Marcels Entdeckung der Homosexualität des Barons de Charlus in 'Sodome et Gomorrhe'
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
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Nein
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Nein
Erscheinungsdatum
10.01.2019
Verlag
GRINSeitenzahl
18 (Printausgabe)
Dateigröße
588 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783668862883
«Première apparition des hommes-femmes, descendants de ceux des habitants de Sodome qui furent épargnés par le feu du ciel.» Mit diesem Ausspruch eröffnet Marcel Proust (1871-1922) den vierten Band "Sodome et Gomorrhe" seines siebenbändigen Lebenswerks "À la recherche du temps perdu" (1913-1927). In diesem Band wird der Erzähler Marcel Zeuge, wie die Figur Baron de Charlus in einem scheinbar unbeobachteten Moment die Maske fallen lässt und seine Homosexualität unwissentlich dem Protagonisten Marcel offenbart. Der Autor Marcel Proust lässt seine Figuren nach den drei vorangegangenen Bänden die zuvor nur angedeutete Homosexualität schließlich ausleben.
Proust hatte großes Interesse an dem Tabu-Thema der Homosexualität, hat sich jedoch selbst nie offen dazu bekannt, da die Sodomie - ein Begriff, der damals die homosexuelle Veranlagung benannte - in der Gesellschaft mehr als nur verpönt war. Obwohl das Verbot der Homosexualität aus dem ,Code Pénal' verbannt worden war und erst unter Maréchal Pétain im Vichy-Regime wieder aufgenommen wurde, konnten die Homosexuellen ihre Neigung dennoch nicht völlig offen und zwanglos ausleben. Es gab in diesem Zusammenhang mehrere Fälle, die aufgrund homosexuellen Verhaltens internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. Zum Beispiel die Harden-Eulenburg-Affäre (1907/08) oder auch die Verurteilung Oscar Wildes zu zwei Jahren Zwangsarbeit und Zuchthaus, welches er als gebrochener Mann verlassen hatte. Wildes Schicksal ging Proust sehr nahe und aufgrund dieser Ereignisse kann man annehmen, dass Proust nicht sehr erpicht darauf war seine eigene Homosexualität öffentlich bekannt zu geben.
Die damalige Zeit und ihre Moralvorstellungen waren gegen ihn. Sein großes Werk entstand nämlich in der Epoche des fin de siècle und der décadence, einer Periode, die durch Pessimismus, Schicksalsdenken und Nostalgie gekennzeichnet war. Der kulturelle Verfall wurde zum künstlerischen Objekt dieser Zeit, welche von Weltschmerz, Melancholie und Faszination für und zugleich Erschaudern vor dem Tod und der Vergänglichkeit geprägt war. Der Grund für diese Stimmung im damaligen Frankreich war neben der sinkenden Geburtenrate der Gedanke, dass das französische Volk alt und dem Untergang geweiht sei. Dieser Gedanke wurde ausgelöst durch die Schmach der Niederlage Frankreichs von 1870/71 gegenüber Bismarck-Deutschland.
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