Sommer 1679. Die Pest, die in Wien bereits Tausende Opfer gefordert hat, breitet sich Richtung Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird von einem offensichtlich Pestkranken aufgesucht, der kurz darauf zusammenbricht. Bevor er stirbt, flüstert er Jakob Kuisl noch ein paar rätselhafte Worte ins Ohr: Kuisl müsse Kaufbeuren retten, ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Elke
aus Heiligenhaus
5/5
12.07.2020
eBook (ePUB 3)
Äußerst spannend und dabei so aktuell, wie es nur geht
Nachdem ich die vorangegangenen 7 Bücher gelesen und teilweise gehört habe, konnte ich endlich mit dem Leseexemplar von Verlag und NetGalley.de beginnen, wobei ich gerade jetzt kaum zum Lesen, dafür durch lange Fahrstrecken mehr zum Hören gekommen bin. Aber sei es, wie es sei – ich habe die Lektüre sehr genossen. Herzlichen Dank dafür!
Die Figuren sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen, Magdalene ist nicht mehr so wild, draufgängerisch und stürmisch wie zu Beginn der Reihe, und Simon nicht mehr so zaghaft, Jakob Kuisl immer noch genauso grob und liebenswert und die Kinder so unterschiedlich sie sein mögen, doch mit dieser Verbundenheit zu Familie, Wahrheit und Neugier gesegnet, dass es eine Freude ist, deren Werdegang weiterhin zu verfolgen. Vor allem hoffe ich inständig, dass Paul nun seinen Weg gehen wird, und das in positivem Sinne.
Mit mehreren Handlungssträngen beglückt uns der fantasievolle und in der Historie versiere Autor mit einer gelungenen, nicht vorhergesehenen Parallele zur Corona-Pandemie und lässt sogar eine Schutzheilige namens Corona nicht unerwähnt. Ein paar kleine nicht zu der Zeit passende Worte und Taten sind leicht zu verzeihen, auch das wiederum dreimal vorkommende “schwarz vor Augen”-Werden habe ich mittlerweile als Marotte abgetan. Wobei es auch andere Möglichkeiten der Wortwahl gäbe…
Der Autor zieht die Fäden seiner verschiedenen Handlungsebenen geschickt mit viel Spannung abwechselnd durch die Story, so dass es einem schwer fällt, das Buch aus der Hand legen zu müssen. Da ist es um so erfreulicher, dass bereits im 8. Band der 9. angekündigt wird :) Ehrlich gesagt, kann ich es kaum erwarten.
Am Ende gibt es, von mir schon erhofft und erwartet, wieder einen Reiseführer, diesmal für Kaufbeuren und Umgebung und eine Leseprobe zum “… Spielmann”, die ich mir allerdings geschenkt habe, da ich das Buch bereits gelesen habe.
Allen Liebhabern der historischen Kriminalromane kann ich diese Reihe wärmstens empfehlen und gebe für den bislang letzten Band volle 10/10 Punkte. Herzlichen Dank, lieber Oliver Pötzsch! Würde ich etwas näher an München wohnen, würde ich jetzt die wieder beginnenden Veranstaltungen besuchen. An dieser Stelle möchte ich mich aber noch bei dir bedanken, dass du so wundervolle Online-Lesungen angeboten hast, die ich mir nicht habe entgehen lassen. Das ist eine ganz wunderbare Idee!
nane 2408
5/5
03.07.2020
eBook (ePUB 3)
Leseempfehlung
War das wieder ein toller und spannender Roman vom Autor Oliver Pötzsch.
Ich wollte gar nicht aufhören zu lesen und ich muss ehrlich gestehen, dass ich tatsächlich mal zum Ende des Buches geschaut habe um zu wissen, ob auch alle Kuisl´s überleben!
Der Autor entführt uns ins 17. Jahrhundert nach Bayern und ins Allgäu mit dem ganzen Dreck und Gestank und den Ratten. Die Szenen mit diesen Viechern waren mir für meinen Geschmack zu detailliert beschrieben.
Schon den Prolog empfand ich als recht heftig. Aber das ist meine persönliche Meinung.
Der Roman ist toll recherchiert, da möchte ich auch gerne auf das umfangreiche Nachwort verweisen, das wieder mal sehr zu empfehlen ist.
Dass das Thema Pandemie heute so aktuell sein würde, war dem Autor beim Schreiben nicht bekannt. Man erkennt allerdings viele Parallelen wie mit der Situation umgegangen wird bzw. wurde.
Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen und empfehle ihn gerne weiter.
Tauriel
aus Wuppertal
5/5
25.06.2020
eBook (ePUB 3)
Die Pest in Kaufbeuren? Dies…
Die Pest in Kaufbeuren? Dies ist mittlerweile die achte Episode um die Henkerstochter Magdalena aus der Feder von Oliver Pötzsch. Es ist der erste Roman dieses Autors für mich und ich konnte der Handlung auch ohne Kenntnis der Vorgänger-Bände gut folgen. Am Anfang des Buches findet sich eine Karte vom mittelalterlichen Kaufbeuren und eine Personenbeschreibung ,das finde ich persönlich immer sehr hilfreich. Der Autor beschreibt präzise und realitätsnah diesen historischen Kriminalroman. Sehr schnell werde ich mit der Familie Kuisl warm und auch wenn die Familienmitglieder verschiedene Wege einschlagen,bin ich aktuell immer auf dem Laufenden .Durch den flüssigen Erzählstil ,habe ich das Gefühl das ich hautnah dabei bin. Egal ob ich mit Magdalena und Simon auf der Suche nach Peter gehe,oder mit Sophia und Paul auf mitternächtlichen Streifzügen unterwegs bin. Ein großes Thema,das sich wie ein roter Faden durch dieses Buch zieht ist die Pest . Eigentlich ausgerottet,doch scheinbar machen sich perfide Gesellen diese Krankheit zu nutze,um eigene Ziele damit zu erreichen. Es ist schon erschreckend,wieviel Parallelen dieser Roman mit der heutigen (Corona-)Zeit hat.Obwohl das vom Autor nicht so beabsichtigt war. Das andere Thema ist das traditionelle „Tänzelfest“.Fällt es wegen diverser ungeklärter Mordfälle ins Wasser? Auch wenn jeder einzelne der Kuisl Familie andere Ziele verfolgt,so springt doch jedes Puzzleteil am Ende der Geschichte an die richtige Stelle und das Große Ganze kommt dabei heraus. Im Anschluss an diesen Mittelalter-Krimi kommt noch ein kleiner Reiseführer von Kaufbeuren und Umgebung hinzu und versetzt mich ohne Probleme wieder an die Schauplätze des Romans zurück. Sehr gerne habe ich diesen spannenden Roman gelesen ,ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann ihn nur empfehlen.Gerne mehr von diesem Autor. Fazit:Wer einen spannenden historischen Roman mit Krimianteilen sucht,wird hier fündig.
Tauriel
aus Wuppertal
5/5
25.06.2020
eBook (ePUB 3)
Die Pest in Kaufbeuren?
Klappentext:
Sommer 1679. Die Pest, die in Wien bereits Tausende Opfer gefordert hat, breitet sich Richtung Bayern aus. Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl wird von einem offensichtlich Pestkranken aufgesucht, der kurz darauf zusammenbricht. Bevor er stirbt, flüstert er Jakob Kuisl noch ein paar rätselhafte Worte ins Ohr: Kuisl müsse Kaufbeuren retten, ein schwarzer Reiter spiele mit seiner Pfeife dort zum Tanz auf. Der Mörder habe zwei Gesichter.
Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena und seinem Schwiegersohn, dem Medicus Simon, die beide extra aus München zu ihm gereist sind, macht Jakob Kuisl sich auf, den geheimnisvollen Andeutungen auf den Grund zu gehen ...
Mein Eindruck:
Dies ist mittlerweile die achte Episode um die Henkerstochter Magdalena aus der Feder von Oliver Pötzsch.
Es ist der erste Roman dieses Autors für mich und ich konnte der Handlung auch ohne Kenntnis der Vorgänger-Bände gut folgen.
Am Anfang des Buches findet sich eine Karte vom mittelalterlichen Kaufbeuren und eine Personenbeschreibung ,das finde ich persönlich immer sehr hilfreich.
Der Autor beschreibt präzise und realitätsnah diesen historischen Kriminalroman.
Sehr schnell werde ich mit der Familie Kuisl warm und auch wenn die Familienmitglieder verschiedene Wege einschlagen,bin ich aktuell immer auf dem Laufenden .Durch den flüssigen Erzählstil ,habe ich das Gefühl das ich hautnah dabei bin. Egal ob ich mit Magdalena und Simon auf der Suche nach Peter gehe,oder mit Sophia und Paul auf mitternächtlichen Streifzügen unterwegs bin.
Ein großes Thema,das sich wie ein roter Faden durch dieses Buch zieht ist die Pest .
Eigentlich ausgerottet,doch scheinbar machen sich perfide Gesellen diese Krankheit zu nutze,um eigene Ziele damit zu erreichen.
Es ist schon erschreckend,wieviel Parallelen dieser Roman mit der heutigen (Corona-)Zeit hat.Obwohl das vom Autor nicht so beabsichtigt war.
Das andere Thema ist das traditionelle „Tänzelfest“.Fällt es wegen diverser ungeklärter Mordfälle ins Wasser?
Auch wenn jeder einzelne der Kuisl Familie andere Ziele verfolgt,so springt doch jedes Puzzleteil am Ende der Geschichte an die richtige Stelle und das Große Ganze kommt dabei heraus.
Im Anschluss an diesen Mittelalter-Krimi kommt noch ein kleiner Reiseführer von Kaufbeuren und Umgebung hinzu und versetzt mich ohne Probleme wieder an die Schauplätze des Romans zurück.
Sehr gerne habe ich diesen spannenden Roman gelesen ,ich habe mich gut unterhalten gefühlt und kann ihn nur empfehlen.Gerne mehr von diesem Autor.
Fazit:Wer einen spannenden historischen Roman mit Krimianteilen sucht,wird hier fündig.
Bewertung
aus Glauchau
5/5
20.06.2020
eBook (ePUB 3)
Fesselnder historischer Thriller
„...Die Pest war die Geißel der Menschheit, die schlimmste alle Krankheiten – und Peter wollte Arzt werden. […] Hier hatte er die Möglichkeit, die Krankheit aus nächster Nähe zu studieren...“
Wir schreiben den Sommer 1679. In München lebt Simon mit seiner Frau Magdalena. Der 16jährige Peter will Medizin studieren. Er ist mit Max, dem künftigen König von Bayern, befreundet. Der verlangt auch, dass ihn Peter nach Wien begleitet. Magdalena ist alles andere als begeistert, denn in Wien grassiert die Pest.
Paul, der zweite Sohn von Simon und Magdalena, hat andere Ambitionen. Er möchte bei seinem Großvater Jakob in Schongau das Handwerk des Scharfrichters lernen. Da der Einfluss der Eltern auf Paul immer weiter schwindet, sind sie mit Pauls Zukunftsplänen einverstanden. Sie hoffen, dass der Großvater Paul daran hindern kann, straffällig zu werden.
Der Autor hat einen fesselnden und abwechslungsreichen historischen Roman geschrieben.
Die Geschichte verlagert sich schnell aus München und Schongau nach Kaufbeuren. Das hat zwei Gründe. Zum einen überbringt der Scharfrichter aus Kaufbeuren Jakob eine geheimnisvolle Warnung, bevor er an der Pest stirbt. Zum anderen weiß Magdalena, dass Max Peter mit einer Nachricht nach Kaufbeuren geschickt hat. Danach wollte der naxh Schongau kommen. Doch sie warten vergebens.
Der Schriftstil ist ausgereift und unterstützt die rasante Handlung. Warum werden in Kaufbeuren nur wenige Personen von der Pest hinweggerafft? Und es sind nicht die Armen, sondern Mitglieder des Rates. Welche Rolle spielt Max, der zukünftige König? Wer wartet warum in Kaufbeuren auf seine Nachricht? Das sind nur zwei der vielen Fragen, die die Geschichte aufwirft.
Sehr detailgenau werden die Verhältnisse der Zeit geschildert. In Kaufbeuren leben, im Unterschied zu vielen anderen Orten, Katholiken und Protestanten nebeneinander. Grün sind sie sich deshalb noch lange nicht. Es gibt zu viele Verletzungen aus der Vergangenheit, die nachwirken. Konkrete Schicksale werden in die Handlung eingeflochten. Graf Hörmann allerdings sieht das so:
„...Ach, das mit dem Glauben wird doch sehr überschätzt. Im Grunde geht es immer nur um Politik, die Religion ist lediglich ein Mittel, sie durchzusetzen...“
Ein großes Thema des Romans ist die Pest. Als der Autor mit dem Schreiben des Buches begonnen hat, wusste er nicht, wie aktuell das Thema zu dessen Erscheinen sein würde. Darauf geht er in dem inhaltsreichen Nachwort ein.
Bisher kannte man weder die genaue Ursache, noch wirklich wirksame Behandlungsmethoden. Allerdings wusste man, dass es Menschen gibt, die die Krankheit überleben. Wie das Eingangszitat zeigt, macht sich Peter Gedanken darüber. Er ist nicht der einzige. Sein Vater erhält die Gelegenheit, in alten Schriften über bisherige Pestepidemien nachzulesen.
Auch Magdalena macht sich in Kaufbeuren nützlich. Sie geht dem dortigen Arzt zur Hand. Dabei erfahre ich so nebenbei das eine oder andere über die Wirkung alter Medizin.
Grundbegriffe der Hygiene werden im medizinischen Bereich in Kaufbeuren beachtet.
„...Nach wie vor wuschen er und Magdalena sich die Hände und wechselten nach ihren Gängen die Gewänder, die sie später mit heißem Wasser auswuschen...“
An anderen Orten spielen die kaum eine Rolle, wie das Zitat zeigt:
„...Auf den Gassen herrschte um diese Uhrzeit schon ein reges Leben. Die Metzger unten an der Fleischbank hatten ihre Läden geöffnet, Schwaden von Fliegen saßen gleich schwarzen Klumpen auf den ausliegenden Fleischbrocken...“
Gekonnt kann der Autor bis zum Ende verschleiern, welche Motive und Ziele hinter manchen der Vorkommnisse stecken. Paul ist eine er Personen, die nach der Rückkehr aus Kaufbeuren neu über ihr Leben und dessen Ziele nachdenken. Er hat eine harte Schule hinter sich. Und auch Peter muss letztendlich begreifen, dass derjenige, der Max zum Freund hat, eigentlich keine Feinde mehr braucht.
Der vielschichtige Roman hat mir ausgezeichnet gefallen. Er wirft ethische Fragen auf, die bis heute noch eine Rolle spielen.
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