Das Kinderbuch zum gleichnamigen Kinofilm von Marcus H. Rosenmüller
Stell dir vor, dein Spiegelbild wird lebendig. Und löst deine Probleme! Frido findet das prima. Aus einem magischen Spiegel tritt ihm sein perfekter Doppelgänger entgegen. Er bietet an, für Frido zur Schule zu gehen. Mathe, Grammatik – sein Super-Ich macht’s mit links. Leider ist er völlig spaßbefreit – ein gefühlskalter Streber. Fridos geheime Lernmaschine bleibt nicht unentdeckt. Seine Freunde wollen auch so ein perfektes Ich! Die ganze Klasse besteht bald nur noch aus unheimlichen Doppelgänger-Superhirnen. Sie drohen die Originale aus ihrem Leben zu drängen.
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Das beste Hörbuch ever!!!
Bewertung aus Uhlstädt-Kirchhasel am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 1208597
Bewertet: Hörbuch (CD)
"Unheimlich perfekte Freunde" - eine Ode an die Perfektheit der Invidualität!
Diese wunderbare Geschichte - und das ist nicht nur so dahergesagt! Sie ist wirklich wunderbar!!! - greift kontemporäre Probleme und Ängste auf und erinnert daran, was wirklich zählt!
Frido, ein "unperfektes", weil leistungsmäßig nicht zufriedenstellendes Schulkind, bereitet Lehrer- und Elternschaft Sorgen. Nicht zuletzt fühlt sich durch den allseitigen Druck und die offenbarte Unzufriedenheit aller Menschen in seiner Umgebung Frido selbst gar nicht mehr wohl in seiner Haut und möchte gern ein "besserer" Schüler und Sohn sein, auf den alle stolz sind.
Ein gegenwärtig oft beobachtetes Dilemma!
Durch einen Zufall gelingt ihm genau das, als er einen Zauberspiegel entdeckt, aus dem sein perfektes Abbild steigt und von nun an alles "mit links" meistert, was Frido vorher nie so hinbekommen hat, wie er sollte.
Doch natürlich hat Frido aufmerksame Klassenkameraden, die dem faulen Zauber bald auf die Spur kommen und diesen auch für sich beanspruchen wollen.
Und plötzlich ist alles und jeder perfekt - oder?!?!
Mit Witz und Charme, lebendig, mitreißend und ebenso spannend wie tiefgründig wird diese Geschichte erzählt.
Die sprachliche Umsetzung des Hörbuchs ist erstklassig! Man muss einfach hinhören - und verliert sich bald ganz in der Geschichte, die der Sprecher hervorragend umsetzt.
Obwohl es als Kinder(hör)buch konzipiert ist, ist es denke ich, gerade für Eltern auch ein aufrührendes Hör- bzw. Leseerlebnis, das den Blick für das wirklich Wesentliche wieder schärft!
Wenn ich könnte, würde ich 6 Sterne dafür vergeben!
Perfekt ist nicht unbedingt perfekt
Bewertung aus Syke am 15.01.2021
Bewertungsnummer: 1206364
Bewertet: Hörbuch (CD)
Frido hat ein Problem, das viele Viertklässler*innen umtreibt: Er ist nicht so gut in der Schule, wie es andere gerne hätten. Mit seinen Leistungen wird er es wohl nicht auf das Gymnasium schaffen. Ihm selbst ist das gar nicht so wichtig, aber sein bester Freund geht auf das Gymnasium, und seine Eltern möchte er auch nicht enttäuschen. Als der Schulfrust zu groß wird, findet er in einem Spiegellabyrinth einen unheimlichen Spiegel, aus dem er seinen "perfekten" Doppelgänger holt. Eine Weile ist das sehr nett, denn der Spiegel-Frido geht für ihn in die Schule, weiß irre viel und mag sogar Fisch. Doch bald ist Frido nicht mehr Herr der Lage, und plötzlich besteht seine ganze Klasse aus Doppelgängern, die die echten Kinder verdrängen wollen …
Der Schreibstil des Buches hat mir gut gefallen, ich fand ihn altersangemessen und niveauvoll. Es ist sehr einfühlsam geschrieben, und man kann Frido mit seinen Sorgen so gut verstehen! Das Buch ist sehr offensichtlich ein Plädoyer dafür, dass jedes Kind einfach als es selbst perfekt ist.
Etwas schade fand ich, dass dann plötzlich manche Situationen so überspitzt waren, das hat irgendwie nicht zum Rest der Geschichte gepasst und wirkte auf mich so, als müssten unbedingt noch ein paar Lacher und krassere, deutlichere Szenen eingebaut werden (da meine ich insbesondere einen Besuch auf einem Elitegymnasium).
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Abgesehen von den Spiegel-Kindern ist da kaum jemand, der einfach nur doof ist (doch, leider gibt es eine Ausnahme, die obligatorischen zwei großen Jungs, die die Grundschüler*innen auf klischee-plumpe Weise tyrannisieren – ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte ohne auskommt). Insbesondere Fridos Mutter und die Lehrerin von Frido, Frau Klawitter, finde ich gelungen. Beide meinen es gut, sind aber in ihren Vorstellungen davon gefangen, was richtig für Frido ist. Aber es ist eben auch niemand perfekt, weder die Erwachsenen, die manchmal genau das Falsche sagen, noch die Kinder. Das schwarz-weiß-Denken beschränkt sich so weitgehend auf die Doppelgänger.
Und die sind echt unheimlich! Ich weiß nicht, ob ich an Fridos Stelle noch ohne Angst in den Spiegel gucken könnte (das wird im Buch allerdings eigentlich gar nicht thematisiert, das ist nur mein Kopfkino). Meine neunjährige Tochter hatte da keine Gruselprobleme, ich war aber froh, dass meine Siebenjährige nicht mitgehört hat, der wäre das wohl zu gruselig gewesen. Das finde ich aber auch total okay, es ist nur wichtig zu wissen. Was mich ein bisschen gestört hat, war, dass bei Frido und Emil die Doppelgänger sehr individuell waren, bei allen anderen Kindern aber irgendwie gleich, das fand ich nicht ganz logisch. Eine andere Unklarheit hingegen fand ich äußerst gelungen: Es wird nie ganz aufgeklärt, wo der magische Spiegel eigentlich herkommt und – noch unheimlicher – wo er als Nächstes auftaucht. Gerade der Schluss liefert in dieser Hinsicht nochmal Einiges.
Der Leser Martin Baltscheit liest rasant, spannend und lustig, und obwohl es mit den vielen Doppelgängern manchmal ganz schön kompliziert wird, wusste ich immer, wer gerade spricht – eine ganz schöne Leistung! Vielleicht überzeichnete er die Sprechweise der Charaktere manchmal ein bisschen für meinen Geschmack, aber anders wäre das in diesem Fall vielleicht auch gar nicht gegangen.
Übrigens hat es mir viel Spaß gemacht, Hörbuch und Kinofilm miteinander zu vergleichen: Beide liegen ziemlich nahe beieinander, und doch gibt es ein paar spannende Unterschiede, die sich genauer anzuschauen lohnen.
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