Seit seinem 18. Lebensjahr steht Daniel Schmidt, 33, in Hamburg-St. Pauli als Wirt hinterm Tresen. Und zwar in zweiter Generation. Nichts anderes wollte er jemals werden. Der Elbschlosskeller, direkt gegenüber vom „Goldenen Handschuh“, ist seit über 66 Jahren ununterbrochen geöffnet und gilt als härteste Kneipe Deutschlands. Hier gehen Obdachlose, Prostituierte, gestrandete Existenzen, aber auch Millionäre, Sozialpädagogen oder Anwälte ein und aus. Einzigartige Schicksale, Dramen und Tragödien spielen sich ab. Eine düstere, faszinierende Parallelwelt, in der sich nicht nur traurige, sondern auch viele schöne, weil zutiefst menschliche Momente abspielen. „Die Menschen kommen zu uns, damit sie sie selbst sein können“, sagt Daniel Schmidt, der nahezu täglich Extremsituationen erlebt – oft, aber nicht immer wird er damit fertig. Von seinem unglaublichen Leben erzählt er brutal ehrlich, überraschend reflektiert und mit ganz viel Empathie.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
14.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Ehrlich und schonungslos
Der Elbschlosskeller: Ein Phänomen, und ich finde das Buch von Daniel ist richtig gut geschrieben. Wenn man mal im Elbschlosskeller war, dann findet man sich in dem Buch definitiv wieder, selbst wenn man nur Hamburg betreten hat, den Kiez betreten hat, die Reeperbahn betreten hat, findet man sich im Buch Elbschlosskeller wieder. Die Mentalität, die Ruhe aber auch das aufregende. Ich habe Hamburg damals besucht und alles was mich in anderen Städten aufregt, die Eigenheiten der Menschen das Schnelllebige, das Lahmarschige, den Kiffergeruch, Unten, Bettler, der Dreck, die Drogen , all das hat mich aufgeregt. Aber du steigst aus dem Zug betrittst Hamburger Boden und nichts regt dich mehr auf. Du bist ruhig, du bist gechillt, du registrierst die Menschen, Sie berühren dich teilweise auch, aber auf eine andere Art und Weise und dann gehst du in den elbschlosskeller und du vergisst die Zeit. Im Buch wurde gesagt der Elbschlosskeller das ist eine Kneipe in dem du Raum und Zeit vergisst. Und so ist es auch du bleibst die ganze Nacht dort, du bleibst den ganzen Tag dort du kriegst gar nicht mit, dass es dunkel wird, dass es hell wird, du schaust auf die Uhr und denkst: oh! Es ist schnelllebig, aber auf eigene Art und Weise. Ich finde die Ehrlichkeit die Daniel in diesem Buch an den Tag gelegt hat beneidenswert. Es hat mich berührt und es hat mir gezeigt, dass es etwas Besonderes ist zur Elbschlosskeller Familie zu gehören.
Bewertung
5/5
30.08.2020
Buch (Taschenbuch)
Schonungslos ehrlich.
Das Leben von Daniel Schmidt ist untrennbar mit dem Elbschlosskeller und dessen Geschichte verbunden. Deshalb ist dieses Buch nicht nur die Biografie einer einzigartigen Kneipe, sondern gleichzeitig auch die Biografie eines jungen Mannes, der schon viel erlebt und zu erzählen hat.
Zwischen herzzerreißenden Schicksalen und urkomischen Anekdoten findet der Autor immer wieder sehr deutliche und ehrliche Worte zu sich selbst, aber auch zu gesellschaftlichen Problemen, die sich in aller Deutlichkeit im Elbschlosskeller widerspiegeln.
Bewertung
aus Berlin
5/5
24.11.2019
Buch (Taschenbuch)
Grenzen überschreitend
Ein Wahnsinnsbuch, lebensnah, schockierend, berührend und authentisch geschrieben. Sehr persönlich beschreibt Daniel Schmidt sein Leben und den Kneipenalltag im Elbschlosskeller, der für viele seiner Gäste zu dem einen Zufluchtsort geworden ist. Man spürt förmlich wie er den vielen verlorenen Menschen im Milieu wieder Hoffnung gibt und das jeder Mensch, egal wie weit er abgerutscht ist, immer willkommen ist.
Absolut lesenswert!
worte.sind.magie
aus Bremen
5/5
02.07.2019
Buch (Taschenbuch)
berührend, faszinierend, spannend
Dieses Buch ist kein Roman und keine Milieustudie und genau deshalb ist es etwas besonderes und fällt in der Masse der Kiez-Literatur aus dem Rahmen. Es ist ein sehr persönliches, biografisches Buch, aus dem (Kiez-)Leben gegriffen, unverfälscht und nicht beschönigt. Mehr ein Lebensbild als eine chronologische Biographie. Es wechselt mal in die Vergangenheit, mal von persönlichen Schilderungen aus dem Leben des Autors wieder zu den Schicksalen der Gäste und dem Kneipenalltag im Elbschlosskeller. Es stört nicht und macht umso mehr deutlich wie untrennbar der Autor mit dem Elbschlosskeller verbunden ist. Es ist genau diese Mischung, die das Buch so lebendig und unterhaltsam macht.
Seit 1952 gibt es die Kneipe "Elbschlosskeller" im Hamburger Stadtteil St. Pauli und wird mittlerweile in zweiter Generation von Daniel Schmidt geführt. Vier Stufen führen hinunter in eine andere Welt, in der sich in den letzten Jahrzenten kaum etwas verändert hat. Es scheint als wäre die Zeit stehengeblieben. Es verirren sich eher selten Touristen hierher, aber wer einmal hier war, der kommt immer wieder.
Hier trifft man die verlorenen Seelen, die gebrochenen, die vom Schicksal aus der Bahn geworfenen, viele tragen durch traumatische Erlebnisse seelische Narben, nicht wenige sind psychisch krank. Himmel und Hölle liegen oft nur einen Atemzug voneinander entfernt. Die Atmosphäre ist herzlich rau, hier wird sich geliebt, gestritten und auch mal geschlagen, gelacht und geweint, um die Stange getanzt und der Rausch ausgeschlafen. Es riecht nach Alkohol und manchmal auch nach ungewaschenen Menschen. Sonnenlicht fällt selten in die Kneipe und Nikotinschwaden hängen in der Luft. Der beliebteste Song ist "Die immer lacht" von Kerstin Ott. Ein Lied, dass den Menschen aus der Seele spricht. Worte findet, die sie selbst nicht mehr haben. Die Menschen fühlen sich hier zuhause, hier werden sie akzeptiert, hier nimmt man sie wahr. Es gibt Gäste, die die Kneipe als Postanschrift angeben und einige wohnen sogar hier. Für Tage, Wochen und in Einzelfällen sogar Jahre. Sie schlafen im Billardzimmer, der 24/7 geöffneten Kneipe. Daniel Schmidt hat selbst so oft in den Abgrund geschaut, dass er auch deshalb Verständnis für die Situation der Gäste hat. Er kann es nachempfinden, urteilt und wertet nicht und möchte, wie er selbst sagt, Vorbild sein.
Daniel Schmidt ist ein Mann aus dem Milieu, durchtrainiert, Kampfsportler, ganzkörpertätowiert, er kennt den Kiez und spricht die Sprache, die dort ankommt. Geradeaus, emotional, er weiß die Gäste zu nehmen, wie sie sind. Mit herzlichen, eindeutigen Worten und bei Bedarf wird auch mal nicht lang geschnackt und durchgegriffen.
Genauso ist auch der Schreibstil: Direkt, unverfälscht, leicht und fließend, erzählend.
Daniel Schmidt erzählt in seinem Buch von seinen Gästen, ihren tragischen Schicksalen und Geschichten aus dem Elbschlosskeller. Er erzählt aber auch seine eigene Geschichte: Seine Kindheit mit einem Vater, den er sehr bewundert hat und einer Mutter, die sich liebevoll um ihn und seine Schwester gekümmert hat, bis sie es aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr konnte. Dem Jugendlichen, hyperaktiv und haltlos, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, den tragischen Selbstmord seiner Schwester, der auch ein Wendepunkt in seinem eigenen Leben war. Er hat in seinem Leben oft die A-Karte gezogen, aber genauso oft auch einfach die falschen Entscheidungen getroffen. Immer wieder hat er Grenzen überschritten, gesetzliche, aber auch psychische und physische. Sport, Drogen, Sex... immer exzessiv. Ganz oder gar nicht. Ein Leben im Extremen. Manchmal auch Jenseits aller bürgerlichen Verhaltensnormen und moralischer Grenzen.
Im Mittelteil befinden sich ausdrucksstarke Farbfotos einiger Stammgäste. Aufgenommen von der Fotografin CP Krenkler.
Mich hat dieses Buch sehr berührt.
Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung.
Ester
aus Bremen
5/5
02.07.2019
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist kein Roman…
Dieses Buch ist kein Roman und keine Milieustudie und genau deshalb ist es etwas besonderes und fällt in der Masse der Kiez-Literatur aus dem Rahmen. Es ist ein sehr persönliches, biografisches Buch, aus dem (Kiez-)Leben gegriffen, unverfälscht und nicht beschönigt. Mehr ein Lebensbild als eine chronologische Biographie. Es wechselt mal in die Vergangenheit, mal von persönlichen Schilderungen aus dem Leben des Autors wieder zu den Schicksalen der Gäste und dem Kneipenalltag im Elbschlosskeller. Es stört nicht und macht umso mehr deutlich wie untrennbar der Autor mit dem Elbschlosskeller verbunden ist. Es ist genau diese Mischung, die das Buch so lebendig und unterhaltsam macht. Seit 1952 gibt es die Kneipe "Elbschlosskeller" im Hamburger Stadtteil St. Pauli und wird mittlerweile in zweiter Generation von Daniel Schmidt geführt. Vier Stufen führen hinunter in eine andere Welt, in der sich in den letzten Jahrzenten kaum etwas verändert hat. Es scheint als wäre die Zeit stehengeblieben. Es verirren sich eher selten Touristen hierher, aber wer einmal hier war, der kommt immer wieder. Hier trifft man die verlorenen Seelen, die gebrochenen, die vom Schicksal aus der Bahn geworfenen, viele tragen durch traumatische Erlebnisse seelische Narben, nicht wenige sind psychisch krank. Himmel und Hölle liegen oft nur einen Atemzug voneinander entfernt. Die Atmosphäre ist herzlich rau, hier wird sich geliebt, gestritten und auch mal geschlagen, gelacht und geweint, um die Stange getanzt und der Rausch ausgeschlafen. Es riecht nach Alkohol und manchmal auch nach ungewaschenen Menschen. Sonnenlicht fällt selten in die Kneipe und Nikotinschwaden hängen in der Luft. Der beliebteste Song ist "Die immer lacht" von Kerstin Ott. Ein Lied, dass den Menschen aus der Seele spricht. Worte findet, die sie selbst nicht mehr haben. Die Menschen fühlen sich hier zuhause, hier werden sie akzeptiert, hier nimmt man sie wahr. Es gibt Gäste, die die Kneipe als Postanschrift angeben und einige wohnen sogar hier. Für Tage, Wochen und in Einzelfällen sogar Jahre. Sie schlafen im Billardzimmer, der 24/7 geöffneten Kneipe. Daniel Schmidt hat selbst so oft in den Abgrund geschaut, dass er auch deshalb Verständnis für die Situation der Gäste hat. Er kann es nachempfinden, urteilt und wertet nicht und möchte, wie er selbst sagt, Vorbild sein. Daniel Schmidt ist ein Mann aus dem Milieu, durchtrainiert, Kampfsportler, ganzkörpertätowiert, er kennt den Kiez und spricht die Sprache, die dort ankommt. Geradeaus, emotional, er weiß die Gäste zu nehmen, wie sie sind. Mit herzlichen, eindeutigen Worten und bei Bedarf wird auch mal nicht lang geschnackt und durchgegriffen. Genauso ist auch der Schreibstil: Direkt, unverfälscht, leicht und fließend, erzählend. Daniel Schmidt erzählt in seinem Buch von seinen Gästen, ihren tragischen Schicksalen und Geschichten aus dem Elbschlosskeller. Er erzählt aber auch seine eigene Geschichte: Seine Kindheit mit einem Vater, den er sehr bewundert hat und einer Mutter, die sich liebevoll um ihn und seine Schwester gekümmert hat, bis sie es aufgrund ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr konnte. Dem Jugendlichen, hyperaktiv und haltlos, auf der Suche nach seinem Platz im Leben, den tragischen Selbstmord seiner Schwester, der auch ein Wendepunkt in seinem eigenen Leben war. Er hat in seinem Leben oft die A-Karte gezogen, aber genauso oft auch einfach die falschen Entscheidungen getroffen. Immer wieder hat er Grenzen überschritten, gesetzliche, aber auch psychische und physische. Sport, Drogen, Sex... immer exzessiv. Ganz oder gar nicht. Ein Leben im Extremen. Manchmal auch Jenseits aller bürgerlichen Verhaltensnormen und moralischer Grenzen. Im Mittelteil befinden sich Farbfotos einiger Stammgäste. Aufgenommen von der Fotografin CP Krenkler. Mich hat dieses Buch sehr berührt. Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung.
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