17 Geschichten von 17 Autorinnen über 17 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten - sie erzählen von der brutalen Vergewaltigung, vom ungehobelten Wunsch nach Verführung, von den Berührungen, die einen ratlos zurücklassen. Doch eins eint sie: Der unbedingte Wille zur Stärke und Selbstbestimmung. In einer Zeit, in der die Neuverhandlung des Miteinanders von Frauen und Männern stattfindet, in einem Moment der größten Unruhe und Verwirrung, ist es die Literatur, die für Aufklärung sorgt. Nirgends sonst wird unsere Realität in all ihren Facetten abgebildet, nirgends sonst darf Denken, Fühlen und Handeln gleichzeitig passieren. Und nirgends sonst darf all das erzählt werden, was sonst nicht erzählt werden würde.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bewertung
aus Rheinberg
5/5
01.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für jeden was dabei
17 Erzählungen und 17 verschiedene Umhänge und Ansätze zu den Themen Sex, Macht und Gewalt. An einigen Stellen heftige Darstellungen, aber nicht jede Erzählung ist rein schockierend- die Erzählungen bieten viel Stoff zur Reflexion und zu Transfer und Bezugnahme auf das eigene Leben. Ein Buch für alle, die lesen nicht als beiläufige Tätigkeit empfinden und sich mit Auswirkungen und Erscheinungsformen des Sexismus beschäftigen wollen!
Bewertung
aus Lassee
5/5
10.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
kein Stern
ich verstehe nicht wie Sie so ein Buch Ihren Kunden anbieten können. Gibt es dazu irgend eine Rezension ?
Miss.mesmerized
5/5
17.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sie sagte
Kurzgeschichten sind keine einfache literarische Form; sie sind oft zu kurz, um eine Entwicklung einer Figur zu zeigen, müssen sich beschränken auf den entscheidenden Moment, was davor war und was danach kam, muss notgedrungen ausgeblendet werden. Wenn sie dann noch von unterschiedlichen Autoren sind, deren Schreibstil sich stark unterscheidet, sind sie geradezu ein Wagnis. Zugegebenermaßen bin auch ich kein ausgewiesener Fan von diesen Sammlungen kurzer Episoden, denen schon aufgrund des Rahmens vieles nicht möglich ist, was ich an Romanen schätze. Und wie soll man als Leser und Rezensent erst diesen kurzen pointierten Ausschnitten des Lebens gerecht werden?
Nichtsdestotrotz gibt es die Ausnahmen, für die Form und Inhalt genau passend sind. Lina Muzur hat in dem Band „Sie sagte“ 17 Autorinnen versammelt, die rund um das Thema Sex und Macht die verschiedenen Sichtweisen, wenn auch immer die weibliche, in kurze Texte umsetzen, die gerade alles ausblenden, was nicht zu dem Kulminationspunkt gehört. Schlag auf Schlag folgen Erniedrigungen, Scham und Selbstzweifel. Kristine Bilkau, Hanna Katharina Hahn, Helene Hegemann, Heike-Melba Fendel und Julia Wolf sind nur einige der Autorinnen, die Kurzgeschichten geliefert haben und hier eine starke weibliche Seite der Literatur zeigen.
Die Geschichten sind so verschieden wie die Frauen dieser Welt und so spricht einem die eine mehr, die andere weniger an. Besonders beeindruckend fand ich Antonia Brauns „Setzen Sie sich!“, dem Bericht einer Frau, die von einem Mann genötigt und bedrängt wird und als sie dies berichtet damit konfrontiert wird, dass man ihr eine Mitschuld gibt, weil sie sich nicht viel früher gewehrt hat und jetzt in der Opferrolle Mitleid einfordert. In Julia Wolfs „Dickicht“ ist eine junge Mutter alleine Zuhause und die hereinbrechende Nacht bringt auch das ungute Gefühl mit sich, beobachtet zu werden und die diffuse Gefahr, die von der Situation ausgeht, bereitet Ängste, die sie kaum zugeben mag. Auch Fatma Aydemirs Geschichte „Ein Zimmer am Flughafen“, in der eine Studentin erst eine Vergewaltigung erlebt und dann einen Vertrauensmissbrauch, nachdem sie davon erzählt, beleuchtet den Zwiespalt zwischen den widersprüchlichen Gefühlen, denen Frauen in dieser Situation ausgesetzt sind, sehr drastisch. „Maria im Schnee“ von Annett Gröschner wurde bereits 1988 veröffentlicht und löste eine Debatte aus, da zu diesem Zeitpunkt das öffentliche Reden über Vergewaltigungen ein Tabu darstellte – was die Rolle der Frau, die ihr dabei von der Gesellschaft zugeschrieben wurde, verdeutlicht.
Ja, man kann sich an der #metoo Debatte sattgelesen haben. „Sagte sie“ ist sicherlich thematisch nicht weit davon entfernt, aber ganz sicher keine Anklageschrift gegen Männer, auch wenn diese hier vielfach als Täter auftreten. Es ist die literarische Bearbeitung von Grenzsituationen, die zwar fiktiv, aber keineswegs utopisch sind, sondern genau so tagtäglich in der Realität vorkommen. Darüber soll man reden, darüber muss man reden. Vielleicht hilft diese literarische Form insbesondere dabei, Worte für das Unsagbare zu finden und doch darüber ins Gespräch zu kommen.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
4/5
28.05.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Im Nachhinein von IHM ganz anders erzählt als von IHR ...
Anthologien sind so eine Sache. Ich lese so etwas grundsätzlich sehr gerne, doch mir gefallen eigentlich nie alle Beiträge. Das ist vermutlich normal, d.h. geht vielen so.
Die Anthologie “Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht” hat mich zum einen aufgrund des Themas und wegen der darin enthaltenen Geschichte “Maria im Schnee” von Annett Gröschner interessiert. Das ist dann meiner Meinung nach auch die stärkste, heftigste Geschichte in dem Buch gewesen.
Die Anthologie enthält Beiträge von Fatma Aydemir, Antonia Baum, Kristine Bilkau, Heike-Melba Fendel, Nora Gomringer, Annett Gröschner, Anna-Katharina Hahn, Helene Hegemann, Margarita Iov, Mercedes Lauenstein, Juliane Liebert, Anna Prizkau, Annika Reich, Anke Stelling, Margarete Stokowski, Jackie Thomae und Julia Wolf.
17 Geschichten von 17 Autorinnen über 17 Frauen, alle komplett unterschiedlich, wodurch vielleicht für jeden Geschmack etwas dabei ist.
Das Thema des Buches ist Sex und Macht, und dass “im Nachhinein von IHM tatsächlich ganz anders erzählt wird als von IHR.”
Es geht um Angst, Scham, Schuld, Wut, Verdrängung und Überleben. Von alltäglichen Ungerechtigkeiten über Nötigungen bis hin zu Vergewaltigungen - die Geschichten sind oft schwer zu ertragen. Doch sie lassen die Frauen selbst zu Wort kommen.
Sagte sie …. Eine literarische und fiktive Aufarbeitung eines wichtigen Themas.
Es gab leider etliche Geschichten, mit denen ich nicht allzu viel anfangen konnte - aber eben auch ein paar sehr gute.
Dank der wirklich guten Beiträge von Antonia Baum, Anna Prizkau, Anke Stelling, Margarete Stokowski, Fatma Aydemir und ganz besonders Annett Gröschner fand ich die Anthologie insgesamt durchaus lesenswert. – 3,5 ⭐️
Bewertung
4/5
26.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mehr oder weniger kurze Erzählungen...
Mehr oder weniger kurze Erzählungen unterschiedlichster Frauen, die einen Weg finden ein lange tabuisiertes Thema literarisch zu bearbeiten (wie im Titel zu erkennen: Sex!). Teils sehr überraschende, angenehme Texte, die man in #metoo-Zeiten nicht erwartet!
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