Produktbild: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

Gesprochen von
4
0,00 € * inkl. gesetzl. MwSt.
* im Probemonat gratis danach 7,95 €/Monat

Im Hörbuch-Abo laden

  • Monatlich einen Titel wählen & behalten
  • Jederzeit pausieren oder kündigen
  • Weitere Hörbücher im Abo für max. 7,95 €

Unser Hörbuch-Abo

Wie finde ich ein Hörbuch?

Sie können den gewünschten Titel einfach direkt über die Suchmaske finden oder Sie lassen sich über den Reiter „Hörbücher“ inspirieren.

Wie kann ich einen Titel hören?

Genießen Sie Ihre Hörbücher in der kostenlosen tolino-App auf Ihrem Smartphone und Tablet oder mit dem tolino Webreader direkt in Ihrem Browser.

Unsere Abo-Vorteile für Sie:

Den ersten Monat gratis testen. Danach zahlen Sie monatlich den Festpreis von 7,95 €.

Mit unserem Hörbuch-Abo haben Sie die Auswahl aus einer Vielzahl an Titeln verschiedener Genres.

Bleiben Sie flexibel. Pausieren Sie Ihr Abo, wenn Ihnen die Zeit fehlt. Eine Kündigung ist monatlich möglich.

Nutzen Sie den exklusiven Rabatt gegenüber dem Einzelkauf und zahlen Sie immer max. 7,95 €.

In der tolino-App können Sie Ihre Hörbücher mit bis zu fünf Familienmitgliedern teilen und hören.

So einfach funktioniert unser Abo!

Hörbuch-Abo abschließen

Testen Sie das Hörbuch-Abo 30 Tage kostenlos, danach zahlen Sie monatlich nur 7,95 €.

Abo-Guthaben einlösen

Wählen Sie pro Monat einen Titel aus einer großen Auswahl an Hörbüchern und lösen Sie Ihr monatliches Abo-Guthaben ein.

Herunterladen & sofort hören

Installieren Sie die tolino-App zum schnellen Starten und Verwalten Ihrer Hörbücher.

Bei jedem weiteren Hörbuch sparen

Jedes weitere Hörbuch erhalten Sie zum vergünstigten Hörbuch-Abo Preis von max. 7,95 €.

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Torben Kessler

Spieldauer

7 Stunden und 18 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.07.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

131

Verlag

Der Audio Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783742416643

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Torben Kessler

Spieldauer

7 Stunden und 18 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.07.2020

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

131

Verlag

Der Audio Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783742416643

Kundinnen und Kunden meinen

4 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Die Bewertungen sind nach Format, Anzahl Sterne und Datum sortiert.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

1 Sterne

(0)

Eine Perle!

https://lieslos.blog/ am 12.08.2020

Bewertungsnummer: 1363174

Bewertet: eBook (ePUB 3)

Gleich mal vorneweg: Der Titel gefällt mir gar nicht. Ich finde ihn zu lange, zu sperrig und ziemlich unpassend. Die folgende Rezension ist recht lang. Warum? Weil meine Begeisterung so groß ist. Die Kurzversion: Unbedingt lesen! Ein Highlight. Wir beginnen zu lesen, reisen zurück in den Dezember 2009 und befinden uns zusammen mit dem 54 jährigen Ich-Erzähler Paul und seinem Mithäftling, dem Hells-Angel-Biker Patrick, in einer 6 m² großen Zelle in einem Gefängnis in Montreal. Der schlaflose Paul. Der vor Zahnschmerzen im Schlaf stöhnende Patrick. Wehmütige und beruhigende Erinnerungen. Ratten und Mäuse. Dunkelheit. Kälte. Seit neun Monaten teilen sich die Beiden ihr kärglich eingerichtetes Domizil in der Haftanstalt. Patrick war wohl an einem Mord beteiligt, Paul konnte gerade noch von einem Mord abgehalten werden. Paul, der ein Vierteljahrhundert lang engagiert und selbstlos seiner Hausmeistertätigkeit in einer exklusiven Wohnanlage nachging, muss nun 2 Jahre im geschlossenen Vollzug verbringen, vermisst seine Arbeit und erinnert sich immer wieder an seine verstorbenen Lieben: Pastor Johanes, sein Vater. Die Algonkin-Indianerin Winona, seine Frau. Nouk, seine Hündin. Wie konnte aus Paul, der zunächst und auch im weiteren Verlauf des Romans einen so sympathischen, empathischen, zuverlässigen, fleißigen, hilfsbereiten und rechtschaffenen Eindruck macht, fast ein Mörder werden? Was bringt einen gutmütigen Menschenfreund wie ihn dazu, jemanden fast umzubringen? Warum sträubt sich Paul, der im Gefängnis hervorragende Beurteilungen für sein vorbildliches Benehmen bekommt und gute Aussichten auf Strafverkürzung hat dagegen, auszusprechen, dass er sich der Schwere seiner Tat bewusst ist und dass er sie aufrichtig bereut? Im Verlauf lässt uns Dubois abwechselnd in Pauls Vergangenheit und in das Hier und Jetzt der Gefängniszelle eintauchen. Wir erfahren auf diese Weise so Einiges über Pauls Herkunft und Aufwachsen. Sein Vater wuchs in Skagen, einer kleinen Stadt in Dänemark, auf. Mit seiner Berufswahl kehrte er der familiären Tradition, Fischer zu werden, den Rücken. Seine Mutter Anna wurde in Toulouse geboren, war die Tochter von Kinobesitzern und trat schließlich in die beruflichen Fußstapfen ihrer Eltern. Die beiden trafen sich in Skagen, heirateten und zogen nach Toulouse, wo 1955 Paul das Licht der Welt erblickte. Seine Kindheit und Jugend scheinen unauffällig und durchschnittlich gewesen zu sein. Es fallen keine großartig erschwerenden Entwicklungsbedingungen auf. Auffallend ist, dass die Beziehung zu seiner Mutter ziemlich kühl und distanziert war und weitere Schwierigkeiten scheinen zu sein, dass sein Vater, der Pastor, sich nicht gut in Frankreich integrieren konnte, er war Däne mit Leib und Seele, und dass seine Mutter, eine fortschrittlich denkende Kinobesitzerin, mit Kirche und Religion so gar nichts anfangen konnte und keine Rücksicht auf den Beruf ihres Mannes nahm. Beides führte immer wieder zu Streitigkeiten und Zerwürfnissen. Erst weniger, dann immer mehr. Durchs Abitur rutschte Paul gerade so durch, das Studium gefiel ihm nicht besonders. Zu Hause lebte man nebeneinander her, die Streitpunkte zwischen den Eltern wurden gewichtiger und ernster. Kino gegen Kirche. Der Vater wurde schließlich entlassen. Seine Frau hat es mit ihrer Geschäftstüchtigkeit allzu ernst genommen und Rücksichtslosigkeit und Unnachgiebigkeit haben Oberhand genommen. Trennung, Neubeginn... Eine auf den ersten Blick relativ unspektakuläre, wenn auch sehr traurige Geschichte des Scheiterns einer Ehe und des Zerbrechens einer Familie. Eine Geschichte, wie man sie leider zu häufig antrifft. Wieder drängt sich die Frage auf: Wann ist was passiert, das Paul fast zu einem Mörder werden ließ? Sprachlich gefiel mir die Lektüre ausgezeichnet: ein lockerer, leichter, bisweilen flapsiger Plauderton, einerseits nüchtern und emotionslos, die Gefühle entstehen beim Leser wie von selbst, andererseits mit viel Witz und trockenem Humor. Diese nüchterne und zum Teil sarkastische Erzählweise zeigt die Brillanz des Autors, denn er gibt dem Ich- Erzähler Paul damit einen seiner Situation angemessenen Erzählton. Menschen, die einen grossen emotionalen Schmerz mit sich herumtragen, können über ihre innere Not oft nur reden, wenn sie es genau auf diese Weise tun. Paul gehört meines Erachtens zu diesen Menschen. Angereichert hat Dubois seine Geschichte mit schönen Bildern, beeindruckenden Metaphern und interessanten sowie detaillierten Informationen zu diversen Themen. Ausufernd oder langweilig werden diese Ausflüge zu Autos, Asbestbelastung, Laurens Hammond und seiner Hammond - Orgel, Pferderennen, den komplizierten Instandhaltungsmaßnahmen von Schwimmbädern und zum vielseitigen und anstrengenden Beruf eines Hausmeisters jedoch nicht. Klare, detaillierte und ungeschönte Beschreibungen des Gefängnisalltags kommen in dem 256 seitigen Roman auch nicht zu kurz. Es ist gleichermaßen eklig wie amüsant, die Entleerungszenen von Patrick detailreich beschrieben zu bekommen. Überhaupt ist Patrick einer, der der Geschichte Pep und Leichtigkeit verpasst. Und Patricks Charakter und Struktur ist es auch, die, wie die von Johanes und Paul, von Dubois wunderbar seziert wird. Dubois lässt sich Zeit beim Erzählen und erschafft ein unaufgeregtes und ruhiges Stück Literatur. Er ist ein Meister der bildhaften Umschreibung neutraler und wohlgefälliger Dinge. Statt „(sie) kritisierten leidenschaftlich die Obszönität der gezeigten Filme“ schreibt er „(sie) kritisierten leidenschaftlich die widernatürliche Verwendung dieser weit geöffneten Kehle.“ (S. 76) Ich kann nicht umhin, einige Beispiele für seinen Witz und für wunderbare Formulierungen anzuführen: In Skagen spricht man „Fisch“ (S. 26) und Religion ist eine „Sportart“ (S. 27). „Ein langes Pfeifen, ein leichtes Ruckeln, und der Motor genehmigte sich ein Mittagsschläfchen von drei Stunden.“ (S. 54) Um zu beschreiben, wie der Pastor eine Predigt hält, schreibt er: „Er schwamm durch seine Worte wie ein Fisch im Wasser.“ (S. 115) „Die Walze der Stunden zermalmt in ihrem unerbittlichen Voranrollen jedes Quäntchen Hoffnung, das in mir noch vorhanden sein möchte.“ Ich könnte noch unzählige beeindruckende Formulierungen anführen. Die Figuren werden nicht eindimensional als Stereotype, sondern in ihrer Komplexität dargestellt. Es ist z. B. sehr interessant und amüsant, die unterschiedlichen Seiten von Patrick kennenzulernen. Mich überzeugte der Roman mit seiner Sprache, den wunderbaren Bildern, der abwechslungsreichen und zunehmend packenden Handlung, den interessanten Informationen, der stimmigen Auflösung und dem rundes Ende. Paul scheint, trotz aller Widrigkeiten seinen inneren Frieden gefunden zu haben und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Dieser Roman ist eine Perle, der die Auszeichnung Prix Goncourt 2019 verdient hat.

Eine Perle!

https://lieslos.blog/ am 12.08.2020
Bewertungsnummer: 1363174
Bewertet: eBook (ePUB 3)

Gleich mal vorneweg: Der Titel gefällt mir gar nicht. Ich finde ihn zu lange, zu sperrig und ziemlich unpassend. Die folgende Rezension ist recht lang. Warum? Weil meine Begeisterung so groß ist. Die Kurzversion: Unbedingt lesen! Ein Highlight. Wir beginnen zu lesen, reisen zurück in den Dezember 2009 und befinden uns zusammen mit dem 54 jährigen Ich-Erzähler Paul und seinem Mithäftling, dem Hells-Angel-Biker Patrick, in einer 6 m² großen Zelle in einem Gefängnis in Montreal. Der schlaflose Paul. Der vor Zahnschmerzen im Schlaf stöhnende Patrick. Wehmütige und beruhigende Erinnerungen. Ratten und Mäuse. Dunkelheit. Kälte. Seit neun Monaten teilen sich die Beiden ihr kärglich eingerichtetes Domizil in der Haftanstalt. Patrick war wohl an einem Mord beteiligt, Paul konnte gerade noch von einem Mord abgehalten werden. Paul, der ein Vierteljahrhundert lang engagiert und selbstlos seiner Hausmeistertätigkeit in einer exklusiven Wohnanlage nachging, muss nun 2 Jahre im geschlossenen Vollzug verbringen, vermisst seine Arbeit und erinnert sich immer wieder an seine verstorbenen Lieben: Pastor Johanes, sein Vater. Die Algonkin-Indianerin Winona, seine Frau. Nouk, seine Hündin. Wie konnte aus Paul, der zunächst und auch im weiteren Verlauf des Romans einen so sympathischen, empathischen, zuverlässigen, fleißigen, hilfsbereiten und rechtschaffenen Eindruck macht, fast ein Mörder werden? Was bringt einen gutmütigen Menschenfreund wie ihn dazu, jemanden fast umzubringen? Warum sträubt sich Paul, der im Gefängnis hervorragende Beurteilungen für sein vorbildliches Benehmen bekommt und gute Aussichten auf Strafverkürzung hat dagegen, auszusprechen, dass er sich der Schwere seiner Tat bewusst ist und dass er sie aufrichtig bereut? Im Verlauf lässt uns Dubois abwechselnd in Pauls Vergangenheit und in das Hier und Jetzt der Gefängniszelle eintauchen. Wir erfahren auf diese Weise so Einiges über Pauls Herkunft und Aufwachsen. Sein Vater wuchs in Skagen, einer kleinen Stadt in Dänemark, auf. Mit seiner Berufswahl kehrte er der familiären Tradition, Fischer zu werden, den Rücken. Seine Mutter Anna wurde in Toulouse geboren, war die Tochter von Kinobesitzern und trat schließlich in die beruflichen Fußstapfen ihrer Eltern. Die beiden trafen sich in Skagen, heirateten und zogen nach Toulouse, wo 1955 Paul das Licht der Welt erblickte. Seine Kindheit und Jugend scheinen unauffällig und durchschnittlich gewesen zu sein. Es fallen keine großartig erschwerenden Entwicklungsbedingungen auf. Auffallend ist, dass die Beziehung zu seiner Mutter ziemlich kühl und distanziert war und weitere Schwierigkeiten scheinen zu sein, dass sein Vater, der Pastor, sich nicht gut in Frankreich integrieren konnte, er war Däne mit Leib und Seele, und dass seine Mutter, eine fortschrittlich denkende Kinobesitzerin, mit Kirche und Religion so gar nichts anfangen konnte und keine Rücksicht auf den Beruf ihres Mannes nahm. Beides führte immer wieder zu Streitigkeiten und Zerwürfnissen. Erst weniger, dann immer mehr. Durchs Abitur rutschte Paul gerade so durch, das Studium gefiel ihm nicht besonders. Zu Hause lebte man nebeneinander her, die Streitpunkte zwischen den Eltern wurden gewichtiger und ernster. Kino gegen Kirche. Der Vater wurde schließlich entlassen. Seine Frau hat es mit ihrer Geschäftstüchtigkeit allzu ernst genommen und Rücksichtslosigkeit und Unnachgiebigkeit haben Oberhand genommen. Trennung, Neubeginn... Eine auf den ersten Blick relativ unspektakuläre, wenn auch sehr traurige Geschichte des Scheiterns einer Ehe und des Zerbrechens einer Familie. Eine Geschichte, wie man sie leider zu häufig antrifft. Wieder drängt sich die Frage auf: Wann ist was passiert, das Paul fast zu einem Mörder werden ließ? Sprachlich gefiel mir die Lektüre ausgezeichnet: ein lockerer, leichter, bisweilen flapsiger Plauderton, einerseits nüchtern und emotionslos, die Gefühle entstehen beim Leser wie von selbst, andererseits mit viel Witz und trockenem Humor. Diese nüchterne und zum Teil sarkastische Erzählweise zeigt die Brillanz des Autors, denn er gibt dem Ich- Erzähler Paul damit einen seiner Situation angemessenen Erzählton. Menschen, die einen grossen emotionalen Schmerz mit sich herumtragen, können über ihre innere Not oft nur reden, wenn sie es genau auf diese Weise tun. Paul gehört meines Erachtens zu diesen Menschen. Angereichert hat Dubois seine Geschichte mit schönen Bildern, beeindruckenden Metaphern und interessanten sowie detaillierten Informationen zu diversen Themen. Ausufernd oder langweilig werden diese Ausflüge zu Autos, Asbestbelastung, Laurens Hammond und seiner Hammond - Orgel, Pferderennen, den komplizierten Instandhaltungsmaßnahmen von Schwimmbädern und zum vielseitigen und anstrengenden Beruf eines Hausmeisters jedoch nicht. Klare, detaillierte und ungeschönte Beschreibungen des Gefängnisalltags kommen in dem 256 seitigen Roman auch nicht zu kurz. Es ist gleichermaßen eklig wie amüsant, die Entleerungszenen von Patrick detailreich beschrieben zu bekommen. Überhaupt ist Patrick einer, der der Geschichte Pep und Leichtigkeit verpasst. Und Patricks Charakter und Struktur ist es auch, die, wie die von Johanes und Paul, von Dubois wunderbar seziert wird. Dubois lässt sich Zeit beim Erzählen und erschafft ein unaufgeregtes und ruhiges Stück Literatur. Er ist ein Meister der bildhaften Umschreibung neutraler und wohlgefälliger Dinge. Statt „(sie) kritisierten leidenschaftlich die Obszönität der gezeigten Filme“ schreibt er „(sie) kritisierten leidenschaftlich die widernatürliche Verwendung dieser weit geöffneten Kehle.“ (S. 76) Ich kann nicht umhin, einige Beispiele für seinen Witz und für wunderbare Formulierungen anzuführen: In Skagen spricht man „Fisch“ (S. 26) und Religion ist eine „Sportart“ (S. 27). „Ein langes Pfeifen, ein leichtes Ruckeln, und der Motor genehmigte sich ein Mittagsschläfchen von drei Stunden.“ (S. 54) Um zu beschreiben, wie der Pastor eine Predigt hält, schreibt er: „Er schwamm durch seine Worte wie ein Fisch im Wasser.“ (S. 115) „Die Walze der Stunden zermalmt in ihrem unerbittlichen Voranrollen jedes Quäntchen Hoffnung, das in mir noch vorhanden sein möchte.“ Ich könnte noch unzählige beeindruckende Formulierungen anführen. Die Figuren werden nicht eindimensional als Stereotype, sondern in ihrer Komplexität dargestellt. Es ist z. B. sehr interessant und amüsant, die unterschiedlichen Seiten von Patrick kennenzulernen. Mich überzeugte der Roman mit seiner Sprache, den wunderbaren Bildern, der abwechslungsreichen und zunehmend packenden Handlung, den interessanten Informationen, der stimmigen Auflösung und dem rundes Ende. Paul scheint, trotz aller Widrigkeiten seinen inneren Frieden gefunden zu haben und ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt. Dieser Roman ist eine Perle, der die Auszeichnung Prix Goncourt 2019 verdient hat.

Eine menschliche, phantasievolle, empathische Geschichte

ZHP aus CH am 08.11.2023

Bewertungsnummer: 2064263

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es ist wie auf dem Umschlag geschrieben: "Ein herzwarmes, leises und kluges Buch, das jeder Mensch einmal lesen sollte". Ich brauchte eine Weile bis ich "in der Geschichte drin" war - aber das Leise hat mich immer mehr gefangen genommen und zum Schluss wirklich gerührt. Ein Buch für die Seele. Unbedingt lesenswert. Der Autor hat ja wohl den Prix Concourt aus einem Grund gewonnen.

Eine menschliche, phantasievolle, empathische Geschichte

ZHP aus CH am 08.11.2023
Bewertungsnummer: 2064263
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es ist wie auf dem Umschlag geschrieben: "Ein herzwarmes, leises und kluges Buch, das jeder Mensch einmal lesen sollte". Ich brauchte eine Weile bis ich "in der Geschichte drin" war - aber das Leise hat mich immer mehr gefangen genommen und zum Schluss wirklich gerührt. Ein Buch für die Seele. Unbedingt lesenswert. Der Autor hat ja wohl den Prix Concourt aus einem Grund gewonnen.

Kundinnen und Kunden meinen

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

von Jean-Paul Dubois

0 Bewertungen filtern

Meinung aus der Buchhandlung

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Ingrid Abeln

OSIANDER Tübingen

Zum Portrait

5/5

Bewertet: eBook (ePUB 3)

In diesem Roman erfahren Sie viel über Menschenwürde und wie Lebensentwürfe scheitern können. Paul, Sohn eines dänischen Priesters und einer französischen Kinobesitzerin, hat seine Kindheit in den 70er Jahren in Toulouse verbracht. Nun sitzt er zusammen mit einem Hells Angel in Montreal in der Zelle. Wenn er seine Tat bereuen würde, könnte er freikommen. Doch der bislang unbescholtene Hausmeister bereut nichts. Nur sehr langsam ahnen Sie, was passiert sein könnte. Ein großartiges Lesevergnügen. Dafür erhielt Jean-Paul Dubois 2019 den Prix Goncourt.
  • Ingrid Abeln
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

5/5

Bewertet: eBook (ePUB 3)

In diesem Roman erfahren Sie viel über Menschenwürde und wie Lebensentwürfe scheitern können. Paul, Sohn eines dänischen Priesters und einer französischen Kinobesitzerin, hat seine Kindheit in den 70er Jahren in Toulouse verbracht. Nun sitzt er zusammen mit einem Hells Angel in Montreal in der Zelle. Wenn er seine Tat bereuen würde, könnte er freikommen. Doch der bislang unbescholtene Hausmeister bereut nichts. Nur sehr langsam ahnen Sie, was passiert sein könnte. Ein großartiges Lesevergnügen. Dafür erhielt Jean-Paul Dubois 2019 den Prix Goncourt.

Meinung aus der Buchhandlung

Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise

von Jean-Paul Dubois

0 Rezensionen filtern

  • Produktbild: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise