Produktbild: Schäfchen im Trockenen

Schäfchen im Trockenen Roman

7

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2018

Verlag

Verbrecher

Seitenzahl

276

Maße (L/B/H)

20/13,9/3 cm

Gewicht

427 g

Farbe

Aquamarin

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95732-338-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

31.08.2018

Verlag

Verbrecher

Seitenzahl

276

Maße (L/B/H)

20/13,9/3 cm

Gewicht

427 g

Farbe

Aquamarin

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95732-338-5

Herstelleradresse

Verbrecher Verlag
Gneisenaustraße 2a
10961 Berlin
DE

Email: verbrecher.buha@kolibri360.de

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  • Bewertung

    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schäfchen im Trockenen

    Erbarmungslos reißt Resi die Pflaster von den gesellschaftlichen Wunden. Und das tut weh! Ihre Lektion hat sie ganz schnell gelernt. Jetzt lernt sich auch ihre Freunde ganz schnell kennen. Sie lernt, wie schnell man sich in deren Augen schuldig macht, wenn man seine Zweifel und sein Unbehagen offen äußert.Ein mutiger und erfrischend ehrlicher Roman dem ich viele LeserInnen wünsche.

  • Juti

    aus HD

    5/5

    25.08.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Jammern auf hohem Niveau…

    Jammern auf hohem Niveau „Berlin-Roman“ schreibt die SZ. Kreuzberg-Friedrichshain-Roman wäre besser, weil es ums grün-alternative Milieu geht. Reiche Jugendfreunde aus dem Schwabenland, mittlerweile verheiratet und Mutter oder Vater gründen in Berlin, genauer am Prenzlauer Berg eine WG, allerdings nicht als Mieter, sondern als Eigentum, da das Studentenleben vorbei ist und man Geld, viel Geld verdient. So viel Geld, dass Ingmar sich erlauben kann, der Künstlerin und Ich-Erzählerin Resi Geld für die Erdgeschosswohnung zu leihen, aber Resi lehnt ab. Immerhin zieht sie mit ihrem Mann Sven und 4 Kindern in die alte Mietwohnung von Frank, der aber später seine Wohnung kündigt, weil Resi einen Essay über die WG veröffentlicht hat und Geheimnisse verraten hat. Das war bereits die Handlung, die aus der Sicht von Resi erzählt wird, die ihre älteste Tochter Bea warnen will, dass es ihr später nicht so ergeht, wie die Ich-Erzählerin es erleben muss. Auch aus Heidelberg kenne ich das grün-alternative Milieu, gehöre vielleicht selbst dazu, aber endlich schreibt jemand, dass die Toleranz in diesem Milieu nur Fassade ist. Welche Werte oder ob es überhaupt Werte gibt, bleibt auf der Strecke. Jedenfalls dass Resi über die Wohnsituation, über einen begehbaren Kleiderschrank, über Reichtum schreibt, ohne vorher darüber zu reden, das geht nicht. Das alternative Milieu scheint die Ideologie des Neoliberalismus aufgesogen zu haben. „Selberschuldschicksale“ (S.147) sagt das aus. Jeder kann alles erreichen, wenn er nur genug leistet. Dass aber die Ausgangssituation schon unterschiedlich ist, erkennen gerade die Kinder aus reichem Elternhaus nicht. Schon die Mutter der Ich-Erzählerin musste erleben, dass ihre Beziehung zu Werner aus dem Pastorenhaushalt scheiterte, weil sie die Etikette nicht kannte. Ist die Ich-Erzählerin auch wütend auf ihre Mutter? Ein wenig vielleicht, weil sie von ihr nicht vor den Gefahren des Lebens gewarnt wurde, aber die Welt ändert sich. Die Mutter glaubte noch, dass man mit Bildung alles erreichen kann und ermöglichte Resi als erste in der Familie das Studium, während die Reichen ihr Küchenpersonal entlassen mussten. Auch die Kindheit der Ich-Erzählerin im Schwabenland, im Ferienlager der christlichen Jugend erzeugte ein Gefühl der Solidarität, während später Skiurlaube in der Schweiz die unterschiedliche soziale Lage verdeutlichten. Mit dem Umzug nach Berlin verlieren die Jugendfreunde auch ihre Bindung zur Religion. Ich frage mich, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn die Ich-Erzählerin im Schwabenland geblieben wäre. Hätte sie dann auch Schriftstellerin werden können? Vermutlich hätte sie einen bürgerlichen Beruf ausgeübt, Auto und Eigenheim angeschafft und wäre zur biederen CDU-Wählerin mutiert. Das ist bereits Spekulation. Meines Erachtens richtet sich die Wut der Ich-Erzählerin gegen die Auswüchse des Neoliberalismus und fehlende Solidarität in der Gesellschaft. Reiche Menschen geben zwar gern für wohltätige Zwecke, bestimmen dann aber auch die Regeln. Zu Kohls Zeiten mussten sie noch mehr Steuern zahlen und der Staat konnte für Gleichheit sorgen und auch die Meinungsfreiheit sichern. Anfangs vielleicht ein wenig mühsam, da man nicht weiß, wohin die Reise geht, trotzdem 5 Sterne, da mehr als nur Unterhaltung. Lieblingszitat (einziger Limerick): War einst ein Pärchen aus Biberach/ das ging im VW der Liebe nach/ Und sie waren sehr froh/ denn es ging ja auch so/ Aber hinterher klemmte das Schiebedach. (142)

  • Timo Funken

    5/5

    08.07.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schäfchen im Trockenen

    Interessante Spiegelung unserer Gesellschaft in Roman-Form. Ich war sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken angeregt, daher 5 Sterne. Liebe Grüße Timo Funken

  • Bories vom Berg

    aus München

    1/5

    22.04.2019

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nervige Verfemung der…

    Nervige Verfemung der Realität Selten treffen Romane so authentisch den Nerv der Zeit wie «Schäfchen im Trockenen» von Anke Stelling, dem geradezu prophetisch ein Thema hinterlegt ist, welches die Politik jahrelang verschlafen hat, die Wohnungsnot in den urbanen Zentren nämlich. Als bisher größter Erfolg wurde der im Bezirk Prenzlauer Berg in Berlin lebenden Schriftstellerin dieses Jahr dafür der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen als ein «scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss», wie die Jury in ihrer Begründung schwärmt. Und die Autorin bestätigt im Interview: «Während meines Studiums wurde mir ein grausamer Blick bescheinigt». Wie schon in ihrem Inzest-Roman «Fürsorge» scheut sich Anke Stelling jedenfalls nicht, ausgesprochen brisante Themen anzupacken, hier im Roman ist es, vor dem Hintergrund zunehmend unbezahlbar werdender Mieten, die prekäre Situation vieler Künstler, die eben nicht ihre «Schäfchen im Trockenen» haben. Dieser sozialkritische Gegenwartsroman wird aus der Ich-Perspektive einer erfolglosen, der Autorin in vielen Aspekten ähnelnden Schriftstellerin erzählt. Die versucht ihrer 14jährigen Tochter Bea immer wieder zu erklären, wie schwierig weibliche Selbstverwirklichung ist in einer extrem ungerechten Klassengesellschaft, ein Versuch quasi, sie damit abzuhärten gegen die Zumutungen des Lebens. Resi, deren Name sich auf die Parrhesie beziehe, die Redefreiheit der gesellschaftlich Unterprivilegierten, wie die Autorin erklärt hat, Resi also lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kinder - na wo schon?- im Prenzlauer Berg natürlich, in einer bezahlbaren Altbauwohnung, die ihr jedoch zum Jahresende gekündigt wurde. Grund dafür war ein Buch, in dem sie ihrer alten, vom harmonischen Zusammenleben in einer neuen Art städtischer Großkommune schwärmenden, wohlhabenden Clique fast bösartig ihre diversen Lebenslügen vorhält. Ein Einlenken dem verärgertem altem Kumpel gegenüber, von dem sie einst die billige Wohnung als Untermieter bekommen hatte, kommt für sie nicht infrage. Ihre gut ein Dutzend Freunde sind nach Heirat und Kinderkriegen reihenweise aus den sozial-schwärmerischen Jugendträumen in die neoliberale Realität der wohlstandsverwahrlosten Spaßgesellschaft zurückgekehrt und erfreuen sich unbekümmert der selbsterworbenen oder ererbten Pfründe. Resi hingegen sieht mit Grausen unaufhaltsam den sozialen Abstieg auf sich zukommen, einen Umzug nach Marzahn bestenfalls, für sie geradezu Synonym eines vom Prekariat besiedelten, tristen Plattenbau-Stadtteils am Rande Berlins, - in ihren schlimmsten Albträumen droht aber auch die Obdachlosigkeit der sechsköpfigen Familie. Anke Stelling erweist sich als rigorose Desillusionistin, die Bitternis ihrer Protagonistin richtet sich, für mich überraschend ehrlich, vor allem auf die stressige Aufzucht ihrer viel zu großen Kinderschar. Immer wieder stellt die überforderte Resi sich die Frage, wie sie als dauerhaft in finanziellen Schwierigkeiten lebende, bis dato erfolglose Schriftstellerin, mit einem einkommenslosen Künstler als Ehemann auch noch, gleichwohl vier Kinder in die Welt setzen konnte. In einer collageartigen Erzählung aus diesem Milieu sind Alltagsszenen, Kindheitserinnerungen, Briefentwürfe, Albträume und Selbstgespräche der Protagonistin fragmentarisch recht sprunghaft aneinandergereiht. Sie zeichnen das beklemmende Bild einer total isolierten, entfremdeten Frau Mitte vierzig, die verschärfte Spielart einer Midlife-Crisis. Auch wenn man, wie die Autorin selbst, davon überzeugt ist, dass jede Wahrheit dem Menschen zumutbar ist, dürfte auch dem geduldigsten Lesern die gebetsmühlenartige Wiederholung immer gleicher Kritik, der ständige Protest gegen die Zumutungen des Alltags, gehörig auf den Geist gehen. Bei mir war es letztendlich so, dass ich dieses Traktat inhaltlich zwar bejaht, erzählerisch aber nach einiger Zeit nur noch verflucht habe als penetrante, auf Dauer nervige Verfemung der Realität.

  • Bewertung

    5/5

    17.04.2022

    Hörbuch-Download

    Vom (Un)Glück etabliert zu sein

    Ich gebe es ja nur ungern zu, aber ich hätte dieses Buch normalerweise weder gelesen noch gehört, weil ich Titel und Cover einfach nur doof fand. Auch der Klappentext hatte mich nicht wirklich überzeugt. Aber nun hatte ich mich vor kurzem mit einem Freund darüber unterhalten, warum er den Prenzlauer Berg nicht mag. Er hat mir empfohlen, die Bücher von Anke Stelling, speziell „Schäfchen im Trockenen“, zu lesen. Und das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir die Geschichte jetzt als Hörbuch-Download von der Autorin selbst ungekürzt hab vorlesen lassen. Zum Inhalt muss ich hier nichts weiter schreiben. Ich habe das Gefühl, dass die Autorin den Klappentext selbst geschrieben hat, denn der Text entspricht genau der Art, wie die Autorin ihre Geschichte erzählt. Es ist eigentlich eine Abrechnung Resis mit ihren alten Freunden, die wie sie im Schwabenländle aufgewachsen sind. Und es ist ein Appell an ihre Tochter Bea, dass sie nicht das Leben leben soll, was ihre Mutter nicht geschafft, sich aber gewünscht hätte. So hat sie es nämlich selbst gegenüber ihrer Mutter empfunden. Und so hört sich da ganze Buch an, als ob die Ich-Erzählerin Resi ihrer Tochter einen Leitfaden für das Leben erzählt. Darin gibt sie ihr Ratschläge, was sie nicht tun soll. Erzählt ihr aber auch sehr genau über ihre eigene Kindheit und Jugend, über die Clique, mit der sie zusammen nach Berlin gezogen ist, erzählt von ihrem Leben und ihren Problemen. Ein ganz großes Problem ist, dass sie von ihrem früheren Freund Frank ein Schreiben bekommen hat, indem dieser ihr mitteilt, dass er die Wohnung, in der sie und ihr Mann leben, gekündigt hat. Resi, ihr Mann und ihre vier Kinder haben also keinen eigenen Mitvertrag, sondern sind von dem Freund abhängig. Und so werden sie gezwungen sein, sich eine neue Wohnung zu suchen. Aber wer kann sich schon eine bezahlbare Wohnung innerhalb Berlins innerem Kern leisten, wenn er vier Kinder hat, der Vater Künstler ist und man selbst freiberufliche Journalistin und Autorin? Mich hat diese Geschichte fasziniert. Und anders als ein anderer Leser dieses Buches, empfand ich nicht, dass Resi sich zum Opfer macht, obwohl ihr dies auch ihre früheren Freunde vorhalten. Resi kommt aus einer einfachen Familie. Sie ist in den achtziger Jahre zur Schule gegangen. In dieser Zeit hat man versucht, dass die Kinder aus unterschiedlichen Schichten alle gleichberechtig sind. Dies ist auch die Zeit, in der Arbeiterkinder endlich auch Abitur machen und studieren können. Es hört sich theoretisch ja auch alles ganz fein und richtig an. Aber Probleme kommen schon dann auf, wenn der Rest der Clique aus Familien mit mehr Geld stammen. Die kommen dann schon mal auf die Idee, mal eben ein Wochenende in die Berge zum Ski fahren zu fahren. Nur wie soll Resi das machen? Und so geht es dann irgendwann auch in dem Erwachsenenleben weiter. Erst lebten sie alle glücklich und mietfrei in dem Mietshaus, welches dem Vater von einem aus der Clique gehörte. Sie leben als Gruppe zusammen. Und als sie endlich alle etabliert sind, verheiratet und Kinder haben, beginnt eine neue Planung. Ein eigenes Haus für die Gruppe muss her. Zum Glück haben inzwischen ja alle coole Jobs, die ordentlich Geld einbringen. Also kann das Haus nach ganz eigenen Wünschen gebaut werden. Doch das ist zu dem Zeitpunkt, in dem das Buch spielt, schon Geschichte. Inzwischen leben alle außer Resi und ihrer Familie in dem neuen gemeinschaftlichen Haus in tollen Wohnungen. Nur Resi und ihre Familie konnten es sich nicht leisten. Und dann hat Resi einen Fehler gemacht. Sie hat ein bitterböses Buch über ihre Freunde geschrieben, und das können diese nicht verzeihen. Ich finde, dass dieses Buch eine gute Abrechnung mit einer bestimmten Klientel unserer Zeit ist. In jungen Jahren sind wir alle ach so engagiert. Wir wollen garantiert nicht die Fehler unserer Alten (Eltern) machen und uns von dem System einkassieren lassen. Wir machen alles gemeinsam und sch... auf das kommerzielle System. Doch nach dem Studium bekommen einige dann doch die Sahne-Jobs und scheffeln richtig Kohle. Plötzlich werden sie fast so wie ihre Eltern. Und wenn sie dies gemeinsam werden, niemand ausschert, dann kann es mit der Kommune oder Wohngemeinschaft auch gerne weitergehen. Aber jetzt natürlich bitte mit Stil und notariell abgesichert. Schade, wenn ein Teil ausschert und sich wirklich treu bleibt. Dieser Teil ist dann plötzlich ein Stachel im Fleisch und zeigt, wie verdammt angepasst man inzwischen geworden ist. Und wehe, dass das Ganze dann auch noch öffentlich gemacht wird! In dem Roman sehen wir natürlich nur die eindimensionale Sicht von Resi. Wir wissen nicht, ob während der Planungsphase vielleicht auch durchaus akzeptable Vorschläge für sie und ihre Familie gemacht wurden, wie z.B. eine Mietwohnung, die einer der anderen ihnen anbieten könnte. Wäre steuerlich sicherlich absetzbar. Auch für mich wäre so eine Hausgemeinschaft eigentlich ein Traum, aber bei Geld hört wohl tatsächlich die Freundschaft auf! Und so wird es dann wohl doch ein Traum bleiben. Und jetzt weiß ich auch, was mein Freund für Probleme mit den Bewohnern des Prenzlauer Bergs hat. Es sind offensichtlich zumeist Menschen dieser Generation und dieser Gesellschaftsschicht, die vielfach egoistisch und scheinheilig sind. Sie geben sich ach so liberal und sind inzwischen doch selbst Teil des Establishments. Das Buch hat einen durchaus einen sehr trockenen Humor. Es hat mir viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu hören. Die Autorin hat es hervorragend vorgetragen. Ich konnte das Ganze direkt nachfühlen. Nun bin ich auf ihr nächstes Buch gespannt und auch „Bodentiefe Fenster“ interessiert mich jetzt.

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    Christoph Paris

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    5/5

    11.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen

    Wenn Sie gerade kleine Kinder haben (oder hatten), und sich insgeheim manchmal denken »es dauert nicht mehr lange, und ich bin reif für das "Irrenhaus"«, dann könnte dieses Buch etwas für Sie sein. Die Sprache finde ich gelegentlich etwas hölzern, aber insgesamt hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, so lebensnah, so ehrlich. Die Autorin kann sehr gut schreiben - und bei aller "Bitternis" war es für mich ein schönes Buch, einer sympathischen Familie. 

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