In seinem Buch dokumentiert Batchelor seine Erkundungen in Form einer literarischen Collage. Inspirierende Geschichten über Menschen, für die das Mit-sich-Alleinsein eine zentrale Bedeutung hatte, um ihre eigene Stimme, ihren Selbstausdruck zu finden, von Buddha bis Montaigne, von Vermeer bis Agnes Martin, mischen sich mit persönlichen Erzählungen. Er berichtet von seinen Erfahrungen an abgelegenen Orten, schildert, wie sich für ihn Mit-sich-Alleinsein in der Wahrnehmung und im Schaffen von Kunst ausdrückt. Und er beschreibt, wie ihn meditative Praxis aber auch die Einnahme psychoaktiver Substanzen zu einer tieferen Vertrautheit mit dieser Dimension unseres Menschseins geführt haben.
Als Menschen sind wir immer und unausweichlich allein und mit anderen zutiefst verbunden. Dieses Spannungsfeld ist in unserer hyperverbundenen Welt, die gleichzeitig von sozialer Isolation geplagt ist, mehr als deutlich erfahrbar.
Stephen Batchelors Buch bietet inspirierende Denkanstöße und Anregungen, wie wir in Frieden mit uns allein sein können und uns aus diesem Raum heraus kreativ und in empathischer Zugeneigtheit auf die Anderen, auf die Welt beziehen können.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Dirk Grosser
5/5
06.07.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein geistreichen und anregendes Buch über das menschliche Sein
Was bedeutet es, ganz da zu sein, völlig präsent zu sein, hier in diesem Augenblick, allein und ohne jede Ablenkung? Wie können wir unsere ganz eigene Stimme finden und uns dennoch dem größeren Ganzen zugehörig fühlen?
Stephen Batchelor hat sich viele Jahre lang ausgiebig mit diesen Fragen befasst, sie in sich wirken lassen, hat versucht, Antworten zu finden und sie wieder verworfen, hat sich darauf eingelassen, immer wieder neu zu beginnen und seiner nackten und ungeschönten Menschlichkeit zu begegnen. In seinem neuen Buch berichtet er auf ungewöhnliche Weise davon, hat sich auch hier auf ein Experiment eingelassen und eine Text-Collage erstellt, die mal hier, mal dort einen Gedanken aufgreift, ihn betrachtet, mit ihm spielt, ihn sich von selbst entfalten lässt.
Dabei mäandert Batchelors Text zwischen eigenen Reflexionen, den frühesten buddhistischen Überlieferungen und Impulsen aus Michel de Montaignes Essais hin und her, während auch mal Kierkegaard oder Pyrrhon hereinschauen und die Bilder Vermeers eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Und obwohl diese „Unordnung“ einen roten Faden vermissen lassen könnte, ist er dennoch auffindbar und spürbar: in der tiefen Auseinandersetzung damit, was es heißt, allein mit sich zu sein, den eigenen Funken der Einsicht zu vertrauen und sich doch immer wieder zu hinterfragen und den eigenen Weg mit jedem (uns vielleicht selbst überraschenden) Schritt zu erschaffen.
Allein mit sich … nicht einsam, nicht verloren, sondern einfach mit sich zusammensitzen, sich aushalten, sich erforschen, sich wirklich begegnen.
Stephen Batchelor ist dabei schonungslos ehrlich, sowohl seine Meditationserfahrungen als auch seine Selbstversuche mit Psychedelika betreffend, berichtet von wunderbar stillen Momenten ebenso wie von großen Zweifeln, und hat dabei ein überaus geistreiches, anregendes Buch geschrieben, das angefüllt mit klugen Betrachtungen über Kunst, Literatur, Philosophie, den Buddha-Dharma und die hohe Kunst des Nicht-Wissens den Leser mit auf eine Reise in das eigene Mit-sich-Alleinsein nimmt.
Definitiv kein Buch, dass einfache Antworten liefert, sondern eher ein Text, der den Fragen Raum zum Atmen gibt. Absolut empfehlenswert!
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