Produktbild: Tröstliche Tropen

Tröstliche Tropen Albert Schweitzer, Lambarene und die Westdeutschen nach 1945 (2 Bände)

Aus der Reihe Psyche und Gesellschaft

69,90 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.01.2023

Herausgeber

Johann August Schülein + weitere

Verlag

Psychosozial

Seitenzahl

845

Maße (L/B/H)

21,5/15,7/6 cm

Gewicht

1216 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8379-2994-2

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.01.2023

Herausgeber

Verlag

Psychosozial

Seitenzahl

845

Maße (L/B/H)

21,5/15,7/6 cm

Gewicht

1216 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8379-2994-2

Herstelleradresse

Psychosozial Verlag GbR
Walltorstraße 10
35390 Gießen
DE

Email: info@psychosozial-verlag.de

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  • Produktbild: Tröstliche Tropen
  • Teil I: Das fiktive Lambarene

    Prolog
    »Wir sind Deutsche und kein Kolonial-Volk«
    1949: Drei Festakte, drei Kontinente

    Einleitung
    Albert Schweitzer, Lambarene und die Deutschen nach 1945: Genese und Gebrauch einer kollektiven Erzählung
    Biografisches
    Das Phänomen
    Eine »absolute Person der Zeitgeschichte«
    Rezeptionsreste und Neuansätze
    Quellenfülle, Rezeptionsdaten, Namenspate
    »Ein guter Arzt« für die Deutschen
    Lambarene als »Sehnsuchtsort«
    Im Land der mentalen Trümmer
    Material und Methode
    Frühe Kritik
    Studienaufbau

    1 Transatlantische Allianzen
    Albert Schweitzer auf dem Goethe-Festival in Aspen/Colorado, 1949
    Gesucht: Ein guter Deutscher
    Pläne für das Aspener Goethe-Bicentennial
    Gefeiert: »A good German«
    Von Afrika nach Aspen
    Schweitzers Ankunft in den amerikanischen Medien
    Helene Schweitzers Rolle
    Aspens Schweitzer und Schweitzers Goethe
    Schweitzers Goethe-Rede
    Dunkle Mächte, dämonische Menschen
    Ikonografie einer Tafelrunde

    2 Kolonisierte Deutsche
    Ressentiments und Dilemmata im ethischen Notstandsgebiet
    Schicksalsuhr und Stunde Null
    Deutsche Dilemmata
    Trizonesier: Drangsalierte Eingeborene
    Der Fragebogen, 1951
    Alltag in Abwehr
    Leiden am eigenen Los: Draußen vor der Tür
    (Re-)Agieren nach 1945
    Instanzenlücke und Remoralisierung

    3 »Ein Goethemensch feiert Goethe«
    Von Afrika über Aspen nach Deutschland 1949: Eine Parallelaktion
    Weimar, Schweitzer und Lambarene nach 1949
    Die Spur des Aspener Schweitzer wird manifester
    »Wallfahrt zu Goethe«
    Goethe-Rekonstruktion mit und an Schweitzer: Stationen einer Parallelaktion
    Goethe und Schweitzer als Aufbauhelfer
    Von Lambarene nach Weimar
    Goethe und Schweitzer in Frankfurt am Main, 1949
    Schweitzers Selbstparallelisierung mit Goethe
    Die Vaterlücke

    4.1 Westdeutschlands tropischer Arztroman
    Etappen metaphorischer Transformation des Narrativs »Lambarene« beim erwachsenen Publikum nach 1945
    Anrufung des großen Doktors
    Lambarene wird neu erfunden
    Rückkehr aus dem Urwald
    Der im »Dritten Reich« vermeintlich verbotene Denker
    Lambarene als Hintergrund-Szenario
    Hagiografie und Deutungshoheit
    Auf dem Weg zur wirkmächtigen Überhöhung
    Frühe Lambarene-Zeitzeugen
    Der Urwalddoktor von Lambarene, 1947
    Das Spital im Urwald, 1948
    Amerikanische Pilger beim Dschungel-Heiligen, 1948
    Albert Schweitzer als Mensch und als Denker, 1949
    Rudolf Grabs und Emil Lind: Publizistische Wegbereiter
    Menschenfreund in Lambarene, 1950

    4.2 »Ziele eines edlen Menschentums«
    Von Bildbänden bis Massenpresse: Das populäre »Lambarene« der 1950er Jahre konstituiert sich
    »Psychologisch schwer leidendes Gebiet«: Schweitzer und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1951
    Der »Menschenfreund«: Albert Schweitzer und Du, 1954/55
    Hybride Bilderwelten in der bundesdeutschen Massenpresse, 1954/55
    Das Genie der Menschlichkeit »baut Lambarene«, 1955–1957
    1960 »entwächst dem Urwaldchaos eine Ordnungswelt«

    4.3 Lambarene – reloaded and decoded
    Unterwegs in semantischen Kammern der Nachkriegs-Tropen: Ein Deutungskatalog als Schlüsselbund zur Lambarene-Symptomatik
    Das Lambarene-Narrativ: Leitmotive und Kernmerkmale
    Ein politisierter, allerdings zu frommer Urwalddoktor: Der DDR-Schweitzer
    Eine neue und politische Arzt-Ikone in den Tropen: Che Guevara

    4.4 »Kleine Mulatten mit weißen Seelen«
    Eine wohltägige Initiative der Nachkriegsjahre: Das »Dr. Albert Schweitzer-Kinderheim« in Wermelskirchen

    5.1 »Jedes Lebewesen sucht bei Ihnen im Urwald Schutz«
    Ein moralisches Angebot: Kinder und Jugendliche schreiben an Albert Schweitzer in Lambarene
    Kinder- und Jugendbriefe als Quellen
    Archivfunde
    Publizierte Kinderbriefe
    Jugend ohne Jugend
    Schweitzer als Namenspate von Schulen
    Imaginierte Reziprozität, erhoffte Erlösung
    Lehrer und Schulen in den Nachkriegsjahren
    Bedrohliche Eltern und Dilemmata der Nachkriegskinder

    5.2 Der »Oganga«
    Albert Schweitzer und »Lambarene« als Stoff für junge Nachkriegsleser
    Eine Vorgeschichte: »Wir feiern in Afrika den Geburtstag des Führers«
    »Afrika« im deutschen Kinder- und Jugendbuch
    Ein Pelikan macht Karriere
    Ein Hamburger Junge im Urwald, 1952
    Entlastende Autorität: Der weiße Oganga, 1954
    Mütterlicher Vater der Waisen, 1954
    Ein Mann der guten Tat und Herr Ojembo, 1955
    An den Ufern des Ogowe mit dem Ojembo der DDR, 1956
    Kompensatorische Subtexte der Kinder- und Jugendbücher
    Lambarene und Serengeti: Die Causa Grzimek

    5.3 Georges Oyémbo
    Facetten einer afrikanischen Biografie hinter der Fiktion des »Ojembo aus Lambarene«
    Schweitzers Ojembo, der Urwaldschulmeister
    »Ojembo« lebt fiktiv weiter
    »Ojembo« und Oyémbo
    Le Maître Oyémbo

    Teil II: Das zeithistorische Lambaréné

    6.1 Robert Hamill Nassau
    Lambaréné, Insel im Strom des Kolonialismus: Zur Geschichte eines »geschichtslosen« Ortes in Äquatorialafrika, 1874–1899
    Im tropischen Niemandsland
    Eine Kleinstadt im Regenwald
    Gründung einer Missionsstation
    Nassaus Gabun
    Nguva und das gefährliche Theater am Fluss
    Lambaréné im Wandel
    Von Amerikas Ostküste an den Ogowe
    Adolinanongo, Anhöhe vor der Insel Lambaréné
    Frankreichs Interesse an Gabun erwacht
    »Ära Kângwe«
    Die erste Missionsstation am Ogowe
    Frühgeschichte der Kolonisierung Gabuns
    Doppelcharakter der Mission
    Aus Kângwe wird Andende
    De Brazza erneut auf dem Ogowe
    Alleinerzieher am Äquator
    Eine tropische Patchworkfamilie
    1885: Reverend Good übernimmt Kângwe
    Ende der amerikanischen Missionen am Ogowe
    Pariser Emissäre inspizieren den Ogowe
    Aufstände am Ogowe
    Der Skandal um Nassau und Anyentyuwe

    6.2 Félix Ombagho
    Lambaréné, Insel im Strom des Kolonialismus: Zur Geschichte eines »geschichtslosen« Ortes in Äquatorialafrika, 1892–1917
    Variationen einer Eingebung
    1915: Ehrfurcht vor dem Leben
    Die Französisierung von Lambaréné
    Félix Ombagho aus Igenja
    Ein französischer Lehrer: Charles Bonzon
    Eine Korrespondenz Lambaréné–Paris: Élie Allégret und André Gide
    Die Pariser Missionsgesellschaft
    Allégrets und Teisserès reisen mit Ombagho durch die Region
    »La crise douloureuse«
    Ombaghos Blick auf die Expedition von Allégret und Teisserès
    Missionsschulen und Kolonialapparat
    Briefe aus »Französisch-Kongo«
    Als Internatsschüler in der Schweiz
    Auslöschung der Familie Lantz und Schweitzers Ruf in die Tropen
    Im Dschungel revolutionärer Utopie: Maurice Robert
    Ombagho im Elsass und in Paris
    »Wäre ich weiß, würde man so nicht mit mir umgehen«
    Zeitenwende am Ogowe
    Ombagho verlässt die Region, »Le docteur« landet in Lambaréné
    Vom Missionar zum Ethnologen: Maurice Leenhardt
    Ombaghos späte Karriere
    Die memorierte Landkarte als soziale Matrix

    7.1 Albert Schweitzers Afrika
    Der Weg des Urwalddoktors nach Lambaréné: Anmerkungen zur zeithistorischen Realität von Tat und Ort
    »Ich kann das Wort Congo nicht mehr hören, ohne zu erzittern«
    Antichambrieren in der Pariser Mission
    1913–1917: Schweitzers erste Jahre vor Ort
    »Die armen Neger vor den weißen Raubtieren schützen«
    Administrative Ordnung im Dschungel
    Interimsphase und zweite Ausreise
    Ab 1924: Zweite Lambaréné-Phase und Helferkolonnen im Halbdunkel
    Das Hospital von Lambaréné im kolonialen Kontext
    Tiere im Urwald-Waisenhaus
    Adenauer, Apartheid und Schweitzer

    7.2 Lambaréné und der Zweite Weltkrieg
    Jüdische und politisch verfolgte Hospitalmitarbeiter, Charles de Gaulles »bataille de Lambaréné« und Albert Schweitzer zwischen den Fronten
    Schweitzers Schweigen
    Helene Schweitzer
    Victor Nessmann
    Ladislas Goldschmid
    Rösli Näf und Emma Ott
    Roger Le Forestier
    Heinz Eduard Barrasch
    Anna Wildikann
    Richard Friedmann
    Warum schwieg Schweitzer?
    Der Zweite Weltkrieg in Lambaréné
    »Wie im Frieden lebend«: Das befreite Gabun
    1940: »Ich beschliesse, den Operationstisch kugelsicher zu machen«
    1941: »Wie viel Trost hat mir dieser Spruch gebracht!«
    1942: »Viel Bach auswendig gelernt«
    1943/44: »Welche Freude, das Spital wieder zu leiten«
    1945: Stunde Null in Lambaréné

    7.3 Afrikas Albert Schweitzer
    Afrikanische Rezeption, eine Feldforschung in Lambaréné und »La danse de Gaulle«
    Spurensuche in Gabun
    Feldinterviews in Lambaréné
    Schweitzer als magischer Elefant
    Joseph N’Dolo und der Aufstand für Bildung
    Porträts, Parallelzauber und das Schweitzer-Museum von Lambaréné
    »La danse de Gaulle« in Lambaréné

    8 Die Kernfrage
    Der Friedensnobelpreisträger konfrontiert die Atommächte – und verblasst
    Oslo, 1954: Schweitzers Worte zu Krieg, Frieden und Vertreibung
    Nachbeben von Oslo
    Atomfrage und aufkeimende Kritik
    Schweitzer wird im Radio aktiv
    Adenauer in Sorge
    Lautloser Abschied
    Schweitzers Ende und ein Objekt am Himmel

    Epilog
    Albert Schweitzer und Lambarene: Ein Palimpsest der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft
    Der alte Mann und die Mehrheit
    Plädoyer für ein Verfahren der Defragmentierung
    Paradebeispiel moderner Mythenbildung
    Heinz Rühmann als Missionar in Zentralafrika
    Moralische Referenzgröße

    Anhang
    Literatur
    Archive
    Abbildungen
    Dank