Lucretia als Ideal der Sittsamkeit. Livius' 'Ab urbe condita' 1, 58, 10
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
17.06.2020
Verlag
GRINSeitenzahl
31 (Printausgabe)
Dateigröße
1003 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346183385
"nec ulla deinde impudica Lucretiae exemplo vivet" Mit diesem Satz lässt Livius das Leben der Lucretia, einer der berühmtesten Frauen der römischen Frühgeschichte, enden. Nachdem der Königssohn Tarquinius Superbus sie vergewaltigt hatte, ließ sie in Gegenwart ihres Gatten, ihres Vaters und dessen Begleiter Rache an dem Täter schwören, bevor sie sich selbst ob ihrer verletzten Schamhaftigkeit ein Messer in die Brust rammte.
Livius stellt somit Lucretia, wie später Verginia, als Opfer ihrer verletzten oder bedrohten Sittsamkeit (pudicitia) dar. Das ethische Ideal der pudicitia wurde als Kardinaltugend der Frau der virtus des Mannes gegenübergestellt und sie in einem eigenen Kult verehrt. Die Frauen spielen in dem Werk des Livius - lässt man die Darstellungen von den Vestalinnen außer Acht - eine nur untergeordnete Rolle. Sie treten meist in tragischen Einzelsequenzen als Opfer aggressiver männlicher Handlungen auf, wobei sie fast alle ein moralisches Verhaltensmuster beweisen.
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