Der Musik verdanken sie Ihre Liebe – bis sie grausam getrennt werden. Die Anwältin Catherine Lockhart und ihr Ehemann Liam Taggart sollen in der Toskana der betagten Gabriella Vincenzo helfen, die von ihrem Weingut vertrieben werden soll. Allein ein Manuskript aus den dreißiger Jahren könnte Gründe liefern, das zu verhindern. Ada, eine begnadete Geigerin, erzählt darin, wie sie als Jüdin trotz der Fürsprache des berühmten Konzertmeisters Furtwängler und ihrer Jugendliebe Kurt in immer größere Gefahr gerät und schließlich in Italien Zuflucht sucht. Doch wie hängt Adas Schicksal mit Gabriellas zusammen? Die tragische Liebesgeschichte einer brillanten Geigerin – und ihre Auswirkungen bis in unsere Zeit. Ein neuer Teil der Erfolgsserie mit Catherine Lockhart und Liam Taggart
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Isabel (engi)
aus Bietigheim-Bissingen
5/5
22.02.2024
Buch (Taschenbuch)
Immer wieder verbindet Ronald…
Immer wieder verbindet Ronald H. Balson in seiner Reihe rund um die sympathischen Protagonisten Catherine und Liam das dunkle Thema Drittes Reich. So auch in diesem dritten Band der Reihe – leider wurden nicht alle Teile aus dem Englischen übersetzt. Als Leserin lerne ich Ada und auch Gabriella kennen, doch bis zum Schluss erschloss es sich mir nicht, wie die beiden Charaktere zusammenhängen. Viel Zeit verbrachte ich beim Lesen mit Ada in der Vergangenheit und wieder einmal wurde mir auf erschreckende Weise bewusst, wie grausam diese Zeit war, wie gute Menschen oft willkürlich gequält und gebrochen wurden. Wenige Auserwählte überstanden diese Tortur lebend. Dennoch hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass hier mit erhobenem Zeigefinger geschrieben wurde, sondern eine runde und vielseitige Geschichte aus der Feder des Autors geflossen ist. Für mich war es der stärkste Band bis jetzt bei dem mich nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart in den Bann gezogen hat. Die Anwältin und ihr Ehemann sind inzwischen eine richtige Familie und ein tolles Team geworden und von mir erhält der Autor für dieses Buch fünf Sterne mit einer Empfehlung. Jeder einzelne Fall in seinen Romanen ist in sich abgeschlossen, wem aber auch die private Entwicklung von Catherine und Liam wichtig ist, sollte mit Band eins beginnen.
monerl
aus Langen
5/5
30.07.2020
Buch (Taschenbuch)
Noch besser als Teil 1 und 2
Meine Meinung
Das Team Lockhart & Taggart hilft dieses Mal einem italienischen Freund und reist dafür nach Italien. Dort treffen sie nicht nur auf gute Weine und die leckere toskanische Küche, sie werden auch in einen Fall verwickelt, der tief zurück in den 2. Weltkrieg führt.
Über Gabriella erfahren Liam und Catherina von Ada, dem jüdischen Mädchen aus Berlin, das wegen ihres musischen Talents vor den Nationalsozialisten nach Italien flüchten konnte. Doch der Krieg und ein ganz spezieller, persönlicher Feind aus Deutschland findet sie auch dort.
Über zwei hervorragend ausgearbeitete Handlungsstränge erfahren die Leser*innen zum einen von den Kriegsjahren im faschistischen und von Mussolini regierten Italien und andererseits, wie diese historischen Begebenheiten mit dem spannenden Enteignungsfall in der Gegenwart zusammenhängen.
In diesem dritten Band übertrifft der Autor seine vorherigen Bücher. In “Ada, das Mädchen aus Berlin” stimmt für mich einfach alles. Durch die hervorragende Charakterisierung der Figuren nimmt man intensiv Teil an den Geschehnissen. Ich fühlte mich regelrecht in die Geschichte hineingezogen. Mal mochte ich die Protaginistin schütteln, ein andermal verstand ich sehr gut, warum sie gegen die Vernunft handelte. Balson gelingt es wunderbar zu zeigen, dass auch Buchfiguren einfach nur Menschen mit Fehlern sind.
Wieder gefällt mir auch im vorliegendem Buch, wie intesiv der Autor auf die juristischen Eigenheiten von Klagen eingeht. Wir bekommen sogar ein paar Feinheiten bzw. Unterschiede zwischen der amerikanischen und der italienischen Justiz aufgezeigt, sogar mit einem kleinen Ausflug nach Deutschland, was auf eine eingehende Recherche deutet.
Beide Handlungsstränge sind spannend ausgearbeitet und halten die Spannung hoch. Auch schafft es Ronald H. Balson wieder, mich mit dem Schluss zu überraschen.
Zum Hörbuch
Wer bereits “Hannah und ihre Brüder” gehört hat, kennt die besondere Erzählstimme von Frank Arnold. Ich bin froh, dass er auch diesen dritten Band gelesen hat, da seine Stimme regelrecht zum Zuhören und in die Geschichte fallenlassen einlädt!
Fazit
Ich bin weiterhin begeistert von dieser Reihe und freue mich schon auf den nächsten Teil. Hatte man in Band 1 und 2 noch einiges aus dem Privatleben der Anwältin und dem Ermittler erfahren, standen sie im aktuellen Band sehr im Hintergrund. Wer sowas bevorzugt wird “Ada, das Mädchen aus Berlin” lieben.
Buecherseele79
5/5
17.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Für mich das emotionalste Buch des Autors
Die Anwältin Catherine Lockhart und ihr Mann Liam werden von ihrem Freund gebeten seiner Tante Gabriella Vincenzo in der Toskana zu helfen. Sie hat ein schönes Weingut mit Villa und nun wird es ihr streitig gemacht, angeblich hat sie es nicht rechtsmässig erworben. Ohne große Hoffnung reisen Catherine und Liam nach Italien und lernen dort die Geschichte von Ada kennen. Sie wurde 1918 in Berlin geboren und erbte das gleiche Talent wie ihr Vater – eine Meisterin an der Violine. Doch dann verschärfen sich die Gesetze durch die Machtergreifung von Hitler und die Familie Baumgarten muss um alles bangen da sie Juden sind. Doch wie soll die Geschichte von Ada aus den 30igern mit den aktuellen Geschehnissen von Gabriella Vincenzo zusammenpassen?
„Wir waren bester Laune und stießen auf meine Zukunft an. Diesen Augenblick habe ich in meinem Gedächtnis bewahrt, denn danach begann der allmähliche Untergang meiner Familie“. (Seite 167)
Ich habe alle Bücher die Roland H. Balson auf den Markt gebracht hat, gelesen. Durch die beginnende Reihe sind mir gerade Catherine und Liam sehr ans Herz gewachsen und ich bewundere ihre Zusammenarbeit und den Kampf für Gerechtigkeit. Durch den ersten Fall hat sich Catherine einen guten Ruf erworben Menschen zu helfen die durch die Nationalsozialisten damals vieles oder alles verloren haben.
Und doch muss ich sagen, dass mit diesem dritten Buch der Autor komplett ins Schwarze getroffen hat, da er viele Dinge die ich schätze und mag mit Themen verbunden hat die mich interessieren, bewegen und aktuell bleiben müssen! Und trotz der vielen ruhigen Stellen hat diese Geschichte mich am meisten mitgerissen, bewegt und zum Ende sind mir die Tränen gelaufen.
Der Schreibstil des Autors ist, wie immer, ruhig, angenehm, zu Beginn gibt es kein großes Aufsehen um den Fall, man sortiert die Sachlage und die Möglichkeiten. Es kommt der Punkt an der die Spannung, das emotionale Erlebnis der Geschichte so zunimmt dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ebenfalls beschreibt der Autor gerade die Umstände in Italien, die ländliche Gegend der Toskana so herrlich, bunt und duftend dass man das Gefühl hat man befinde sich dort.
Wie gesagt, durch die kleine Reihe sind mir Catherine und Liam sehr sympathisch geworden, sie sind ein eingespieltes Team und stehen auf der gleichen Seite, ergänzen sich ganz wundervoll.
Die Thematik des Autors hat nie an Brisanz, an Dringlichkeit verloren. Wie viele Firmen haben noch heute Länder, Gegenstände oder ähnliches in ihrem Besitz was sie damals, zur Zeit der Nationalsozialisten, nie rechtmässig „geerbt“ haben? Wer verschweigt, vertuscht noch heute? Und wird überhaupt noch genau hingesehen und für das Gerechte gekämpft? Wer musste was aufgeben um zu überleben?
Gabriella Vincenzo war für mich nicht einfach, sie ist eine ältere Dame die durch den Räumungsbefehl und das forsche Vorgehen der Gegenpartei erheblich seelischen Schaden erleidet und sich zurückzieht. Manchmal erinnerte mich ihr Verhalten an ein kleines, dickköpfiges Kind. Und doch wird das Verhalten zum Ende hin aufgeklärt.
Die Familie Baumgarten hat der Autor sehr wundervoll in ihre Zeit gesetzt. Und auch was er über die klassische Musik, den Aufbau eines Orchester, die Hierarchie von Musikern, die Aufgaben des Dirigenten, welche Oper zu welcher Zeit mit welchem Thema geschrieben wurde - zu erzählen hatte- die Liebe zu dieser einzigartigen Musik – das konnte mich unheimlich begeistern.
Ada steht mit ihrem Schicksal für viele Menschen die damals das gleiche oder ähnliche Schicksal erlitten wie ihre Familie und sie. Wir erleben durch Ada mit ihrer Familie den Aufschwung und das Umdenken in Deutschland, im Freundes – und Bekanntenkreis. Wie schwer es wurde eine „unerlaubte“ Liebe weiterhin zu halten, in diesen dunklen Zeiten. Wie schnell die Hoffnung zerschlagen wurde und neue Wege sich als Hoffnung oder Trugschluss erwiesen. Man fiebert mit jedem einzelnen Protagonisten mit, erlebt die Geschichte von Ada durch ihre Aufzeichnungen und bangt, hofft, leidet, lacht und liebt mit.
Das Ende war wieder von Überraschungen gesprenkelt, mit neuen Wendungen und war in seiner Umsetzung überzeugend und schlüssig. Und ich persönlich, von diesem Buch, mehr als angetan und ich empfehle seine Bücher unbedingt weiter!
Kerstin
5/5
12.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Die Geschichte einer Geige…
Die Geschichte einer Geige Ada ist eine junge Frau, als der Zweite Weltkrieg beginnt. Sie lebt in Berlin und ist eine einzigartige Geigenspielerin. Für sie stehen in der Musikwelt eigentlich alle Türen offen – doch sie ist Jüdin. Wird sie ihre Liebe für die Musik aufgeben müssen? 70 Jahre später reisen Catherine und Liam nach Italien, um einer alten Dame ihr Hab und Gut zu Schützen. Bei ihren Recherchen stoßen sie auf das Leben der jungen Geigerin – was hat Ada mit der alten Dame zu tun? Wieder einmal sind Catherine Lockhart und ihr Ehemann Liam Taggert gefragt, um einen aktuellen Rechtsstreit, dessen Wurzeln in die NS-Zeit führen zu klären. Die Gehsichte ist gut und spannend aufgebaut. Schön finde ich, dass der Leser denselben Wissenstand hat wie Catherine. Gemeinsam tauchen wir ein in die 30er und 40er Jahre und durchleben mit Ada ihre schrecklichste Zeit. Balson gelingt es, eine gute Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart herzustellen, so dass keine der beiden Zeiten zu kurz kommt. Die Charaktere haben mir gut gefallen. Liam ist in diesem Roman etwas unterbeschäftigt, da es für ihn keine geheimen Recherchen gibt. Catherine ist auch eher passiv unterwegs, da sie als amerikanische Anwältin in Italien nichts ausrichten kann. Immerhin kann sie mit ihrem Wissen ihr italienisches Pendant unterstützen. Gabriella scheint eine sehr nette Frau zu sein. Leider kommt sie kaum zu Wort. Im Mittelpunkt steht definitiv Ada. Die in ihren jungen Jahren sehr viel mitmachen musste und stehts ihren Charakter stand und sich nicht unterkriegen lies. Der Schreibstil hat mir gut gefallen – er war sehr flüssig zu lesen. Balson bleibt bei der Sache und schweift nicht ab. Nach und nach deckt er durch die Erzählungen der Vergangenheit Unklarheiten aus der Gegenwart auf. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich habe es genossen in Adas Welt abzutauchen. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall für Catherine Lockhart. Gerne vergebe ich volle fünf von fünf Sterne.
begine
aus Lemwerder
5/5
20.05.2020
Buch (Taschenbuch)
Zweifelhate Intrigen
„Ada, das Mädchen aus Berlin“
ist der dritte Roman, den ich von dem Schriftsteller Ronald H. Balson gerne gelesen habe. Er schreibt eindrucksvoll und realistisch.
Die amerikanische Anwältin Catherine Lockhart und ihr Mann Liam Taggert führt es diesmal nach Italien. Der Roman spielt 2017. Die Tante eines Freundes soll von ihrem Weingut vertrieben werden.
Signoria Vincenzo gibt ihnen Aufzeichnungen der Geigerin Ada Baumeister zu lesen.
Nebenbei erfahren wir das Schicksal der jüdischen Familie Baumeister in Berlin ab 1931. Der Vater ist Konzertmeister und die Tochter Ada ist ein wahres Talent.
Durch die Wirren kommen sie in die Toskana. Adas Mutter kauft das Weingut.
Der Autor lässt uns um Ada und ihre Familie zittern. Der Schreibstil ist wunderbar. Er lässt beide Ebenen spannend ineinander fließen.
Er ist ein Autor den ich gerne weiterhin lese.
Der Roman ist ein Leseerlebnis.
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