Produktbild: Raphaels Rückkehr
Band 1

Raphaels Rückkehr Krimi

Aus der Reihe Raphael-Rozenblad-Krimis
1

3,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

23.04.2020

Verlag

Neobooks

Seitenzahl

349 (Printausgabe)

Sprache

Deutsch

EAN

9783750234307

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ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • nicht oder eingeschränkt barrierefrei

Erscheinungsdatum

23.04.2020

Verlag

Neobooks

Seitenzahl

349 (Printausgabe)

Sprache

Deutsch

EAN

9783750234307

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Noch unverwandt eine scharfe Klinge

Samantha Faye aus Freihung am 26.06.2021

Bewertungsnummer: 1518891

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Brügge. Die idyllische Stadt in Belgien. Hmh?! Idyllisch??? Schon "Brügge sehen ... und sterben" zeigte, daß es gefährlich sein kann, sich dort aufzuhalten. Brügge. Das ist auch die Heimatstadt Raphael Rozenblads, dem bärbeißigen, kongenialen Ermittler der Polizei, der mit 39 Jahren im Dienst einen grauenvollen Unfall erlitt und nun nach drei Jahren Abstinenz zurückkehrt. Mit zwei Beinen und einer halben Blase weniger im Rollstuhl sitzend. Er spricht zwar Morphin, Nikotin und Koffein nicht ab, braucht die Essenzen auch dringend wie andere Torte oder Schokolade. Nur, daß bei ihm die schlimmen Schmerzen bittere Tatsache sind und er all die Tabletten garantiert nicht zum Spaß schluckt. Er ist nun wegen seines Status unkündbar geworden, als er als Hauptinspektor an seine Arbeitsstelle zurückkehrt, nach drei Jahren. Er ist der "Quotenkrüppel", wie man hinter seinem Rücken lästert. Kein Wunder, daß ihn das Schicksal hart und auch verbittert gemacht hat. Er ist scharfzüngig, läßt sich nichts gefallen und das ist auch gut so. Denn ihn nicht mehr für voll zu nehmen, nur weil er im Rollstuhl sitzt? Das ist unfair und ungerecht. Sie schieben ihm einen vermeintlich simplen Fall zu. Ein Angestellter mit afrikanischen Migrationswurzeln ist ums Leben gekommen, der für den wallonischen Sternekoch Flor Bertrand gearbeitet hatte. Sehr schnell findet Raphael heraus, daß das definitiv Mord war. Und fängt an im Ameisenhaufen zu stochern. Nicht nur, daß es nicht bei einem Toten bleiben wird, nein, die Sache hängt mit der Akte Brabantia zusammen, jener Fall, der ihn damals die Beine gekostet hatte. Höchste Kreise könnten ungut verwickelt sein und sogar Leute, die er kennt ... Kann er Piet, Anna, Jan, seinen Kollegen, die nicht recht wissen, wie sie ihn behandeln sollen, trauen? Oder dem Obersten Dovenhof? Oder Fanny die im Archiv arbeitet, auch wenn sie ihm wertvolle Informationen beschafft? Obendrein keimen noch romantische Gefühle in ihm und er argwöhnt, ob er seine Rückkehr überleben wird ... In dem Buch wird nicht alles ausgesprochen, angedeutet, sodaß man selbst Raum hat, diese vermeintlichen Lücken auszufüllen. Denn in Wirklichkeit sind das keine Lücken, sondern Leerstellen, die sehr gut auch selbige des Lebens wiedergeben, wo auch vieles nur angedeutet, oder nur unterschwellig zu verstehen gegeben wird, sei es durch Mimik, sei es durch Körpersprache. Hier funktioniert vieles nonverbal. Und Barbara E. Euler schafft es, das durch plastische Beschreibungen dreidimensional umzusetzen. Der Plot löst sich jedenfalls mit gewißen Widerhaken auf, ohne Fragen zur Handlung offenzulassen. Was meine ich mit Widerhaken? Das bezieht sich auf das Ende und ich würde spoilern, wollte ich das erläutern. Aber auf jeden Fall ist das Ende gelungen. Ich finde es wichtig, daß Diversity in Büchern thematisiert wird, erst vor kurzem ein blinder Protagonist in einem historischen Liebesroman, was ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde. Menschen sind nicht behindert, sondern werden behindert. Sie sind quasi in der konventionellen, normierten Gesellschaft unsichtbar. Deswegen ist es eminent, ihnen ein Antlitz und eine Stimme zu geben. Raphael ist noch immer eine scharfe Klinge mit seiner hohen Intelligenz, seiner Gewieftheit, seinem Geschick, seiner Widerborstigkeit und seinem Engagement. Nur weil er im Rollstuhl sitzt, hat er noch lange nicht seine intellektuellen Fähigkeiten eingebüßt. Er versteckt sich auch nicht hinter seiner Behinderung, sondern stürzt sich mitten hinein ins Getümmel, riskiert Kopf und Kragen, wenn es nicht anders geht. Hinter seiner vermeintlich harten Schale ist er aber sensibler, als man meinen sollte. Er hat schon viel Ungemach erlebt, auch Antisemitismus am eigenen Leibe. Er hat rauhe Ecken und Kanten, ist durch und durch liebenswert. Daß die Autorin auch die Ausbeutung von Flüchtlingen und Asylanten thematisiert und was es dort für Mißbrauch gibt, ist ein brisantes, topaktuelles Thema. Gewiß gibt es Migranten, die auch soziale Systeme betrügen, aber die gibt es auch unter "Europäern". Wie oft wird aber thematisiert, daß auch Migranten mißbraucht werden? Brügge in all seiner Wiedersprüchlichkeit, mit all seinen dunklen und hellen Seiten, bekommt hier auch ein Denkmal sowie eine Liebeserklärung. Durch die subjektive Sicht der Autorin bekommt man hier einen intensiveren, intimeren Einblick als durch einen Reiseführer. Das Buch hat einige unerwartete Kehren. Ein packendes, berührendes, emotional aufgeladenes Buch, das wichtige Themen tangiert, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Psychologisch stimmig und schön düster! Barbara E. Euler wurde durch einen realen Menschen zu dem Buch inspiriert. Para-Athlet Serge Van Belle, der eine Aura von Stärke und Stolz besitzt. Und ja, sie hat Raphael ebenso Stolz, Stärke sowie grandiose Würde verliehen, eine ungeheure Tiefe ohnegleichen. Danke, Barbara E. Euler!!!

Noch unverwandt eine scharfe Klinge

Samantha Faye aus Freihung am 26.06.2021
Bewertungsnummer: 1518891
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Brügge. Die idyllische Stadt in Belgien. Hmh?! Idyllisch??? Schon "Brügge sehen ... und sterben" zeigte, daß es gefährlich sein kann, sich dort aufzuhalten. Brügge. Das ist auch die Heimatstadt Raphael Rozenblads, dem bärbeißigen, kongenialen Ermittler der Polizei, der mit 39 Jahren im Dienst einen grauenvollen Unfall erlitt und nun nach drei Jahren Abstinenz zurückkehrt. Mit zwei Beinen und einer halben Blase weniger im Rollstuhl sitzend. Er spricht zwar Morphin, Nikotin und Koffein nicht ab, braucht die Essenzen auch dringend wie andere Torte oder Schokolade. Nur, daß bei ihm die schlimmen Schmerzen bittere Tatsache sind und er all die Tabletten garantiert nicht zum Spaß schluckt. Er ist nun wegen seines Status unkündbar geworden, als er als Hauptinspektor an seine Arbeitsstelle zurückkehrt, nach drei Jahren. Er ist der "Quotenkrüppel", wie man hinter seinem Rücken lästert. Kein Wunder, daß ihn das Schicksal hart und auch verbittert gemacht hat. Er ist scharfzüngig, läßt sich nichts gefallen und das ist auch gut so. Denn ihn nicht mehr für voll zu nehmen, nur weil er im Rollstuhl sitzt? Das ist unfair und ungerecht. Sie schieben ihm einen vermeintlich simplen Fall zu. Ein Angestellter mit afrikanischen Migrationswurzeln ist ums Leben gekommen, der für den wallonischen Sternekoch Flor Bertrand gearbeitet hatte. Sehr schnell findet Raphael heraus, daß das definitiv Mord war. Und fängt an im Ameisenhaufen zu stochern. Nicht nur, daß es nicht bei einem Toten bleiben wird, nein, die Sache hängt mit der Akte Brabantia zusammen, jener Fall, der ihn damals die Beine gekostet hatte. Höchste Kreise könnten ungut verwickelt sein und sogar Leute, die er kennt ... Kann er Piet, Anna, Jan, seinen Kollegen, die nicht recht wissen, wie sie ihn behandeln sollen, trauen? Oder dem Obersten Dovenhof? Oder Fanny die im Archiv arbeitet, auch wenn sie ihm wertvolle Informationen beschafft? Obendrein keimen noch romantische Gefühle in ihm und er argwöhnt, ob er seine Rückkehr überleben wird ... In dem Buch wird nicht alles ausgesprochen, angedeutet, sodaß man selbst Raum hat, diese vermeintlichen Lücken auszufüllen. Denn in Wirklichkeit sind das keine Lücken, sondern Leerstellen, die sehr gut auch selbige des Lebens wiedergeben, wo auch vieles nur angedeutet, oder nur unterschwellig zu verstehen gegeben wird, sei es durch Mimik, sei es durch Körpersprache. Hier funktioniert vieles nonverbal. Und Barbara E. Euler schafft es, das durch plastische Beschreibungen dreidimensional umzusetzen. Der Plot löst sich jedenfalls mit gewißen Widerhaken auf, ohne Fragen zur Handlung offenzulassen. Was meine ich mit Widerhaken? Das bezieht sich auf das Ende und ich würde spoilern, wollte ich das erläutern. Aber auf jeden Fall ist das Ende gelungen. Ich finde es wichtig, daß Diversity in Büchern thematisiert wird, erst vor kurzem ein blinder Protagonist in einem historischen Liebesroman, was ebenfalls sehr gut umgesetzt wurde. Menschen sind nicht behindert, sondern werden behindert. Sie sind quasi in der konventionellen, normierten Gesellschaft unsichtbar. Deswegen ist es eminent, ihnen ein Antlitz und eine Stimme zu geben. Raphael ist noch immer eine scharfe Klinge mit seiner hohen Intelligenz, seiner Gewieftheit, seinem Geschick, seiner Widerborstigkeit und seinem Engagement. Nur weil er im Rollstuhl sitzt, hat er noch lange nicht seine intellektuellen Fähigkeiten eingebüßt. Er versteckt sich auch nicht hinter seiner Behinderung, sondern stürzt sich mitten hinein ins Getümmel, riskiert Kopf und Kragen, wenn es nicht anders geht. Hinter seiner vermeintlich harten Schale ist er aber sensibler, als man meinen sollte. Er hat schon viel Ungemach erlebt, auch Antisemitismus am eigenen Leibe. Er hat rauhe Ecken und Kanten, ist durch und durch liebenswert. Daß die Autorin auch die Ausbeutung von Flüchtlingen und Asylanten thematisiert und was es dort für Mißbrauch gibt, ist ein brisantes, topaktuelles Thema. Gewiß gibt es Migranten, die auch soziale Systeme betrügen, aber die gibt es auch unter "Europäern". Wie oft wird aber thematisiert, daß auch Migranten mißbraucht werden? Brügge in all seiner Wiedersprüchlichkeit, mit all seinen dunklen und hellen Seiten, bekommt hier auch ein Denkmal sowie eine Liebeserklärung. Durch die subjektive Sicht der Autorin bekommt man hier einen intensiveren, intimeren Einblick als durch einen Reiseführer. Das Buch hat einige unerwartete Kehren. Ein packendes, berührendes, emotional aufgeladenes Buch, das wichtige Themen tangiert, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Psychologisch stimmig und schön düster! Barbara E. Euler wurde durch einen realen Menschen zu dem Buch inspiriert. Para-Athlet Serge Van Belle, der eine Aura von Stärke und Stolz besitzt. Und ja, sie hat Raphael ebenso Stolz, Stärke sowie grandiose Würde verliehen, eine ungeheure Tiefe ohnegleichen. Danke, Barbara E. Euler!!!

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Raphaels Rückkehr

von Barbara E. Euler

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