Produktbild: Last Haven – Die Liga der Mutigen
Band 2

Last Haven – Die Liga der Mutigen Dystopischer Roman

Aus der Reihe Last Haven
16

13,99 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.10.2018

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

20,5/13,6/2,5 cm

Gewicht

422 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-50171-2

Warnhinweis

nicht erforderlich.

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

02.10.2018

Verlag

Piper Taschenbuch

Seitenzahl

368

Maße (L/B/H)

20,5/13,6/2,5 cm

Gewicht

422 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-492-50171-2

Herstelleradresse

Piper Verlag GmbH
Georgenstr. 4
80799 München
Deutschland
Email: info@piper.de
Url: www.piper.de
Telephone: +49 89 3818010
Fax: +49 89 338704

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So viele Zwickmühlen, so viele Fragen, doch wie entscheidet man sich richtig?

puppetgirl am 02.04.2021

Bewertungsnummer: 1143298

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Achtung, Spoiler nicht vermeidbar, denn es ist der zweite Teil einer Trilogie Den ersten Teil dieser Trilogie habe ich etwa zu Beginn des Jahres gelesen und ich bin der Autorin danach regelmäßig mit der Frage auf den Geist gegangen, wann denn der zweite Teil kommt, denn ich wollte doch wissen, wie es weitergeht und nun ist er da und ich muss schon wieder auf den nächsten Teil warten. Der erste Teil endete sehr grausam. Viele Charaktere waren nicht mehr da und alles war in Aufruhe, denn nichts war mehr so, wie es die Bewohner von Last Haven gewohnt waren. Doch war es gut so, wie es vorher war? Einige denken ja und andere denken nein. Nun ist der Putsch aber passiert und man müsste sich mit der neuen Situation anfreunden, doch das funktioniert nicht so richtig, denn nun hat sich eine Gruppe von Leuten zusammengefunden, die das alte System irgendwie wiederhaben will. Denn sie haben von Kindheit auf gelernt, dass man nichts mehr wert ist oder besser sogar noch, man es nicht mehr wert ist zu leben, wenn man der Gesellschaft nicht mehr von Nutzen ist. Dieser Gedanke gepaart mit der Knappheit von Ressourcen, versetzt Last Haven in eine sehr schwierige Lage, denn wenn nun alle am Leben bleiben, dann müssen die ja auch ernährt werden. Dafür braucht man eine Lösung, aber was will man machen, wenn es so gut wie keinen Regen mehr gibt und der Fluss vergiftet ist? Und so nimmt dieser Gruppe das ganze selbst in die Hand. Sie nennen sich „Die Liga der Mutigen“, denn scheinbar sind sie so mutig und machen etwas und entscheiden. Etwas, was andere ja scheinbar nicht können. So gibt es immer wieder Anschläge und Leute, die scheinbar nicht wichtig für das System sind, werden einfach ausgeschaltet. Doch ist das richtig? Kann man mit solch einer Entscheidung leben? Und woran macht man es denn fest, ob ein Mensch noch genug wert ist, dass er überleben darf? Lisbeth Jarosch schafft es in dieser Dystopie wirklich, dass man beide Seiten verstehen lernt. Denn ich verstehe, warum „Die Liga der Mutigen“ so denkt, wie sie denkt. Ihre Ansichten kann ich aber nicht verstehen, denn ich finde nicht, dass ein Mensch das Recht hat über das Lebensende eines anderen zu entscheiden und schon gar nicht darüber, wie viel Wert der andere hat. Immer wieder wurde ich vor neue Fragen gestellt. Egal, ob es darum ging, ob ich gewisse Dinge mit meinem Gewissen vereinbaren könnte oder ob ich eine Lösung für ein Problem kennen würde. Irgendwie scheint die Lage für Last Haven ausweglos, denn egal wie sehr Aida und ihre Freunde und Kollegen vielleicht auch gegen die Liga arbeiten, irgendwie ist die Liga immer einen Schritt voraus. Und von Außen ist eben auch keine Hilfe zu erwarten, denn schließlich hat man den anderen Menschen außerhalb von Last Haven selbst immer die Hilfe verweigert. Zudem wird in diesem zweiten Teil nochmal das Militär deutlicher beleuchtet. Auch die Entwicklungen, die in Last Haven getätigt wurden und es gibt Dinge, die ich wirklich faszinierend fand, die ich aber dann doch nicht in der Wirklichkeit haben möchte, denn es kann immer in die falschen Hände gelangen und damit ganz viel Schaden und Leid anrichten. Die Hauptperson, durch deren Gedanken wir das ganze Erleben ist ja immer noch Aida und ich verstehe sie. Sie ist kein einfacher Charakter, aber ich finde, dass sie doch häufig die richtigen Fragen stellt, was andere in ihrem Umfeld nicht machen. Sie wächst an der ganzen Situation, denn sie will aufgeben, nachdem was sie im ersten Teil erleben musste, doch bleibt dafür ja eigentlich keine Zeit. Wie oben schon gesagt, bin ich sehr gespannt, wie es im letzten Teil so weitergeht, wie es mit Last Haven ein Ende nimmt, ob es Last Haven am Ende überhaupt noch geht und wie man denn aus dieser verzwickten Lage rauskommen soll. Mal sehen, wie sehr die Autorin ihre Protagonisten noch quält. Seid ihr genauso gespannt wie ich?

So viele Zwickmühlen, so viele Fragen, doch wie entscheidet man sich richtig?

puppetgirl am 02.04.2021
Bewertungsnummer: 1143298
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Achtung, Spoiler nicht vermeidbar, denn es ist der zweite Teil einer Trilogie Den ersten Teil dieser Trilogie habe ich etwa zu Beginn des Jahres gelesen und ich bin der Autorin danach regelmäßig mit der Frage auf den Geist gegangen, wann denn der zweite Teil kommt, denn ich wollte doch wissen, wie es weitergeht und nun ist er da und ich muss schon wieder auf den nächsten Teil warten. Der erste Teil endete sehr grausam. Viele Charaktere waren nicht mehr da und alles war in Aufruhe, denn nichts war mehr so, wie es die Bewohner von Last Haven gewohnt waren. Doch war es gut so, wie es vorher war? Einige denken ja und andere denken nein. Nun ist der Putsch aber passiert und man müsste sich mit der neuen Situation anfreunden, doch das funktioniert nicht so richtig, denn nun hat sich eine Gruppe von Leuten zusammengefunden, die das alte System irgendwie wiederhaben will. Denn sie haben von Kindheit auf gelernt, dass man nichts mehr wert ist oder besser sogar noch, man es nicht mehr wert ist zu leben, wenn man der Gesellschaft nicht mehr von Nutzen ist. Dieser Gedanke gepaart mit der Knappheit von Ressourcen, versetzt Last Haven in eine sehr schwierige Lage, denn wenn nun alle am Leben bleiben, dann müssen die ja auch ernährt werden. Dafür braucht man eine Lösung, aber was will man machen, wenn es so gut wie keinen Regen mehr gibt und der Fluss vergiftet ist? Und so nimmt dieser Gruppe das ganze selbst in die Hand. Sie nennen sich „Die Liga der Mutigen“, denn scheinbar sind sie so mutig und machen etwas und entscheiden. Etwas, was andere ja scheinbar nicht können. So gibt es immer wieder Anschläge und Leute, die scheinbar nicht wichtig für das System sind, werden einfach ausgeschaltet. Doch ist das richtig? Kann man mit solch einer Entscheidung leben? Und woran macht man es denn fest, ob ein Mensch noch genug wert ist, dass er überleben darf? Lisbeth Jarosch schafft es in dieser Dystopie wirklich, dass man beide Seiten verstehen lernt. Denn ich verstehe, warum „Die Liga der Mutigen“ so denkt, wie sie denkt. Ihre Ansichten kann ich aber nicht verstehen, denn ich finde nicht, dass ein Mensch das Recht hat über das Lebensende eines anderen zu entscheiden und schon gar nicht darüber, wie viel Wert der andere hat. Immer wieder wurde ich vor neue Fragen gestellt. Egal, ob es darum ging, ob ich gewisse Dinge mit meinem Gewissen vereinbaren könnte oder ob ich eine Lösung für ein Problem kennen würde. Irgendwie scheint die Lage für Last Haven ausweglos, denn egal wie sehr Aida und ihre Freunde und Kollegen vielleicht auch gegen die Liga arbeiten, irgendwie ist die Liga immer einen Schritt voraus. Und von Außen ist eben auch keine Hilfe zu erwarten, denn schließlich hat man den anderen Menschen außerhalb von Last Haven selbst immer die Hilfe verweigert. Zudem wird in diesem zweiten Teil nochmal das Militär deutlicher beleuchtet. Auch die Entwicklungen, die in Last Haven getätigt wurden und es gibt Dinge, die ich wirklich faszinierend fand, die ich aber dann doch nicht in der Wirklichkeit haben möchte, denn es kann immer in die falschen Hände gelangen und damit ganz viel Schaden und Leid anrichten. Die Hauptperson, durch deren Gedanken wir das ganze Erleben ist ja immer noch Aida und ich verstehe sie. Sie ist kein einfacher Charakter, aber ich finde, dass sie doch häufig die richtigen Fragen stellt, was andere in ihrem Umfeld nicht machen. Sie wächst an der ganzen Situation, denn sie will aufgeben, nachdem was sie im ersten Teil erleben musste, doch bleibt dafür ja eigentlich keine Zeit. Wie oben schon gesagt, bin ich sehr gespannt, wie es im letzten Teil so weitergeht, wie es mit Last Haven ein Ende nimmt, ob es Last Haven am Ende überhaupt noch geht und wie man denn aus dieser verzwickten Lage rauskommen soll. Mal sehen, wie sehr die Autorin ihre Protagonisten noch quält. Seid ihr genauso gespannt wie ich?

Widerstand gegen die neuen Werte

CulturalNoise Online Magazin am 02.04.2021

Bewertungsnummer: 1221772

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Nach den Geschehnissen aus Band 1 ist die Gefahr für die "minderwertigen" Menschen in Last Haven leider noch immer nicht gebannt. Schnell müssen Aida und ihre Verbündeten erkennen, dass der Widerstand gegen die neuen Werte größer ist als erhofft. Die Proteste werden immer brutaler und der fragile Frieden, der nach dem Chaos der Silvesternacht herrschte, gerät mehr und mehr ins Wanken. Aida kämpft gegen ihre eigenen Dämonen und sucht verzweifelt nach einer Aufgabe, die ihrem Leben einen Sinn verleiht. Es liegt noch so viel Arbeit vor der neuen Regierung und sie soll einfach wieder zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen? Nur gut, dass Chester Fields, der nach dem Putsch endlich wieder als Präsident tätig ist, ihre Hilfe benötigt. So kommt es, dass Aida plötzlich zu den Wächtern gehört und als vermutlich einzige Person in ganz Last Haven die Arbeit einer dritten Berufsgruppe erlernt. Obwohl es sich erst um das zweite Buch der Reihe handelt, treffen wir hier auf Aida 3.0, die an den Herausforderungen wächst und sich zum Besseren verändert. Dank ihrer Zeit bei den Wächtern findet sie zu einer inneren Stärke, die ihr bisher fehlte. Ich habe mich sehr über diese Entwicklung gefreut, denn dadurch hat sich Aida endlich meinen Respekt verdient. Auf Romulus war ich in diesem Band weniger gut zu sprechen als im letzten. Das liegt vor allem daran, dass er Aida nach dem Regierungssturz in Watte packt. Ich habe mich genauso sehr darüber geärgert wie Aida selbst - obwohl Romulus natürlich nur das Beste für sie will. Ich kann beide Seiten verstehen und das spricht für die Qualität der Geschichte. Die Autorin hat wirklich nochmal nachgelegt und hier bei den Charakteren alles richtig gemacht. Apropos. Durch den Standortwechsel lernen wir natürlich wieder neue Mitglieder der Gesellschaft Last Havens kennen. Die Wächter sind ein elitärer Haufen mit einer eigenen Ideologie und völlig anders als die Bürger, die wir bisher kannten. Und wer dachte, dass die Leute im Verteidigungsministerium schon arrogant und wichtigtuerisch waren, wird hier noch eine Steigerung erleben. Doch wie zuvor im Ministerium gibt es auch im "Würfel", dem Hauptquartier der Wächter, Ausnahmen von dieser Regel. Aida findet nach anfänglichen Schwierigkeiten Freunde, die sie bei ihrer Aufgabe unterstützen und ihr weiter die Augen öffnen. Besonders angetan hatte es mir Aidas Ausbilder Fox. Seine schroffe, mürrische Art kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein gutes Herz hat. Auch wenn er sich Mühe gibt es nicht zu zeigen, ist seine Zuneigung für Aida doch deutlich spürbar - obwohl dieses Mädchen immer nur Ärger macht, wie er gerne betont. Womit er ja nicht Unrecht hat. Aidas Freunde und Verbündete aus Band 1 spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, auch wenn sie nicht mehr so präsent sind wie zuvor. Schließlich müssen alle, die noch an eine Veränderung glauben, eng zusammenrücken, als es ungemütlich wird. Denn die Gegenspieler und Verfechter der alten Ordnung treten deutlich radikaler auf und zeigen sich noch grausamer als bisher. Wie schon im ersten Band wirken diese menschlichen Abgründe erschreckend real. Ich war schockiert von der Rationalität und Ungerührtheit, mit der diese Leute über Leben und Tod entscheiden. Ohne mit der Wimper zu zucken töten sie sogar Kinder. Und das Schlimmste daran ist, dass es vermutlich wirklich so laufen würde, wenn die Lebensumstände erst einmal so sind wie in diesem Buch. Und das ist es, was mich zutiefst beeindruckt: Sowohl das Szenario als auch die Charaktere sind durchweg glaubwürdig. Kein einziger dieser vielen, vielen hier beschriebenen Menschen kommt zu kurz oder erscheint farblos. Von meinen Kritikpunkten zum ersten Band ist nichts mehr zu spüren. Die Charaktere sind authentischer denn je. Auch wenn ich nicht immer mit ihrem Verhalten einverstanden war, ist es doch stets nachvollziehbar und schlichtweg menschlich - oder unmenschlich, je nachdem. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen, lediglich unterbrochen von Schlaf- und Essenspausen. Es ist so spannend und mitreißend, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Die "Gutmenschen" rund um Aida müssen tüchtig einstecken, erleiden schwere Verluste. Viele Unschuldige verlieren ihr Leben und es müssen diverse unschöne Entscheidungen getroffen werden. Mein Puls ist mehr als einmal in die Höhe geschossen, so sehr war ich gefangen im Geschehen dieses Buches. Ich hatte das Gefühl, alles an Aidas Seite mitzuerleben und habe mit ihr gelitten. Aber es gibt auch einige ruhige, gefühlvolle Momente, die mich ebenfalls bewegt haben. Die Beziehung zwischen Aida und Romulus zum Beispiel oder die Entstehung neuer Freundschaften. Die Erleichterung und das Glück, wenn nach drohender Gefahr oder einem Gewaltakt noch alle am Leben waren. Dann habe ich erleichtert aufgeatmet und mich mit Aida gefreut. Es gibt Momente voller Hoffnung und Elan, aber auch tiefste Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Resignation. Es gibt humorvolle Szenen, die mich zum Lachen gebracht haben, und bitterernste, die mich in eine gedrückte Stimmung versetzten. Kurzum: Ich war emotional involviert - und zwar voll und ganz. Fazit: Was für eine Fortsetzung! Ich bin begeistert, schockiert und noch immer beeindruckt von der Komplexität der Geschichte. Nur zu gut kann ich mir vorstellen, dass all das irgendwann tatsächlich passieren könnte - leider. Wertung: 5 Punkte Anmerkung: Obwohl der Verlag darauf hinweist, dass dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse aus Band 1 gelesen werden kann, würde ich davon abraten. Denn "Die Liga der Mutigen" baut auf dem Vorgänger "Tödliche Geheimnisse" auf und zeigt erst in Kombination die volle Tragweite der Geschehnisse in Last Haven und der Gefühle von Aida. Weiter geht es dann mit "Über alle Grenzen", dem letzten Band der Last-Haven-Trilogie. (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

Widerstand gegen die neuen Werte

CulturalNoise Online Magazin am 02.04.2021
Bewertungsnummer: 1221772
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Nach den Geschehnissen aus Band 1 ist die Gefahr für die "minderwertigen" Menschen in Last Haven leider noch immer nicht gebannt. Schnell müssen Aida und ihre Verbündeten erkennen, dass der Widerstand gegen die neuen Werte größer ist als erhofft. Die Proteste werden immer brutaler und der fragile Frieden, der nach dem Chaos der Silvesternacht herrschte, gerät mehr und mehr ins Wanken. Aida kämpft gegen ihre eigenen Dämonen und sucht verzweifelt nach einer Aufgabe, die ihrem Leben einen Sinn verleiht. Es liegt noch so viel Arbeit vor der neuen Regierung und sie soll einfach wieder zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen? Nur gut, dass Chester Fields, der nach dem Putsch endlich wieder als Präsident tätig ist, ihre Hilfe benötigt. So kommt es, dass Aida plötzlich zu den Wächtern gehört und als vermutlich einzige Person in ganz Last Haven die Arbeit einer dritten Berufsgruppe erlernt. Obwohl es sich erst um das zweite Buch der Reihe handelt, treffen wir hier auf Aida 3.0, die an den Herausforderungen wächst und sich zum Besseren verändert. Dank ihrer Zeit bei den Wächtern findet sie zu einer inneren Stärke, die ihr bisher fehlte. Ich habe mich sehr über diese Entwicklung gefreut, denn dadurch hat sich Aida endlich meinen Respekt verdient. Auf Romulus war ich in diesem Band weniger gut zu sprechen als im letzten. Das liegt vor allem daran, dass er Aida nach dem Regierungssturz in Watte packt. Ich habe mich genauso sehr darüber geärgert wie Aida selbst - obwohl Romulus natürlich nur das Beste für sie will. Ich kann beide Seiten verstehen und das spricht für die Qualität der Geschichte. Die Autorin hat wirklich nochmal nachgelegt und hier bei den Charakteren alles richtig gemacht. Apropos. Durch den Standortwechsel lernen wir natürlich wieder neue Mitglieder der Gesellschaft Last Havens kennen. Die Wächter sind ein elitärer Haufen mit einer eigenen Ideologie und völlig anders als die Bürger, die wir bisher kannten. Und wer dachte, dass die Leute im Verteidigungsministerium schon arrogant und wichtigtuerisch waren, wird hier noch eine Steigerung erleben. Doch wie zuvor im Ministerium gibt es auch im "Würfel", dem Hauptquartier der Wächter, Ausnahmen von dieser Regel. Aida findet nach anfänglichen Schwierigkeiten Freunde, die sie bei ihrer Aufgabe unterstützen und ihr weiter die Augen öffnen. Besonders angetan hatte es mir Aidas Ausbilder Fox. Seine schroffe, mürrische Art kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er ein gutes Herz hat. Auch wenn er sich Mühe gibt es nicht zu zeigen, ist seine Zuneigung für Aida doch deutlich spürbar - obwohl dieses Mädchen immer nur Ärger macht, wie er gerne betont. Womit er ja nicht Unrecht hat. Aidas Freunde und Verbündete aus Band 1 spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, auch wenn sie nicht mehr so präsent sind wie zuvor. Schließlich müssen alle, die noch an eine Veränderung glauben, eng zusammenrücken, als es ungemütlich wird. Denn die Gegenspieler und Verfechter der alten Ordnung treten deutlich radikaler auf und zeigen sich noch grausamer als bisher. Wie schon im ersten Band wirken diese menschlichen Abgründe erschreckend real. Ich war schockiert von der Rationalität und Ungerührtheit, mit der diese Leute über Leben und Tod entscheiden. Ohne mit der Wimper zu zucken töten sie sogar Kinder. Und das Schlimmste daran ist, dass es vermutlich wirklich so laufen würde, wenn die Lebensumstände erst einmal so sind wie in diesem Buch. Und das ist es, was mich zutiefst beeindruckt: Sowohl das Szenario als auch die Charaktere sind durchweg glaubwürdig. Kein einziger dieser vielen, vielen hier beschriebenen Menschen kommt zu kurz oder erscheint farblos. Von meinen Kritikpunkten zum ersten Band ist nichts mehr zu spüren. Die Charaktere sind authentischer denn je. Auch wenn ich nicht immer mit ihrem Verhalten einverstanden war, ist es doch stets nachvollziehbar und schlichtweg menschlich - oder unmenschlich, je nachdem. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen, lediglich unterbrochen von Schlaf- und Essenspausen. Es ist so spannend und mitreißend, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Die "Gutmenschen" rund um Aida müssen tüchtig einstecken, erleiden schwere Verluste. Viele Unschuldige verlieren ihr Leben und es müssen diverse unschöne Entscheidungen getroffen werden. Mein Puls ist mehr als einmal in die Höhe geschossen, so sehr war ich gefangen im Geschehen dieses Buches. Ich hatte das Gefühl, alles an Aidas Seite mitzuerleben und habe mit ihr gelitten. Aber es gibt auch einige ruhige, gefühlvolle Momente, die mich ebenfalls bewegt haben. Die Beziehung zwischen Aida und Romulus zum Beispiel oder die Entstehung neuer Freundschaften. Die Erleichterung und das Glück, wenn nach drohender Gefahr oder einem Gewaltakt noch alle am Leben waren. Dann habe ich erleichtert aufgeatmet und mich mit Aida gefreut. Es gibt Momente voller Hoffnung und Elan, aber auch tiefste Verzweiflung, Ausweglosigkeit und Resignation. Es gibt humorvolle Szenen, die mich zum Lachen gebracht haben, und bitterernste, die mich in eine gedrückte Stimmung versetzten. Kurzum: Ich war emotional involviert - und zwar voll und ganz. Fazit: Was für eine Fortsetzung! Ich bin begeistert, schockiert und noch immer beeindruckt von der Komplexität der Geschichte. Nur zu gut kann ich mir vorstellen, dass all das irgendwann tatsächlich passieren könnte - leider. Wertung: 5 Punkte Anmerkung: Obwohl der Verlag darauf hinweist, dass dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse aus Band 1 gelesen werden kann, würde ich davon abraten. Denn "Die Liga der Mutigen" baut auf dem Vorgänger "Tödliche Geheimnisse" auf und zeigt erst in Kombination die volle Tragweite der Geschehnisse in Last Haven und der Gefühle von Aida. Weiter geht es dann mit "Über alle Grenzen", dem letzten Band der Last-Haven-Trilogie. (Diese Rezension ist erschienen auf literatur.cultural-noise.de / Text: KR)

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