Die berühmt-berüchtigte Künstlerin Kristal Havfruen wird tot aufgefunden - in einem Tank mit Formaldehyd treibend. In Laurence Anholts Krimi müssen der Zen-Ermittler Vincent Caine und seine ironische Partnerin Shanti Joyce sich zusammenraufen, um den spektakulären Mord aufzuklären. Ein charmanter Krimi und Auftakt der neuen Serie um den achtsamen Buddhisten Mr. Caine.An einem Juliabend versammeln sich zweihundert Gäste, um der Eröffnung der Retrospektive von Kristal Havfruen beizuwohnen. Doch als die Kunstliebhaber den Saal betreten, schwimmt in dem Tank mit Formaldehyd nicht wie geplant eine Kristal-Puppe - sondern Kristal selbst.
DI Shanti Joyce, die nach dem Ende ihrer Ehe und einer missglückten Mordermittlung von London nach Yeovil gezogen ist, erkennt schnell, dass der Fall eine unkonventionelle Herangehensweise erfordert. Also schlägt sie sich zur abgelegenen Hütte von Vincent Caine durch, seines Zeichens Buddhist und ein brillanter Detective.
Gemeinsam, doch selten einer Meinung, tauchen die beiden in Kristals Bohème-Freundeskreis ein und decken ein Geflecht aus Eifersucht und Hass auf, das bis in ihre Zeit an der Kunsthochschule zurückreicht. Doch bald wird Shanti Joyce und Vincent Caine klar, dass darunter ein komplexeres Motiv verborgen liegt. Kann das Zusammenspiel von Shantis toughem Pragmatismus und Caines ruhiger Intuition die beiden zum Mörder führen?
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
4/5
26.06.2020
Buch (Taschenbuch)
Kurzweiliger Krimi mit originellem...
Kurzweiliger Krimi mit originellem Personal. Nach einem ungewöhnlichen Mord im Künstlermilieu ermittelt der dem Buddhismus zugewandte Detective Caine mit - natürlich - ungewöhnlichen Methoden. Locker zu lesen, mit einer großen Portion Humor und auch mit Nachdenklichkeit ...
Zauberberggast
aus München
4/5
05.12.2019
Buch (Taschenbuch)
Der "Veggie-Cop" ermittelt im Kunstmilieu
Um im Krimigenre hervorstechen, muss man sich heutzutage schon etwas Besonderes ausdenken, um nicht in der Masse unterzugehen. Laurence Anholt, seines Zeichens Kinderbuch-Autor und Illustrator, hat sich nun an diese Aufgabe herangewagt und ich würde sagen: mit Erfolg.
Sein Ermittler Detective Vincent Caine ist so ganz anders als alle anderen, die diesen Job in der Kriminalliteratur je gemacht haben (zumindest soweit es mir bekannt ist). Caine ist praktizierender Buddhist, er wohnt wie ein Eremit in einer einsamen Hütte in der Natur, seine Credos heißen Achtsamkeit, Karma, Meditation, Serendipität und Symbiose, statt eines Handys verlässt er sich auf seinen "Boten" und er isst bevorzugt selbst angebautes Gemüse aus dem Garten. Darüberhinaus ist er noch überaus belesen und clever. Gutes Aussehen (lange Haare und durchtrainierter Körper) gehört ebenfalls zu seinen Vorzügen.
Seine Kollegin, DI Shanti Joyce, ist das vermeintliche Gegenteil vom in sich ruhenden Caine. Nachdem sie von London nach Südwestengland "strafversetzt" wurde, muss sie sich nun an Caines alter Position erneut beweisen. Neu in Somerset, frisch geschieden und alleinerziehend, hat sie keine Zeit, sich auch noch um gesunde Ernährung, ein aufgeräumtes Büro und inneren Frieden zu kümmern.
Der Fall ist dann ähnlich skurril wie der Ermittler Caine, der eigentlich krank geschrieben ist, weil er eine Zeit der inneren Reinigung durchmacht. Die kurz vor ihrem großen Comeback stehende Performance-Künstlerin Kristal Havruen wurde in ihrer eigenen Installation - einem mit Formaldehyd gefüllten Glastank - ermordet aufgefunden.
Anholt hat eine herrlich skurrile Ansammlung von Figuren erschaffen, die alle irgendwie verdächtig sind. Vom dürren Kurator mit einer Vorliebe für karierte Anzüge, der kettenrauchenden alten Kunstlehrerin, über den ewig in das Opfer verliebten "tumben Tor", der gerne Tauben füttert bis hin zum lebenden Kunstwerk ("A boy named Art"), dessen hervorstechendste Eigenschaft zum Leidwesen seiner Künstler-Mutter die Gewöhnlichkeit ist, ist an markanten Charakteren alles dabei.
Besonders gefallen hat mir - neben dem ungewöhnlichen Ermittlerduo, den skurrilen Charakteren und der Story an sich - die Struktur dieses Krimis. Die Kapitelüberschriften sind zum Großteil allegorisch ("Die tödliche Sirene", "Das Haus der Knochen", etc.). Sie geben den Inhalt des jeweiligen Kapitels auf metaphorische Art und Weise wieder.
Bei dem sehr linearen Aufbau und den malerischen Schauplätzen in Südwestengland sowie den eingängigen Charakteren, hatte der Autor sicher schon eine Verfilmung im Hinterkopf, was für mich auch stimmig wäre.
Dieser Whodunit-Krimi ist außerdem voll von Zwischentönen und zwischen den Zeilen gestellten, indirekten Fragen: Wo verläuft die Grenze zwischen Kunst und Personenkult? Kann ein Mensch ein Kunstwerk sein? Wie "human" darf ein Polizist - der Arm des Gesetzes - sein?
Objektiv gesehen hat der Fall an sich eine sehr bizarre, wenn man so will "unrealistische" Komponente, die nicht bei allen Lesern auf Gefallen stoßen dürfte. Ich persönlich konnte damit sehr gut umgehen, wollte es aber dennoch erwähnen, dass der Krimi doch etwas speziell und abseits des Mainstream ist.
Ich jedenfalls freue mich sehr auf den nächsten Fall des "Veggie-Cops" und seiner Kollegin Shantala, der im Sommer 2020 erscheinen wird. Bislang sind 3 Bände geplant. Das Buch kann ich allen empfehlen, die “Cosy crime”, schräge Krimis und ungewöhnliche Ermittler mögen.
Booksandcatsde
3/5
12.01.2020
Buch (Taschenbuch)
mir an einigen Stellen zu überspitzt…
Meine Meinung:
Ich habe das Buch vorwiegend wegen des speziellen Ermittlerpaares ausgesucht: eine alleinerziehende Mutter nach einer Scheidung, versetzt wegen einer missglückten Mordermittlung, ermittelt in einem neuen Fall und zieht dabei die Hilfe von Vincent Caine hinzu, der sich gerade in einer Auszeit befindet und alles ein wenig langsamer und achtsamer angeht. Das musste doch sehr unterhaltsam sein, wenn nicht sogar witzig und mitreißend. Neben der Spannung rund um den Kriminalfall habe ich eine gute Unterhaltung erwartet, die mir durch das doch sehr unterschiedliche Ermittlerduo beschert wird.
Den Fall rund um die Tote Künstlerin Kristal fand ich gar nicht schlecht, wenn auch ein wenig überspitzt. Nicht alles konnte ich nachvollziehen und ein paar Sachen empfand ich als zu viel. Einige Dinge sind wirklich skurril und teilweise wird hier wirklich auch mit Klischees gearbeitet.
Auch bei beiden Ermittlern war es so, dass ich ihre Figuren ein wenig überzeichnet fand.
Shanti ist zwar tough und irgendwie auch sympathisch, aber sie ist auch furchtbar ungeduldig und dadurch sehr hektisch. Das hat mich in der ein oder anderen Situation schon gestört, wenn nicht sogar genervt.
Vincent Caine ist dagegen ein absoluter Ruhepol, der durch seine Achtsamkeit und seine Gedanken seine Partnerin immer wieder erdet oder auch mal völlig ausflippen lässt. Zumindest ist in diesem Fall viel seiner Intuition zu verdanken, für die er wohl auch schon über „die Grenzen“ hinaus bekannt ist. Caine bringt mit seinen Gedanken, Aussagen rund ums Leben und rund um Achtsamkeit sicherlich auch ein wenig Melancholie und philosophische Gedanken und Fragestellungen in diesen Fall ein.
Gemeinsam kommen sie dem Mörder/der Mörderin auf die Spur. Und das muss man wirklich anerkennen – durchgängig findet man in der Geschichte Figuren/Hintergründe/Motive, die doch deutlich vom Normalen entfernt, das heißt doch teilweise überzogen sind.
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Fazit:
Insgesamt war der Fall der beiden ungleichen Ermittler sicherlich lesenswert. Man muss jedoch auf dieses Skurrile/Überzogenen vorbereitet sein und dieses mögen. Wer also mal etwas anderes lesen will…ran an diese Reihe!
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