Zwischen Wirtschaftswunder und Flower-Power - der fünfte Teil der großen Saga um die Hamburger Familie Wolkenrath
1952: Die gesamte Familie Wolkenrath lebt jetzt wieder zusammen im Haus in der Kippingstraße. Lysbeth und Aaron arbeiten als Ärzte und beobachten mit Entsetzen, wie viele alte Nazis immer noch wichtige Positionen in der Gesellschaft innehaben. Stella zieht es immer wieder in ihre Geburtsstadt Dresden, wo sie mit der Realität im Osten Deutschlands konfrontiert wird. Währenddessen singen die Beatles in Hamburger Clubs, protestieren Studenten auf der Straße gegen den Muff von tausend Jahren, und die Frauen beginnen, für ihre Rechte zu kämpfen. Was wird die neue Zeit für die Wolkenraths bereithalten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
aus Bühler
5/5
15.08.2019
eBook (ePUB 3)
spannend und informativ
alle vier Bände sind ein Genuss zum Lesen. Politische Geschichte und Geschichte der Menschen werden sehr gut miteinander vernetzt. Man fühlt sich als Teil der Familie.
Bewertung
3/5
23.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Der Abschluss der Familiengeschichte
Die Geschichte der Wolkenraths ist eine Hamburger Familiengeschichte, die eine echte Konkurrenz für die Bände von Carmen Korn ist. Die ersten vier Bände sind schon um einige Jahre länger auf den Markt, haben aber für mein Empfinden leider nie den großen Durchbruch geschafft, der ihnen zustehen würde. Ich bin allerdings auch keine Leserin der ersten Stunde. Ich habe erst 2010 mit dem zweiten Band „Die Träume der Töchter“ begonnen. Aber dann habe ich jeden weiteren Teil sofort lesen müssen, sobald er als Hardcover erschienen ist. 2013 erschien mit „Der Wille zur Liebe“ der 4. Band. Und er endete so, dass ich dachte, dass kann noch nicht das Ende dieser Familiengeschichte gewesen sein. Ich musste allerdings bis September 2018 warten, bis endlich der letzte Band erschienen ist.
„Verlust und Aufbruch“ beginnt 1952 und endet in den 70er Jahren. Die alten Herrschaften Alexander und Käthe Wolkenrath sind bereits 1941 und 1940 gestorben, ebenso wie die Tante Lysbeth (1941). Und auch das schwarze Schaf der Familie – der jüngste Sohn und überzeugte Nazi Johann – ist nicht mehr mit dabei. Aber die restlichen vier Geschwister Lysbeth mit ihrem jüdischen Ehemann Aaron, Eckhardt mit seiner Frau Cynthia, Alexander, genannt Dritter, mit seiner Frau Marthe und seinen drei Söhnen Alexander, Wilhelm und Peter, sowie Stella mit ihrem Geliebten Anthony und ihrem Ehemann Jonny leben am Anfang der Geschichte alle noch. Das wird aber am Ende nicht mehr so sein. Wer stirbt, verrate ich Ihnen allerdings nicht an dieser Stelle.
In den 50er Jahren geht das Leben in Deutschland wieder aufwärts. Die meisten wollen vergessen, was in der schlimmen Zeit von 1933 bis 1945 passiert ist. Endlich kann Lysbeth Medizin studieren und promovieren. Dritter hat mal wieder Probleme, die er aber immer wieder gelöst bekommt. Und der Rest der Familie macht weiter wie bisher. Trotzdem bekommen wir viel von dieser Zeit mit. Sowohl Lysbeth, als auch Stella und die dazugehörigen Partner stehen politisch eher links. Dementsprechend skeptisch verfolgen sie die Entwicklung der beiden Deutschlands, die sich immer weiter voneinander entfernen. Und sie sehen mit Entsetzen, dass ganz viel Nationalsozialisten nicht verfolgt werden, sondern weiter in Amt und Würde bleiben. Elke Vesper macht ein Parforceritt durch diese Zeit. Alle wichtigen westdeutschen Themen werden behandelt, oder doch wenigstens kurz angerissen. Vermisst habe ich allerdings den Volksaufstand in der DDR am 17 Juni 1953. Schließlich spielt Dresden in diesem Romanzyklus immer noch eine große Rolle. Angela, Stellas Tochter, und Roberta, Stellas Enkelin, sind freiwillig in Dresden geblieben und am Anfang überzeugt von dem neuen Staat. Ebenfalls etwas irritiert war ich davon, wie die Autorin mit dem Thema RAF umgegangen ist. Die Freundin von Wilhelm liebäugelt durchaus mit dieser Szene. Doch dann ist das Thema urplötzlich durch. Das hat durchaus interessant angefangen, doch dann schien es, als ob die Autorin Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen hat. Schade eigentlich! Ein für mich völlig unbekanntes Thema war das Esalen Institut in Big Sur, dem in diesem Buch viel Raum eingeräumt wurde. Durchaus nicht uninteressant. Ich frage mich nur, ob es das richtige Thema für die Leser dieser Buchreihe ist.
Ansonsten ging es mir wie im 4. Band. Sie hat einige Hintergründe zu sehr vertieft, so dass die eigentliche Handlung in den Hintergrund geriet. Das war zwar einerseits durchaus interessant, passte aber meiner Meinung nach nicht wirklich in so einen Roman. Für mich ist das Fazit, dass dieses Buch für diejenigen Leser interessant ist, die unbedingt wissen wollen, wie es mit der Familie weitergeht. Aber die auch durchaus bereit sind, solche Hintergrundinformation zu (über-)lesen. Meiner Mutter werde ich z.B. diesen 5. Band nicht schenken. Ich habe mit ihr darüber gesprochen und wir sind beide der Meinung, dass es für sie zu langweilig wäre. Entscheiden Sie also selbst, inwieweit Sie dieser Geschichte weiter folgen wollen.
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