"Ich habe das alles nicht gewollt. Nicht das Attentat, nicht die Toten und nicht, was meine Leute Djadi angetan haben. Doch wer wird mir schon glauben."
Die 23-jährige Leni ist Kellnerin in einer rechten Szenekneipe. Als sie erfährt, dass ihr Boss und ihr Bruder ein Attentat planen, will sie unbedingt verhindern, dass sich ihr Bruder an den illegalen Aktivitäten beteiligt. Ihr Versuch, die Männer von diesem Plan abzubringen, endet in einer Katastrophe.
Gefangen zwischen Hass und Vorurteilen zählt plötzlich nur noch eines:
Weiteratmen!
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Bamberg
5/5
12.06.2023
Buch (Taschenbuch)
atmen
Keine Ahnung was ich in diesem Buch erwartet hatte. Diese Geschichte bestimmt nicht. Leni ist 23 Jahre alt und versucht ihre Leben zu leben und dabei ihren Bruder aus Schwierigkeiten herauszuhalten. Dabei gerät sie selbst in eine große Sache. Sie ist zusammen mit ihrem Bruder bei einem Attentat dabei. So beginnt die Geschichte und das alles passiert schon in den ersten Seiten. Natürlich lernen wir die beiden etwas näher kennen. Es ist spannend, fesselnd und sorgt dafür, dass man so einiges überdenkt. Der Titel wird immer wieder mal im Buch aufgegriffen. Die Geschichte, die ich erwartet hatte, umfasst, nur das erste drittel. Dann kommt eine Wendung und man taucht viel tiefer ein und bekommt etwas, was einen Schockt und die Wahrscheinlichkeit das man dieses Buch weglegt ist gering. Die Charaktere in diesem Buch überraschen mich immer wieder. Der Schmerz, das Leid und vieles mehr ist auf jeder Seite spürbar. Man taucht in eine Welt ein, die so real ist und man Angst hat aufzuschauen und zu merken, dass es nicht fiktiv ist.
World of books and dreams
5/5
02.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Absolut aktuelles Thema
Nach dem tödlichen Unfall ihrer Eltern wuchs die heute dreiundzwanzigjährige Leni bei ihrem Bruder Leon auf. Gemeinsam mit dem Kneipenbesitzer Sam waren die beiden immer für sie Familie und in Sam war sie richtig verknallt. Heute arbeitet die gelernte Köchin in Sams Kneipe, in der hauptsächlich die rechte Szene ein- und ausgeht. Als Leni hört, dass Sam gemeinsam mit Leon und zwei weiteren Männern einen Anschlag auf ein Flüchtlingsheim planen, möchte Leni mit allen Mitteln verhindern, dass ihr Bruder fahrlässig handelt. Doch ihr Plan, die Männer von ihrer Tat abzuhalten, endet in einer schrecklichen Katastrophe und Leni muss ihr bisheriges Weltbild überdenken.
Meine Meinung
Das Cover finde ich gut gelungen und es macht neugierig, hier war es aber vor allem der Klappentext, der mich unheimlich gespannt auf das Buch machte.
Heike Bicher-Seidel erzählt klar und direkt und vor allem mit einer Mischung aus Details und Emotionen, die mich schon vom ersten Moment an in die Geschichte zogen.
Ich muss mich hier erst einmal sammeln, um all meine Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen, denn die Autorin zeigt hier zunächst Hass und Brutalität und ich weiß zwar, dass all das so wirklich existiert, doch dieses Gedankengut mit den eigenen Werten zu verbinden und zu verarbeiten war durchaus eine Herausforderung. Die Geschichte liest sich allerdings so flüssig und mitreißend, dass es einfach schwer fällt, das Buch zur Seite zu legen.
Gleich zu Beginn wird man Zeuge des Attentats, verfolgt die Entführung des Medizinstudenten Djadi und auch Leni wird hier mehr oder weniger gezwungen, mitzuflüchten. Nach und nach stellt die Autorin dar, wie es dazu kam, dass Leni und ihr Bruder in die rechte Szene gerieten und wieso sie so voller Wut steckten. Djadi hingegen zeigt ihr, dass sie voller Vorurteile steckt, bringt sie zum Mit- aber auch Umdenken und doch ist es ein langer, absolut schwerer Weg, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Als Leser wird man hier durch viele Emotionen getrieben, man spürt die Angst, die Verzweiflung, hat Hoffnung und Wut. Gerade nach der Entführung benötigte ich einen Moment Pause, um all meine eigenen Gefühle und Gedanken zu dem Gelesenen zu ordnen.
Die Geschichte zwischen Leni und Djadi ist ein absolutes auf und ab und manchmal hätte ich die beiden packen und schütteln können. Ja, definitiv beide, dass näher zu erläutern würde allerdings zu sehr spoilern, lest es einfach selber.
Aus Lenis Sicht in der Ich-Form erlebt man die Geschichte. Dabei lernt man die Protagonistin sehr gut kennen und entwickelt auf eine gewisse Art auch Verständnis für ihr Handeln.
Leni hat alles andere als eine unbeschwerte Jugend hinter sich, angefangen bei der Arbeitslosigkeit des Vaters und dem damit verbundenen sozialen Abstieg ohne Chance, bis hin zu dem Unfall, bei dem die Eltern ums Leben kamen. Dabei rutscht sie gemeinsam mit dem Bruder in die falsche Szene, projiziert Bewunderung auf den falschen Mann und es wird ein Teufelskreis, aus dem sie allein nicht mehr herausfindet. Sie ist durchaus ein selbstständiger Mensch, nimmt aber nur ungern Hilfe an, was alles noch etwas schwieriger macht, auch die Beziehung zu Djadi. Die Entwicklung der Protagonistin wird sehr authentisch dargestellt und war absolut nachvollziehbar.
Djadi ist Medizinstudent und hatte eine privilegierte Kindheit, wuchs ohne Sorgen und Probleme auf, wobei auch er etwas schreckliches in seiner Kindheit erlebt hat, allerdings war er da noch so klein, dass ihm daran die Erinnerungen fehlen. Die Entführung hinterlässt auch bei Djadi Spuren und auch er muss lernen, weiterzuatmen.
Eine besonders wichtige Rolle spielt hier auch Chris, Djadis Freund und WG-Mitbewohner, dessen Gespräche mit Leni immer wieder bewegen und zum Mit- und Umdenken anregen. Alles in allem gab es hier so einige, sehr interessante Entwicklungen zwischen den Charakteren, aber auch in ihrem Denken und Handeln.
Mein Fazit
Eine Geschichte, bei der man gerne sagen würde, dass sie rein fiktiv ist. Doch leider sind viele der Ereignisse bereits Realität. Heike Bicher-Seidel bringt hier aber sehr viele Ansätze, die zumindest am Beispiel von Leni erklären, warum es soweit kommen kann. Mich hat die Autorin mit ihrer Geschichte fesseln können und auch wenn ich an mancher Stelle einfach am liebsten die Augen verschlossen hätte, um nicht “zusehen” zu müssen, konnte ich doch nicht anders als weiterlesen. Ein gelungener Roman, der nachdenklich macht und den ich gerne empfehle.
Franci
aus Ilmenau
5/5
28.01.2020
Buch (Taschenbuch)
Eine kritische Thematik die mit viel Gefühl untermauert wird.
Klappentext
" "Ich habe das alles nicht gewollt. Nicht das Attentat, nicht die Toten und nicht, was meine Leute Djadi angetan haben. Doch wer wird mir schon glauben."
Die 23-jährige Leni ist Kellnerin in einer rechten Szenekneipe. Als sie erfährt, dass ihr Boss und ihr Bruder ein Attentat planen, will sie unbedingt verhindern, dass sich ihr Bruder an den illegalen Aktivitäten beteiligt. Ihr Versuch, die Männer von diesem Plan abzubringen, endet in einer Katastrophe.
Gefangen zwischen Hass und Vorurteilen zählt plötzlich nur noch eines:
Weiteratmen! "
Ich möchte nicht näher auf die Geschichte eingehen, da die Kurzbeschreibung schon genügend preisgibt & hoffentlich die Neugier in vielen Lesern weckt, sie zum Buch greifen lässt.
Nur so viel: Hinter dem düsteren Cover verbirgt sich neben Hass, Rassismus & Gewalt auch eine sensible Geschichte von Freundschaft & Liebe, von Veränderung & Wandlung.
"Weiteratmen" wird aus der Sicht der 23 jährigen Hauptprotagonistin Leni erzählt, die früh bei einem schweren Autounfall ihre Eltern verlor. Leon, ihr Bruder, arbeitet wie sie selbst auch in einer rechten Szenekneipe, die von dem manipulativen Sam betrieben wird. Die rechtsextreme Gesinnung ist merklich in den Geschwistern verankert.
Leni empfand ich von Beginn an als eine starke Frau, die sich zu wehren & durchzusetzen weiß. Auch im Verlauf ist ihr Mut stets spürbar, ebenso wie ihr Gerechtigkeitssinn- denn trotz dem eingeprägten Vorurteilen hält sie nicht stur an diesen Überzeugungen fest, kann differenzieren & will, dass die Wahrheit an's Licht kommt - für dieses gefährliche Unterfangen ist die Kellnerin bereit zu kämpfen… & auch loszulassen.
Ein weiterer wichtiger Charakter ist der adoptierte Djadi, der aufgrund seiner ausländischen Wurzeln, trotz seines Medizinstudiums, mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. Bis zu dem Attentat, welches alles verändert & zu seiner persönlichen Hölle ausartet, lebte er gut situiert. Ich nahm ihn als sympathischen, ehrlichen Protagonisten wahr, der trotz seiner Angst ruhig, besonnen wirkte & nicht bereit war aufzugeben.
Heike Bicher-Seidel schmeißt den Leser ohne große Einführung mitten in das Geschehen. Der Schreibstil ist leicht & angenehm, durch die bildreiche Art konnte ich mir viele Orte, Szenen vor Augen führen. "Weiteratmen" ist sowohl spannend wie auch gefühlvoll geschrieben, was diesem heiklen Thema zugute kommt. Das die Autorin intensiv an der Figurenentwicklung arbeitete, zeigen die detaillierten Charaktere. Gedanken & Handlungen sind authentisch geschildert & dadurch nachvollziehbar, viele Szenen sind realistisch dargestellt, was vermuten lässt, dass Heike lange & ausgiebig recherchierte. Das gesamte Gefühlsspektrum, sowohl Lenis Zwiespalt wie auch die Gewalt, die rechte Gesinnung & der grenzenlose Hass war beim lesen aufgrund der genauen Ausarbeitung wirklich spürbar - ich vermute, dass die Intention von Frau Bicher-Seidel darin bestand, dem Leser zu verdeutlichen wie rasant man in solch eine Sache geraten kann, um Augen & Herzen zu öffnen & auch um klar zu machen, dass keine Einstellung oder Meinung endgültig ist.
Ich habe mitgebangt, mitgefiebert & auch gelitten.
Weiteratmen ist eine erschreckende Geschichte, welche einen tiefgehenden, heiklen Hintergrund vorausgeht. Hier wird eine Thematik behandelt, die vor Jahrzehnten ebenso aktuell war wie sie auch heute noch ist & in der Zukunft sein wird.
An mir gingen die 376 Seiten nicht spur - oder gedankenlos vorüber. Dieses Buch rüttelt auf, regt zum nach - & überdenken an; meiner Meinung nach eine Lektüre, die auch in die Klassenzimmer einziehen sollte.
Kann ein Mensch trotz tief verankerter Glaubenssätze & eingeprägter Vorurteile seine Einstellung ändern, gegen sein Umfeld handeln, wenn es um Gerechtigkeit geht? Kann man aus seinem Kokon wachsen, Gewohntes hinter sich lassen & der Wahrheit des Herzens folgen, ganz gleich wie groß die Angst & gefährlich es ist?
Leni gibt euch die Antwort.
Bewertung
aus Mannheim
5/5
08.10.2019
Buch (Taschenbuch)
Wenn alles aus dem Ruder läuft
Das Leben meint es alles andere als gut mit der jungen Leni. Die 23-jährige hat früh ihre Eltern bei einem tragischen Unfall verloren und hat seit dem nur noch ihren großen Bruder Leon und Sam. Dass es Sam mit den Gesetzen nicht immer so genau nimmt, ist für Leni nichts neues. Aber Sam ist wichtig für Leni und sie hat ihm viel zu verdanken. Kein Wunder, dass sie auch in seiner Kneipe arbeitet, in der sich braunes Gedankengut gerne und schnell verteilt. Eigentlich will Leni davon nichts wissen. Doch als sie hört, dass Sam mit ihrem Bruder einen Anschlag plant, kann Leni ihren Bruder nicht alleine lassen. Sie hofft schlimmeres verhindern zu können. Doch die Situation eskaliert und auf einmal befindet sich die Truppe auf der Flucht. Leni mitten drin ohne zu verstehen, was und wie schnell das alles passieren konnte. Wird sie einen Ausweg finden?
Natürlich möchte ich auch ein paar eigene Eindrücke zu dieser Geschichte hinterlassen. In einem Wort beschrieben? Weitelesen! Die Geschichte hat mich ab dem ersten Satz gepackt. Lenis Situation ist zum Greife nah beschrieben. Ich habe oft mit Leni mitgelitten, mitgezittert und an der einen oder anderen Stelle auch den Kloß im Hals erst einmal schlucken müssen. Dieses Buch ist vielleicht nicht für jeden geeignet, da man die vielen Geschehnisse und Situationen auch verarbeiten können muss. Aber meiner Meinung nach ist es genial gelungen. Ich konnte den Reader nicht mehr aus der Hand legen und die Geschichte von Leni und Djadi hat mich gepackt. Ich kann hier ohne Bedenken 5 Sterne hinterlassen!
Michas wundervolle Welt der Buecher
5/5
09.09.2019
Buch (Taschenbuch)
Was für eine tolle Story
Boah was für ein Schätzchen sich hier versteckt hat , ich war positiv begeistert.,
Zum Inhalt kann ich gar nichts sagen bzw möchte ich nichts sagen sonst müsste ich Spoilern.
Der Schreibstil der Autorin und die Geschichte fesseln einen von der ersten Seiten an.
Ein Mädchen großgeworden in der rechten Szene und ihr Herz schlägt plötzlich für Djadi wird das gut gehen.
Eine Explosive Story die einen mitreist nach dem lesen nicht sofort loslässt und einen beim lesen mehr als einmal zum Nachdenken anregt.
Eine Story die so realitätsfern gar nicht ist.
Dieses Buch empfehle ich gerne weiter und freue mich mehr von der Autorin zu lesen.
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