Orfamay Quest kommt aus der Provinz nach Los Angeles. Sie sorgt sich um ihren vermissten Bruder. Das ist die Version, die sie Privatdetektiv Philip Marlowe auftischt. Die Spur führt hinter die Kulissen von Hollywood, wo Orfamays große Schwester ein Leinwandstar ist. Marlowe gerät in eine Welt aus Gangstern und Glamour, Cops und Fedoras. Ein Meisterwerk mit wunderbarster Film-noir-Atmosphäre. Und gleichzeitig eine gnadenlose Entlarvung der Traumfabrik. Fortsetzung der Neuedition der >Philip-Marlowe<-Romane. Chandlers großer Hollywood-Roman in brillanter Neuübersetzung von Robin Detje. Mit einem Nachwort von Michael Connelly.
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
Bewertung
aus Birr
4/5
02.12.2021
eBook (ePUB 3)
Schwarzer Humor
Die Männer in diesem Roman sind Gangster, die Frauen sind leicht zu kriegen, oder auch umgekehrt, die Männer sind leicht zu kriegen und auch die Frauen sind Gangster. Das ungefähr der Figurenbeschreib in Kürze.
Marlowe stolpert über eine Leiche nach der anderen, obwohl sein Auftrag eigentlich nur ist, einen vermissten Mann zu suchen, dessen Schwester eben ein aufkommender Star ist. Das Ganze ist recht verwickelt, ich bin froh, hat Chandler immer wieder mal Rückblicke eingeführt, damit der rote Faden nicht verlorengeht. Die Geschichte hat einen schwarzen Humor, tiefschwarz zuweilen, die Sprache ist demzufolge tragend für die Story. Darum gebe ich auch 4 Punkte, 3.5 wäre vielleicht angemessener.
Bewertung
aus Göttingen
4/5
04.05.2021
eBook (ePUB 3)
Spannender Krimi
Ein spannender und lesenswerter Krimi. Ich würde diesen Kriminalroman für Raymond Chandler Fans weiter empfehlen. Er beschreibt das Milieu dieser Zeit sehr packend.
MaWiOr
aus Halle
5/5
26.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bei Philip Marlowe ruft…
Bei Philip Marlowe ruft zunächst eine Kleinmädchenstimme in einer heiklen Angelegenheit an. Ein paar Minuten später steht die junge Orfamay Quest in seinem Büro. Ein typisches Landei, das mit seinem braunen Schneiderkostüm und der randlosen Brille wie eine barmherzige Schwester aussieht. Sie kommt aus Manhattan, Kansas, und sucht in Los Angeles nach ihrem großen Bruder Orrin. Eigentlich hat Marlowe wenig Interesse an dem Fall, denn die Geschichte, die ihm das verklemmte Kleinstadtmädchen da auftischt, kommt ihm nicht ganz stimmig vor. Außerdem bietet sie ihm nur schäbige zwanzig Dollar an. Aber wie immer ist Marlowe gerade nicht gut bei Kasse, also macht er sich auf die Suche nach ihrem Bruder. Die Spur führt Marlowe nach Bay City in ein mieses Hotel, wo Orrin die letzten Monate Unterschlupf gefunden hatte. Inzwischen ist das Zimmer aber durch einen Fremden belegt. Als Marlowe ihn jedoch aufsuchen will, wird er von einer Frau niedergeschlagen und wenig später findet er den Zimmerbewohner mausetot auf seinem Bett, mit einem Eispickel im Genick. Kein schöner Tod durch Rückenmarksverletzung. Es bleibt jedoch nicht bei diesem einen Mord. Der Eispickel-Mörder schlägt noch einmal zu. Grund sind wohl kompromittierende Fotos, die ein aufstrebendes Filmsternchen in Begleitung eines berüchtigten Gangsters zeigen. Der Fall führt Philip Marlowe in die Welt der zweitklassigen Stars, der affektierten Agenten, Trinker, Neurotiker und süchtigen Reichen - alles Typen, den man lieber nicht den Rücken zukehren sollte. Ein Milieu, das aus dem Kleinstadtspießer Orrin Quest scheinbar in kürzester Zeit einen Massenmörder ge-macht hat. „Die kleine Schwester“ ist eine Geschichte von organisiertem Verbrechen und Erpressung. In dem Roman aus dem Jahre 1949 hat Raymond Chandler, der mit seiner Zeit in Hollywood nie zufrieden war, seine nicht immer positiven Erfahrungen mit der Filmmetropole und ihren Akteuren einfließen lassen. So hat er viele Kommentare zum Filmgeschäft, die nicht unmittelbar mit der Romanhandlung in Verbindung stehen, mit aufgenommen. Neben den halsbrecherischen Ermittlungen des Privatdetektivs verfügt der Krimi auch über einen Schuss Erotik. Der spannende Roman liegt jetzt in einer Neuübersetzung vor.
Bewertung
aus Thun im Kanton Bern
4/5
02.11.2025
Hörbuch-Download
sprachlich ausgezeichnet
Der Krimi ist, wie alle Chandler-Krimis, grossartig geschrieben. Dieser Schreibstil, in welchem fast hinter jedem Satz ein kleines Parfüm Ironie, Witz und Humor ausgesprüht wird, ist eine wahre Lesefreude. Anspielungen und Querverweise, meistens in einer Weise präsentiert, die zu den Personen passen, erhöhen den Lesegenuss. Die Personen, begonnen mit Philippe Marlowe, gefolgt von allen anderen Stars und opaken Kerle aus der Unterwelt - sie haben allesamt faszinierende Charaktere.
Die Geschichte ist, wie fast immer bei Chandler, hyper kompliziert, mehrstufig, querbezogen und was auch immer, so dass erst ganz am Schluss die finale Auflösung des Falles einleuchtend präsentiert wird. Einziger Wermutstropfen: Solch komplizierte Geschichten überfordern meine Lesekompetenz: Wenn man nicht auf die Technik der Zwischen-Zusammenfassungen oder der handschriftlich geschriebenen Erinnerungen zurückgreifen will, verliert man sehr schnell den Faden.
Bewertung
Thalia Book Circle Community
3/5
03.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nur der zynisch-resignierte Detektiv blickt durch...
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