Kanada nach der Klimakatastrophe: Die Welt ist hart und unmenschlich geworden. Die Menschen haben die Fähigkeit zu träumen verloren. Nur die wenigen überlebenden Ureinwohner können es noch - und werden deswegen gnadenlos gejagt. Der 16-jährige Frenchie hat so seine ganze Familie verloren. Aber er hat eine neue gefunden: Träumer wie er, die gemeinsam durch die Wildnis des Nordens ziehen, immer auf der Flucht vor den Traumdieben. Ein paar Kinder und Jugendliche, einige Erwachsene und die wunderbare, rebellische Rose. Kann die Macht ihrer Geschichten und das Wissen ihrer Ahnen sie schützen?
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
Bewertung
4/5
15.05.2020
eBook (ePUB)
Des Menschen Feind ist der Mensch
Dieses Buch führt dem Leser vor Augen, dass wohl Nichts und Niemand grausamer ist als der Mensch. In einer zukünftigen, zerstörten Welt haben die Menschen die Fähigkeit zu träumen verloren. Nur die Naturvölker, schon immer besser mit Mutter Erde verbunden als ihre weissen Mitmenschen,haben sich ihre Träume bewahrt. Deshalb werden Frenchi und seine Gruppe auch gejagt wie Tiere- einzig, um sie um dieser Fähigkeit zu berauben.Auch ihrTod wird dabei billigend in Kauf genommen.Dieses, in meinen Augen sehr wertvolle Buch,hält dem verstehenden Leser einen Spiegel vor. Was ihm dort entgegenblickt,mag er selbst entscheiden.Leben achten,Mitgefühl empfinden, die rettende Hand ausstrecken muss sich jeder bewahren, sonst mussen wir das Wort "Human" aus unserem Namen streichen. Absolute Leseempfehlung für dieses Buch !
lucieliest
4/5
04.05.2020
eBook (ePUB)
Wenn die Fähigkeit zu träumen verloren geht.
Mir gefällt die Covergestaltung des Buches wirklich gut. Der Schreibstil ist gut und leicht zu lesen. Es dauerte trotzdem eine Weile bis ich mich in die Geschichte reingelesen habe.
Die Geschichte spielt in Kanada in eine nahe Zukunft. Es gab eine Klimakatastrophe. Danach ist alles nicht mehr so wie es war: die Welt ist hart und unmenschlich geworden. Die Menschen haben die Fähigkeit zu träumen verloren. Nur die wenigen überlebenden Ureinwohner können es noch - und werden deswegen gnadenlos gejagt. Das Buch ist aus Sicht des Protagonisten Frenchie geschrieben. Seine ganze Familie hat er auf der Flucht verloren. Aber er hat eine neue gefunden: Träumer wie er, die gemeinsam durch die Wildnis des Nordens ziehen, immer auf der Flucht vor den Traumdieben. Einige Erwachsene, ein paar Kinder und Jugendliche. Er lernte in der Wildnis zu überleben. Mit seiner neuen Familie muss er sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Kann die Macht der Geschichten Uhreinwohner und das Wissen ihrer Ahnen sie schützen?
Mir hat das Buch gut gefallen. Der Autorin ist es gelungen einie Geschichte zu schreiben, die zum Nachdenken einlädt. Ich empfehle es weiter.
Bewertung
aus Stadthagen
4/5
01.05.2020
eBook (ePUB)
Faszinierende Dystopie
In einer nicht ganz so entfernten Zukunft (zum Ende de Buches gibt es konkretere Angaben) hat die Menschheit die Ressourcen der Erde verbraucht bzw verseucht, ein dramatischer Klimawandel hat die Welt verändert. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, ist zusammengebrochen. Auch das Träumen haben die meisten Menschen verloren und sind darüber wahnsinnig geworden. Wie sich herausgestellt hat, haben die indigenen Völker (Nord-)Amerikas diese Fähigkeit behalten. In sogenannten Schulen werden sie diesen Träumen beraubt und verlieren dabei ihr Leben. Der Junge Franchie ist mit einer Gruppe auf der Flucht in den Norden des ehemaligen Kanadas, wo es sicherer sein soll... Der Roman fängt sehr unvermittelt an, man erfährt erst nach und nach Fakten und Hintergründe. Daher war für mich der Einstieg etwas schwierig. Die Handlung selbst ist sehr spannend und flüssig, endet aber auch relativ aprubt und offen. Die Idee,die dahinter steckt,ist allerdings mal etwas Neues und sehr faszinierend, teilweise auch erschreckend nah an unserer Wirklichkeit (Stichwort Ressourcen und Klimawandel).
NiWa
3/5
14.05.2020
eBook (ePUB)
Indianisches Zukunftsszenario
Die Menschen haben ihre Träumen verloren. Sie träumen nicht mehr, was sich negativ auf ihr Leben auswirkt. Wenigen Ureinwohnern ist die Fähigkeit zu träumen erhalten geblieben, daher werden sie quer durch Kanada gejagt.
"Die Traumdiebe" ist ein dystopischer Roman, der sich dem Mythos um die indianischen Ureinwohner Nordamerikas verschrieben hat.
Diese Dystopie spielt in einer Welt nach der Klimakatastrophe in Kanada. Gefühlt regnet es am laufenden Band, was die triste Stimmung des Romans hervorhebt. Es ist nass, es ist ungemütlich, und die Figuren werden quer durch Kanada gejagt.
Protagonist Frenchie hat sich notgedrungen einer Gruppe Ureinwohner angeschlossen, mit denen er um's Überleben kämpft. Als Kind hat der Teenager seine Familie verloren, und fand in den anderen Halt. Diese Gruppe ist eine Mischung aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich gegenseitig unterstützen und dabei ihre indianische Kultur ausleben.
Die indianische Kultur ist zentral, und so wirkt dieser Roman wie ein mythisches Zukunftsszenario nordamerikanischer Ureinwohner. Er handelt von Riten, alte Sprachen, Sitten und Gebräuchen. Kinder und Jugendliche lernen jagen, Fallen stellen oder üben sich darin, ein Lager zu errichten. Dabei hatte ich ein Bild von einem modernen Indianerstamm im Kopf, der sich mit altem Wissen ausgestattet durch das Land schlägt.
Daher ist es für mich die alte Geschichte im neuen Gewand: Indianer werden ausgebeutet, flüchten, kämpfen und versuchen gleichzeitig ihre Kultur zu bewahren.
Die titelgebenden Traumdiebe sind die 'Weißen', die ohne Träume kaum leben können und diese deshalb aus den Ureinwohnern extrahieren. Autorin Cherie Dimaline lässt Aspekt um die Träume in der Schwebe. Hierzu gibt es Andeutungen, manchmal wird das grauenhafte Schicksal einzelner Personen beschrieben, doch insgesamt bleibt die Vorgehensweise im Nebel, was dem Verlauf des Geschehens die Spannung nimmt.
Genauso bleiben die Hintergründe um die Klimakatastrophe wie allgemein der Verlust der Träume verborgen. Man erfährt nicht viel über die Mechanismen, Zusammenhänger oder Ursachen dieser zukünftigen Welt, sondern bleibt vollständig im Erleben der Gruppe verhaftet.
Die Handlung konzentriert sich somit auf die indianische Patchwork-Familie um Frenchie und ihre Flucht. Dabei wird die Geschichte der meisten Gruppenmitglieder vorgestellt, Frenchies Gedanken zur Situation stehen im Raum, und der zusammengewürfelte Stamm erlebt etliche Herausforderungen, die das Spannungslevel nur selten erhöhen.
Meinem Empfinden nach geht es bei „Die Traumdiebe“ gar nicht um den Klimawandel oder den dystopischen Charakter, sondern einzig und allein um das Vermächtnis indianischer Kultur. Cherie Dimaline versucht, den mythischen Aspekt der amerikanischen Ureinwohner in die Zukunft zu reflektieren, prangert dabei Ungerechtigkeiten der Vergangenheit an, und zeigt, dass trotz widrigster Umstände Sitten, Gebräuche und Rituale erhalten bleiben, was auf einen starken Zusammenhalt der indianischen Community schließen lässt.
Mir hat der persönliche Bezug gefehlt, und die Autorin hat es nicht ganz geschafft, ihn für mich herzustellen. Es ist mir schwergefallen, mich in diese Kultur und ihr Begehren einzufühlen. Vielleicht hätte es besser geklappt, wenn die Handlung komplexer oder tiefgreifender gewesen wäre.
Im Endeffekt ist „Die Traumdiebe“ ein dystopischer Roman über die Ureinwohner Nordamerikas, der den Mythos um die indianische Lebensart in die Zukunft holt. Ich glaube, dass es Lesern, die größeres Interesse an dieser Kultur haben, besser als mir gefällt.
Kristin Colberg
2/5
13.04.2020
eBook (ePUB)
Kaum Handlung, wenig Spannung
ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, was ich zu diesem Buch groß schreiben soll. Als ich durch Zufall darauf gestoßen bin, hatte ich eine tolle Dystopie erwartet und wurde sehr neugierig auf die Geschichte. Ich habe es dann in einem Buddyread gelesen und wir haben beide das gesamte Buch über darauf gewartet, dass irgendetwas passieren würde - aber dazu später mehr.
Zu allererst möchte ich sagen, dass ich das Cover und die Gestaltung des Buches unglaublich schön finde. Auch ohne Schutzumschlag ist das Buch einfach ein Traum und gerade die Feder hat es mir sehr angetan. Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen, da es sich flüssig lesen lässt und man nicht ewig auf einer Stelle verharrt.
Wenn man den Klappentext gelesen hat, dann erwartet man ein Buch voller Spannung, Jagd auf die Ureinwohner, Kämpfe und Machtspiele, denn die Ureinwohner sind die einzigen Verbliebenen, die noch in der Lage sind zu träumen - daher werden sie gejagt, denn nur durch Extrakte, die aus ihnen gewonnen werden, ist es auch der restlichen Bevölkerung möglich zu träumen.
Jedoch wartet man lange darauf, dass es zu Konfrontationen kommt. Man begleitet das gesamte Buch über eine Gruppe von Ureinwohnern, die gemeinsam jagen, im Zuge der Angst erwischt zu werden zusammenwachsen und immer auf der Hut vor den "Anwerbern" sind. Ab und an gibt es kleine Rückblicke in die Vergangenheit einzelner Personen, das war aber auch das Spannendste, was einem beim Lesen begegnet ist. Die vielen verschiedenen Charaktere konnte ich leider auch kaum auseinander halten, da ihre Namen so ungewöhnlich waren und sich teilweise ähnelten.
Was ich außerdem sehr schade fand, war, dass man als Leser kaum etwas über die vorhergegangene Klimakatastrophe erfährt, wie es dazu kam, welche Auswirkungen etc dies hatte. Man erfährt nichts darüber, warum sich die Menschen über die Ureinwohner stellen, ihre eigenen Träume scheinbar wichtiger sind als die der Anderen. Es gibt keinerlei Hintergrundinformationen, wie sich die sogenannten "Schulen" entwickelt haben, warum sie entstanden etc. In diese Richtung hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, dann hätte es mir evtl auch besser gefallen.
Leider kann ich nichts weiter zu diesem Buch sagen, da es mich ehrlich gesagt nur gelangweilt hat und ich sehr froh war, als ich es beenden konnte. Wer gern Bücher liest, welche ausschließlich im Wald spielen in einer Art "Lagerfeuerromantik", der wird hier evtl durch eine kleine aufkeimende Liebesgeschichte auf seine Kosten kommen, aber wer eine spannende Dystopie mit viel Handlung erwartet, der wird - so wie ich - leider enttäuscht das Buch nach dem Lesen zur Seite legen.
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