Leider liebt sie Rapmusik, das Frauenbild: grauenvoll. Leider liest sie sehr gerne Fashion-Magazine, das Frauenbild: ebenfalls erschreckend. Und ihre Lieblingsfarbe ist leider: pink. In einer Zeit, in der Barack Obama sich als Feminist bezeichnet und sogar Modeimperien den Schriftzug in großer Zahl auf T-Shirts drucken, wahrscheinlich keine gute Idee. Feminismus ist chic geworden und angekommen in der Popkultur. Aber was kann guter Feminismus heute wirklich sein? In ihrem hochgelobten Essayband sprengt Roxane Gay das ideologische Korsett eines guten und starren Feminismus und erklärt sich selbst ironisch zum Bad Feminist – stimmgewaltig, bestechend klug und fern jeder Ideologie unterzieht sie unsere Gegenwart einer kritischen Analyse und zeigt, wie man alles auf einmal sein kann: eine der bedeutendsten Feministinnen der Gegenwart und dabei definitiv nicht perfekt.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Thala
5/5
08.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Scharfsinnige Gedanken
n dieser Essaysammlung schreibt Roxane Gay ihre Gedanken zum Thema Feminismus auf. Roxane bezeichnet sich selbst als "Bad Feminist", da sie zB Musik mag, die zwar Ohrwurmpotential hat, deren Texte aber eindeutig frauenfeindlich sind. Sie liebt Pink und Schaut Serien/Filme, die nicht wirklich feministisch sind.
Meine Meinung: Die Essaysammlung liest sich tatsächlich wie eine bunte Tüte gemischter Süßigkeiten, von allen Themen ist gefühlt etwas dabei. Es geht um Gays Jugend, ihrer Herkunft aus Haiti, um 50 Shakes of Grey und Scrabble, um nur einige Themen zu nennen. Einige Themen wie zB das Scrabble waren für mich weniger interessant, besonders lehrreich fand ich allerdings Gays Buchbesprechungen von "50 Shakes of Grey" oder "Die Tribute von Panem". Sie hat mich auf viele Gedanken gebracht, die mir vorher nie aufgefallen sind. Es ist faszinierend, Mainstreamfilme und Bücher einmal durch die feministische Brille zu betrachten. So ist das Frauenbild oft sehr traditionell und reaktionär, die Frau ist passiv und wird vom männlichen Protagonisten gerettet. In ihren Essays springt Roxane Gay von Thema zu Thema, was manchmal etwas verwirrend ist.
Roxane Gay nennt Missstände beim Namen: Es gibt zu wenig Frauen in Führungspositionen und die wenigen Frauen in Führungspositionen sind keine People of Color. Sie schreibt auch, dass sie nur aufgrund der selben Hautfarbe keine großartigen Gemeinsamkeiten mit anderen Afroamerikanern entdeckt. Es geht eher um die Geisteshaltung, die sie bei anderen Menschen anzieht und in ellenlange Gespräche verwickeln lässt.Sie weist außerdem darauf hin, wie wenig divers die meisten Serien sind. Entweder gibt es Serien mit rein hellhäutigen oder rein dunkelhäutigen Schauspielern, Ausnahmen wie in "Greys Anatomy" sind selten.
Für einen Einstieg in das Thema Feminismus halte ich das Buch sehr gelungen und unterhaltsam.
Frollein_von_Kunterbunt
4/5
06.08.2019
Buch (Taschenbuch)
Essaysammlung zum Lernen und Lachen
Ich habe es geliebt! Bei Essaysammlungen besteht immer die Gefahr, dass es zwischendurch Texte gibt, die einen stören und einem gar die Motivation zum weiterlesen nehmen. Das war hier bei diesem Buch überhaupt nicht der Fall. Klar gab es einige, die mich wesentlich mehr begeistern konnten als andere, aber selbst die weniger begeisternden Essays lasen sich wunderbar. An vielen Stellen habe ich unheimlich viel mitgenommen, an anderen habe ich mich einfach nur gefreut mehr von der Autorin zu erfahren.
Roxane Gay versucht in dieser Essaysammlung ihren ganz eigenen Feminismus zu definieren. Ob ihr das gelingt oder nicht kann man an dieser Stelle gar nicht sagen, weil es nichts zu beurteilen gibt. Man kann nur versuchen herauszufinden, ob sie mit der eignen Definition überein stimmt oder Reibungspunkte gibt. In meinem Fall ist es so, dass ich ganz oft beim Lesen mit dem Kopf genickt habe, ganze Textpassagen markierte und groß ‚JA!‘ daneben geschrieben habe und auch einige Zitate habe ich mir notiert. Denn sie beschreibt ganz oft genau das, was ich auch fühle: das Feminist*innen ganz oft den Druck verspüren alles richtig machen zu müssen, eben weil sie unter (teilweise argwöhnischer) Beobachtung stehen. Roxane Gay aber antwortet darauf, dass eine Bewegung wie der Feminismus gar nicht perfekt sein kann, weil sie von Menschen gemacht ist und Menschen nun mal nicht perfekt sind.
Auch ihre Definition des ‚bad feminist‘ kann ich für mich persönlich genau so übernehmen. Ein ‚bad feminist‘ ist in ihren Augen ein*e unvollkommene*r und nicht professionelle*r Femininist’in. Und sind wir mal ganz ehrlich: das sind wir doch alle, oder? Sich selbst nun so zu titulieren führte ihrer Ansicht nach dazu, von anderen Menschen nicht per se auf einen Sockel gestellt zu werden, der eh unerreichbar ist und macht das Leben deshalb viel entspannter.
Das schöne an Essaysammlungen ist, dass man viele Infos und Erkenntnisse daraus mitnimmt, sie jedoch nicht so schwer zu lesen sind wie Sachbücher. Roxane Gay vereint in diesem Buch Wissen, Attitüde, Eloquenz, Sprachgewalt und ganz viel Humor. Jeder einzelne Essay ist lesenswert, sei es zur Horizonterweiterung oder aber zur Unterhaltung. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
Karina
aus Hannover
2/5
04.07.2021
Buch (Taschenbuch)
Enttäuscht
Ich habe mich sehr gefreut, weil der Klappentext und der Titel mich sehr angesprochen haben, aber ich wurde enttäuscht
Es war langweilig geschrieben und sie war mir auch unsympathisch
Ich fand auch das sie Zuviel drumrum ,,geredet“ hat.
Ich hab bei Seite 102 abgebrochen, weil ich keine Lust mehr hatte mich zum lesen zu zwingen.
Leider ein Flop für mich
Bewertung
4/5
11.03.2020
eBook (ePUB)
Gibt es "schlechte" Feministen?
Scharfsinnig und treffsicher erzählt Roxanne Gay davon, weshalb sie eine schlechte Feministin ist - oder weshalb auch nicht. Sie hört gerne Rapmusik, liest 50 Shades of Grey und Modemagazine. Was diese Dinge gemeinsam haben? Sie zeichnen kein gutes Bild von Frauen.
Die Autorin geht in ihren Essays und Geschichten darauf ein, wie eng das "Feminismus-Korsett" mittlerweile geschnürt ist, wie starrsinnig selbst die erklärten Feministen geworden sind. Trotzdem ist es extrem interessant, was sie hier beschreibt- und wenn es nur Mainstreamfilme wie "Die Triute von Panem" durch die Augen von Feministen betrachtet sind.
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