Der unsichtbare Roman
detebe Band 24549

Der unsichtbare Roman

Buch (Taschenbuch)

12,00 € inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Wer ist schuld am Ersten Weltkrieg? Im Jahr 1918 wird die Frage immer drängender. Da erhält der Bestsellerautor Gustav Meyrink in seiner Villa am Starnberger See ein Angebot vom Auswärtigen Amt: Ob er – gegen gutes Honorar – bereit wäre, einen Roman zu schreiben, der den Freimaurern die Verantwortung für das Blutvergießen zuschiebt. Der ganz und gar unpatriotische Schriftsteller und Yogi kassiert den Vorschuss – und bringt sich damit in Teufels Küche.

Christoph Poschenrieder, geboren 1964 bei Boston, studierte Philosophie in München und Journalismus in New York. Seit 1993 arbeitet er als freier Journalist und Autor von Dokumentarfilmen. Heute konzentriert er sich auf das literarische Schreiben. Sein Debüt ›Die Welt ist im Kopf‹ wurde vom Feuilleton gefeiert und war auch international erfolgreich. Mit ›Das Sandkorn‹ war er 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Christoph Poschenrieder lebt in München.

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.02.2021

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

17,7/11,1/1,8 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.02.2021

Verlag

Diogenes

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

17,7/11,1/1,8 cm

Gewicht

232 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-24549-3

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Sehr gute Dialoge, voller Wortwitz, eine runde Sache

Birkatpet aus Wesseling am 10.04.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mitten in einer Séance klopft es an Meyerink’s Türe, gerade als die Apothekerwitwe versucht herauszufinden, wo ihr Liebster den Pfandschein für den Schmuck versteckt hat. Wie so oft kommen die Apothekerrwitwe, ein Bankier, ein Fuhrunternehmer und ein Privatier bei dem Spiritisten Gustav Meyerink im ‘Haus zur letzten Laterne’ am Starnberger See zusammen um mit dem Jenseits Kontakt aufzunehmen,so auch an diesem Tag, was die Störung umso ärgerlicher macht. Vor Meyerink’s Türe steht ein Bote des Auswärtigen Amtes um ihm einen Brief zu überbringen und teilt ihm die Nachricht mit, er solle einen Roman schreiben und zwar darüber, wer am Ausbruch des andauernden Krieges die Schuld und Verantwortung trägt. Meyerink hat in der Vergangenheit bereits einige Romane und Geschichten veröffentlicht, alles phantastische Geschichten wie sein Bestseller ‘Der Golem’, die Realität ist ihm entweder zu langweilig oder zu grässlich, meist sowieso beides, weswegen er sich dieser als Schriftsteller nicht widmen mag. Außerdem, woher soll gerade er wissen, wer schuld ist am I. Weltkrieg? Viele Wahlmöglichkeiten hat der gute Gustav Meyerink aber nicht, denn zu Papier hat er seit langem nichts mehr gebracht und das Haushaltsbuch spiegelt dieses Desaster wider. Da hilft es auch nicht stundenlang Yogaübungen zu machen. Er muss den Roman also schreiben, denn das Geld wird dringend benötigt. Meyerink nimmt den Auftrag an, erhält einen ordentlichen Vorschuss, womit sein Lebensstil mit Automobil und Segelboot erstmal gesichert ist und beschließt den Freimaurern die schuld am Krieg zu geben. Ein Propagandaroman ist jedoch unvereinbar mit seiner subjektiven Schriftstellerehre und so bleiben die Seiten leer, seinem Bleistift entweicht kein Buchstabe und er beginnt den Auftraggeber geschickt hinzuhalten. Natürlich ist ihm bewusst, dass diese Hinhaltetaktik nicht ewig gut geht, denn am Ende zählen Ergebnisse und leere Blätter dürften nicht ausreichend. Hauptsächlich berichtet uns Gustav Meyerink als Ich-Erzähler, jedoch sind auch andere Meldungen enthalten, Recherchenotizen, die dem Roman eine gewisse Echtheit verleihen sollen, als hätte Meyerink diesen Roman tatsächlich verfassen sollen. Das Besondere an diesem Roman ist, dass der Autor Fiktion und Realität mischt, denn die Historie, Gustav Meyerink (geb. 19.01.1868 in Wien, gest. 04.01.1932 in Starnberg) und seinen Roman ‘Der Golem’ (1915) gibt bzw. gab es wirklich. Der Leser gerät in einen Strudel um das Dasein des Autors, seiner Geldsorgen, die Hürden und Stolperfallen in seinem Privatleben, die politischen Geschehnisse dieser Zeit in München (und weltweit) und vielem mehr. Durch die Vermischung von Fiktion und Tatsachen ist es ein geniales Verwirrspiel mit uns Lesern, welches ab ca. der Mitte einen wahren Sog entwickelt und irgendwann weiß man gar nicht mehr so recht, was erfunden und was wahr ist. Das Ende ist eine große Überraschung, die Dialoge wahnsinnig gut und voller Wortwitz, eine sehr runde Sache, unterhaltsam, besonders, amüsant und nicht alltäglich.

Sehr gute Dialoge, voller Wortwitz, eine runde Sache

Birkatpet aus Wesseling am 10.04.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mitten in einer Séance klopft es an Meyerink’s Türe, gerade als die Apothekerwitwe versucht herauszufinden, wo ihr Liebster den Pfandschein für den Schmuck versteckt hat. Wie so oft kommen die Apothekerrwitwe, ein Bankier, ein Fuhrunternehmer und ein Privatier bei dem Spiritisten Gustav Meyerink im ‘Haus zur letzten Laterne’ am Starnberger See zusammen um mit dem Jenseits Kontakt aufzunehmen,so auch an diesem Tag, was die Störung umso ärgerlicher macht. Vor Meyerink’s Türe steht ein Bote des Auswärtigen Amtes um ihm einen Brief zu überbringen und teilt ihm die Nachricht mit, er solle einen Roman schreiben und zwar darüber, wer am Ausbruch des andauernden Krieges die Schuld und Verantwortung trägt. Meyerink hat in der Vergangenheit bereits einige Romane und Geschichten veröffentlicht, alles phantastische Geschichten wie sein Bestseller ‘Der Golem’, die Realität ist ihm entweder zu langweilig oder zu grässlich, meist sowieso beides, weswegen er sich dieser als Schriftsteller nicht widmen mag. Außerdem, woher soll gerade er wissen, wer schuld ist am I. Weltkrieg? Viele Wahlmöglichkeiten hat der gute Gustav Meyerink aber nicht, denn zu Papier hat er seit langem nichts mehr gebracht und das Haushaltsbuch spiegelt dieses Desaster wider. Da hilft es auch nicht stundenlang Yogaübungen zu machen. Er muss den Roman also schreiben, denn das Geld wird dringend benötigt. Meyerink nimmt den Auftrag an, erhält einen ordentlichen Vorschuss, womit sein Lebensstil mit Automobil und Segelboot erstmal gesichert ist und beschließt den Freimaurern die schuld am Krieg zu geben. Ein Propagandaroman ist jedoch unvereinbar mit seiner subjektiven Schriftstellerehre und so bleiben die Seiten leer, seinem Bleistift entweicht kein Buchstabe und er beginnt den Auftraggeber geschickt hinzuhalten. Natürlich ist ihm bewusst, dass diese Hinhaltetaktik nicht ewig gut geht, denn am Ende zählen Ergebnisse und leere Blätter dürften nicht ausreichend. Hauptsächlich berichtet uns Gustav Meyerink als Ich-Erzähler, jedoch sind auch andere Meldungen enthalten, Recherchenotizen, die dem Roman eine gewisse Echtheit verleihen sollen, als hätte Meyerink diesen Roman tatsächlich verfassen sollen. Das Besondere an diesem Roman ist, dass der Autor Fiktion und Realität mischt, denn die Historie, Gustav Meyerink (geb. 19.01.1868 in Wien, gest. 04.01.1932 in Starnberg) und seinen Roman ‘Der Golem’ (1915) gibt bzw. gab es wirklich. Der Leser gerät in einen Strudel um das Dasein des Autors, seiner Geldsorgen, die Hürden und Stolperfallen in seinem Privatleben, die politischen Geschehnisse dieser Zeit in München (und weltweit) und vielem mehr. Durch die Vermischung von Fiktion und Tatsachen ist es ein geniales Verwirrspiel mit uns Lesern, welches ab ca. der Mitte einen wahren Sog entwickelt und irgendwann weiß man gar nicht mehr so recht, was erfunden und was wahr ist. Das Ende ist eine große Überraschung, die Dialoge wahnsinnig gut und voller Wortwitz, eine sehr runde Sache, unterhaltsam, besonders, amüsant und nicht alltäglich.

Wer war nur Schuld am 1. Weltkrieg?

Bewertung aus Oberursel am 18.01.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer hat Schuld am 1. Weltkrieg? 1918 wird diese Frage fürs deutsche Auswärtige Amt recht dringend, denn man möchte in Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen ungern als Schuldiger für die Kriegsmisere gehen. Die Propagandaabteilung, ehemals auch bekannt als „literarisches Büro“, unterbreitet dem Bestsellerautor Meyrink daher ein Angebot: er soll einen Roman schreiben, der die Schuld am Krieg den Freimaurern in die Schuhe schiebt. Meyrink, seines Zeichen nicht nur Schriftsteller, sondern auch gescheiterter Bankier, Okkultist, ehemaliger Alchemist und passionierter Yogi, ist misstrauisch, aber der Roman soll gut bezahlt werden, also nimmt er den Auftrag an. Das Haus am Starnberger See, das Automobil und das Boot wollen bezahlt sein, und ansonsten läufts mit der Schriftstellerei gerade nicht so wirklich gut, also schnappt er sich den Vorschuss – und rennt in die Falle. Denn der ausgewiesene Nicht-Patriot findet sich in einer ernsten Schreibblockade wieder, und je mehr sich der Krieg dem Ende nähert, desto dringender möchte das Auswärtige Amt den Roman nun endlich auch erhalten. Was sich wie eine skurrile Romanidee anhört, ist tatsächlich so passiert: Den Autor Gustav Meyrink und seine Frau Mena gab es tatsächlich genauso wie beschrieben, und auch die anderen Protagonisten - von Hahn aus dem AA, Meyrinks politische Freunde aus München Kurt Eisner und Erich Mühsam – sind, bzw waren reale Personen. Und selbst den bizarren Auftrag des „Freimaurerromans“ hat Poschenrieder nicht erfunden – nur hat den im Endeffekt dann doch Friedrich Wichtl geschrieben („Weltfreimaurerei Weltrevolution Weltrepublik“, 1919 - falls es jemand interessiert). Poschenrieder vermischt geschickt Fiktion und Fakten, und in den Roman eingestreut sind immer wieder Recherchenotizen, Abschriften aus Nachlässen, persönlicher Korrespondenzen Meyrinks oder Aktennotizen aus dem Auswärtigem Amt. Hier habe ich teilweise überlegt, ob diese Recherchenotizen tatsächlich alle Fakten sind, oder auch Fiktion, ich habe mich dann für Fakten entschieden, es erschien mir sehr glaubhaft. Ebenfalls in die Rahmenhandlung eingestreut ist die politische Lage im Lande, speziell in Bayern, und auch die Novemberrevolution 1918 wird erörtert. Der Roman selbst ist abwechselnd aus Meyrinks Perspektive in der Ich-Form geschrieben, und dann auch wieder aus der personalen Erzählsituation, und immer überzeugt Poschenrieder mit einem geschliffenen, eloquentem, wort- und bildgewaltigem Erzählstil. Diese vielen verschiedenen Elemente – Rahmenhandlung, Politik, Biographie Meyrinks, Recherchenotizen etc, im Mix mit den verschiedenen Erzählperspektiven machen den Roman zwar sehr abwechslungsreich, aber für mich war es manchmal „too much“, es war ein bisschen hin-und-hergehüpfe, und meine Aufmerksamkeit musste ich öfters wieder einfangen. Nicht gut beim Lesen eines Romans. Ich hab mich immer gefreut, wenn wir wieder beim eigentlichen Thema waren. Mein Fazit: Einerseits eine Freude, hier mal einen Autor zu lesen, der locker und zugleich hervorragend schreiben kann, und mit was für einer ungewöhnlichen und spannenden Geschichte!, andererseits waren mir zuviele verschiedene Dinge hier in 270 Seiten hineingepresst. Daher vergebe ich „nur“ 4 von 5 Punkten.

Wer war nur Schuld am 1. Weltkrieg?

Bewertung aus Oberursel am 18.01.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wer hat Schuld am 1. Weltkrieg? 1918 wird diese Frage fürs deutsche Auswärtige Amt recht dringend, denn man möchte in Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen ungern als Schuldiger für die Kriegsmisere gehen. Die Propagandaabteilung, ehemals auch bekannt als „literarisches Büro“, unterbreitet dem Bestsellerautor Meyrink daher ein Angebot: er soll einen Roman schreiben, der die Schuld am Krieg den Freimaurern in die Schuhe schiebt. Meyrink, seines Zeichen nicht nur Schriftsteller, sondern auch gescheiterter Bankier, Okkultist, ehemaliger Alchemist und passionierter Yogi, ist misstrauisch, aber der Roman soll gut bezahlt werden, also nimmt er den Auftrag an. Das Haus am Starnberger See, das Automobil und das Boot wollen bezahlt sein, und ansonsten läufts mit der Schriftstellerei gerade nicht so wirklich gut, also schnappt er sich den Vorschuss – und rennt in die Falle. Denn der ausgewiesene Nicht-Patriot findet sich in einer ernsten Schreibblockade wieder, und je mehr sich der Krieg dem Ende nähert, desto dringender möchte das Auswärtige Amt den Roman nun endlich auch erhalten. Was sich wie eine skurrile Romanidee anhört, ist tatsächlich so passiert: Den Autor Gustav Meyrink und seine Frau Mena gab es tatsächlich genauso wie beschrieben, und auch die anderen Protagonisten - von Hahn aus dem AA, Meyrinks politische Freunde aus München Kurt Eisner und Erich Mühsam – sind, bzw waren reale Personen. Und selbst den bizarren Auftrag des „Freimaurerromans“ hat Poschenrieder nicht erfunden – nur hat den im Endeffekt dann doch Friedrich Wichtl geschrieben („Weltfreimaurerei Weltrevolution Weltrepublik“, 1919 - falls es jemand interessiert). Poschenrieder vermischt geschickt Fiktion und Fakten, und in den Roman eingestreut sind immer wieder Recherchenotizen, Abschriften aus Nachlässen, persönlicher Korrespondenzen Meyrinks oder Aktennotizen aus dem Auswärtigem Amt. Hier habe ich teilweise überlegt, ob diese Recherchenotizen tatsächlich alle Fakten sind, oder auch Fiktion, ich habe mich dann für Fakten entschieden, es erschien mir sehr glaubhaft. Ebenfalls in die Rahmenhandlung eingestreut ist die politische Lage im Lande, speziell in Bayern, und auch die Novemberrevolution 1918 wird erörtert. Der Roman selbst ist abwechselnd aus Meyrinks Perspektive in der Ich-Form geschrieben, und dann auch wieder aus der personalen Erzählsituation, und immer überzeugt Poschenrieder mit einem geschliffenen, eloquentem, wort- und bildgewaltigem Erzählstil. Diese vielen verschiedenen Elemente – Rahmenhandlung, Politik, Biographie Meyrinks, Recherchenotizen etc, im Mix mit den verschiedenen Erzählperspektiven machen den Roman zwar sehr abwechslungsreich, aber für mich war es manchmal „too much“, es war ein bisschen hin-und-hergehüpfe, und meine Aufmerksamkeit musste ich öfters wieder einfangen. Nicht gut beim Lesen eines Romans. Ich hab mich immer gefreut, wenn wir wieder beim eigentlichen Thema waren. Mein Fazit: Einerseits eine Freude, hier mal einen Autor zu lesen, der locker und zugleich hervorragend schreiben kann, und mit was für einer ungewöhnlichen und spannenden Geschichte!, andererseits waren mir zuviele verschiedene Dinge hier in 270 Seiten hineingepresst. Daher vergebe ich „nur“ 4 von 5 Punkten.

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