Produktbild: Der Hütejunge

Der Hütejunge Eine Kindheit im Krieg

14

16,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.07.2019

Abbildungen

mit 30 Schwarzweiß-Abbildungen

Verlag

Cmz

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3,3 cm

Gewicht

534 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-87062-326-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

17.07.2019

Abbildungen

mit 30 Schwarzweiß-Abbildungen

Verlag

Cmz

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

20,8/13,6/3,3 cm

Gewicht

534 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-87062-326-5

Herstelleradresse

CMZ Verlag
An der Glasfachschule 48
53359 Rheinbach
DE

Email: info@cmz.de

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  • Bewertung

    aus Igensdorf

    5/5

    09.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Viele verstummten. Manche für immer

    In diesem sehr persönlichen Roman nimmt Ulrike Blatter uns mit in ein kleines Eifeldorf, in dem 1934 als sechstes Kind der Familie ein Junge geboren wird. Dieser für den Leser bis zum Ende namenlose Junge hinterlässt seine Gefühle, seine Gedanken, seine Freundschaften, seine Ängste, seinen Hunger und sein Misstrauen in vielen kurzen zusammenhängenden Kapiteln aufleben. Der Leser erlebt die Entwicklung des Jungen sowie die grausame Entwicklung des Krieges auf jeder Seite mit. Sehr behutsam und einfühlsam lässt uns die Autorin teilhaben an dem Grauen, dass diese und die nächste Generation geprägt hat. Oft traurig und trotzdem wunderbar bringt sie die Kindergedanken zu Papier. Man fühlt die Kälte, den Hunger, das Misstrauen. Ergänzend sind im Mittelteil des Buches noch 30 Schwarzweiß-Fotos abgebildet. Ein Glossar, in dem der Eifeler Dialekt erklärt wird sowie Begriffe des Dritten Reichs runden die Geschichte vortrefflich ab. Fazit: Für mich ein absolutes Leseerlebnis, alleine schon durch die klare und trotzdem sehr behutsame Spache. Der flüssige Schreibstil tut sein übriges. Danke, Ulrike Blatter, für dieses wunderbare Buch sowie die Hoffnung, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Übrigens: Ich habe den Namen des Jungen erfahren, denn ich habe das Buch gelesen gelesen.

  • Birgit Peitz (Birgit51)

    aus Neuss

    5/5

    09.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Einfühlsam beschriebene Kindheitserinnerungen

    Dieser fünfte Roman der Ärztin, Rechtsmedizinerin und Psychotherapeutin Ulrike Blatter ist eine Geschichte, in der ein Junge über seine Kindheitserinnerungen zu Zeiten des 2. Weltkrieges in einem kleinen Dorf in der Eifel erzählt. Es ist wunderbar einfühlsam geschrieben und in kurze Kapitel eingeteilt und daher sehr gut zu lesen. Als Leser fühlt man mit diesem jungen Menschen mit, wenn er unter Kälte, Hunger, Ängsten leidet und Freundschaften schließt, kurzum versucht, sein Leben zu meistern. Diese Kindheitserinnerungen haben mich (Jahrgang 1969) von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert und in seinen Bann gezogen. Durch die enthaltenen ca. 30 Schwarz-Weiss-Fotos in der Mitte dieses Romans kann man sich die Orte des Geschehens als Leser noch besser und eindringlicher vorstellen (die politische Lage, die Gesellschaft, einfach diese Zeit mit all seinen Problemen und täglichen Herausforderungen an die Menschen). Außerdem gefiel es mir sehr gut, dass zwischendurch der Eifeler Dialekt "gesprochen" wurde. Begriffe der damaligen Zeit werden erläutert und runden das tolle Buch ab. Fazit: Sehr berührend und absolut lesenswert!

  • Constanze Pachner

    aus Viernheim

    5/5

    09.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Eine geöffnete Schatztruhe voller Erinnerungen

    "Ein kleines Eifeldorf. Der Mittelpunkt der Welt. Hier wird 1934 ein Junge geboren, der keinen Namen hat. Das macht aber nichts: Er muss nur schnell erwachsen werden, bevor der Krieg vorbei ist. Denn Helden brauchen keinen Namen. Kriegserfahrungen haben auch die Nachkommen der nächsten Generation zutiefst geprägt. Gerade, wenn nie darüber gesprochen wurde. Wer aber eine Sprache gefunden hat, wird nicht ausgrenzen und hassen, sondern mithelfen, dass sich Geschichte nicht wiederholt." (Klappentext) Ulrike Blatter öffnet mit ihrem Roman die Schatztruhe der Kindheitserinnerungen ihres Vaters und verändert diese fiktiv. Mit einem unverblümt, tief einfühlsamen Sprachstil zeichnet sie das Leben eines Jungen und seiner Familie in der Zeit von 1938 bis 1948 nach. Konsequent schildert sie die traumatischen Ereignisse aus der Sicht des Jungen. Diese kindliche Naivität schafft eine ganz besondere Nähe zwischen dem Leser und dem Protagonisten mit seiner Umgebung. Manche Kriegsstellen des Bombardements sind für meinen Geschmack zu ausführlich beschrieben, stören aber den Erzählfluss nicht erheblich. Die damalige Zeit ist mitnichten mit der von heute zu vergleichen, dennoch schneidet die Pandemie ebenso - nur auf andere Weise - erheblich in das Leben unserer Kinder ein. Die Folgen werden wir erst in etlichen Jahren eruieren können, wenn unsere Kinder ihre Schatztruhen öffnen. Damals konnte der Junge nicht zur Schule gehen, da die Soldaten im Schulgebäude untergebracht werden mussten und die Kinder zur Zeit - zum wiederholten Male - aus Infektionsgründen nicht. Der Roman - mit etlichen Schwarzweissphotos, einer Zeittafel und einem Glossar für den Eifeler Dialekt abgerundet - ist ein literarischer Schatz für die Offenbarung der Geschichte.

  • Bewertung

    5/5

    09.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Verlorene Kindheit

    Klappentext: Auch die Nachkommen der nächsten und übernächsten Generation sind durch Kriegserfahrungen zutiefst geprägt worden. Gerade, wenn nie darüber gesprochen wurde. Wer aber eine Sprache gefunden hat, wird nicht ausgrenzen und hassen, sondern mithelfen, dass sich Geschichte nicht wiederholt. Ein kleines Eifeldorf. Der Mittelpunkt der Welt. Hier wird 1934 ein Junge geboren, der keinen Namen hat. Das macht aber nichts: Er muss nur schnell erwachsen werden, bevor der Krieg vorbei ist. Denn Helden brauchen keine Namen. Fazit: Schon die ersten zwei Sätze des Klappentextes lassen auf ein tiefgründiges Buch schließen. Wie viele Menschen sind seit den Weltkriegen und dem unermesslichen Grauen sprachlos? Die Autorin dieses Buches hat dem Grauen einem Namen gegeben, indem sie die mit bildgewaltiger Sprache die Kindheit ihres Vaters beschreibt. Ich konnte mit dem kleinen Jungen fühlen und leiden, seinen Hunger und seine Ängste spüren. Mit kindlich naiven Augen schaut er auf das Geschehen in seinem Leben und lässt die Leserschaft daran teilhaben. Trotz der vielen Ängste und Entbehrungen hat auch dieser Junge Träume und Wünsche. Ob sie in Erfüllung gehen müsst ihr leider selbst lesen, ich will nicht zu viel verraten. Wie bei vielen Büchern, die den Krieg thematisieren, stockte mir an vielen Stellen einfach der Atem, weil ich mich immer wieder fragte, was dieses Kind noch ertragen muss. Trotz der Schrecken ist es der Autorin auf herausragende Art gelungen, mich immer wieder an den kleinen Glücksmomenten teilhaben zu lassen. Der kleine Junge blieb von Anfang bis zum Ende ein liebenswerter Charakter, der mich bis heute nicht loslässt. Mit dem unaufgeregten und behutsamen Schreibstil nahm mich die Autorin mit auf die Reise in diese schlimme Zeit und ich blieb sehr nachdenklich zurück. So manches Verhalten der Kriegsgeneration kann ich jetzt ein wenig besser nachvollziehen. Ich war oft sprachlos und bewunderte den Jungen, seine gesamte Familie und die Freunde für ihre Tapferkeit und ihren Zusammenhalt. Ja, alle gaben ihr Bestes um diese dunkle und traurige Zeit zu überleben. Selbst die Kleinsten trugen schon ihren Teil dazu bei, auch wenn die Last auf ihren Schultern allzu schwer anmutete. Nach der Lektüre dieses Buches bin ich noch dankbarer, in einer Zeit des Friedens aufgewachsen zu sein und in einer friedlichen Zeit leben zu können. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da die gesamte Handlung sehr lebendig wirkte und mich das Grauen dennoch nie überforderte. Bei mir wirkt die Geschichte noch nach und ich bin dankbar, dass ich dieses Buch lesen durfte. Besonders erwähnenswert ist der bebilderte Teil in der Mitte, der das ganze Geschehen noch wirklicher macht. Von mir eine überzeugte Leseempfehlung für dieses wichtige Buch.

  • Bewertung

    aus Hahnenbach

    5/5

    09.03.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Verführung zum Krieg

    Kann eine erwachsene Autorin aus der Sicht eines Kindes schreiben? Ja, sie kann! Mit diesem Buch "Der Hütejunge" erbringt Ulrike Blatter den Beweis. Als Leser schlüpfen wir in eine kindliche Haut, übernehmen eine andere Wahrnehmung, sprechen eine anfangs kindgerechte Sprache, die sich später der Entwicklung des jugendlichen Protagonisten anpasst. Der Junge, aus dessen Sicht die Zeit vor, während und auch noch nach dem WWII beschrieben wird, bleibt bis ans Ende namenlos. Einfach nur der Junge. Er ist der Jüngste in der vaterlosen Familie. Seine Mutter verlor ihren Mann durch das Regime, dem sich dieser nie beugen wollte. Jedoch, alleinerziehende Mütter waren zu dieser Zeit nicht vorgesehen. Das neue, tausendjährige Reich hält auch in diesem Dorf in der Eifel Einzug. Wie ein Wunder mutet es an, dass der Führer in einem Auto durch diesen vergessenen Landstrich, weit weg von Berlin fährt. Wie wichtig müssen sich da die Bewohner vorgekommen sein? Er, der große Führer lässt sich bei ihnen blicken und diese Beachtung durch diesen Übermenschen war für viele wohl wie die Begegnung mit einem Propheten. Endlich werden auch sie im hintersten Winkel der Eifel wahrgenommen, bekommen Versprechungen auf ein besseres Leben. Fallen darauf rein. Die Kinder winken begeistert mit den Fähnchen weil es alle tun. Nur die Mutter des namenlosen Jungen wird wütend, zerbricht die dünnen Holzstiele der Fähnchen und verbietet ihren Kindern diese Freude. Der Ärger ihrer heranwachsenden Kinder, dass ihnen dieser Spaß verdorben wird, bleibt nicht aus. Auch die Braunhemden der HJ sind ihr ein Dorn im Auge. Wogegen die Jungs sich nichts sehnlicher wünschen als dort zu ihren Freunden dazu zu gehören. Die Töchter freuen sich auf den Bund dtsch. Mädchen. Endlich kein Außenseiter mehr sein. Der Krieg beginnt und die Menschen sind im Taumel. Höchstens wenige Wochen, dann einige Monate und der Sieg gehört dem Führer - sagt man ihnen und die Leute glauben es, wollen es auch glauben. Was niemand auf dem Schirm hatte, die ersten Männer aus dem Dorf fallen für Führer Freund und Vaterland. Noch immer geht es den Dörflern recht gut, bis alles Vieh gezählt wird und niemand mehr schlachten kann wie er will. Der Hunger kommt erst später. Lustig zu lesen, wie die Landbevölkerung es schafft, dem Regime ein "Schnippchen zu schlagen" und sich Essensrationen auf die Seite zu schaffen. Welch ein Festmahl, als die Kuh unerwartet ein nicht angemeldetes Kalb zur Welt bringt, das aber schon kurz nach der Geburt heimlich geschlachtet wird, damit es nicht abgegeben werden muss. Bauernschläue nennt man sowas. Der Titel "Hütejunge" ergibt sich aus der Tätigkeit des Jungen. Den Sommer über hütet er die Kühe einiger Bauern auf der Weide, träumt davon schnell erwachsen zu werden, damit er das Abenteuer Krieg noch an vorderster Front miterleben kann. Ist der Krieg zu Beginn auch noch so weit, irgendwann erreicht er auch diesen kleinen, grenznahen Ort in der Eifel, in dem dtsch. Soldaten Quartier haben. Die Nächte im Bombenhagel verbringt die Mutter mit ihren Kindern nun im Keller. Nur noch überleben wollen sie. Wo mag ihr Ältester sein, der trotz seiner Jugend eingezogen wurde? Lange kamen keine Briefe mehr. Da ist die Angst ihn zu verlieren für den Leser greifbar. Angriffsziel wird der Bahnhof und irgendwann auch ihr Haus. Obwohl es verboten ist, wird dort geplündert. Doch wer interessiert sich noch für die Verbote des Regimes: Jeder ist sich selbst der Nächste. Dem namenlosen Junge wurde die Kindheit geraubt und niemand fand sich schuldig. Als er in dem Alter war mit seinen Freunden im Wald oder auf den Wiesen zu spielen, waren sie damit beschäftigt wachsam zu sein und im Bunker oder in einem Keller rechtzeitig Schutz zu suchen. Es war für sie wie ein "Abenteuer" sicher den Ortskern zu erreichen, ohne von Bordschützen der Tiefflieger erschossen zu werden. Sie wurden Meister darin, mit der Natur zu verschmelzen, damit sie aus der Luft nicht gesehen werden konnten. Für die Kinder ist der Krieg ihr Alltag. Doch irgendwann ist der Krieg vorbei. Tagelang wurde um das Dorf gekämpft, bis endlich die Amerikaner einziehen. Endlich Frieden. Doch friedlich geht es unter den Bewohnern nicht zu. Für die Dorfbewohner geht der Kampf ums Essen weiter. Zuerst der Hunger und als wäre dies noch nicht genug, diese entsetzliche Kälte im Winter und nichts, mit dem man heizen könnte. "Fringsen" - war die Erlaubnis sich in der Not am Überfluss Anderer zu bedienen. Dem Buch liegen wahre Begebenheiten zu Grunde - ist also eine Mischung aus Realität, angereichert durch Phantasie. Die Autorin formte viele kluge Sätze. Etwas möchte ich aufgreifen, der wohl immer Bestand haben wird (S. 316): "...Philippine wr keine Frau wie die anderen. Und der Junge lernte von ihr, dass es besser war, die oberflächlichen Erwartungen der Mitmenschen zu erfüllen, wenn man im Leben etwas erreichen und gleichzeitig seine Ruhe haben wollte. Hauptsache, die Nachbarn und Verwandten nahmen ihn so wahr, wie alle meinten, dass er sein müsste. Der Rest war dann egal. Dann hatte man seinen Frieden und konnte machen und denken, was man wollte. ..."

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