»Es gibt Mädchen, die spielen in einer ganz anderen Liga als man selbst, was ja auch okay ist. Man kann ganz gut aus der Ferne für jemanden schwärmen. Manchmal war das auch besser so. Irritierend wurde es erst, wenn man plötzlich wahrgenommen wurde.«
Vincent ist sechzehn Jahre alt und hat es alles andere als leicht: Seit dem Tod des Vaters lebt er mit seiner Mutter in einer schäbigen Sozialwohnung und kümmert sich eigentlich um alles. Dann bricht die Mutter zusammen und kommt ins Krankenhaus. Vincent muss also nur noch für sich selbst sorgen, was aber gar nicht so leicht ist. Er bekommt unverhofft Hilfe: Am Tag der Toten, dem Día de los muertos, lernt er am Grab seines Vaters Jane kennen. Durch sie begreift Vincent, dass zum Sound seines Lebens auch Freundschaft und Vertrauen gehören. Aber Jane verschwindet immer wieder ... Wer ist dieses Mädchen eigentlich?
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Bewertung
aus Thum
5/5
15.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle Idee rührend umgesetzt!
Inhalt:
Vincent führt mit seinen sechzehn Jahren alles andere als ein leichtes Leben. Statt sich mit typischen Teenagerproblemen rumzuschlagen, kümmert er sich um seine psychisch kranke Mutter, die schäbige Wohnung und grundlegend um alle Dinge, die im täglichen Leben so anfallen.
Als Vincents Mutter dann nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus eingewiesen wird, nimmt sein Leben eine Wendung an. Allein zu sein und alles zu regeln, hat er sich wahrlich einfacher vorgestellt.
Am Grab seines Vaters trifft er dann ganz unverhofft auf Jane, die ihm zeigt, dass das eigene Leben mehr als nur geradlinig verläuft und dabei eins sehr wichtig ist : Freundschaft und Vertrauen! Aber wie soll er jemanden vertrauen, der stets dazu neigt spurlos zu verschwinden?
Wer ist dieses Mädchen eigentlich? Was verbirgt sie vor ihm? Aber vor allem - soll der „Dìa de los muertos“, der Tag der Toten, für ihn am Ende der Tag des großen Glücks werden?
Meine Meinung:
Ich muss sagen, dass ich nachdem beenden dieses Buches sehr berührt und überrascht bin. Sehr viel positive und traurige Eigenschaften vermischen Realität und „Zwischenwelt“ miteinander, so dass man selbst an die Macht des Übernatürlichen glauben mag und vor allem an das Gute im Leben glauben lernt.
Vincent führt ein Leben, dass eine große Bürde für einen Jugendlichen ist. In einer Sozialwohnung pflegt er seine schwer depressive Mutter, die den Verlust seines Vaters nicht überwunden hat. Grundlegen kümmert er sich um einfach alles was so anfällt und hat wenig Freizeit um sich um die eigenen Interessen zu kümmern. Eigentlich ist er davon überzeugt, dass er alles im Griff hat, doch mit dem Zusammenbruch und dem Krankenhaus Aufenthalt seiner Mutter, bricht auch seine Heil geglaubte Welt zusammen, denn wirklich komplett auf sich allein gestellt zu sein, birgt noch eine viel größere Herausforderung als er geglaubt hat. Man spürt deutlich in welchem Schockzustand Vincent nach dem Vorfall steht und wie dieser Zustand ihm das Leben zusätzlich erschwert. Es ist ein ständiger Wandel zwischen dem eigenen Zusammenbruch und dem Kampf alles zu meistern.
Vincent gefiel mir in seiner Rolle sehr gut und der Autor schildert diesen Kampf des Jungen so authentisch, dass es einem sehr nahe geht.
Toll sind die beiden sehr unterschiedlichen Mädels, die an die Seite gestellt werden und sein Leben erneut total auf den Kopf stellen.
Die distanzierte und sehr angesehene Vida passte anfänglich für mich so gar nicht in das Bild der Geschichte. Sie macht keinen Hehl darum, dass Vincent ihr eigentlich total egal ist und doch tritt sie für ihn ein als ein Mitschüler ihn drangsaliert. Verwirrt hat mich dann doch die Nähe, welche Beide zueinander verspüren und die gerade aus den Bedeutungen ihre „Körperdüfte“. Vida duftet für Vincent wie Jasmin und andersherum hat Vincent den Duft von Lavendel den er versprüht. Beide wissen um deren Bedeutung und doch bleibt gerade da die Distanz präsent. Ich war etwas verwirrt, aber egal *lach*
Und dann gibt es noch Jane. Die geheimnisvolle Obdachlose, die sich in der Nähe des Grabes von Vincents Vater eine Gruft zum Eigentum gemacht hat. Kurzer Hand stimmt Vincent ihrem Wunsch zu, dass sie Übernacht bei ihm schlafen kann. Doch aus der einmaligen Sache wird ein Dauerzustand. Witzig ist die Sichtweise der Beiden, die sich absolut unterscheiden. Während Vincent der Meinung ist, der große Helfer in der Not zu sein, stellt Jane unweigerlich klar, dass sie diese Rolle inne hat und für das Wohl & Glück für Vincent einsteht. Und hier nimmt die wundervolle und sehr herzzerreißende Geschichte ihren Lauf!
Hier beginnt der sehr authentische Wandel zwischen Realität und „Zwischenwelt“, einen Spagat, den Peter Schwindt so einfühlsam, authentisch und einprägsam gemeistert hat, dass jeder Zweifel daran, dass es wahrlich existieren könnte, ausgeräumt ist. Auch wenn ich am Ende immer noch nicht an diese Dinge glaube, so vermittelte mir dieses Buch einen kleines Stückchen Glaube daran.
Es ist toll mit Vincent dieses Erlebnis zu machen, zu sehen und zu lernen, zu fühlen und zu kämpfen. Es hat mein Herz zutiefst berührt. Die Verbundenheit zu Jane ist ganz anders als er es kennt. Er spürt keine Verliebtheit gegenüber ihr, sondern hat in ihr die Freundin fürs Leben gefunden. Leider wird aber zu schnell aufgedeckt, welche Bewandtnis das „Grenzland“ für Vincent mit sich bringen wird. Trotz der aufkeimenden Spannung hat es dennoch einen kleinen Riß verursacht, der im Verlauf etwas veränderte.
Der Schreibst von Autor Peter Schwindt ist sehr lebendig, aussagekräftig und fesselnd. Man sinniert über das Gelesene, wird in den Bann und in die Ereignisse hineingezogen und erlebt sie so auf sehr intensive und sanfte Weise.
Ich war nicht enttäuscht, keines Wegs, aber es löste etwas in mir aus. Es ist schwer zu beschreiben, denn Enttäuschung ist wirklich das falsche Wort. Es war eher eine entrüstete Begeisterung, etwas ungeahntes, beängstigendes und doch so faszinierend, dass ich nicht mit dem Lesen aufhören wollte.
Fazit:
Die Geschichte überzeugte absolut mit ihrem Ideenreichtum, ihrer Präsenz und vor allem mit ihren Charakteren. Daher kann ich nicht anders als eine klare Leseempfehlung aussprechen und hoffe sehr, dass das Buch bei seinen Lesern genau solche Gefühle auslösen wird wie bei mir, denn es sind die Kleinigkeiten, die diese Geschichte so lesenswert macht.
Nicole
aus Nürnberg
5/5
15.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch das das Leben bejaht
Ich bin sehr schnell in dieser Geschichte angekommen und war richtig erstaunt, das ich das, was ich erwartete nicht bekam, dafür aber etwas besseres.
Ich kann mich mit Vincent zum Teil wirklich identifizieren und mit ihm mitfühlen. Nicht nur weil ich weiß wie es ist, keinen Vater zu haben, sondern auch wie er sein Leben meistert. Denn als der Vater noch lebte, war die Familie in einem besseren Zustand und hat auch in einem besseren Viertel der Stadt gelebt.
Doch als der Vater starb, war das alles nicht mehr drin und er musste in einen Brennpunkt ziehen. Dort fühlt er sich aber erst mal gar nicht wohl und als er seine Mutter nach der Schule bewusstlos findet, schlagen alle Alarmsignale an.
Die Mama kommt mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus, warum sie aber im Koma liegt, ist unbekannt.
Als er dann eben Jane trifft und mit ihr zurück in sein Leben findet, wird ihm einiges klar, das ihm vorher einfach nicht bewusst war.
In der Schule lernt er erst mal nicht so schöne Sitten kennen und muss verstehen, das Leben ist allein zu hart und er braucht Freundschaften.
Als er auf ein Mädchen trifft, das er richtig toll findet, wird klar, das diese eigentlich auf Mädchen steht und nicht auf Jungs, so kommt es zu einer Dreierbeziehung, aber auch nicht wirklich, es ist eher eine Freundschaft, wo es Menschen gibt, die ihn nicht aufgeben und verstehen, welches Problem er wirklich hat.
Jane dagegen ist etwas ganz besonderes, sie ist nämlich irgendwie von dieser Welt und doch gar nicht, denn sie trägt ein mächtiges Geheimnis mit sich mit, und schafft es, eine wichtige Sache zurück in das Leben zu holen, was das ist? Nun das erfahrt ihr wenn ihr das Buch lest.
Dieses Buch ist nicht wirklich in eine Schublade der Genres zu packen, dazu ist es zu vielschichtig und auch irgendwie zu bunt. Wenn ihr den Film Coco von Walt Disney kennt, dann könnte es sein, das ihr dahin kommt wo das Genre des Buches liegt, andererseits ist es eine Lebensgeschichte, eine Mutgeschichte, eine Geschichte von Verrat und Unglück und zeitgleich eine Geschichte des Lebens und der Hoffnung. Rundherum ist das Buch einfach auch ein bisschen Gruselig und ein bisschen aufrüttelnd und vor allem eines, bis zum Ende geheimnisvoll.
Für mich war dieses Buch spannend, es hat mir eine Welt aufgemalt, die ich mir selbst immer wieder gewünscht hätte, als ich selbst in meinen schwersten Zeiten steckte, und zeitgleich ist es aber eine Geschichte, die mit vielen Rätseln gespickt ist, so das ich wirklich nur noch wissen wollte, wer Jane ist, wie Vincent zurück in sein Leben findet und zeitgleich begreift wer er ist.
Zudem fand ich es spannend, wie die Freundschaften im Buch entstehen.
Es gibt mega viele Charaktere in diesem Buch, manche sind eher Randfiguren, Nebenfiguren, anderer dagegen sind die schillernden und bösen Figuren, anderer dagegen sind die die ungewollt in ein Abenteuer geraten und doch nur eines wollen, eine heile Welt.
Doch irgendwas hat mir in den Charakteren gefehlt, nämlich das ich sie neben mir auf dem Sofa sitzen habe, und nicht in der Luft finden darf, und das war aber eher öfters der Fall. Für mich war hier also ein kleiner Mango, der sich aber dank den wenigen Protas die mich wirklich erreichten, irgendwie dennoch positiv belegt wurden.
Ich hoffe aber irgendwie noch einmal auf Vincent und seine Freunde zu treffen und irgendwie noch etwas mehr Griffigkeit in den Figuren zu finden.
Ich finde es irgendwie toll, das der Autor sich nicht scheut, Depressionen, Suizid und andere schwere Dinge anzusprechen, dabei bleibt er aber an der Oberfläche und zeigt nicht alles auf, an sich ist das kein Problem, denn diese Geschichte ist keine Selbsthilfe Geschichte, wobei zu einem gewissen Teil schon, sondern eine Jugendgeschichte die aufzeigt, wie man es vielleicht schaffen kann, sich nicht völlig aufzugeben und ein Leben zu leben, das vielleicht nicht das ist, was man sich ursprünglich geplant hatte, aber man kann aus allem das Beste herausholen und hier ist der Autor mit Vincent auf einem wirklich interessanten Weg.
Am Ende fand ich es heftig wie der Autor den Unfall des Vaters erklärte und musste ziemlich schlucken, gleichzeitig musste ich aber anerkennen, das es überhaupt zur Sprache kam, denn zu einer Zeit wo psychische Krankheiten doch einen gewissen Stellenwert einnehmen ist es wichtig auch die Folgen aufzuzeichnen von gewissen Dingen.
Dieses Buch empfehle ich Jugendlichen die vielleicht selbst gerade in einer nicht so einfachen Zeit stecken, die Rat und Mut brauchen, die aber auch selbst stark sind, weiter zu gehen und ich wünsche jedem Jugendlichen der ein Täter ist (und eigentlich sind wir das alle in einer gewissen Form) das er durch das Buch wachgerüttelt und vielleicht erschüttert wird, ich wünsche aber auch das Erwachsene die dieses Buch lesen, sich berühren lassen und vielleicht erkennen, das Flucht nicht immer die allerbeste Lösung ist, sondern das es manchmal wichtiger ist, auch wenn das noch so weh tut, sich seinem Kummer in den Weg zu stellen und dabei stärker durchzukommen als vielleicht erwartet wurde.
Mich hat das Buch berührt, gerade weil es immer wieder Überraschungen gab, ich das Gefühl hatte angesprochen zu werden und gleichzeitig dankbar darauf zu schauen, was ich erreichen durfte. Für mich ist dieses Buch also wirklich toll gewesen und ich kann nur zum Teil die negativen Stimmen zu diesem Buch verstehen, weswegen ich fünf Sterne gebe.
Der Medienblogger
4/5
15.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Faszinierend!
Essenziell für die Qualität einer jeder Buchbesprechung ist wie bei jedem gärenden Wein die Dauer, die man zwischen dem Beenden der Lektüre und dem Verfassen der Rezension verstreichen lässt. „Borderland“ von Peter Schwindt ist ein Jugendbuch aus dem Fischer-Verlag, auf das ich direkt durch das wunderschön gestaltete Buchcover aufmerksam geworden bin. Es ist schwer, die Handlung in ein bestimmtes Genre einzuordnen, denn das Werk arbeitet schubladenübergreifend, nicht-kategorisch. Nun sind es etwa sechs Wochen her, seit ich das Buch fertig gelesen habe, und diese Verzögerung ist zweifelsohne mit der fehlenden Motivation und der inneren Unzufriedenheit für diesen Blog zu begründen, die sich in unregelmäßigen Abständen an mich heranschleicht. Dennoch wirkt in mir noch ein spannendes Nachgefühl zu „Borderland“, das und dessen Folgen ich im Folgenden näher erläutern möchte.
Positiv aufgefallen ist mir, dass das Buch trotz seiner offenen Handlung ein Vorne und ein Hinten besitzt. Der Autor schlägt geschickt die überbordende Brücke von dem Einstieg in die Geschichte, dem Prolog, bis hin zum Ausklang der Erzählung. So wird zwar viel Raum für Interpretationen übrig gelassen, dennoch fühlt sich das Buch an richtiger Stelle beendet und abgeschlossen an. Peter Schwindt entführt sein Lesepublikum von der ersten Seite an in einen wunderbaren, poetischen und aufblühenden Roman, der sich jedoch nicht jedem Leser entfalten wird.
Eine der größten Stärken, die „Borderland“ aufzuweisen hat, ist die Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere, die das Figurenensemble zu bieten hat. Es gibt nur wenige Personen, die für das Fortschreiten der Handlung tatsächlich essenziell sind. Diese werden jedoch mit dem nötigen, „schreibsteller’schen“ Feingefühl ausgearbeitet. Keiner von ihnen fehlt es an emotionaler Tiefe, charismatischer Wirkung und nachvollziehbaren inneren Gedankenvorgängen, sodass es eine wahre Freude ist, die Menschen, die man auf nur etwa zweihundertfünfzig Seiten wertzuschätzen lernt, allen voran natürlich der Protagonist Vincent, auf einer sehr persönlichen und intimen Entwicklungsreise zu begleiten.
Besonders die Zwischenmenschlichkeit; die emotionalen Bindungen, die die Figuren zusammenhalten, treten in diesem Buch gesondert betont auf. Mit einem lockeren, zugleich ehrlichen und authentischen Schreibstil schafft es der Autor nicht nur, seine Figuren hervorragend zu etablieren, sondern auch die Leidenschaft der Charaktere zur Musik glaubwürdig auf die Seiten zu zaubern.
Doch glaube ich, dass sich die Lektüre nicht für jeden Leser öffnen wird. Man muss ein gewisses Interesse gegenüber dem Geheimnisvollen, Transzendenten aufweisen – auch offen gegenüber der Möglichkeit, abweichend vom Klappentext überrascht zu werden. Es ist eine Geschichte voller Lebensmut und Kraft und eine wahre Inspiration für jedermann. Eine Erzählung, die zum Vertrauen anregt, zur Freundschaft, aber auch zum Weinen und Emotionen-zeigen. Ein Buch wie eine Trance, die uns aus dem hektischen, farblosen Alltagsleben holt und explosiv wirkt wie das Farbenspektakel auf dem Buchcover. Das Buch ist spannend, mitreißend und vor allem eines: mysteriös.
Neben den außergewöhnlichen Elementen, die sich in dem Roman tummeln, ist „Borderland“ aber ganz grundsätzlich eine Coming-Of-Age-Geschichte eines Jungen, der kürzlich auf tragische Art und Weise seinen Vater verloren hat, dessen Mutter im Krankenhaus liegt und der auf sich allein gestellt ist.
Man muss sich als Leser darauf gefasst machen, dass der Erzähler nicht für jede neue Schiene, die er einschlägt, eine Antwort parat hält. Leider wird schon recht schnell klar, wohin sich grob das Buch weiterentwickeln möchte, und ich lag dabei mit meiner ersten Vermutung nicht falsch. Weiter gibt der Roman für seine Leserschaft aber so wenige konkrete Stützen, aus denen man sich persönlich seine eigenen Inspirationen und persönlichen Eindrücke hätte ziehen können, finde ich etwas schade. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Fokus auf das, was der Erzähler preisgeben und dem Leser mitgeben möchte, gewünscht, um so einen klareren und tiefer greifenden Effekt und eine mutmachende Wirkung auf das Publikum zu erzielen.
Letztendlich möchte ich für diejenigen, die sich von einer bunten Mischung an verschiedenen genreübergreifenden Ideen überraschen lassen wollen, eine große Leseempfehlung aussprechen – dieser Roman kann definitiv einiges!
„Borderland“ ist ein faszinierendes Konstrukt aus facettenreichen Romanfiguren, einem malerischen, leichten Schreibstil und tröstenden, verwirrenden Gedankenansätzen, das polarisieren kann.
Ich möchte gerne vier von fünf möglichen Sternen vergeben.
Bewertung
4/5
30.01.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Tolle Idee und Depressionen als...
Tolle Idee und Depressionen als Thema, welches trotzdem gelungen umgesetzt wurde. Sehr lebensbejahend und gleichzeitig düster. Das Leben ist halt nicht immer ein Wunschkonzert.
Skyline Of Books
3/5
15.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Insgesamt gut, aber im Mittelteil etwas verworren
Klappentext
„Vincent ist sechzehn Jahre alt und hat es alles andere als leicht: Seit dem Tod des Vaters lebt er mit seiner Mutter in einer schäbigen Sozialwohnung und kümmert sich eigentlich um alles. Dann bricht die Mutter zusammen und kommt ins Krankenhaus. Vincent muss also nur noch für sich selbst sorgen, was aber gar nicht so leicht ist. Er bekommt unverhofft Hilfe: Am Tag der Toten, dem Día de los muertos, lernt er am Grab seines Vaters Jane kennen. Durch sie begreift Vincent, dass zum Sound seines Lebens auch Freundschaft und Vertrauen gehören. Aber Jane verschwindet immer wieder … Wer ist dieses Mädchen eigentlich?“
Gestaltung
Ich mag das Cover mit seinen bunten Farben vor dem schwarzen Hintergrund richtig gerne, denn so strahlen die Muster geradezu. Zudem passt das Motiv eines Totenkopfes mit den vielen Blumenmustern und dem schwarzen Hintergrund super zum im Buch wichtigen Tag der Toten. Ich mag die Farbgebung unheimlich gerne und finde auch die Blumenmuster richtig schön, da das Cover so auffällt und etwas Besonderes ist.
Meine Meinung
Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, da mich der Klappentext sofort angesprochen hatte und ich neugierig war, was es mit Jane auf sich hat. In „Borderland“ geht es um Vincent, dessen Vater starb und in Folge dessen seine Mutter mit ihm in eine neue Wohnung zieht. Während seine Mutter mit Depressionen kämpft, ist Vincent auf sich alleine gestellt. Er ist mit einigen (finanziellen) Problemen, dem Einleben in der neuen Schule und vielen anderen Dingen komplett auf sich allein gestellt. Doch dann sind da noch Vida und Jane, die sein Leben aber auch nicht einfacher machen…oder doch?
Der größte Spannungspunkt für mich war, dass ich unbedingt herausfinden wollte, was es mit Jane auf sich hat. Jane trifft Vincent auf dem Friedhof. Sie scheint obdachlos zu sein und er nimmt sie mit zu sich nach Hause. Sie scheint jedoch nur dann da zu sein, wenn er sie wirklich braucht. So kümmern die beiden sich gegenseitig umeinander, wobei Jane stets deutlich macht, dass sie nicht mehr da sein wird, wenn Vincent sie nicht mehr in seinem Leben braucht. Sie spiegelt geradezu seinen Gemütszustand wieder. Daher schwebt beim Lesen über der Handlung die Frage, wer Jane ist. Ist sie menschlich? Ein Geist? Diese Ungewissheit weckte meine Neugierde und machte das Lesen spannend.
Die Handlung war für mich zwischendurch jedoch etwas schwammig und fahrig, denn in „Borderland“ scheint die Wahrnehmung und die Wirklichkeit nicht zueinander zu passen. Geradezu zu verschwimmen. So musste ich mich immer wieder dazu anhalten, am Ball zu bleiben beim Lesen, um in der Geschichte nicht den Faden zu verlieren. Ich hatte manchmal den Eindruck, als würde ich nur an der Oberfläche der Geschichte kratzen und nicht gänzlich in ihre Tiefen eindringen können. Als sei eine Wand zwischen mir und dem Buchinhalt, die ich nicht überwinden kann. Das Ende konnte mich dafür wieder erreichen und mir aufzeigen, dass es im Leben immer verschiedene Möglichkeiten gibt, mit Problemen umzugehen.
Die Beziehung zwischen Vincent und Jane gefiel mir im Buch am besten, da Jane für Vincent der Anker ist, den er im Leben braucht. Sie ist die Familie und Unterstützung, die ihm momentan fehlt und Jane gibt ihm den Halt, den Vincent sonst von seiner Familie bekommen würde. Die Intensität der Beziehung der beiden war für mich spürbar. Auch fand ich es gut, wie der Autor die Auswirkungen von Trauer und Depression verdeutlicht hat, da Vincents Mutter an diesen zu zerbrechen droht.
Fazit
Wäre „Borderlands“ im Mittelteil nicht so schwer zu durchschauen gewesen, hätte es mir besser gefallen. So habe ich mit dem Gefühl gekämpft, als würde ich nur an der Oberfläche der wichtigen Dinge des Buches kratzen. Dennoch konnte die Handlung meine Neugierde wecken, da ich unbedingt erfahren wollte, was es mit Jane auf sich hat. Ihre Beziehung zum Protagonisten Vincent gefiel mir zudem gut.
3 von 5 Sternen
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