Ungarn in der Nußschale

Ein Jahrtausend und dreißig Jahre

Beck'sche Reihe Band 1638

György Dalos

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Beschreibung

Wie sagt ein ungarisches Sprichwort: «Außerhalb von Ungarn gibt es kein Leben; und wenn, dann ist es nicht dasselbe.» Der Schriftsteller György Dalos fängt die Essenz des ungarischen Lebens ein, wenn er die weit über 1000jährige Geschichte seines Heimatlandes überblickt. Was prägte die Ungarn? Was waren die zentralen historischen Erfahrungen der Bewohner eines Landes, das immer wieder erobert, zerstückelt, beherrscht und fremden Zielen unterworfen wurde? Ursprünglich ein aus Asien stammendes Nomadenvolk mit seiner magyarischen Sprache, die der Familie der finnisch-ugrischen Sprachen angehört, am Ende des 1. Jahrtausends christianisiert und unter Stephan dem Heiligen bestrebt, Anschluß an die westeuropäische Kultur zu finden, führten die Ungarn über Jahrhunderte hinweg einen Abwehrkampf gegen Mongolen, Türken und schließlich auch gegen die Habsburger, die die Ungarn erst 1918 in die Unabhängigkeit entließen. Zur Zeit mühen sich die freiheitlich und demokratisch gesinnten Ungarn, ihre Unabhängigkeit gegenüber ihrem Ministerpräsidenten Viktor Orbán zu bewahren.

Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller György Dalos fängt in seinem prägnanten, brillant geschriebenen Überblick die mehr als tausendjährige Geschichte seines Landes ein – von den Tagen der Landnahme im 10. Jahrhundert, als die noch nomadisierenden Magyaren weite Teile Europas in Angst und Schrecken versetzten, bis in die Ära Orbán, da ein zunehmend autokratischer Regierungschef die freiheitlich-demokratischen Kräfte seines eigenen Volkes einschüchtert.

György Dalos ist freier Autor und Historiker. 1995 wurde er mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. 2010 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 17.09.2020
Verlag C.H.Beck
Seitenzahl 271
Maße (L/B/H) 19,3/12,6/2 cm
Gewicht 274 g
Auflage 3. Auflage
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-75802-7

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  • Einleitung

    I. Blutige Anfänge

    Phantombilder und Eigenbild. Die Landnahme

    Die Streifzüge

    Die «Trauerungarn» – eine rechtzeitige Lehre

    Europa als Herausforderung

    Der Traum des Papstes. Der heilige König

    Die Ausländer

    Risikofaktoren

    Der Sinn des ungarischen Urchaos

    Der Heilige und der Bücherfreund

    Ismaeliten und Israeliten

    Ungarn als Reiseziel im Mittelalter

    Heidnisch und Lateinisch

    Höfisches Trauerspiel

    Mongolen in Ungarn

    Das Ende des Hauses Árpád

    Zwischen Buda und Neapel: Das Haus Anjou

    János Hunyadi

    Matthias oder die verkleidete Gerechtigkeit

    Die Einsamkeit des Humanisten

    Die Einsamkeit des Machthabers

    Der brennende Thron

    Mohács als Metapher für den nationalen Tod

    Was geschah wirklich?

    Der Tag


    II. Fremdherrschaften


    Das gespaltene Land

    Die Randburgen als Hoffnungsschimmer

    Der europäische Kontext I

    Das Jahrhundert Siebenbürgens

    Helden und Opfer

    Das letzte Aufgebot: Das Fußvolk des Fürsten

    Das Jahrhundert der Habsburger

    Die mütterliche Königin

    «Der wohlwollende Despot»

    Herders Prophezeiung

    Verschwörer

    Ein Nebenschlachtfeld: Literatur und Sprache

    Der europäische Kontext II

    Die Reformlandtage

    Der ungarische Vormärz

    Die Märzrevolution

    Der Revolutionsführer

    Der europäische Kontext III (Wie Kossuth es sah)


    III. Zwischen Frieden und Kriegen


    Die heile Welt des Dualismus

    Der europäische Kontext IV

    Rausch und Katzenjammer

    Die bürgerliche Revolution

    Die Räterepublik als Verzweiflungsakt

    Die Gegenrevolution und der Frieden von Trianon

    Der europäische Kontext V (Die Revisionsfalle)

    Der Weg in den Abgrund

    Die beiden Katastrophen: Krieg und Holocaust

    Zwei Gestalten


    IV. Ungarn in der Nachkriegszeit


    Von der Republik zur Volksrepublik

    Der klassische Terror in Ungarn

    Die Kulturrevolution

    Die Stunden der Wahrheit

    Der Volksaufstand

    Der europäische Kontext VI

    Die Ära Kádár: Peitsche und Zuckerbrot

    Die sechziger Jahre

    Der «neue Wirtschaftsmechanismus»

    Die Krise

    Dissidenten und Reformer

    Die Agonie

    Der Systemwechsel

    Der verlorene Konsens

    Ungarn im Umbruch

    V. Demokratie in der Probezeit (2006–2012)

    Die Ausgangslage

    Die «Lügenrede» des Ferenc Gyurcsány

    Ein böses Omen

    Die Spätfolgen der Gyurcsány-Rede

    Der Sturm des Fernsehgebäudes

    Die Taktik des Fidesz

    Tag des Zorns

    Ungarische Roma und ihre Gegner

    Virtueller und realer Faschismus

    Der Spießrutenlauf der linken Koalition

    Das letzte Gefecht

    «Die Revolution der Wahlkabinen»

    Die ersten Konflikte

    Der europäische Kontext

    VI. Die Ära Orbán (seit 2012)

    Die Ausgangslage

    Die Wende in der Wende – das Jahr 2015

    Die Suche nach dem Feind

    Die parlamentarische Opposition

    Krieg gegen die NGOs

    Die Kampagne gegen den «Soros Plan»

    Ungarn als Migräne Europas

    Die Ära Orbán

    Der europäische Kontext

    Literatur (Auswahl)

    Dramatis personae