Der SPIEGEL-Bestseller jetzt als Hörbuch
Eine Frau, die um ihren Freund trauert, ein riesiger Hund - und die berührende Geschichte ihres gemeinsamen Wegs zurück ins Leben
Als die Ich-Erzählerin, eine zurückgezogen in New York City lebende Schriftstellerin, ihren besten Freund verliert, bekommt sie überraschend dessen Hund vermacht. Apollo ist eine riesige Dogge, die achtzig Kilo wiegt. Ihr Apartment ist eigentlich viel zu klein für ihn, außerdem sind Hunde in ihrem Mietshaus gar nicht erlaubt. Aber irgendwie kann sie nicht Nein sagen und nimmt Apollo bei sich auf, der wie sie in tiefer Trauer ist. Stück für Stück finden die beiden gemeinsam zurück ins Leben. Ein Buch über Liebe, Verlust und Freundschaft -- und die tröstliche Verbindung zwischen Mensch und Hund.
"Eines der Bücher, in die man sich nach ein paar Sätzen verliebt." NDR Kultur
"Große Literatur." Der Spiegel
"Auf fast jeder Seite wollte ich mir mehrere Sätze anstreichen, bis ich es irgendwann gelassen habe, man kann ja nicht ein ganzes Buch anstreichen.
Es handelt von Freundschaft, Trauer und Schreiben, könnte nicht knapper und eleganter formuliert sein." Johanna Adorján
"Eine der schwindelerregend genialsten Autorinnen überhaupt." Gary Shteyngart
"Eine wunderbare Geschichte." Spiegel Online
Kundinnen und Kunden meinen
2.5/5.0
Bories vom Berg
aus München
3/5
10.05.2024
Buch (Taschenbuch)
Memoir über die Trauer Die…
Memoir über die Trauer Die US-amerikanische Autorin Sigrid Nunez wollte schon als Kind Schriftstellerin werden, aber erst in ihrem 44ten Lebensjahr erschien 1994 ihr Debütroman. Nach sechs weiteren Veröffentlichungen gelang ihr 2018 mit «The Friend» schließlich der literarische Durchbruch. In deutscher Übersetzung erschien das Buch unter dem Titel «Der Freund», vom Verlag als Roman bezeichnet, was manche Kritiker beanstandet haben. Denn es handelt sich unverkennbar um ein Memoir, also ein aus der Ich-Perspektive erzähltes Sachbuch. Thematisiert wird darin der Verlust, den der Suizid eines geliebten Menschen bedeutet, wobei hier neben der trauernden Erzählerin auch der plötzlich herrenlos gewordene Hund ihres besten Freundes zutiefst leidet. Sie nimmt die achtzig Kilo schwere Deutsche Dogge notgedrungen bei sich auf, obwohl Hunde laut Mietvertrag nicht erlaubt sind und sie damit rechnen muss, ihr preiswertes kleines Appartement in New York City zu verlieren. Es kann kaum überraschen, dass die namenlos bleibende, einsame Ich-Erzählerin eine akademisch gebildete Schriftstellerin und Dozentin für «Creative Writing» ist - und dass auch ihr lebensmüder Freund Schriftsteller war. Er hat, was jeden Freitod für Hinterbliebene besonders schmerzlich macht, keine Zeile über die Beweggründe für seine Verzweiflungstat hinterlassen. Es waren wohl bekannt gewordene, sexuelle Eskapaden mit seinen Studentinnen, darf vermutet werden. In einer essayistisch knappen und sachlichen Sprache schildert die Autorin die Annäherung der vom Schicksal aneinander gefesselten Zufallsgemeinschaft, die ihre Trauer auf tierische und menschliche Weise verarbeitet. So bleibt es nicht aus, dass der Leser tief hineingezogen wird in die Nöte des Hundes, der mit seinem Herrchen die Leitfigur verloren hat. Dieses nonverbale Leiden der Kreatur wird an vielerlei Beispielen immer wieder aufs Neue thematisiert, zunehmend ergänzt und ersetzt durch die behutsame Annäherung der tierliebenden Erzählerin an ihren neuen Lebensgefährten. Auffallend wenig erfährt man über die Beziehung der Schriftstellerin zu ihrem einstigen Freund. Zwar ist von Liebe die Rede, aber der Verlust scheint auf der menschlichen Ebene eher unbedeutend zu sein. Es fehlt zwar der Gesprächspartner und auch der Mentor in literarischer Hinsicht, aber Liebesschmerz oder Sehnsucht wird allenfalls angedeutet. Dafür glänzt dieses Memoir mit einer Fülle von geistreichen Zitaten, Anekdoten und Hinweisen auf die Literatur, eine oft auch humorvolle Kritik an dieser speziellen Branche selbst und an ihren Irrtümern und Schwächen. Leser also, die sich, den literarischen Kern ihrer Passion betreffend, als «belesen» bezeichnen können im wahrsten Sinne des Wortes, kommen hier voll auf ihre Kosten! Es wimmelt nur so von Textauszügen, aber auch von subtilen Andeutungen, die nur versteht, wer viele der Klassiker gelesen hat, die diese US-Amerikanerin in ihren Kanon aufgenommen hat und die sie zu Recht als wichtig ansieht. Sigrid Nunez wendet sich zumeist im inneren Monolog an den toten Freund, Vieles ist außerdem tagebuchartig oder essayistisch erzählt. Nach dem Motto «Sex sells» ist mit dem ungehemmten Liebesleben des promiskuitiven Freundes überflüssiger Weise auch noch abstoßende Verbalerotik eingestreut in diesen «Roman ohne Plot». Das assoziative Erzählen erschließt dem Leser auf subtile Art die eigentliche Thematik des Buches, Trauer und das Zusammenstehen in seelischer Leere. Stilistisch ist neben dem Assoziativen die episodische Anlage des Textes kennzeichnend, er besteht im Wesentlichen aus aneinander gereihten Reflexionen und Erzählschnipseln. Sie bilden bunt gestreut und zumeist ohne erkennbaren Zusammenhang den Erzählstoff, das Poetische vermischt sich hier manchmal unvermittelt mit dem Poetologischen. Dazu gehören denn auch Passagen, in denen die Autorin über die Entstehung des Textes selbst reflektiert, ihre Schreibarbeit also mit einbezieht in ihr Memoir.
Bewertung
2/5
20.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Der Freund
Ganz große Enttäuschung.
Leider überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ein ewiges Durcheinander, Zitate von anderen Schriftstellern und massenhaft Einschübe in den Texten.
Stellenweise lässt es sich schön lesen und es ist eine „eigene Geschichte“, aber überwiegend gibt es Zitate, über die dann philosophiert wird.
Sehr früh leider schon ein Zwang, es überhaupt weiterzulesen.
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