche die Macht hatte, Andersdenkende zu vernichten, bedeutete nicht, dass sie die Wahrheit auf ihrer Seite hatte. Die gewaltsame Ausmerzung anderer Meinungen widersprach völlig dem Leben und Beispiel Jesu, der nicht getötet hatte, um die Wahrheit zu schützen, sondern freiwillig für die Wahrheit in den Tod gegangen war. Die Idee der Grenzen der Macht war geboren worden. Luther wollte Jesus zurück in die Christenheit holen."

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Martin Luther

von Eric Metaxas

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