Ein Ostpreußenroman in zwei Zeitebenen. Adrian von Bornberg-Hoheneck, Spross des letzten Familienzweigs eines alten ostpreußischen Adelsgeschlechts, trifft beim Studium in Cambridge auf einen Mann gleichen Familiennamens, doch ihm ist von einer noch existierenden Seitenlinie nichts bekannt. Wo kommt also plötzlich eine zweite Familie gleichen Namens her? Adrians Familie lebt im Taunus, die Familie des anderen Mannes in Brasilien. Beide wissen nicht viel von der Vergangenheit ihrer Familien. Sie begeben sich schließlich auf Spurensuche in die Heimat ihrer Großväter, dem ehemaligen Ermland-Masuren und stoßen bei ihren Recherchen der Familienchroniken schließlich auf unglaubliche Entdeckungen.
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Schlampig recherchiert und dadurch unglaubwürdig
Bewertung aus Nidderau am 09.02.2023
Bewertungsnummer: 1876345
Bewertet: eBook (ePUB)
Das Buch ist schlampig recherchiert und dadurch für mich unglaubwürdig. Auch wenn es ein Roman ist, bei dem der Autor die Freiheit hat, zu "dichten".
Es fängt damit an, dass der Taunus in dem Buch sich auch über die Wetterau erstreckt und bis nach Rheinland-Pfalz: Idstein (Taunus), Butzbach und Bad Nauheim (Wetterau), die Burg Elz gar in einem anderen Bundesland, nämlich nicht in Hessen, sondern in Rheinland-Pfalz und dort unweit des Städtchens Münstermaifeld. Es gibt also keinen "Landstrich", in dem alle vier genannten Orte zu finden sind. Haarsträubend!
Aus Bunzlauer Keramik wird in dem Buch Bunzlauer Porzellan. Ob dem Autor der Unterschied nicht bekannt ist?
Auf der Krytinna fahren mitnichten "kleine" Boote, sondern schmale, lange Holzboote, die gestakt werden. Der Spirdingsee ist der größte in Masuren, aber mitnichten "riesig". Eine zweistündige Schifffahrt reicht zum Erkunden völlig aus (ist aber wirklich sehr schön!).
Ich schätze, das Buch könnte in den 2000er-Jahren spielen (50 Jahre "danach"). Polen ist seit 2004 in der EU, seither werden mit EU-Förderung dort viele Städte saniert, auch Thorn/Torun. Das heißt, auch die jungen Leute, die in dem Buch eine zentrale Rolle einnehmen, dürften in den 2000er-Jahren studieren. Und dann siezen sie sich?!? Das war vielleicht in den 1950er-Jahren noch so. Spätestens ab den 1970er-Jahren ganz sicher nicht mehr. Überhaupt ist die Sprache der jungen Leute weit weg vom zeitgemäßen Sprachgebrauch, was das Buch unauthentisch macht.
In England wird Tee nicht aus Gläsern getrunken sondern aus "mugs", den auch bei uns gebräuchlichen Kaffeebechern.
Ob es in Masuren "Schmandkuchen" gab/gibt, bezweifle ich, denn der ist meines Wissens vorwiegend in Hessen geläufig. In Masuren wäre es vermutlich Mohnkuchen mit Streuseln.
Was Masuren betrifft, über den Plural "die Masuren" habe ich mich dann auch schon nicht mehr gewundert, ist die Recherche ebenfalls mit heißer Nadel gestrickt. Viele Ortschaften dort liegen tatsächlich noch in tiefem Dornröschenschlaf, viele Gebäude sind in bedauernswertem Zustand und dennoch sind sie authentische Zeitzeugen. So lieblich, wie vom Autor geschildert, ist auf jeden Fall die Landschaft. Viele Storchennester gehören dazu (finden aber keine Erwähnung).
Was einigermaßen glaubwürdig ist, jedoch von vielen anderen auch schon geschildert, ist die eigentliche Flucht. Das war es aber auch schon. Selten habe ich mich so über rausgeworfenes Geld geärgert wie bei diesem Buch.
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