Der beliebte Klassiker von Charles Dickens als hochwertige Buchausgabe, herausragend illustriert von Lev Kaplan
Der Waisenjunge Oliver Twist wächst unter erbärmlichen Bedingungen im Armenhaus einer englischen Kleinstadt auf. Als er seine Lehre bei dem Sargtischler Mr Sowerberry beginnt, wird sein Leben unerträglich und er flieht vor Hunger und Armut nach London, um dort sein Glück zu versuchen. Aber auch die Großstadt hält zuerst nichts Gutes für ihn bereit, denn hier gerät er in die Fänge einer Bande von Taschendieben, die ihn zum Stehlen animieren und ausbeuten will. Doch Oliver trifft auch auf liebenswerte Menschen, die Mitleid mit ihm haben und ihm helfen. Und schließlich kommt Erstaunliches über seine Herkunft ans Licht! Lev Kaplan hat diesen Klassiker von Charles Dickens wunderschön neu illustriert.
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Lesenswerter Klassiker in wunderschönem Gewand!
Lia48 am 31.10.2020
Bewertungsnummer: 1396331
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
INHALT:
Eine Frau, von der niemand weiß, woher sie kommt, bringt in einem Armenhaus ein Kind zur Welt. Oliver Twist kämpft sich ins Leben, während seine Mutter stirbt.
So wächst der Junge ohne Eltern unter Hunger und Prügel bis zu seinem neunten Lebensjahr im Armenhaus heran.
Ein Leichenbestatter möchte ihn unter seine Fittiche nehmen. Doch Oliver muss dort viel Häme, Spott, Hunger und Misshandlung erfahren.
Schließlich schleicht er sich davon und begibt sich auf den Weg nach London, in der Hoffnung, dass ihn dort niemand findet. Doch in der Großstadt gerät er in die Hände von Taschendieben, die ihn nicht so schnell gehen lassen wollen…
MEINUNG:
Ich muss zugeben, dies war das erste Mal, dass ich „Oliver Twist“ gelesen habe. Ausschnitte einer Verfilmung hatte ich als Kind mal gesehen, habe sie jedoch nur mehr als vage im Hinterkopf behalten. So hatte ich fälschlicherweise die Erwartung gehabt, dass es sich bei dem Buch um ein Werk für Kinder handelt. Dem würde ich, nachdem ich es nun gelesen habe, eher widersprechen. Die hier von Carl Kolb übersetzte und von Janika Krichtel bearbeitete Fassung beinhaltet stolze 360 Seiten in nicht unbedingt einfacher Ausdrucksweise. Ich habe den Anfang der Geschichte mit anderen Ausgaben verglichen – mir als Erwachsene gefällt die hiesige, die weniger Schachtelsätze besitzt als andere, recht gut. Doch wie für viele Klassiker typisch, beinhaltet auch diese Ausgabe eine eher anspruchsvolle und zum Teil altertümliche Sprache. Dadurch benötigt man beim Lesen Pausen, die sich zwar durch die in 54 Kapitel unterteilte Geschichte einerseits leicht vollziehen lassen, einen andererseits aber aus dem Lesefluss bringen können. So hatte ich nach jeder Unterbrechung Schwierigkeiten, die jeweiligen Namen zuzuordnen. Ich denke jedoch, jetzt, da ich die Geschichte kenne, würde ich mich damit viel einfacher tun, wenn ich das Buch noch einmal lesen würde.
Auch bei der Handlung hatte ich nicht unbedingt das Gefühl, ein Kinderbuch zu lesen. Zumindest gibt es Mord & Totschlag und immer wieder wird Leuten mit dem Galgen gedroht.
Der Verlag empfiehlt das Buch für Kinder ab 10 Jahre – ich denke, bei Kindern sollte man hier individuell schauen, ob es wirklich passt.
Gerne möchte ich das Buch jedoch Jugendlichen und Erwachsenen empfehlen, die sich an einen Klassiker heranwagen wollen. Durch die hochwertige Aufmachung eignet sich das Buch auch toll als besonderes Geschenk und wird sicherlich gerne in die Hand genommen!
Das große Highlight sind für mich bei dieser bebilderten Ausgabe die detailreichen, düsteren, eher dunkel gehaltenen aber gleichzeitig wunderschönen Illustrationen von Lev Kaplan. Sie wirken bedrückend, bewegen und unterstützen die Atmosphäre des Buches hervorragend, in dem es viel um Armut, Misshandlung, Leid und Kriminalität geht.
Insgesamt ist mir Oliver sehr ans Herz gewachsen und ich konnte viel Mitgefühl für ihn entwickeln. Trotzdem war er mir vor allem gegen Ende etwas zu passiv, während um ihn herum so viel geschehen ist.
Auch andere Figuren hätten meiner Meinung nach noch mehr Ecken und Kanten vertragen können. Gut & Böse war mir hier etwas zu schwarz-weiß dargestellt.
Zwar gab es für mich im Mittelteil ein paar Längen, doch das erste und das letzte Drittel der Geschichte, fand ich sehr spannend.
Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und ich hoffe sehr, dass es auch bei anderen Lesern noch auf Begeisterung treffen wird!
FAZIT: Vielleicht bin ich von Dickens Figuren nicht restlos begeistert, trotzdem finde ich die Geschichte interessant und habe ihren Verlauf gerne verfolgt. Zudem bin ich erfreut darüber, dass ich den Klassiker in dieser wunderschönen Ausgabe kennenlernen durfte. Die eindrucksvolle Bebilderung macht das Buch für mich besonders, weshalb ich es gerne Jugendlichen und Erwachsenen ans Herz legen möchte! 4,5/5 Sterne
Leichte Lektüre und toll illustriert, jedoch inhaltlich nicht mein Fall
books and phobia aus Halle am 06.12.2021
Bewertungsnummer: 1618800
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Oliver Twist dürfte den meisten ein Begriff sein. Dies traf auch auf mich zu, auch wenn es sich hier nur um den Titel des Buches handelte. Als ich nun diese Ausgabe des Buches entdeckte, erwachte in mir der Wunsch, dieses Werk nun auch endlich einmal zu lesen. Da dieser Band, dann auch noch sehr authentische und eindrucksvolle Illustrationen erhielt, weckte meine Neugier noch dazu.
Mit viel Vorfreude und auch ein paar Erwartungen startete also mein Abenteuer in die Welt von Oliver Twist und war recht schnell überrascht, wie gemächlich die Handlung voranschritt. Man muss dazu sagen, dass ich bisher wirklich keinen Bezug zu Oliver Twist hatte. Egal ob Film oder ein anderes Medium, ich konnte über 30 Jahre der Geschichte des Waisenjungen entkommen. Und nun war es so weit und ich wahr ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht.
Doch was hatte ich erwartet? Ehrlich gesagt ein wenig mehr Spannung. Zwar wurde hier die Geschichte eines armen Jungen mit großem Herz und reiner Seele erzählt, der im viktorianischen Zeitalter aufwuchs, aber ich konnte bis zum Ende nicht die Faszination aufbauen, welche ich, nachträglich, in Rezensionen erlesen konnte. Zwar sprach das Buch wirklich viele wichtige Themen an, mit welchen wir auch heutzutage noch zu kämpfen haben, aber für mich war es jetzt nicht so, als hätte ich dies nicht schon einmal irgendwo gelesen. Dazu kam, dass viele der Charaktere, nachdem Lesen sofort wieder verblassten. Sie hinterließen bei mir keinen bleibenden Eindruck, da sie z.B. so handelten, wie es in der Zeit anscheinend üblich war. Dass dies damals viele schockierte kann ich mir sehr gut vorstellen, aber mit dem Wissen der aktuellen Zeit fast schon normal wirkte.
Trotzdem kämpfte ich mich durch das Buch, denn die pure Neugier trieb mich einfach voran. Zudem empfand ich die Übersetzung samt Überarbeitung sehr gelungen, da man wirklich sehr fließend durch die Abschnitte kam. Hier möchte ich auch erwähnen, dass ich Dickens´ Unterteilung in die einzelnen Kapitel sehr gut fand, zumal die kleinen Andeutungen eben doch immer wieder mein Interesse weckten.
Dies traf auch auf die Illustrationen von Lev Kaplan zu, welche dem Geschehen, mit den vielen in Sepia-Tönen gehaltenen Zeichnungen, enorme Tiefe gaben. Auch wenn mich die Handlung nicht so packte, wie ich es gerne gehabt hätte, war es spannend zu sehen, wie sich der Illustrator die Charaktere des Buches und das viktorianische London vorstellte.
Fazit:
Hätte ich mir gewünscht, dass mir dieses Buch gefällt? Natürlich, denn wenn ein Buch nach so vielen Jahren noch gerne gelesen wird, wird dies den ein oder anderen Grund haben. Doch bei mir wollte der Funke einfach nicht überspringen. Zwar schätzte ich den leichten Lesefluss, den Kapitelaufbau und nicht zuletzt auch die Illustrationen von Lev Kaplan, aber Olivers sozialkritische Geschichte fand in mir leider keinen Fan.
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