Laura lässt das Geheimnis, das den mittelalterlichen jüdischen Schatz von Erfurt umgibt, nicht mehr los. Sie taucht ein in das Schicksal von Rachel und Joschua, die 1349 zusammen mit ihrem Vater alles zurücklassen und vor dem Pestpogrom fliehen mussten. Vielleicht ist es diese Geschichte, weshalb Laura gerade jetzt Alexej begegnet, der lieber verschweigen möchte, dass er Jude ist. Allmählich versteht Laura, in wie viele Fettnäpfchen man treten kann, wenn man sich in einen Juden verliebt, und was es heute bedeutet, jüdisch zu sein.
»Dunkles Gold« ist ein aufwühlender Roman von großer Wahrhaftigkeit über jüdische Identität und Antisemitismus, Liebe und Hoffnung, von einer großen Erzählerin.
»... Ein sorgfältig, souverän und auch emotional erzählter Roman, der viele Aspekte und Ereignisse der jüdischen Geschichte beleuchtet.« Sylvia Schwab, Deutschlandfunk Kultur, 27.3.2019
»Mirjam Pressler schafft es, schwierige Themen, die emotional unter die Haut gehen, so auf Papier zu bringen, dass es für junge Leser gut lesbar, gleichzeitig aber auch fordernd ist: Man muss nachdenken, kann die Sätze gut verschlingen, gleichzeitig aber ist der Inhalt packend und aufwühlend.« Toni Times, Tiroler Tageszeitung, 5/2019
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Booksandcatsde
5/5
15.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mirjam Pressler – einfach wichtig!
Meine Meinung:
Das Cover ist sehr unscheinbar und fällt in der Buchhandlung kaum auf. Der Name der Autorin ist dann schon eher ein Garant dafür, dass doch einige das Buch in die Hand nehmen und sich näher anschauen werden.
„Dunkles Gold“ ist für mich gleichzeitig eine Liebesgeschichte sowie eine Geschichte über Freundschaft, Mut und Akzeptanz. Sie regt zum Nachdenken an und bescherte mir mehr als einmal eine Gänsehaut beim Lesen, wenn es um die historischen Geschehnisse rund um die jüdische Bevölkerung ging. Gleichzeitig kann man beim Lesen auch viel über die jüdische Kultur und Geschichte lernen und die Kombination macht das Buch sehr lesenswert.
Die Geschichte selbst ist sehr ruhig und lebt von den Perspektiven- bzw. Zeitwechseln. Im Buch werden zwei Geschichten miteinander verwoben. Die eine Geschichte spielt in der Gegenwart und die andere – wenn ich richtig liege – im 14. Jahrhundert.
Emotionaler und erschreckender war die historische Geschichte, mitreißender und eingängiger die heutige. Alles in allem geht es darum, was jüdische Wurzeln früher und auch heute noch für Konsequenzen hatten/haben können. Wenn man bedenkt, dass Menschen ihre Wurzeln/ihre Religion aus verschiedenen Gründen verheimlichten oder auch heute noch verheimlichen! Schlimm!
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Fazit:
Ein gutes und wichtiges Buch, das aber sehr ruhig ist. Es wird mir in Erinnerung bleiben und ich werde es geschichtsinteressierten Schülern empfehlen.
4.5 out of 5 stars (4,5 / 5)
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5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dunkles Gold
Die fünfzehnjährige Laura aus Erfurt soll in der Schule ein Referat über das Leben jüdischer Jugendlicher im 14. Jahrhundert halten. Lauras Mutter ist Kunsthistorikerin und auf die mittelalterliche, jüdische Geschichte der Stadt spezialisiert. Bauarbeiter haben 1998 einen Schatz aus dem Jahre 1349 entdeckt, der jetzt in der alten Synagoge ausgestellt ist. Er gehörte dem Juden Kalman von Wiehe. Laura malt sich aus, er könne vielleicht eine Tochter in ihrem Alter gehabt haben. Nachts träumt sie davon und schlüpft in die Rolle von Rachel. Rachel hat einen Bruder, Joshua, und in zwei Jahren soll sie Samuel, den Sohn eines Geldverleihers aus Nürnberg, heiraten. Vater Kalman empfängt einen Gast, Meir Nachum von Köln, der ist unterwegs nach Polen ist. Er, der Vater, der Gemeindepfleger und der Rabbi treffen sich zu einem wichtigen aber geheimen Gespräch. Sie reden über die Pest. Vielerorts wird den Juden dafür die Schuld gegeben. Rachel hat Angst, denn sie sind doppelt gefährdet, falls die Krankheit Erfurt erreichen sollte. Sie hilft ihrem Vater, das Familienvermögen (Schmuck und Silbergeschirr) in der Kellerwand einzumauern, wo es sicher ist, falls sie schnell fliehen müssen. Sie können es nicht mitnehmen, denn reiche Juden leben gefährlich. Laura, die gern und gut zeichnet, beschließt, Rachels Geschichte als Graphic Novel aufzuschreiben. Um mehr über Juden zu erfahren, spricht sie Alexeij an. Der gut aussehende Junge aus ihrer Parallelklasse ist nämlich Jude. Er kommt aus Russland und ist in den Pausen immer allein. Alexeij findet das Projekt interessant und gibt wertvolle Tipps für die Bilder, z.B. dass in das Haus eines Juden eine Menora (7-armiger Leuchter) gehört. Laura träumt die Geschichte weiter: Rachel und ihre Familie verlassen die Stadt. Ihr Vater sagt, sie gehen nach Polen. Sie reisen unter falschen (christlichen) Namen als Agatha, Burkhard und Sigmund. Bei befreundete Bauern können sie übernachten und bekommen neue Kleidung, Pferd und Wagen, so dass sie als Bauern verkleidet weiterreisen können. Als sie rasten, geht der Vater Wasser holen und kommt nicht zurück. Die Kinder finden später seine ausgeraubte Leiche am Fluss. Sie bedecken ihn mit Steinen und reisen, nach sieben Trauertagen, allein weiter. Im nächsten Dorf lernen sie den Fiedler Mendel kennen, und Joshua beschließt, mit ihm und dem Jahrmarkt mitzureisen. Rachel reist allein weiter nach Karkau. Laura arbeitet eifrig an den Zeichnungen. Sie geht mit ihrer Klassenkameradin Sarina auf den Reiterhof, wo sie übt, Pferde zu zeichnen, denn sie hat Schwierigkeiten, das Pferd Kuno darzustellen, das den Wagen von Rachels Familie zieht. Als Alexeij erfährt, dass sie ihn nur angesprochen hat, weil er Jude ist, reagiert er seltsam. Hat sie ihn beleidigt? Er geht ihr aus dem Weg, bis sie sich aussprechen. An früheren Schulen wurde er als Jude gemobbt. Er will als er selbst wahrgenommen werden, nicht als „der Jude“. Seine Familie ist nicht religiös. Laura lernt Alexeijs Oma kennen. Ihre Familie lebte in Breslau. Auch sie versteckten einen „Schatz“ bevor sie damals nach Moskau flohen. Dort wurde die Oma geboren. Sie kehrte nach vielen Jahren zurück, um den Schatz zu holen doch alle ihre Hoffnungen wurden enttäuscht. Der Schatz war fort. In der Schule gibt es eine Diskussion über die Situation in Israel. Laura ist schockiert und enttäuscht von der Meinung ihres besten Freundes Julian, der plötzlich mit Wörtern wie „Scheißjuden“ um sich wirft. Wie werden Lauras und Rachels Geschichten wohl enden? "Dunkles Gold", der letzte Roman von Mirjam Pressler, die leider dieses Jahr verstorben ist, ist eine außergewöhnliche Geschichte, die Vergangenheit und Gegenwart geschickt verknüpft! Viel Spaß beim Lesen!!!
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