Lehrer müssen das perfekte Vorbild sein, adrett gekleidet, angepasst, höflich, umfassend allgemeingebildet und natürlich kinderlieb? Nicht unbedingt! Die Studienrätin Caro Blofeld hat sich seit frühester Jugend dem Heavy Metal verschrieben, liebt triviale Literatur, Filme, Serien und Computerspiele. Großflächig tätowiert und generell in schwarz gekleidet, fällt sie mit ihrer unverblümten, nicht immer pädagogisch korrekten Art aus dem üblichen Rahmen. Von ihren Schülern wird sie geschätzt - und erreicht bei ihnen oft mehr als andere. In ihrem Buch zeigt sie, wie man in unserem eingefahrenen Schulsystem auf unkonventionelle Art und Weise Schüler begeistern und Dinge verändern kann. Mal lustig, mal explizit kritisch und provokant, immer ehrlich und mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie erzählt sie von ihrem ständig überraschenden, manchmal bizarren, auf jeden Fall niemals langweiligen Berufsalltag. Selbstredend, dass dabei auch Kritik an eingefahrenen Lehrmethoden, überehrgeizigen Eltern, dem deutschen Schulsystem oder dem Berufsbeamtentum nicht zu kurz kommen.
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Alltag einer nicht alltäglichen Lehrerin
Christoph Grimm (An Afternoon in Utopia) am 04.09.2020
Bewertungsnummer: 1373000
Bewertet: eBook (ePUB)
Ein flüchtiger Blick auf das Cover genügt, um keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, dass die Autorin Lehrerin ist. Moment! Lehrerin? Die? Ja, die! Bei der ersten Erwähnung des Wortes „Lehrer“ kommt v. a. die C&A-Karohemd/Pastellblusen-Langweiler-Fraktion in den Sinn, bisweilen die offensichtlichen Ökos, aber selten tätowierte Schwermetaller. Das mag daran liegen, dass wir diesen Berufsstand mit Konventionen verbinden und die große Gemeinsamkeit von Metallern – neben der Vorliebe für die elektrische Sechssaitige und der Nicht-Farbe Schwarz – die ist, unkonventionell zu sein. Solche Menschen gehen Dinge anders an. So auch Caro Blofeld.
In 49 Kapiteln, die zumeist knackig zwischen drei und sechs Seiten umfassen, schildert sie Anekdoten aus ihrem Berufsalltag. Schüler, Kollegen, Konferenzen, Klassenfahrten oder die mal mehr, mal weniger sinnvollen Ideen von oben – alles bekommt die spitze Feder der Autorin zu spüren. Dabei wird durchaus Kritik geübt, der Zeigefinger jedoch selten erhoben. Wenn, dann geht der kleine Finger gleich mit. Die Aussage ist klar: Nicht nur motzen, sondern vielleicht nicht immer perfekt, aber besser machen wollen.
Was die Autorin so sympathisch macht, ist nicht nur der gute Musikgeschmack, sondern die Hingabe zum Lehrerin-sein, die trotz aller abgefeuerten Spitzen im gesamten Werk durchscheint. Für Caro Blofeld ist Lehrerin kein Beruf, sondern Berufung. Das hat sie, wie sie offen zugibt, anfänglich wohl selbst nicht erwartet, aber es ist so gekommen. „Die schlechtesten Schüler werden die besten Lehrer“ – vielleicht ist an dieser abgedroschenen Weisheit etwas dran.
Wie am Eingangs-Zitat der Rezension aufgefallen sein dürfte, bedient sich Caro Blofeld einer direkten Wortwahl. Sprachliche Finessen werden dennoch nicht vernachlässigt und die einzelnen Kapitel sind gekonnt auf einen humoristischen Höhepunkt aufgebaut. (Mal ehrlich: Es wäre aber auch ein Armutszeugnis von einer Deutsch-Lehrerin, wenn dem nicht so wäre).
Fazit
Humorvolle Einblicke in das Alltagsleben einer nicht ganz alltäglichen Lehrerin. Kurzweilig, bissig, hintersinnig und mit viel Augenzwinkern erzählt. Lesenswert.
humorvoll und prägnant
Bewertung am 06.02.2021
Bewertungsnummer: 1379075
Bewertet: eBook (ePUB)
In kurzen Kapiteln erzählt Lehrerin Caro Blofeld als riesiger Metal-Fan und mit zahlreichen Tatoos versehen von ihrem Schulalltag und den verschiedenen Situationen, die sie mit ihren Schüler*innen erlebt. Die einzelnen Szenarien waren nach meinem Geschmack, da sie ohne direkte Reihenfolge und zum passenden Metal-Song gelesen werden konnten, welche die Atmosphäre zusätzlich unterstützt haben. Aus meiner Sicht hätten manche Themen noch etwas genauer erläutert werden können und kamen mir daher etwas zu kurz, wie etwa das Kapitel über das schwedische Schulsystem.
Beim Lesen musste ich häufig schmunzeln, da der Schreibstil der Autorin sehr direkt, ehrlich und humorvoll ist. Teilweise stellt sie Situationen, wie sie selber auch sagt, überspitzt dar, weswegen nicht alles wörtlich genommen werden sollte. Es war sehr interessant, wie Caro Blofeld mit den typischen Lehrerklischees umgeht und diese durch ihren eigenen Charakter widerlegt.
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